Montag, Dezember 18, 2017

Genderstudien: Tag der Debatte?

Wie Genderama bereits berichtete, unternimmt das Gender-Lager heute eine konzertierte Aktion, um Reklame für diesen umstrittenen Fachbereich zu machen. Das soll auch über die sozialen Medien geschehen, etwa mit einem entsprechenden Hashtag bei Twitter. Dabei rechne ich mit der üblichen Unterstützung der Leitmedien für die Gender-Fraktion und nicht mit einer freien, kontroversen Debatte, bei der die Argumente unterschiedlicher Seiten abgewogen werden und bei der man versucht, auf einen sinnvollen gemeinsamen Nenner zu kommen. Uns erwarten vermutlich komplett unkritische Reklame-Artikel wie dieser.

Der unermüdliche Blogger Christian Schmidt versucht trotzdem eine offene Diskussion anzustoßen – mit drei Beiträgen, die an das Genderlager gerichtet sind:

Warum man euch nicht für wissenschaftlich hält, sondern für Ideologen.

Wie kann man den Ruf der Gender Studies verbessern?

Studien, zu denen ich gerne eine Stellungnahme von den Gender Studies hätte, wenn sie eine Wissenschaft sind

Ein grundlegender Debattenbeitrag ist ohnehin dieser hier: Inwiefern sind Genderstudien unwissenschaftlich?

Sonntag, Dezember 17, 2017

In diesen deutschen Bundesländern verdienen Frauen mehr als Männer – News vom 17. Dezember 2017

1. Wenn Männer mehr verdienen als Frauen, gilt das in unseren Leitmedien als Skandal. Läuft es umgekehrt, und Frauen erhalten eine höhere Entlohnung als Männer, dann wird diskutiert, ob das "ein Vorbild für die ganze Bundesrepublik" sein kann. Die "Ostsee-Zeitung" zumindest formuliert es so:

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verdienen vollbeschäftigte Frauen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg schon seit einigen Jahren durchschnittlich mehr als die Männer. Und der Vorsprung der Frauen wird zunehmend größer. Das, obwohl Feministinnen jährlich zum Equal Pay Day wegen einer durchschnittlichen Lohnungleichheit von 21 Prozent empört ihre Zeigefinger heben. Ist Ostdeutschland also ein wahr gewordener Traum, ein Vorbild für den Rest der Republik?


Fragen wird man ja wohl noch dürfen. Und der Artikel insgesamt ist klüger als diese misslungene Formulierung. Denn man findet darin etwa auch folgende Passage:

Ein Maß, das auch teilzeitbeschäftigte Personen miteinbezieht, ist die unbereinigte Gender-Pay-Gap des Statistischen Bundesamts – das Maß, das Martin Schulz vor der Bundestagswahl für seinen Wahlkampf gebraucht hat, besser: missbraucht hat. So verdienen Frauen ihm zufolge 21 Prozent weniger als Männer. Das Problem: Für die unbereinigte Gender-Pay-Gap werden schlicht die Löhne aller Frauen mit denen aller Männer verglichen. Das heißt: Es werden auch Berufsanfänger mit erfahrenen Experten verglichen, Junge mit Alten, Auszubildende mit Professoren. Variablen, die nichts mit Gleichberechtigung zu tun haben. Weder Männer noch Frauen können etwas für ihre Berufserfahrung – und sie ist politisch nicht steuerbar.


Auf einem Foto, das den Artikel begleitet, strahlt Manuela Schwesig wie ein Honigkuchenpferd. Und als Ministerpräsidentin eines Bundeslandes, in dem Frauen besser verdienen als Männer, während Schwesig sich zuvor in der Bundesregierung allein für die Besserstellung von Frauen einsetzte, hat die Sozialdemokratin auch allen Grund für ihr stilles Vergnügen.



2. Am Montag, dem 18. Dezember, plant das Gender-Lager eine konzertierte Aktion, um in die derzeit öffentlich bzw. medial geführte Debatte um Gender Studies einzugreifen. Wie üblich stehen die öffentlich-rechtlichen Medien auch für diese Kampagne bereits Gewehr bei Fuß. Der Hessische Rundfunk etwa hat ihr am frühen Montagabend schon mal fast eine Stunde Sendeplatz reserviert. Eher keine Rolle dürfte bei der Reklamenummer spielen, wie beispielsweise das Lehrbuch "Methoden der empirischen Sozialforschung" den Bereich Gender-"Studien" bewertet.



3. In dem Artikel "Dein Mann, das Schwein" beschäftigt sich die Neue Zürcher Zeitung mit der männerfeindlichen Sex-Panik dieser Tage, wobei sie den Blick vor allem nach Frankreich richtet. Ein Auszug:

Ausserdem ruft das Hashtag "Balance ton porc" die abgedroschensten Klischees der Viktorianischen Zeit in Erinnerung: die Vorstellung, Frauen seien nichts als zerbrechliche und schwache Wesen in der Hand bestialischer Monster. Die Folge: Statt die Frauen zu stärken, statt ihnen Waffen in die Hand zu geben, um sich zu wehren, will man sie schwächen und zu ewigen Opfern degradieren. Die kanadische Schriftstellerin Nancy Houston schrieb kürzlich in "Le Monde", die Erektion sei das wichtigste Problem der Menschheit.

Damit verortete sie die Männer von vornherein auf der Seite des Bösen und der Gewalt. Der Feminismus von Simone de Beauvoir, Kate Millett oder Simone Veil zielte darauf ab, die Frauen zu stärken. Der heutige Feminismus scheint um sie herum ein Geflecht von Terror und Misstrauen installieren zu wollen, indem er sie dazu einlädt, die Gesellschaft von Männern am besten ganz zu meiden. Indem er sie lehrt, dem, was Männer sagen, zu misstrauen und hinter ihren Komplimenten nichts als verkappte Aggression zu sehen.




4. Vor einigen Tagen berichtete Genderama über die Warnungen US-amerikanischer Publizistinnen, dass die MeToo-Kampagne schnell kippen könnte, sobald sich die Unschuld eines prominenten Opfers nachweisen ließe. Ähnlich blöd wäre es natürlich, wenn sich bei der weltweit prominentesten Zielscheibe von Sexismus-Vorwürfen herausstellen würde, dass Feministinnen auf Anklägerinnen eingewirkt haben, um daraus finanziellen Profit zu schlagen.

Das bekannteste Opfer von Sexismus-Vorwürfen ist natürlich Donald Trump.

Ja, ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken natürlich: Also bis jetzt war die Kritik von diesem Hoffmann an der MeToo-Sache ja ganz nett, aber dass Donald Trump selbst im Mittelpunkt einer feministischen Verschwörung stehen soll, ist doch arg überrissen. Da übersteuert Genderama und verheddert sich mit unglaubwürdigen Verschwörungstheorien. Wenn es entsprechende Meldungen über den Präsidenten der USA gäbe, würden ja die deutschen Medien darüber berichten.

Und ich kann natürlich verstehen, wenn Sie so denken.

Nur, die folgende Top-Meldung der Washingtoner Politik-Zeitung "The Hill" ist ein bisschen doof für das feministische Lager:

Eine bekannte Anwältin für Frauenrechte versuchte, eine finanzielle Vergütung durch Spender und Boulevardzeitungen für Frauen zu arrangieren, die in den letzten Monaten des Präsidentschaftswettbewerbs 2016 Anschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen Donald Trump erhoben oder in Erwägung gezogen haben. Dies geht aus Dokumenten und Interviews hervor.

Die Bemühungen der kalifornischen Anwältin Lisa Bloom beinhalteten 1.) das Angebot, Geschichten von angeblichen Opfern an TV-Sender zu verkaufen, als Gegenleistung für eine Provision für sich selbst, 2.) die Vermittlung eines Spenders, um die Hypothek einer Trump-Anklägerin zu bezahlen, und 3.) den Versuch, eine sechsstellige Zahlung für eine andere Frau zu sichern, die es letztendlich ablehnte, sich trotz einem Angebot von bis zu 750.000 Dollar öffentlich entsprechend zu äußern.

Die Schilderungen der Frauen wurden in zeitgleichen Vertragsdokumenten, E-Mails und Textnachrichten chronologisch aufgezeichnet, die von The Hill überprüft wurden. Dazu gehört ein Textaustausch zwischen einer Frau und Bloom, der darauf hinweist, dass politische Aktionskomitees, die Hillary Clinton unterstützen, während der Bemühungen kontaktiert wurden.

Bloom, die Dutzende von Frauen in prominenten Belästigungsfällen unterstützt und Anfang des Jahres auch den Filmemacher Harvey Weinstein verteidigt hat, vertrat vier Frauen, die erwogen hatten, Anschuldigungen gegen Trump im vergangenen Jahr zu erheben. Zwei gingen an die Öffentlichkeit, und zwei lehnten ab.


(Harvey Weinstein war ja bekanntlich ein enger Unterstützer Hillary Clintons, des Frauenmarsches nach Washington und anderer feministischer Aktionen.)

In einer Erklärung gegenüber The Hill, bestätigte Bloom, daß sie sich dafür engagiert hatte, Spenden für Frauen zu sammeln, die erwogen, Beschuldigungen gegen Trump vor der Wahl des vergangenen Jahres zu äußern.


Lisa Bloom selbst erhält laut dem von ihr eingebrachten Vertrag ein Drittel der Summen, die Trumps Beschuldigerinnen für sich einstreichen konnten. Wenn man weiß, dass da für ein Arrangement alleine eine Summe von 750.000 Dollar im Raum stand, kann man sich ausrechnen, welche Profite der "Kampf gegen sexuelle Belästigung" insgesamt abwirft.

Als Bloom Anfang November herausfand, dass eine Frau und ihre Freundin mit CBS News darüber diskutiert hatten, ein Interview auf eigene Faust zu führen, schrieb sie den Frauen: "CBS zahlt nicht für Geschichten".

Wenig später schickte Bloom einen weiteren Text, der vorschlug, dass die von ihr getroffenen Vorkehrungen von den nicht autorisierten Medienkontakten beeinflusst werden könnten. "Sie und Ihre Freunde sollten nicht die Geschichte auf dem freien Markt anbieten, sonst sind Sie in den Hintern gekniffen", schrieb Bloom. "Und diese ganze Sache, für die wir so hart gearbeitet haben, wird verschwinden."




5. Kaum wird im Rahmen von MeToo auch eine Frau der sexuellen Belästigung angeklagt, folgt bei ihr die prompte Einsicht, dass diese ganze Kampagne ja eigentlich komplett aus dem Ruder läuft. Deshalb erklärte die beschuldigte Dame, Mitglied der Demokratischen Partei, jetzt folgendes:

"In ihrer Eile, in unserer aufgewühlten nationalen Debatte über Belästigung die Oberhand zu gewinnen, hat die Demokratische Partei einen Null-Toleranz-Standard eingeführt. Für mich bedeutet das, dass die falschen Behauptungen eines rachsüchtigen, gekündigten Mitarbeiters dem Democratic Congressional Campaign Committee (DCCC) ausreichen, um zu entscheiden, unsere vielversprechende Kampagne nicht zu unterstützen. Wir befinden uns in einem nationalen Moment, in dem grobe Gerechtigkeit an die Stelle sorgfältiger Analyse, Nuancierung und eines ordnungsgemäßen Verfahrens tritt."


Solange es allein Männer getroffen hatte, war aus den Reihen der Demokraten nichts dergleichen zu hören.



6. Da wir gerade bei Dingen sind, die wie Verschwörungstheorien klingen – wie wär's damit: In Großbritannien wird ein Kriminologie-Student der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt. Ihm drohen zehn bis zwanzig Jahre Knast. Entlasten könnten ihn hunderte von Textnachrichten des angeblichen Opfers, die ihn nach der angeblichen Vergewaltigung unaufhörlich um mehr Sex angebettelt hat. Diese Beweise werden jedoch von der britischen Polizei widerrechtlich unterdrückt, weil die zuständigen Polizisten sie für "irrelevant" und "zu persönlich" hielten, um sie öffentlich oder auch nur den Verteidigern des Studenten kenntlich zu machen. Und all das ist offenbar nur die Spitze eines Eisbergs.

Klingt schon wieder nach einer irren Story dieser abgedrehten Masku-Nazis? Tatsächlich berichtet die britische Presse breit über diesen Justizskandal, so etwa die Daily Mail, das Boulevardblatt Sun und in zwei Artikeln die ehrwürdige Londoner Times. (In diesem Fall greifen mit dem Stern auch deutsche Medien die Berichterstattung auf.)

Der britischen Presse zufolge erklärte der entlastete Student, nachdem die Wahrheit ans Licht gekommen war: "Es hat mich erkennen lassen, dass sich etwas ändern muss. Es gibt Dinge, die sich hinter verschlossenen Türen abspielen, die man sich nicht einmal vorstellen kann und die wahrscheinlich viele Leute durchmachen." Seine Mutter wird mit den Worten zitiert: "Im gegenwärtigen Klima sind Sie in solchen Fällen schuldig, bis Sie beweisen können, dass Sie unschuldig sind."

In dem zweiten der von mir verlinkten "Times"-Artikel heißt es außerdem:

Der Fall eines unschuldigen Studenten, der wegen Vergewaltigung vor Gericht gestellt wurde, weil die Polizei Beweise vorenthalten hat, ist nur die "Spitze des Eisbergs", sagten höhergestellte Gerichtsanwälte gestern Abend. Dutzende von Fällen sind in den letzten drei Jahren wegen schwerwiegender polizeilicher Versäumnisse hinsichtlich des Umgangs mit Beweismitteln zusammengebrochen.

(...) Angela Rafferty, Vorsitzende der Criminal Bar Association, sagte gestern, dass ohne die Intervention der Rechtsanwälte vor Gericht Mr. Allan "wegen des Versagens der Polizei und der Crown Prosecution Service (CPS) einen entsetzlichen Justizirrtum erlitten hätte". Sie warnte, dass das Scheitern "kein isolierter Vorfall" sei, und sagte, dass Polizei und CPS "unbewusst voreingenommen" gegenüber Personen sein könnten, die Sexualdelikte melden.

Der Freispruch von Mr. Allan erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Besorgnis über eine Reihe von Vergewaltigungsfällen mit jungen Männern wächst – Fälle, die aus Angst vor der Qualität der Beweise zusammengebrochen sind.

(...) Dazu gehören die Fälle von George Owen, einem 21-jährigen Buchhalterpraktikanten, der im September von einer Jury entlastet wurde, die zwei Stunden brauchte, um herauszufinden, dass er sich nicht auf eine 19-jährige Studentin gestürzt hatte, als er eine Bar in Manchester verließ.

In der vergangenen Woche wurden zwei junge Männer von Vergewaltigungen von Mädchen entlastet. Bartolomeo Joly de Lotbiniere, 22, Student an der York University, wurde der Polizei gemeldet, als er bei "University Challenge" erschien - 14 Monate nach dem Sex mit seiner Anklägerin. Joshua Lines, 23, wurde von einer Kommilitonin beschuldigt, die ihn in ihr Bett eingeladen hatte. Beide sagten, dass der Sex einvernehmlich war, und wurden für nicht schuldig befunden wurde, wobei Fragen darüber aufgeworfen wurden, warum sie überhaupt vor Gericht gelandet waren.


Mit anderen Worten: Die Londoner Zeitungen bis hin zur "Times" sind in der Hand von Antifeministen und Masku-Nazis. Anders dürfte sich diese Berichterstattung für das feministische Lager kaum erklären lassen.

In den Artikeln heißt es übrigens immer wieder, dass die britische Polizei komplett überlastet sei. Ja, das glaube ich gerne in einem Land, in dem Frauen-Hinterherpfeifen inzwischen als Hassverbrechen gilt.



7. Einen gelungenen Artikel von Louise Roberts findet man schließlich im britischen "Telegraph": Sie beschäftigt sich mit der Situation, wenn Ihr Sohn fragt: Warum hassen Feministinnen Männer?

Samstag, Dezember 16, 2017

"Ich stelle keine Frauen mehr ein, zu riskant!" – News vom 16. Dezember 2017

1. In Australien wurden zehntausende von Kindern in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen missbraucht. Das männerpolitische Blog Toy Soldiers kommentiert:

Die Frage ist nun, was dabei herauskommt. Wird Australien versuchen, Anklage zu erheben? Was wird den Tätern vorgeworfen? Diese letztgenannte Frage ist notwendig, weil Australien Jungen nicht als Vergewaltigungsopfer anerkennt. Welche Politik wird die Kirche betreiben und welche Garantie haben wir dafür, dass die neuen Regeln funktionieren oder durchgesetzt werden?




2. Ein Artikel im "Neuen Deutschland" beschäftigt sich mit der Emanzipation von Männern. Der Artikel sieht zunächst nach dem altbekannten sexistischen Bashing aus ("viele Männer verharren im Gestern"), aber das könnte auch schlicht eine Strategie sein, der Leserschaft zu verdeutlichen, warum man sich auch um Männer kümmern sollte. Ein Auszug aus dem Artikel von Tim Zülch:

Der Berliner Männer- und Familientherapeut Peter Thiel (...) bemerkt ebenfalls eine starke Verunsicherung beim angeblich starken Geschlecht: "Männer als fühlende Wesen sind in der Politik eigentlich nie behandelt worden, sie kamen nicht vor. Das ändert sich erst langsam." So gebe es erst seit einigen Monaten im Ministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend eine Arbeitsgruppe, die sich speziell mit Männern beschäftige. (...) Zu diesem "neuen Blick" gehört sicher auch, den Männern im Bereich der Väterrechte entgegenzukommen und bestehende Diskriminierungen - beispielsweise beim Sorgerecht für unverheiratete Väter oder bei der Anerkennung des Wechselmodells nach Trennung - weiter abzubauen.




3. "Männerrechtler und männliche Feministen sollten die Pille für Männer fordern" schlägt das "Neue Deutschland" in einem weiteren Artikel vor.



4. Die Zeitung "20 Minuten" hat bezeichnende Wortmeldungen von Lesern zusammengestellt, die zeigen, welches Klima MeToo in der Schweiz geschaffen hat.

Dieselbe Zeitung fragt ihre männlichen Leser, wer alles so wie die "Men Going Their Own Way" (MGTOW) den Frauen abgeschworen habe. Auch hier ist bemerkenswert, welche Ausmaße der "Streik der Männer" inzwischen erreicht hat.



5. Währenddessen hat die MeToo-Kampagne die Kunst erreicht: Anzügliche Kunstwerke sollen aus den Museen verschwinden.



6. In den USA gehen die durch MeToo angestoßenen Säuberungsaktionen weiter voran. Die New York Times stellte eine Übersicht von 45 prominenten Fällen zusammen. Die Beschuldigten versuchen mit unterschiedlichen Strategien sozial zu überleben: Manche reagieren mit einer Mea-culpa-mea-maxima-culpa-Selbstgeißelung. Manche bestreiten die Vorwürfe. Manche können sich nach Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr an den geschilderten Vorfall erinnern. Eliminiert werden sie schließlich alle.

Die Schauspielerin Amber Tamblyn formulierte es so:

Du bist entweder für unsere Körper oder gegen unsere Körper. Die Strafe für Belästigung ist, dass du verschwindest. Die Strafe für Vergewaltigung ist, dass du verschwindest. Die Strafe für Masturbation vor uns ist, dass du verschwindest. Die Strafe für Nötigung ist, dass du verschwindest.


Das Justizblog Above the Law kommentiert:

Normalerweise reden wir nicht über das "Verschwinden" von Menschen in Amerika. So hat man in Chile oder in der Sowjetunion gesprochen. Aber so reden wir hier eigentlich nicht. Jetzt allerdings tun wir das offenbar doch. Die Empörungsmaschine muss gefüttert werden, und sie mag keine Nuancen. Wir sind (...) mitten in der gleichen Art von Überkorrektur, die die Regierung Obama ab 2011 den Colleges auferzwungen hat.


Die Washington Post schildert ausführlicher den Fall eines Mannes, den man ebenfalls verschwinden lassen will, der sich dagegen aber zur Wehr setzt. Ein Auszug aus dem Artikel:

Der Sender PBS hat "auf unbestimmte Zeit" die Late-Night-Talkshow "Tavis Smiley" abgesetzt, nachdem mehrere Vorwürfe gegen ihren 53-jährigen Moderator erhoben wurden.

(...) Smiley erklärte in Video- und schriftlichen Aussagen, die Stunden später veröffentlicht wurden, dass PBS die Ermittlungen gegen ihn aufgenommen hatte, ohne ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er habe erst von der Untersuchung erfahren, nachdem ehemalige Kollegen und ehemalige Mitarbeiter ihm erzählten, dass sie Telefonanrufe von "irgendeinem PBS-Ermittler" erhielten, und der Ermittler die betreffende Person fragten, ob Smiley ihnen jemals das Gefühl gab, dass sie sich am Arbeitsplatz unwohl fühlten.

"Erst nachdem ich mit einer Klage gedroht hatte," sagte Smiley, stimmten die Ermittler zu, sich mit ihm für ein Gespräch zusammenzusetzen. "Und selbst dann müssen sie sich noch nicht über das weitere Vorgehen klar gewesen sein", sagte Smiley, denn fast unmittelbar nach dem Ende der dreistündigen Sitzung erschien ein Artikel des Branchenblatts "Variety" über die Beschuldigungen.

Smiley behauptete, dass die Ermittler es ablehnten, sich bestimmte Unterlagen anzusehen, sich weigerten, einen seiner derzeitigen Mitarbeiter zu interviewen, ihm den Namen auch nur irgendeines seiner Ankläger zu nennen, und "sich insgesamt weigerten, den Anschein eines ordnungsgemäßen Verfahrens zu erwecken".

"Es ist klar, dass dies zu weit gegangen ist", sagte er. "Und ich jedenfalls beabsichtige, mich zu wehren. PBS hat überreagiert und eine schlampige Untersuchung aufgenommen. Es ist Zeit für ein echtes Gespräch in diesem Land darüber, wo die Grenzen verlaufen, wie Männer und Frauen einander am Arbeitsplatz begegnen können. Und ich freue mich darauf, an diesem Gespräch aktiv teilzunehmen."

In seiner schriftlichen Erklärung sagte Smiley, dass er mehr über die Beschuldigungen gegen ihn durch den Artikel in "Variety" erfuhr, als während seines Treffens mit den Ermittlern. Seine Anwälte erhielten einen formellen Brief, in dem sie sich auf eine vertragliche Bestimmung beriefen, die ihnen erlaubte, die Ausstrahllung seiner Sendung zu stoppen, "und das war's".


Sonst ist aber alles in bester Ordnung. Yay, Feminismus! Und wer von "Hexenjagd" spricht, gesteht damit praktisch seine Schuld und macht Täter zu Opfern. Findet Sascha Lobo.



7. Britische Forscher sind hochgradig überrascht darüber, dass ihre Forschung die selben Ergebnisse erbrachte wie zig Studien und Untersuchungen zuvor: Der Gender Pay Gap entsteht, weil Frauen sich für schlechter bezahlte Berufe entscheiden.



8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Ganz interessant, wie unterschiedlich über den gleichen Vorgang berichtet wird.

Einmal Spiegel-Online.

Einmal Deadline Hollywood.

Bei Spiegel-Online wird Dustin Hoffman "demaskiert" – bei "Deadline Hollywood" wird von einem offenen Schlagabtausch ohne wirklichen "Sieger" berichtet. Die Voreingenommenheit, mit der Spiegel-Online berichtet und auf Grund von unbewiesenen Vorwürfen Urteile fällt, ist jedenfalls abstoßend.

Donnerstag, Dezember 14, 2017

Legal Tribune: 5 Tipps, wie Sie es straflos durch die Weihnachtsfeier schaffen – News vom 14. Dezember 2017

1. Endlich mal wieder praktische Ratschläge auf Genderama: Der auf Sexualstrafrecht spezialisierte Anwalt Alexander Stevens erklärt, wie man unter der Herrschaft der neuen Gesetze aus dem Hause Schwesig (SPD) die Weihnachtsfeier übersteht.

Ein schöner Wortwechsel findet in der Kommentarspalte unter dem launigen Artikel statt:

Was zum Teufel? Schämen Sie sich für diese Verharmlosung sexueller Gewalt und Belästigung, und dem Versuch, eine "fröhliche Umarmung" mit Begrapschen und in den Ausschnitt Starren gleichzusetzen. Vielleicht sollte sich der Verfasser dieses Artikels einmal mit echten Frauen unterhalten, vielleicht versteht er dann besser, weshalb diese beiden Dinge nicht gleichzusetzen sind. Der offen zur Schau getragene Sexismus und die scheinbare Enttäuschung, dass auf der Weihnachtsfeier Kolleginnen nicht mehr gegen ihren Willen angefasst werden dürfen, ist jedenfalls mehr als entlarvend.


Darauf gibt es prompt die passende Antwort:

Ihr Kommentar verwundert mich und erscheint mir in seiner Abwertung ggü. dem Autor mehr als unangebracht. Mit keinem Wort hat er "reale" sexuelle Belästigung oder gar sexuelle Gewalt verharmlost oder ins Lächerliche gezogen. Im Gegenteil erscheint Ihr Vorwurf als Hohn gegenüber den Opfern von richtiger sexueller Gewalt. Nein, es geht hier vielmehr um die - und das sage ich als Staatsanwältin im einschlägigen Sonderdezernat - gänzlich in die Hose gegangen Schaffung einer neuen und panisch zusammengeschusterten gesetzlichen Regelung anhand harmlosen und alltäglichen Situationen auf jeder Standard-Weihnachtsfeier, die zu solchen abstrusen Rechtsproblemen führt. Wer diese augenzwinkernde Kritik am Gesetzgeber nicht wahrnimmt ... bitte schön.


Auch sonst gibt es von den satireblinden Lesern Randale unter dem "widerlichsten Artikel, den ich seit langem gelesen habe" – Randale, die mitunter in selbst schon ulkige Forderungen mündet:

Ich empfehle dem Autor sehr, sich einmal mit dem Begriff der "rape culture" auseinander zu setzen, oder, falls ihm seine Zeit dazu zu schade ist, sich wenigstens dieses Video von Carolin Kebekus anzusehen ...




2. Wenn das feministische Schwadron noch Lust auf Empörung übrig hat – also eigentlich immer –, könnte es von der Legal Tribune zum Berliner Kurier weiterziehen. Immerhin braucht man hier nicht die Fähigkeit, Satire zu verstehen, und diesmal wagen zwei weibliche Experten einen "Aufschrei gegen den Aufschrei": Almut Meyer, Leitende Notärztin in Potsdam, und Prof. Dr. Dorothee Dienstbühl, Kriminologie-Professorin an einer Fachhochschule im Bereich Polizei. Die beiden Frauen bekunden angesichts der aktuellen Sexismus-Hysterie: "Dieser Unsinn spaltet eine Gesellschaft, die sich doch eigentlich darüber einig sein muss, dass die Unantastbarkeit der menschlichen Würde allen nur erdenklichen Schutz gebietet."



3. Die Nato muss oberster Beschützer der Rechte der Frauen sein fordert Angelina Jolie in einem Gastartikel für die "Welt".



4. Am Montagabend, berichtet Peter Weissenburger in der "taz", traf sich die selbsterklärte Elite der Journalisten am Kanzleramt, um die besten Print- und Onlinestücke des Jahres zu ehren. Man tat einiges, damit die Entscheidung frauenfreundlich ausfiel: Die nominierten Texte wurden anonymisiert ausgewählt, und die Jury war mehrheitlich weiblich.

Entsprechend gaben sich Schnibben und Moderator Claus Kleber am Montagabend bei der Begrüßung ratlos. Wie konnte das sein, dass trotzdem so wenige Frauen Preise bekamen? Foreshadowing: Am Ende des Abends standen 30 Preisträgern vier Preisträgerinnen gegenüber – davon zweimal als Teil eines mehrheitlich männlichen Teams und einmal in einem geteilten Preis.


Um das zu ändern, dürfte man bei den Manipulationen vor der Preisvergabe noch einmal ordentlich nachlegen.



5. Trennungsväter werden benachteiligt berichtet jetzt auch die MDR-Sendung "Fakt".



6. In der "Maischberger"-Talkshow gestern Abend bezog Sophie Thomalla Stellung gegen die MeToo-Kampagne :

Oft nickte da die ARD-Journalistin Astrid Frohloff. Sie finde, die Vermengung von Missbrauch, Vergewaltigung, Anmache durch #MeeToo sei gefährlich, so Frohloff. Männer würden dadurch schließlich zunehmend verunsichert. Ganz anders sah das der "Spiegel"-Journalist Markus Feldenkirchen. Er finde die vermeintliche Verunsicherung der Männer unerträglich, schimpfte der Feldenkirchen. "Das ist Weichei-Gelaber"




7. Der nächste Politiker, der sexueller Übergriffe beschuldigt wurde, hat sich das Leben genommen. Zuvor hatte er die Vorwürfe entschieden bestritten und einen geforderten Rücktritt abgelehnt.



8. In der kanadischen Presse beklagt Selwyn Duke den derzeitigen Anstieg von Männerfeindlichkeit. Zuvor hatte beispielsweise eine Kandidatin der US-amerikanischen Demokraten "Don't vote for men" plakatiert.



9. "Können wir ehrlich sein, was Männer angeht?" war ein aktueller männerfeindlicher Artikel überschrieben. "Können wir ehrlich sein, was Frauen angeht?" kontert die Journalistin D.C. McAllister.



10. Die Bloggerin Janet Bloomfield ("Judgy Bitch") beschäftigt sich mit einer früheren Zeit, als Frauen logen und Männer starben.



11. Eine neue Untersuchung beschäftigt sich mit den studentischen Polit-Aktivisten, die andere Menschen beständig aufgrund derer angeblichen "Privilegien" (wegen Hautfarbe, Geschlecht etc.) angreifen. Das Resultat: Die dauerprotestierenden Studentinnen und Studenten können sich ihr Verhalten nur aufgrund ihrer eigenen Privilegien leisten.

"Bestimmte Leute haben die Zeit und die Ressourcen, um in der Lage zu sein, auf bestimmte Weisen zu protestieren,", sagte Baker und wies darauf hin, dass Kursteilnehmer, die zur Hochschule pendeln müssen, wahrscheinlich nicht die Zeit für das Protestieren haben. Tom Lindsay hat letztes Jahr im Magazin "Forbes" das gleiche Argument vorgebracht und spekuliert, dass die zunehmende Verbreitung linker Proteste darauf zurückzuführen ist, dass Studenten heute zu viel Zeit zur Verfügung haben. Er verwies auf "Leisure College, USA" von Philip Babcock und Mindy Marks, das erklärte, dass "1961 der durchschnittliche Vollzeitstudent an einem vierjährigen College in den Vereinigten Staaten etwa 24 Stunden pro Woche studierte, während sein modernes Gegenstück nur 14 Stunden pro Woche einbringt".




12. Die Post. Mein Leser Franz Reinartz schreibt mir heute:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

seit einigen Monaten nehme ich mir die Zeit, nicht nur Ihre Beiträge sondern - wenn möglich - auch die Basisartikel dazu zu lesen.

Als weißer, heterosexueller, alter Mann (WHAM - ich bin 60) habe ich die Erfahrung gemacht/machen dürfen/müssen, dass die von Ihnen - auch anhand des ND-Artikels - dargelegten "Animositäten" offenbar von der Mehrzahl der Frauen nicht beachtet und ablehnend kommentiert werden (ich habe da eine entsprechend selbstbewußte Kollegin, Ehefrau und vierfache Mutter, die sich dabei auch nur noch an den Kopf fasst).

Ich habe im Frühjahr bei einer Seminarveranstaltung im Rahmen eines Bildungsurlaubes des DGB aber auch anderes erfahren: Eine Teilnehmerin wies meinen eher spaßhaft gemeinten Vorschlag, den Frauensaunatag in der Einrichtung - wohlgemerkt: Gewerkschaft!) aufzuheben (die Sauna ist dann meist leer), entrüstet ab mit der Begründung, sie könne keine Männerblicke auf sich ertragen (sic!). Leider bin ich wenig schlagfertig, so dass mir passende Entgegnungen nicht sofort einfallen. Außerdem hält mich eine anerzogene Höflichkeit eher davor ab, solchen Menschen zu sagen, dass ich nicht interessiert bin und im Übrigen alle Variationen menschlicher Nacktheit dort schon gesehen habe - Sauna wäre auch mal ein Thema für einen Männerblog.

Überhaupt scheint es mir so zu sein, dass die entschiedensten Protagonistinnen und Protagonisten des Genderwahns das sind, was ich mal - Sie entschuldigen den Neologismus - attraktivitätsherausgefordert nennen möchte. Selbstbewußte Zeitgenossen sind da offenbar lockerer.

Interessant fand ich auch Ihren Verweis auf den Artikel im Schweizer Tagesspiegel. Hier fand ich auch die Kommentare weiterführend nach dem Motto, dass das Wechselmodell zu weiteren Spannungen zwischen den Eltern führen müsse.

Nun habe ich vor zwanzig Jahren im Scheidungsdrama in Deutschland dieses Wechselmodell wider die Kindesmutter, die mir das kostenintensive Familiengerichtsurteil einschließlich psychologischem Gutachten aufnötigte, durchsetzen können und daher bin ich eigentlich entsetzt, dass wir weder in Deutschland, noch wohl auch in der Schweiz, hier Fortschritte erzielen konnten. Dabei gebe ich durchaus zu, dass ich damals als 14-Tage-Turnus-Vollzeitvater eher ein Paradiesvogel gewesen bin. Dazu findet mann leider wenig Erhellendes in den Tiefen des Internet. Was mich betrifft: Ich kann Männer nur ermutigen, sich zu ihren Kindern zu bekennen und das Wechselmodell einzufordern und nötigenfalls zu erkämpfen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Am Rand: Meine Kinder lieben mich, ihre Mutter und ihre Partner/in und haben beide Studium und Berufseinstieg erfolgreich gemeistert.


Ein weiterer Leser schreibt mir:

Lieber Arne,

es gibt bei Arte gerade eine Dokumentation über die seltsamen Vorgänge in Salem/Massachussets, denen im Jahre 1692 eine Menge Menschen (Frauen UND Männer) zum Opfer fielen. Der Film untersucht, wie es zu der Hysterie gekommen ist und welche Abzweigungen man hätte nehmen müssen, um den Unsinn zu verhindern. Dass dabei ARTE-spezifisch nur die Frauen als Opfer dargestellt werden und die ebenfalls zahlreich aufgehängten Männer selber schuld sind, weil sie Frauen grundsätzlich versklaven: für diese Evidenz sorgt die Autorin irgendeines Buches über irgendwas im Zusammenhang mit Salem (Katherine Howe: "The Physick Book of Deliverance Dane“), die sich außerordentlich einseitig und auch Männern gegenüber vollkommen mitleidlos vielfach zu Wort melden darf. Ich hoffe, ihre Intelligenz ist nicht so zurechtfrisiert wie sie selbst, hege aber Zweifel.

Ab etwa Minute 26 kann man die Erklärungen, wie es zum Hexenwahn kommt, komplett auf #metoo ummünzen. Man muss nur statt "Hexerei" "sexuelle Übergriffe" einsetzen. Im Film heißt es wörtlich (Einschübe in eckigen Klammern von mir):

1. Alle Vorbehalte sind nun aus dem Weg geräumt, und eine Flut von Anschuldigungen [im Film gehen die von zwei junge Mädchen aus, die immer mehr Menschen beschuldigen, sie irgendwie in Teufels- oder Geistergestalt missbraucht zu haben. Wie in vielen heutigen Fällen können sie nicht mehr zurück, weil sonst das ganze Gebäude zusammenbrechen würde und sie, die Anklagenden, sich damit sozial desavouierten] bricht los, mehr und mehr Menschen werden verhört und eingesperrt.

2. Alle [gemeint sind hier alle Bewohner von Salem] sind zerfressen von Schuldgefühlen. Der einzige Ausweg scheint zu sein, all dies auf jemand anderen zu projizieren: es ist nicht meine, sondern deine Sünden. Das ist ein psychologischer Mechanismus: du weist alle Verantwortung von dir auf andere. Hier kommt die Hexe [das können auch Männer sein, aber die sind laut ARTE keine Opfer, sondern verfallen - wenn überhaupt - nur gerechter Strafe] ins Spiel.

3. Um jemanden der Hexerei zu überführen, gibt es eigentlich nur zwei Arten von Beweisen: Ein direktes Geständnis, oder zwei Augenzeugen, die gesehen haben, wie jemand zauberte. Aber wir alle wissen, dass das [Augenzeugen] nicht möglich ist, und damit ist es auch unmöglich, Augenzeugen zu finden.

4. Doch das Gefühl der Bedrohung [in der Bevölkerung] ist so real, dass man in seinem Wahn auch ungenügenden Beweisen Glauben schenkt. Was in und um die Kolonie gerade geschieht, muss Hexerei sein, und so sind alle bereit, zweifelhafte Indizien als reguläre Beweise für Hexerei anzusehen.

5. Für die Angeklagten geht es jetzt um mehr als ihre Reputation und ihre Stellung: Zeugenaussagen entscheiden jetzt über Leben und Tod.

6. Die meisten Aussagen beruhen auf der so genannten "spectral evidence“ [...], das bedeutet Träume und Visionen gelten als Beweis. Der Zeuge wird bedroht, angegriffen, gequält von einer geisterhaften Erscheinung, die niemand sehen kann außer ihm selbst. So wird der Ankläger zum einzigen Zeugen seiner eigenen Anklage, und er liefert den einzigen verwertbaren Beweis.

7. [was dann passiert, kann man heute in Zusammenhang mit dem #metoo-Quatsch exakt nachlesen: Zulassung sinnfreier Beweise, Umkehrung der Beweislast, Volksbelustigungscharakter der Tribunale, öffentliche Zurschaustellung der Angeklagten und so weiter. Da bleibt einem die Spucke weg, wie genau das den #metoo-Verlauf nach- bzw. vorzeichnet]

Man muss sich immer vergegenwärtigen: in so einer brenzligen Situation geht es nur am Anfang um "schlimme" oder wenigstens "auffällige" Dinge. Kurze Zeit drauf wird ein Hahn, der drei Minuten zu spät kräht, ebenfalls verhext sein - und irgendjemand wird sich schon finden, der ihn verhext hat (siehe Punkt 2) und einen anderen, der ihn auf frischer Tat ertappt hat. Oft auch gerne, weil man gerade beim Kirschenklauen erwischt worden war und eine saugute Ausrede brauchte, die keinerlei Plausibilitätskontrolle mehr zuließ (getreu nach Punkt 2).

Ich finde es in der Sendung bemerkenswert genau beobachtet, was passiert, wenn es um Hexenwahn vor 300 Jahren geht. Wieso guckt ARTE nicht in die Gegenwart, wo versucht wird, mit exakt den gleichen Mechanismen wieder eine Hexenjagd anzuzetteln? Wieso wollen die Medien das nicht merken? Wer verbietet denen, das kühl und logisch zu analysieren und so ad absurdum zu führen - wie es in Salem durch einen Mann geschah, der in Harvard Mathematik studiert hatte und der der "spectral evidence" von vornherein eine Absage erteilte (die Gefahr, ebenfalls als Hexer aufgehängt zu werden - in der sich der Mann zweifellos befand -, wird von ARTE selbstredend nicht thematisiert: dieser Mann ist ein junger, gutaussehender Strahlemann, der da hineinspaziert und für Ordnung sorgt. Supermännerfantasien von Frauen eben)? Wieso zieht niemand diese Gerüchtefabrikantinnen aus dem Verkehr? Wer genau könnte das tun?

Katherine Howe führt uns bedeutungsschwer vor Augen: "Eine große Erkenntnis aus den Vorfällen um Salem ist, dass der Mensch auch aus allerbester Absicht eine Katastrophe herbeiführen kann." Katherine Howe kann damit nicht meinen, dass Frauen auch nur irgendwie eine Katastrophe herbeiführen könnten. Diese Deutung läßt der Film nicht zu, obwohl die ganze Salem-Sache wohl von zwei sich zunehmend autohysterisierenden jungen Frauen ausgegangen ist. Da muss man die Damen schon verstehen: Sie können einfach nie anders.

Mittwoch, Dezember 13, 2017

"Neues Deutschland" beklagt Männerfeindlichkeit von MeToo – News vom 13. Dezember 2017

1. Ich habe ja schon viel zu MeToo gebloggt, aber gestern ist die meines Erachtens beste Analyse dieser Kampagne erschienen. Der Ort der Veröffentlichung mag manche überraschen: Es ist das "Neue Deutschland".

Vielen Genderama-Lesern dürfte der Name des Autors dieser Analyse, Kurt Starke, nichts sagen; er ist aber ein in seinem Metier bekannter Leipziger Sexualwissenschaftler. (Ich stand bei der Recherche für eines meiner Bücher auch mal im Kontakt mit ihm.) Sein Artikel beginnt damit, dass die Frauen in Starkes Umfeld die MeToo-Kampagne komplett anders wahrnehmen, als ihnen von den deutschen Medien fast unisono vorgebetet wird:

Die Antworten fallen knapp aus: "Ach so, das, nee, interessiert mich nicht, ist nicht meins." - "Die machen sich doch nur wichtig, alles Geschäft, armselig." - "Vor 60 Jahren hat mein Brigadier, ich war 18, zu mir gesagt: 'Ich nagle dich!' Erst wusste ich nicht, was das bedeutet, und als ich es wusste, habe ich gesagt: 'Das entfällt.' Damit hatte sich das erledigt." - "Mit so was kann man jeden zur Strecke bringen." - "Wenn mir jemand die Hand auf die Schenkel legt, schieb ich sie weg, und das war’s. Oder es gefällt mir, und ich gehe darauf ein." - "Als Überschrift in der Zeitung: 'Männer sind Schweine'. Also das geht mir zu weit, schon wegen der Schweine, das sind doch ganz tolle Tiere." - "Wieder so eine Welle, die anderes überspült. Ich habe andere Sorgen." - "Wenn ein Mann seine Frau zusammenschlägt, ist das etwas anderes, als wenn er ihr am Hintern krabbelt und sie verführen will." - "Wenn Frauen grundsätzlich etwas gegen Männer haben, finde ich das extrem. Die einen gegen die anderen, da kommt nichts Gutes dabei raus." - "Lieber mal ein verunglücktes Kompliment als gar keins." - "Ich bin kein Opfer und will auch keins sein. Opfer ist kein Beruf."


Diese Reaktionen zeigen: Deutsche Männer werden von unseren Leitmedien mit einer Botschaft dauerbeschallt, was in Frauen angeblich vorgeht, und beginnen unweigerlich, ihr Verhalten entsprechend auszurichten, während die Mehrheit der Frauen diesen Wunsch überhaupt nicht hat. Es kommt zu einer völlig unnötigen Zerrüttung der Geschlechterbeziehungen. Eigentlich müsste über jedem Artikel zu MeToo stehen: "Der folgende Text sind nicht mehr als die persönlichen Auffassungen einer rot-grün-feministisch geprägten Journalistin aus Berlin-Mitte (Bevölkerungsanteil 0,0000004 Prozent.")

Starke nennt im weiteren Verlauf seines Artikels acht zentrale Probleme mit der MeToo-Kampagne, beginnend mit einem, das ich hier auf Genderama schon wiederholt thematisiert hatte:

Von der verbalen Entgleisung bis zur rohen Gewalt, von der unangemessenen Berührung bis zur Vergewaltigung wird alles in einen Topf geworfen und als Problem konstruiert. Jeder Differenzierungsversuch - in Talkshows und auf Tagungen ist das gut zu beobachten - wird sofort als Verharmlosung, als Verhöhnung der Opfer, als Identifikation mit Tat und Tätern bewertet. Die Grenze wird zwischen Tat und Nichttat gezogen, zwischen Opfern und Tätern, die Art der Tat ist dann zweitrangig. Wenn aber alles Tat ist, dann geht die Schwere der Tat unter, dann wird diese relativiert.


Als weitere problematische Aspekte von MeToo nennt Starke "Sexualisierung", "Lynchjustiz", "Separierung", "Reduzierung", "unzulässige Verallgemeinerung" und "Strohfeuerwerk". Das alles ergibt sehr viel mehr Sinn als das gängige Geplapper in den Leitmedien zu diesem Thema. Der Expertendiskurs steht konträr zum journalistischen Diskurs. Und vermutlich besteht ein zentrales Problem von Feminismuskritik und Männerrechtsbewegung darin, Teil des Expertendiskurses zu sein und deshalb in den Leitmedien entweder gar nicht oder nur unter entschiedenem Widerspruch thematisiert zu werden. Sobald man sich bei einem geschlechterpolitischen Thema auskennt, hat man in unseren Leitmedien eine schwache Position.

WENN unsere Position allerdings angemssen in den Leitmedien erscheinen würde, hätten wir hier wie in anderen Fällen beste Chancen, auch beim weiblichen Teil der Bevölkerung Zustimmung zu erhalten. Das belegen die von Kurt Starke gesammelten Zitate. Die Leitmedien führen aber nur begrenzt eine offene Debatte. Der SPIEGEL etwa feiert seit über zwei Monaten in jeder einzelnen Ausgabe mit mindestens einem Artikel die MeToo-Kampagne. Der Autor des einzigen kritischen Artzikels wurde von Feministinnen auf der Leserbriefseite der Folge-Ausgabe so zur Schnecke gemacht, als ob er ein begriffsstutziger Hinterwäldler wäre, der zu doof war zu kapieren, dass Frauen vor sexuellen Übergriffe geschützt werden müssen.

Zwei weitere erwähnenswerte Passagen in dem insgesamt lesenswerten Artikel des "Neuen Deutschlands":

Gesellschaftliche Veränderungen lassen sich nicht im Kampf von Frauen gegen Männer, sondern nur miteinander erreichen. Wer Frauen gegen Männer ausspielt, festigt überholte Bilder von Mann und Frau.


Die vorherrschende MeToo-Bewertung hat einen emanzipatorischen Anspruch, ist frauenzugewandt und strukturanalytisch teilweise stark. Zugleich hat sie gelegentlich nicht nur einen männerfeindlichen, sondern auch einen frauenfeindlichen und altklassisch sexualfeindlichen Akzent. Frauen und Männer leben mit der medialen Ambivalenz des Sexuellen und mit den ätzenden Attacken auf ihr Geschlecht, und zweifellos werden sie in dieser oder jener Weise davon beeindruckt. Sie müssen damit zurechtkommen, dass sie - wie in der Sexismusdebatte - als Persönlichkeit auf ihr Geschlecht reduziert werden (...).




2. Mithu Sanyal versucht, im feministischen Lager etwas kritische Selbstreflexion auszulösen, und spricht an, dass auch Frauen Männer diskriminieren können.

Eine erwähnenswerte Passage aus Mithu Sanyals Artikel ist übrigens diese:

Warum werde ich ständig nach den Männern gefragt? Ich glaube, das liegt daran, dass es dort ein Vakuum gibt, ein Vakuum an Wissen und Personen, die dazu schreiben. Also natürlich gibt es genügend Menschen, die zu dazu forschen und denken und arbeiten, aber anscheinend nicht der Welt der Journalist*innen, die zu den Themen rund um Feminismus publizieren.


Das sagt über feministische Journalistinnen eigentlich alles: "Och scheiße, eigentlich habe ich ja komplett keinen Plan über Männer. Hmmmm, ich könnte mal jemanden fragen. Vielleicht einen dieser Männerrechtler, die seit Jahrzehnten darüber schreiben? Ach nö, ich frage lieber eine von uns."



3. "Die Schweiz bleibt rückständig: Frauen traut man keine Führungsaufgaben zu, Männern keine Familienarbeit", konstatiert Claudia Blumer im Tages-Anzeiger.



4. In Florida beginnen die ersten Frauen, so unter den Folgen von MeToo zu leiden, wie es mehrfach vorhergesagt wurde:

Weibliche Angestellte und Lobbyisten, die letzte Woche in das Capitol zurückkehrten, um sich vor Sitzungen miteinander zu treffen, entdeckten, dass viele männliche Gesetzgeber sich nicht mehr privat mit ihnen treffen werden. Gewöhnt an Tallahassees Südstaatenkultur, in der sich Männer und Frauen beiläufig und routinemäßig mit Umarmungen begrüßen, führen Gesetzgeber nun einen unbeholfenen Tanz auf, um eine Umarmung durch einen Handschlag zu ersetzen. Und die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen - gegen Frauen, die Anschuldigungen vorgebracht haben, oder solche, die es in der Zukunft werden könnten - ist ebenso roh wie die Angst, dass die politischen Feinde des Gesetzgebers die Forderungen nach sexueller Belästigung in neue politische Waffen verwandeln könnten.




5. Die Post. Gestern hatte ich einen Artikel der Schweizer Zeitung "Blick" verlinkt, dem zufolge die Bibel genderkonform umgeschrieben wird, und eine Passage aus diesem Artikel zitiert:

Da nennt nicht mehr "Adam seine Frau Eva". Neu gibt "der Mensch seiner Frau den Namen Eva, Leben". Oder Gott ruft nicht mehr nach Adam, sondern "Gott, der Herr, rief nach dem Menschen". Aus dem Mann ist der geschlechtsneutrale Mensch geworden.


Dazu schreibt mir heute ein Leser folgendes:

Hallo Arne,

ich lese deinen Blog nun schon seit einigen Jahren begeistert mit und habe bisher noch nie aktiv reagiert, möchte das aber nun anlässlich deines Beitrages zur gendergerechten Bibel tun.

Das Wort "Adam" ist kein Name sondern ein sehr tiefer Begriff, der das Menschliche an sich betont. Die Übersetzung als Mensch ist hier also korrekter als die Annahme, Adam sei der als erstes geschaffene Mann. Das Geschlecht entsteht erst mit der Aufteilung des Adams in "isch" (Mann) und "ischa" (Frau). Die originale Bibel ist hier also absolut genderkonform und hat mehrere Wortspiele, die so im Deutschen nicht funktionieren. Jörg Sieger hat das sehr ausführlich und meiner Meinung nach ordentlich ausgeführt.

Interessanter ist die Rollenverteilung: Adam stammt von adamah (Ackerboden) während Eva von hawwah (die Belebte) stammt. Ganz eindeutig wird hier die Frau unterdrückt da sie Leben schenken muss, während der Mann arbeiten darf. Da besteht also dringend Handlungsbedarf ;)


Ein anderer Leser schreibt mir zum selben Thema:

Danke für den immer wieder interessanten Blog. Das mit der in der Schweiz umgeschriebenen Bibel ist jetzt aber gleich mehrfacher Käse. Erstens hat die nichts mit der Schweiz zu tun. Das ist eine in Deutschland von Deutschen übersetzte deutsche Bibel.

Ich weiss nicht, was in den "Blick" gefahren ist. Die neue Einheitsübersetzung gibt's doch schon ein Jahr (die werden jetzt wohl nicht schon wieder eine neue aus dem Hut gezaubert haben). Natürlich kommt da Adam vor, und zwar das erste mal in 1. Moses 4, 25 wie auch in meiner Zürcher Bibel von 1931 (und auch in der neuen von 2007). Bis dahin heisst es "Der Mensch aber wohnte seinem Weibe Eva bei ..." usw. Erst nachdem Kain Abel abgemurkst hatte, erfährt man den Namen Adam.

Auch viele andere Übersetzungen schreiben die längste Zeit vom Mensch, z.B. Luther 2017 "25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht." bis dann in 1. Moses 3, 8 endlich Adam Adam genannt wird. Auch nicht früher bei Menge, Schlachter, Hoffnung für alle, Gute Nachricht, neue evangelische Übersetzung.


Und ein dritter Leser schreibt mir hierzu:

Hallo Arne,

Unter der Überschrift "In der Schweiz wird die Bibel genderkonform umgeschrieben" hast Du einen Schnipsel zitiert, der leider richtig ist. Nein, nicht dass das richtig so ist, die Bibel zu gendern, sondern der neue Text ist richtig.

Adam ist hebräisch und heißt Mann oder Mensch (wie im enlischen "man" sowohl "Mann" als auch "Mensch" bedeuten kann).

Adam und Eva sind keine Namen! Zu Eva meint (nicht nur) die Wikipedia "Chawwah, 'die Leben Schenkende', 'Mutter der Lebendigen'". Hier versagt Google, weil die Übersetzung entsprechend programmiert ist. Chawwah wird leider mit Eva übersetzt; nur bei Adam funktioniert es richtig.

In der Thora 1. Mose 3, 20 steht:

"Und der Mann nannte den Namen seiner Frau Eva, weil er die Mutter allen Lebens war."

(Übersetzt von Google; es muss natürlich "sie" heißen.)

In der Luther 2017 heißt es:

"Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben."

Die Übersetzung ist also fast wörtlich.

An anderer Stelle steht in der Luther 2017 (1. Mose 2, 5):

"Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute"

In der Thora steht an dieser Stelle im zweiten Satz (…und kein Mensch war da, der das Land bebaute):

"… und der Mensch kann das Land nicht kultivieren." [wieder Google-Übersetzung]

Da wurde "Adam" korrekt mit "Mensch" übersetzt und nicht als Name benutzt.

In der Thora steht in allen Fällen, wo im deutschen "Mann", "Mensch" oder "Adam" steht, das selbe Wort, nämlich "Adam" - "Mensch".

(Den hebräischen Text kann ich leider nicht dazuschreiben, da es erstens nicht von rechts nach links geht (Mailsoftware kann's nicht) und zweitens als Nur-Text-Format ohnehin nicht überleben würde.)

Fazit: Nicht immer, wenn sich jemand über Genderismus aufregt, ist auch Genderismus drin. Die Bibel wurde allerdings natürlich genau aus diesem Grund neu "übersetzt", um sie den Gernderisten als "geschlechtergerecht" oder "geschlechterneutral" zu verkaufen. Die Leute sind einfach nur peinlich.

Dienstag, Dezember 12, 2017

Protestierende Ärzte, Genderbibel, Alice Schwarzer als kommende Ministerin – News vom 12. Dezember 2017

1. Fünf Jahre nach dem Bundestagsbeschluss kritisieren Ärzte und Kinderschutzverbände erneut scharf, dass Jungen in Deutschland aus religiösen Gründen beschnitten werden dürfen, und warnen vor "schwerwiegenden Auswirkungen" für die Betroffenen.



2.
Massiv waren die Vorwürfe gegen einen Mann aus dem Raum Augsburg, der jetzt in Rosenheim vor Gericht stand. Sie umfassten Morddrohungen sowie die Erpressung von Geld und sexuellen Handlungen. Doch die Verhandlung endete mit einem Freispruch: Die Klägerin, eine 28-Jährige aus Bad Aibling, hatte alles erfunden.


Hier geht es unter dem ersten angezeigten Link weiter.



3. In der Schweiz wird die Bibel genderkonform umgeschrieben:

Da nennt nicht mehr "Adam seine Frau Eva". Neu gibt "der Mensch seiner Frau den Namen Eva, Leben". Oder Gott ruft nicht mehr nach Adam, sondern "Gott, der Herr, rief nach dem Menschen". Aus dem Mann ist der geschlechtsneutrale Mensch geworden.




4. Das liberale Frankfurter Magazin NOVO widmet sich der MeToo-Debatte und warnt vor einer Kriminalisierung der Leidenschaft.



5. Alice Schwarzer wird in der kommenden Bundesregierung das neu zu schaffende Amt der Bundestugendministerin bekleiden, ulkt Gerhard Henschel in der "taz".

Montag, Dezember 11, 2017

"Bob der Baumeister" aus TV verbannt, weil er ein Mann ist – News vom 11. Dezember 2017

1. Auch das Kinderfernsehen wird jetzt durchgegendert.



2. Es kommt zu einem der ersten Prozesse nach dem von Manuela Schwesig (SPD) durchgeboxten neuen Sexualstrafrecht:

Laut Staatsanwaltschaft soll der 46-jährige Palliativmediziner im Dezember 2016 eine Mitarbeiterin gegen ihren Willen zum Oralverkehr gedrängt haben. Das kann juristisch als Vergewaltigung bewertet werden. Zuvor soll sie mit dem Arzt jedoch einvernehmlich Sexualkontakte gehabt haben – genau wie mehrere weitere Krankenhausmitarbeiterinnen. Allerdings hatte keine der Frauen den Mann angezeigt, auch nicht das mutmaßliche Opfer. (...) Nachdem der Fall öffentlich wurde, hatte der Mediziner versucht, sich das Leben zu nehmen. (...) Im Fall einer Verurteilung wegen Vergewaltigung droht dem 46-jährigen Mediziner eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.




3. "Linke müssen erkennen, dass sie sich selbst ins Abseits gestellt haben" erläutert eine feministische Soziologin im Interview mit dem liberalen Frankfurter Magazin NOVO.



4. Eine Britin riss ihrem früheren Partner mit den Zähnen einen Hoden ab. Dafür wurde sie zu 500 Pfund Schmerzensgeld verurteilt.



5. Auf der Website "Medium" berichtet Marlene Jaeckel über ihre Erfahrungen mit feministischem Mobbing:

In einem Brief von 1796 erklärte George Washington, erster Präsident der Vereinigten Staaten, dass "jemandem Böses nachzusagen, wenn keine eindeutigen Beweise vorliegen, eine Verletzung ist, für die es keine angemessene Wiedergutmachung gibt".

Ich denke oft über diese Worte nach, denn seit Monaten bin ich das Ziel einer bösartigen Hetzkampagne, und obwohl ich bezweifle, dass es jemals eine angemessene Entschädigung für den Schaden geben würde, den die Verleumdung meines Charakters angerichtet hat, habe ich mich schließlich dazu entschlossen, meine Geschichte öffentlich zu veröffentlichen.

Es handelt sich um eine Geschichte über die Bestrafung für falsches Denken durch eine Gruppe von Frauen in der Technik, die sich ironischerweise als Opfer eines unfairen patriarchalischen Systems betrachten, das darauf abzielt, weibliche Stimmen zu unterdrücken.

Um es ganz klar zu sagen: Ich habe nie etwas falsch gemacht. Ich habe keine Verhaltensregeln missachtet. (Ehrlich gesagt, selbst wenn ich es hätte, habe ich keine Ahnung, wie, warum oder wann es passiert sein könnte, da meine "Ankläger" es mir nicht sagen wollen.) Mein einziges "Verbrechen" ist, eine offene, wenn auch moderate Konservative zu sein, die sich der radikalen feministischen Erzählung vieler Frauen in MINT-Gruppen nicht verschreibt. Ich habe einige ihrer Gesprächsthemen in Frage gestellt und manchmal bin ich mit einigen ihrer Ansichten vehement nicht einverstanden, aber ich unterstütze dennoch ihre Mission, Frauen in der Technik zu unterstützen und für sie einzutreten.

Indem ich berichte, wie ich von der Führung und den Mitgliedern zweier prominenter Frauen in Tech-Gruppen, Women Who Code und Googles Women Techmakers, gnadenlos verleumdet und geächtet wurde, hoffe ich, andere Menschen zu ermutigen, sich zu äußern und sich zu wehren, wenn sie Opfer von Mobbing sind. Es ist wichtig, zu erkennen, dass Frauen sich gegenseitig schikanieren können und dies auch tun, und in der Technologiebranche ist es leider ein Problem, das allzu oft ignoriert und sogar geleugnet wird, weil andere Faktoren wie rassistische Voreingenommenheit, Sexismus und sogar sexuelle Belästigung für die Zermürbung von Frauen in der Technologie verantwortlich gemacht werden.


Hier geht es weiter.



6. Werden sich die bisherigen Fehler des Feminismus bei MeToo wiederholen? fragt Judith Levine im Boston Review:

Die letzten Monate spiegeln (...) eine beschwerliche Geschichte wider, deren Erbe im Gesetz und im Zeitgeist fortbesteht. "Wann wird ein politischer Wendepunkt zur Sex-Panik?", fragte Masha Gessen kürzlich im New Yorker. Die Antwort: Was wir erleben, sind nicht die Vorzeichen einer beginnenden Sexualpanik, sondern die Symptome der Sex-Panik, in der wir uns bereits befinden und die wir seit vierzig Jahren erleben.

Es ist unwahrscheinlich, dass wir in der Lage sein werden, die bereits bestehenden Gesetze bei Sexualverbrechen rückgängig zu machen, aber wir könnten sie wenigstens nicht verschlimmern, wenn es uns gelingt, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Ich werde mich auf drei Dinge konzentrieren: erstens, dass ein breites Spektrum von Verhaltensweisen als gleichermaßen schädlich zusammengerührt wird; zweitens, dass die Definitionen von illegalen Handlungen ausgeweitet und ihre Bestrafung verschärft wird, obwohl die Gesetze, die wir bereits haben, gut sind - sie müssen nur durchgesetzt werden; und drittens, dass dem Wunsch nach Vergeltung nachgegeben wird, die nur Brutalität aufrechterhält, anstatt sich für eine stärkende Gerechtigkeit einzusetzen, die das Potenzial für echte Verantwortung und dauerhafte Veränderungen birgt.


Hier findet man den vollständigen Artikel, in dem Levine vorschlägt, nicht eine Politik der Rache gegen übergriffige Männer zu verfolgen, sondern eine Politik der Versöhnung wie etwa in Südafrika nach der Apartheid.



7. Und zuletzt passend zum Wetter das hier.

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