Freitag, Mai 22, 2009

Christina Hoff Sommers: Sind jetzt Männer das zweite Geschlecht?

In ihrem frühen feministischen Bestseller "The Feminine Mystique" (dt. "Der Weiblichkeitswahn", 1963) schrieb Betty Friedan über das "Problem ohne Namen". Damit meinte sie den Überdruss von Frauen, die allein auf ihre Tätigkeit als Hausfrau und Mutter beschränkt waren und sich deshalb nach einer gewissen Zeit so einseitig gefordert und unausgefüllt fühlten, dass sie innerlich die Wände hochgingen.

Fast 50 Jahre später fragt das feministische Magazin "Double X", was denn heute das "Problem ohne Namen" sei. Neben vielen anderen interessanten Antworten findet sich auch ein Artikel Christina Hoff Sommers, die vor allem durch ihr feminismuskritisches Buch Who Stole Feminism? bekannt wurde, sich aber auch mit dem Krieg gegen die Jungen auseinandersetzte. In ihrem aktuellen Artikel argumentiert sie, dass in unserer Gegenwart das Leiden der Männer das zugleich allgegenwärtige und namenlose Problem sei:

They are increasingly less educated than women. They are bearing the brunt of the recession. The New York Times recently reported that "a full 82 percent of the job losses have befallen men." Reuters referred to the surging male unemployment rate as a "blood bath." Meanwhile, the Centers for Disease Control and Prevention's "FastStats" show that men are less likely than women to be insured—and more likely to drink, smoke, and be overweight. They also die six years earlier than women on average.

Why are there no conferences, petitions, workshops, congressional hearings, or presidential councils to help men close the education gap, the health care gap, the insurance gap, the job-loss gap, and the death gap? Because, unlike women, men do not have hundreds of men's studies departments, research institutes, policy centers, and lobby groups working tirelessly to promote their challenges as political causes.


All das gab es 1963 für Frauen auch nicht. Aber es dauerte nicht mehr allzu lange, bis die Dinge in Bewegung kamen.

Nachtrag vom folgenden Montag: Ein Genderama-Leser hat zu der oben zitierten Passage freundlicherweise eine Übersetzung angefertigt. (Dass ich selbst mich jedemsla hinsetze und einen zitierten Text eigens übersetze, ist zeitlich leider vollkommen ausgeschlossen.) Hier also die Passage auf deutsch:

Sie sind immer weniger ausgebildet als die Frauen. Sie tragen die Hauptlast der Rezession. Die New York Times kürzlich berichtete, dass "über 82 Prozent der Arbeitsplätze von Männern verloren gegangen sind." Reuters bezeichnet die steigenden Arbeitslosenquote bei Männern als "Blutbad". Inzwischen hat das Center for Disease Control and Prevention's erkannt, dass sie Männer seltener als Frauen versichern, weil diese eher trinken, rauchen, und Übergewicht haben. Auch sterben sie sechs Jahre früher als die Frauen im Durchschnitt.

Warum gibt es keine Konferenzen, Petitionen, Workshops, Kongress-Anhörungen, oder runde Tische, um Männern zu helfen, die Bildungsbenachteiligung, die Gesundheits-Lücke, die Versicherungs-Lücke, die Job-Verlust Lücke, und die niedrigere Lebenserwartung zu schließen? Denn im Gegensatz zu Frauen haben die Männer nicht Hunderte von Men's-Gender-Studies-Abteilungen, Forschungsinstitute, politische Zentren, und Lobby-Gruppen, die unermüdlich arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen.

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