Montag, Januar 16, 2017

Niederlage für Kampf gegen "Männergewalt" – Vermischtes vom 16. Januar 2017

1. Die Hamburger Beratungsstelle "Männer gegen Männergewalt" hat ihre Arbeit zum Jahreswechsel eingestellt.

Noch schlimmer: Die Gründung einer Beratungsstelle "Frauen gegen Frauengewalt" steht bis heute in den Sternen.



2. Schwesigs "Gesetz zur Lohngerechtigkeit" ist ein unlauterer Eingriff in die Privatsphäre befindet die Politkwissenschaftlerin Ulrike Ackermann beim Deutschlandradio.



3. Im Blog von Lucas Schoppe zerpflückt Mark Smith den vorgestern auf Genderama verlinkten männerfeindlichen Text von Hanna Herbst auf vice.com.



4. Folgt man der Lesart deutscher Leitmedien und Politiker in der Beschneidungsdebatte, wütet im medizinischen Sektor Dänemarks horrender Antisemitismus und Islamophobie: Dort hat eine Vereinigung, die über 29.000 Ärzten vertritt, die Verstümmelung der Genitalien gesunder Jungen jetzt als "ethisch unakzeptable" Prozedur verurteilt, die keinen bedeutenden gesundheitlichen Nutzen aufweise. Beschneidung solle erst dann stattfinden dürfen, wenn der Betreffende älter als 18 Jahre und damit zustimmungsfähig ist.

Samstag, Januar 14, 2017

Tumulte, Gender-Watch-Protokolle und Verleumdungen "gegen rechts" – Vermischtes vom 14. Januar 2017

1. Über Handgreiflichkeiten zwischen Rechten und Linken an der Uni Magdeburg berichtet unter anderem Spiegel-Online:

Zum Thema "Geschlechterforschung" sollte auch Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg sprechen. Rund 400 Studenten skandierten ("Haut ab!", "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!") und verhinderten mit Trillerpfeifen, dass die Veranstaltung starten konnte.

Auf Videoaufnahmen der Veranstaltung ist zu sehen, wie eine Gruppe Demonstranten mit einem Banner mit der Aufschrift "Students against Racism" auf die AfD-Vertreter zuläuft und Poggenburg eine Mappe mit seinem Redemanuskript entreißt. Daraufhin gehen Sicherheitskräfte der Rechtspopulisten auf die Protestierenden zu und drängen sie ab, es kommt zu einer Rangelei. Mindestens ein Anhänger der AfD wurde dabei verletzt.

(...) Eigentlich war an dem Abend ein Vortrag des Biologieprofessors Gerald Wolf zum Thema Gender-Forschung geplant. Es sollte die erste Veranstaltung der Campus-Alternative an der Uni Magdeburg sein.


Ausführlicher noch wird der MDR:

Es kommt zu gegenseitigen verbalen Beschimpfungen und Tritten. Dann wirft jemand einen Böller. Er landet einen Meter neben André Poggenburg und explodiert. Der Feueralarm wird ausgelöst. Etwa zur selben Zeit muss an einem Notausgang einer der AfD-Männer in eine körperliche Auseinandersetzung geraten sein. Er steht in einem Raum hinter der Bühne und blutet an der Augenbraue. In den Raum flüchten auch die anderen AfD-Mitglieder. Zwei Männer der Antifa treten mit ausgestreckten Beinen gegen die Tür. Eine Frau schreitet ein und unterbindet die Gewalt.

Die "Haut-ab"-Rufe aber gehen weiter. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Polizei eintrifft. Sie eskortiert die AfD-Mitglieder unter dem Applaus der Studenten aus dem Hörsaal.


Am anschaulichsten zeigt wohl nicht der auf Spiegel-Online veröffentlichte Ausschnitt sondern das Video unter diesem Artikel die aufgeheizte Stimmung im Hörsaal der Uni.

In der Huffington Post schildert ein Magdeburger Student, wie die Tumulte vorbereitet wurden:

Als bekannt wurde, dass die Campus Alternative Magdeburg einen Vortrag an der Uni plant und dann noch an der Fakultät der Humanwissenschaften, spaltete dies die Studenten. Ein Teil der Studierenden wollte dem Ganzen keine Bühne bieten und entschieden sich, bewusst zuhause zu bleiben.

Der Großteil jedoch wollte ein Zeichen gegen Sexismus an der Universität setzen. So kam es dazu, dass vor der Veranstaltung eine Professorin einen Vortrag über Gender-Mainstreaming hielt und der Hörsaal der Veranstaltung bunt geschmückt wurde.

Dass es zu einer Eskalation kommen könnte, war recht früh absehbar.

Der Gender-Mainstreaming-Vortrag war bereits sehr gut besucht, sodass alle Stühle belegt waren und viele Besucher noch hinter der der letzten Sitzreihe standen, in erster Linie um ihren Protest gegen die AfD auszudrücken.

Währenddessen wurden bereits Flyer verteilt, in denen stand, dass man einfach nach dem Ende des Vortrags im Raum bleiben solle. So wurde der Hörsaal für die nachfolgende Veranstaltung blockiert. Mir war zu der Zeit schon bewusst, dass dort kein Vortrag der AfD-Mitglieder möglich sein würde.


Denselben Studenten zitiert die Berliner taz:

Als die Studentengruppe Die Campus Alternative ankam, zeichnete sich schnell ab, dass es zur Konfrontation kommen würde, so Jonas B. Der Student der Sozialwissenschaften war überrascht, dass sie es doch in den Vorlesungssaal schafften. "Der war doch schon voll. Das war reine Provokation und hat dann am Ende ja auch zur Eskalation geführt."


Merke: Das Recht auf einen Hörsaal hat an der Universität Magdeburg aus studentischer Sicht jene Gruppe, die ihn gerade besetzt hält. Dort trotzdem eine angekündigte Veranstaltung abhalten zu wollen ist "reine Provokation".

Die Zeit berichtet über Rückhalt für die Randalierer aus der Universität:

Die Hochschule verstehe sich als Raum des öffentlichen, allen Regeln von Demokratie und Rechtstaatlichkeit folgenden Diskurses. Der Dekan der Fakultät für Humanwissenschaft, Michael Dick, sieht das in diesem Fall kritisch: "Die Unmutäußerungen der Studierenden und Besucher waren so eindeutig, dass ich glaube, vernünftige Veranstalter hätten sich zurückgezogen und hätten es dabei belassen", sagte er dem MDR.


Ich frage mich sehr, ob Professor Dick dieselbe Auffassung vertreten würde, wenn sich rechte "Besucher" und Studenten bei einer Vorlesung der Genderstudien derart aufführen würden.

In der Mitteldeutschen Zeitung heißt es weiter:

Der Dekan der Fakultät Humanwissenschaften, Michael Dick, lobte (...) das Engegament der Hochschulangehörigen: "Unsere Studierenden zeigen Flagge und Haltung. Darauf bin ich stolz." Um einen wissenschaftlichen Diskurs sei es der AfD erkennbar nicht gegangen.


Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar. Gerald Wolf, der an diesem Abend sprechen sollte, ist Neurobiologe, und dieser Fachbereich ist im Gegensatz zu "Gender" bekanntlich keine anerkannte Wissenschaft.

Allerdings erhält Professor Michael Dick für seine Begeisterung Kritik von außerhalb der Universität:

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte der MZ, er habe für den Dekan "überhaupt kein Verständnis". Dick solle seine Rolle überdenken. "Gerade die Elite dieses Landes ist aufgefordert, sich argumentativ auseinanderzusetzen. Ausgrenzung und Gewalt haben da keinen Platz."


Von den Tumulten unbeeindruckt kündigte der Vorsitzende des AfD-Jugendverbands "Junge Alternative", Jan Wenzel Schmidt, weitere Veranstaltungen an. "Wir werden das notfalls jeden Monat und jede Woche machen. Beim nächsten Mal bringen wir auch eigene Lautsprecher mit."

Dass an Universitäten das Recht auf freie Meinungsäußerung inzwischen erkämpft werden muss und ein Hochschuldekan dies ausdrücklich begrüßt, ist wohl keine Entwicklung, die jeden glücklich machen dürfte.

Der aktuelle Vorfall steht in einer langen Kette von Vorfällen, bei denen Fachleute, die bestimmten Studenten nicht genehm waren, an einer Universität entweder gar nicht oder nur unter unzumutbaren Bedingungen sprechen durften. Hier auf Genderama berichte ich seit Jahren darüber. Einen Vorfall, der sich heute vor fast exakt vier Jahren an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität abspielte und dessen Zeuge ich wegen durfte – eine Vorlesung der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling –, schildere ich hier.

In einem der Blogs, die den Vorfall kommentieren, liefert ausgerechnet eine Feministin und ehemalige Gender-Studentin eine Bewertung, die man bei den Leitmedien vermisst. Es handelt sich um eine Autorin des Blogs Tapfer im Nirgendwo, zu dessen Schwerpunkten Engagement gegen Antisemitismus gehört:

Mit Gewalt wurde (...) an einer deutschen Universität ein Diskurs verhindert. Ich finde das schockierend und beängstigend. Die AfD ist nicht verboten! Das heißt, sogar in der einfachen Welt konnte bisher kein Gericht irgendetwas vorbringen, das ein Verbot dieser Partei rechtfertigt. Umso schlimmer, dass ausgerechnet an einer Universität, also an einem Ort, wo der freie Diskurs gelebt werden sollte wie sonst nirgendwo, wo die Elite der Bildung lebt, die in der Lage sein sollte, die Freiheit der Gedanken zu leben, wo kluge Geister streiten, forschen und um Erkenntnis ringen, wo Akademiker und Akademikerinnen begabt genug sein sollten, das Falsche analytisch zu erkennen, so dass es keinen Grund gibt, dort Gedanken zu verbannen, weil dort aufgeklärte Menschen den Mut besitzen, sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen, dass ausgerechnet an einer Hochschule die Menschen nicht in der Lage sind, sich mit der AfD und ihrer Gedankenwelt auseinanderzusetzen. Wo, wenn nicht dort?

Sollen jetzt etwa auch die Schriften von Martin Luther und der Koran verbannt werden? Was dort steht, ist deutlich schlimmer als alles, was bei der AfD zu finden ist.

Ich habe an der Universität zu Köln Gender Studies studiert, bin in der LGBT Community aktiv und mache gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen feministisches Kabarett. Wenn es jemanden gibt, der einiges an dem Vortrag der AfD an der Universität Magdeburg zum Thema "Geschlechterforschung" auszusetzen hat, dann ich. Das rechtfertigt aber keine Gewalt!

Woher weiß ich denn, dass jene Menschen, die jetzt der AfD das Recht nehmen, sich am Diskurs zu beteiligen, nicht auch irgendwann mich aus dem Diskurs entfernen, weil sie glauben, ich sei eine Gefahr? Ich weiß es nicht! Ich weiß aber, dass mein Gastvater Recht hat. Juden sind immer die Nächsten, wenn nicht sogar die Ersten.


Wer die Genderama-Meldungen der letzten Jahre verfolgt hat, weiß, dass es keinen Grund gibt anzunehmen, Sprechverbote an Universitäten seien auf rechte Parteien und Politiker beschränkt.

Immerhin erklärt der Rektor der Universität Magdeburg in einem Interview mit dem MDR, zukünftig einen gewaltfreien Diskurs durchsetzen zu wollen.

Die Magdeburger Volksstimme zeigt eine große Bandbreite von Ansichten zu diesem Vorfall von Politikern unterschiedlicher Parteien.

An einer US-amerikanischen Universität verhinderten Ideologen praktisch zeitgleich einen Auftritt des konservativ-liberalen Feminismuskritikers Milo Yiannopoulos:

Protesters blocked doors. Police tossed them out. Nobody got inside, not even the Davis College Republicans' headliner, conservative commentator Milo Yiannopulos.

"We came here to have an event that would promote free speech," said Executive Director of the College Republicans at Davis Andrew Mendoza. "And we didn't get to have any speech."

(...) Nearly 60 UC police officers worked to control the crowd, making one arrest for obstructing an officer and battery of a peace officer. Event organizers made the call to cancel.

"The student's lives were at risk," said Mendoza. "At a certain point the officers lives became to be at risk, and the school property became to be at risk. There was no point in having this if a single person got hurt."




2. An der Uni Salzburg legen Gender-Ideologen derweil auf ganz eigene Weise fest, was gesagt werden darf und was nicht:

Die Gender-Polizei hat wieder zugeschlagen, aber ihr jüngster Streich dürfte sich zu einem fulminanten Eigentor entwickeln. Die rot-grüne Studentenvertretung der Uni Salzburg will neuerdings mit einem Stasi-ähnlichen Sitzungsprotokoll "Verstöße" gegen ihre Gender-Ideologien dokumentieren. Wer bei so einem Schwachsinn die Augen verdreht erhält gleich einen Eintrag.


Hier geht es weiter mit dem lesenswerten Artikel.



3. In der Frankfurter Allgemeinen greift "Don Alphonso" die Kritik an dem Spiegel-Online-Artikel Margarete Stokowskis, eine von Deutschlands derzeitigen Vorzeige-Feministinnen, auf:

Bei Spiegel Online wird ganz offen gefragt, ob es nicht die "heilige weibliche Pflicht" von Frauen sei, unliebsame Männer mit Vergewaltigungsvortäuschung abzuservieren, beklatscht von einer Redakteurin. Das mag in Berliner und Hamburger Redaktionen und in den Unisexklos auf dem 33C3 anschlussfähig sein, aber man kann mit guten Gründen bezweifeln, ob das bei SPD-wählenden Angestellten oder bisher aus Tradition die Linke wählenden Arbeitern in Ostdeutschland der Stand der Überzeugungen ist. Oder jedem anderen, der gute Gründe hat, sein Kreuzerl bundesweit nicht bei Grünen und Linken zu machen.

(...) Die Grünen wollten einen besseren Schutz für Frauen, und dürfen nun Überlegungen lesen, wie man diesen Schutz kriminell missbraucht, um andere zu vernichten. Wenn das der Kampf um Mitte und Mehrheiten und Abwehr "der Rechten" sein soll, könnte das auch weiterhin zu einer eher einsamen Angelegenheit jenseits politischer Mehrheiten werden. Niemand kann den potenziellen Teilnehmern an der Allianz gegen Rechts garantieren, dass sie bei kleinen ideologischen Differenzen nicht auch im Internet an den Pranger gestellt und als Vergewaltiger angezeigt werden. Ist es nicht für Andersdenkende sicherer, sich ein anderes Umfeld zu suchen?




4. Ein schon etwas älterer Beitrag, der auf Genderama noch nicht behandelt wurde, kursiert aktuell in den sozialen Netzwerken:

Viele Männer haben aufgehört, mitzudiskutieren. Bevor sie etwas Falsches sagen, sagen sie lieber nichts. Oder sie sagen, dass sie dafür schämen, ein Mann zu sein.


Das merkte Hanna Herbst auf vice.com und scheint an der geliebten Männerfeindlichkeit zumindest ein wenig zu zweifeln:

Ich habe Freunde, die Männer sind. Auch mein Nachbar ist ein Mann und der ist eigentlich ganz nett. Ich habe nichts gegen Männer. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich denke, dass wir einigen von ihnen ab und zu Unrecht tun, ohne es bewusst zu merken. Nicht den Hasspostern dieser Welt, nicht den rückwärts gewandten, alten (oder unverständlicherweise auch jungen), nach außen hin verklemmten, weißen Heteros, die glauben, Diskriminierung gebe es nicht, nur weil sie diese selbst noch nie gespürt haben. Nicht den paranoiden und in Selbstmitleid badenden Männerrechtlern, die in Gleichberechtigung eine Bedrohung für ihre Vormacht und Männlichkeit sehen.


Der Vorwurf des "Selbstmitleids" ist hier so beliebig und zugleich absurd wie immer: Die wenigsten Männerrechtler sind selbst von häuslicher oder sexueller Gewalt, Genitalverstümmelung, Obdachlosigkeit und Menschenrechtsverletzungen betroffen. Und sollte man denen, die es tatsächlich sind, wirklich "Selbstmitleid" vorwerfen – von einer "Bedrohung ihrer Vormacht und Männlichkeit" ganz zu schweigen? Das schafft man vermutlich nur, wenn man es schon für eine erwähnenswerte Handlung hält, sogar Männer mitdiskutieren lassen zu wollen – solange sie keine Meinung haben, die sich allzu sehr von der Meinung Hanna Herbsts unterscheidet, versteht sich. Und selbst das gewährt sie augenscheinlich nur aus dem Gefühl heraus, ansonsten die Diskurshoheit in der Geschlechterdebatte zu verlieren:

Wenn uns Männer nicht fragen dürfen, ob sie Konzepte wie Feminismus, Sexismus oder Mansplaining richtig verstehen — wenn wir sie nicht auch manchmal die selbstverständlichsten Fragen stellen lassen, dann überlassen wir sie damit denen, bei denen sie diese Fragen stellen können. (...) Wahrscheinlich werden wir diejenigen, die sich trotzdem noch mit Feminismus auseinandersetzen und am Diskurs teilhaben wollen, nicht an Männerrechtler verlieren. Aber wir verlieren sie im Kampf um die Unterstützung. Ja, mit manchen muss man gar nicht diskutieren. Ja, manchen kann mit voller Kraft entgegentreten, manchen muss man nicht zuhören, über manche kann man drüberfahren — und zwar mit Freude und Inbrunst, weil ihr Verhalten viel zu lange toleriert wurde.


Man sieht: Der deutsche Gegenwarts-Feminismus tut sich mit einer offenen Debatte immer noch sehr schwer. Und man hat den Eindruck, dass eine totalitäre, von einer Einheitsmeinung geprägte Gesellschaft den Hanna Herbsts dieser Welt eigentlich am Liebsten wäre und nur deshalb nicht noch brutaler durchgesetzt wird, weil frau befürchtet, sonst irgendwann auch den letzten männlichen Verbündeten zu verlieren.



5. Nach Jahren des Selbstmitleids von paranoiden Männerrechtlern beginnt zumindest das Bundesland Thüringen jetzt endlich mit der Datenerhebung, was häusliche Gewalt gegen Männer angeht. Die Opferschutz-Initiative Gleichmaß e.V. erklärt, warum man dort trotzdem nur begrenzt begeistert ist.



6. "Union und SPD haben in dieser Wahlperiode ein ganzes Paket gleichstellungspolitisch motivierter Gesetze beschlossen, wahlweise unter Federführung von Schwesig oder Arbeitsministerin Nahles" berichtet Heike Göbel in der Frankfurter Allgemeinen und kommentiert das von Ministerin Schwesig diese Woche durchgesetzte "Lohngleichstellungsgesetz":

Enttäuschungen sind wahrscheinlich, viele Unterschiede werden sich letztlich doch sachlich begründen lassen. Über die Vorstellung der Ministerin, der staatlich verordnete "Wandel der Arbeitskultur" durch kostenträchtige Bürokratie werde Unternehmen widerstandsfähiger machen, weil sie die Potentiale der Beschäftigten besser ausschöpften, dürften Unternehmer nur den Kopf schütteln. Gute Arbeitskräfte sind vielerorts schon Mangel, da braucht es keine Belehrung über gerechten und pfleglichen Umgang mit Mitarbeitern.

Vermutlich wird die aktuell robuste deutsche Wirtschaft noch das eine oder andere überflüssige Gleichstellungsgesetz verkraften. Schwesig denkt schon laut über die Wahlperiode hinaus. Ärgerlich aber ist, dass diese Politik mit jedem neuen Gesetz den Gedanken fördert, gleichberechtigte wirtschaftliche Teilhabe von Frauen sei im Deutschland des 21. Jahrhunderts eine staatliche Aufgabe. Frauen haben längst alle Möglichkeiten, mit Männern beruflich und finanziell gleichzuziehen, wenn sie das anstreben. Das Bildungssystem legt ihnen keine Steine in den Weg, es mangelt nicht an subventionierten Betreuungsplätzen, und kaum ein Land zwingt Unternehmen so weitreichende Mutterschutz- und Teilzeitansprüche auf. Ihre Möglichkeiten müssen die Frauen aber selbst nutzen. (...) Frauen haben mühsam gelernt, sich nicht auf die starke Schulter der Männer zu verlassen, sie sollten sich nun nicht an der staatlichen ausruhen.




7. Ebenfalls in der Frankfurter Allgemeinen findet man folgenden Artikel:

Wenn Männer eine Erkältung bekommen, sind sie viel wehleidiger als Frauen, sagt der Volksmund. Die Auswertung einer Krankenkasse zeigt nun: Das genaue Gegenteil könnte der Fall sein.


Hier erfährt man mehr.



8. Derweil berichtet das Ärzteblatt: "Testosteron hemmt aggressives Verhalten bei Frauen".

Jeden, der sich bereits näher mit der tatsächlichen Wirkung von Testosteron beschäftigt hat – jenseits des beliebten Mythos, männliche Aggression zu fördern –, dürfte diese Meldung nicht überraschen.

Freitag, Januar 13, 2017

Schwesigs Gesetz, Stokowskis "AfD-Reklame", Frauenmarsch gegen Trump – Vermischtes vom 13. Januar 2017

Nachdem ich gestern nur zwei aktuelle Nachrichten vorliegen hatte, wofür ich nicht extra dieses Blog anwerfe, sind inzwischen schon wieder ziemlich viele zusammengekommen.



1. Darüber, dass Frauenministerin Schwesig ihr "Gesetz zur Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern" jetzt durchgedrückt hat, haben zahlreiche Medien berichtet – in der Regel ohne die Anführungszeichen um dieses Gesetz, womit die feministische Position, vor diesem Gesetz habe es keine Lohngerechtigkeit gegeben, in den Schlagzeilen als Wirklichkeit durchgewunken wurde. Einen ausführlichen Einwand gegen dieses Gesetz erlaubt Die Welt immerhin Andrea Seibel.

Eine spannende Frage ist: Was wird passieren, sobald sich zeigt, dass Schwesigs Gesetz keineswegs zu den erwarteten großen Veränderungen führt? Aber vielleicht sind bis dahin längst andere Populisten am Ruder.

Das sozialistische Neue Deutschland berichtet mit Bezug auf die Feministin Teresa Bücker über Proteste gegen Schwesigs Gesetz auf Twitter:

Hier tummeln sich irgendwie Sexisten und Maskulinisten, um sich über Antisexismus, Feminismus, über transgeschlechtliche Menschen und über Genderpolitik im Allgemeinen lustig zu machen. (...) "Maskulinisten sind in den sozialen Medien sehr gut vernetzt. Da sind einzelne gut in der Lage, von sich aus einen Shitstorm loszutreten", erklärt Bücker. Maskulinisten sind reaktionär-konservative Männerrechtler. Eine so große Twitterflut wie heute habe sie jedoch noch nicht erlebt. Gut und gerne 500 Hass-Trolle habe sie an einem Tag blockieren müssen.


Der Spagat wird immer schwerer, einerseits sämtlichen Widerstand gegen feministische Entwicklungen den bösen "Maskulinisten" zuzuschieben und diese "Maskulinisten" andererseits als unbedeutendes Häufchen von wenigen Einzelkämpfern zu skizzieren.



2. In einem aktuellen Beitrag erörtert Lucas Schoppe, wie die Feministin Margarete Stokowski auf Spiegel-Online Werbung für die AfD macht. Im derzeit herrschenden aufgeheizten politischen Klima, so Schoppe,

wäre es naiv zu glauben, dass Stokowskis kaum verhohlene Aufrufe zu Straftaten und zur Vortäuschung von Straftaten bloß als Ironie verstanden werden. Denn dieser Punkt zumindest ist ganz sicher nicht ironisch gemeint: Stokowski stellt klar, dass gegen Politiker und Anhänger der AfD jedes Mittel recht ist – solange es nur dazu dient, ihnen persönlich zu schaden.

Ich habe keinerlei Sympathien für diese Partei, würde die auch niemals wählen – finde aber solch ein Vorgehen gegen ihre Mitglieder oder Sympathisanten gleichwohl irre. Einmal ganz abgesehen von den offenkundigen Schwächen im zivilen menschlichen Umgang: Wenn schon ich, als jahrzehntelanger Rot-Grün-Wähler, die Skrupellosigkeit von Stokowski und anderen im Umgang mit dem politischen Gegner abstoßend finde – wie werden dann darauf erst Menschen reagieren, die heimlich oder offen mit der AfD liebäugeln?

Wer so agiert wie Stokowski et.al., der signalisiert unweigerlich, dass ihm im politischen Disput die Argumente fehlen und dass er gegen politische Gegner nur noch auf dem Weg der persönlichen Schädigung ankommt.

Wer aber nicht einmal gegenüber einer Knalldeppenpartei wie der AfD Argumente hat – der hat generell keine.

Zweifelnde AfD-Anhänger wiederum werden bestärkt – niemand muss ihnen erzählen, dass der politische Gegner gewissenlos und hilflos agiert, das führt ihnen die queerfeministische AfD-Wahlkampfhelferin Margarete Stokowski in Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin kostenlos vor.


Auch auf dem Blog Geschlechterallerlei geht es um die Frage, ob Margarete Stokowski in ihrem Artikel Straftaten gegen politisch unliebsame Personen begrüßt.



3. Das BILDblog beleuchtet, wie frappierend unterschiedlich die BILD-Zeitung über Vorwürfe sexueller Übergriffe berichtet, je nachdem ob der Beschuldigte der BILD-Chef Kai Diekmann oder ein AfD-Politiker ist.



4. In der Schweiz gibt es von Männerseite Proteste gegen das neue Unterhaltsrecht. Der feministisch orientierte Männeraktivist Markus Theunert versucht, für Ruhe zu sorgen, und spricht von "Gejammer", räumt aber andererseits ein, die Aufregung zu verstehen.



5. Unter der Schlagzeile "Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!" stellt Spiegel-Online den Nürnberger Männerbeauftragten Matthias Becker vor. (Beckers Behauptung, in exakt 18 Prozent aller Fälle würden Männer von ihren Frauen geprügelt, ist angesichts der tatsächlichen breiten Forschungslage allerdings fast niedlich. Sicher, dass es nicht 17,8 Prozent sind, Herr Becker?)



6. MANNdat hat den Ideologiekritiker Gunnar Kunz unter anderem zum Thema Feminismus interviewt.



7. Warum schreiben politisch Korrekte nicht "TerroristInnen" oder "Terrorist*innen?" fragt sich Rainer Zitelmann im European.



8. Disney ersetzt den Weihnachtsmann durch eine Frau.



9. Das schwedische Parlament entscheidet sich gegen eine neue Frauenquote. Die linke Regierung des Landes wurde hier von der Opposition überstimmt.



10. Für den 21. Januar ist ein feministischer Frauenmarsch nach Washington geplant, um gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Allerdings gibt es hierbei eine Reihe von Problemen.

Zunächst einmal, argumentiert Brynne Krispin, sei vollkommen unklar, wofür oder wogegen sich dieser Protest überhaupt konkret richte:

The mission statement ends in all caps, "HEAR OUR VOICE." (...) But while this information alone has prompted thousands to register for the event already, its purpose has left many of us confused and disappointed. It's upsetting to read the three paragraph mission statement and not be able to answer the most basic question: What rights are we fighting for? (...) Nowhere on the website does it list plans for what they hope to accomplish by marching in Washington, nor do they discuss goals for the next four years.

Motivating hundreds of thousands of women to come together and fight for a cause is compelling, but if you're organizing a women's movement, it needs to be for a specific cause that affects many women in our country and around the world — the gender wage gap, equal rights to education, the list could go on and on. We need to know what we're fighting for and have a clear strategy to get things done. (...) So why should we show up to march? According to the logic of the organizers for the Women's March, simply because we're women.

(...) Being the loudest person in the room is not leadership. We need less women with noise makers and no agenda and more women with a vision and a strategy to move us forward.

(...) The problem isn't with our volume, it's with our message. This march will make a big splash on social media, but because it has no call to action, no succinct, unifying message, this march will soon be forgotten and replaced by whatever is trending the following day.

As we stand on the shoulders of the great female leaders before us — Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton, and others — let's make sure it isn't merely our voices that are heard and our message itself actually sinks in.


(Zu den "großen Frauenführerinnen" Susan B. Anthony und Elizabeth Cady Stanton sage ich weiter unten noch etwas.)

Noch sarkastischer äußert sich Heather Wilhelm zu diesem Marsch. Dessen unklares Ziel hat offenbar jetzt schon zu massiven innerfeministischen Grabenkämpfen geführt:

Alas, thanks to obsessive left-wing identity politics, it has morphed into yet another exhausting episode of "Which college-educated woman who resides in the richest country on earth and who was also just profiled in a glowing Vogue puff piece is the most oppressed person in the room?" The feminist infighting, sometimes fierce, has begun. "If all goes as planned, the Jan. 21 march will be a momentous display of unity in protest of a president whose treatment of women came to dominate the campaign’s final weeks," the New York Times reports. "But long before the first buses roll to Washington and sister demonstrations take place in other cities, contentious conversations about race have erupted nearly every day among marchers, exhilarating some and alienating others."

(...) "When it comes to the upcoming march, it is important to all of us that the white women who are engaged in the effort understand their privilege," wrote Bob Bland, a New York fashion designer who launched the idea for the march on Facebook. Bland, along with the march’s other original co-founder, is white — but "that’s not okay right now," one rally organizer told Vogue, "especially after 53 percent of white women voted for Donald Trump." (...) "The sense of betrayal white women have expressed in the post-election season is at best disingenuous, since we cannot say enough about the ways they turned out at the polls," LeRhonda S. Manigault-Bryant, a Williams College professor who refuses to join the march, wrote at the New York Times. (...) Apparently, at this point, the way forward involves a cavalcade of left-wing causes — abortion, as usual, is taking top billing — buckets of vague platitudes, lots of hectoring, and endless, obsessive, identity-based infighting. Sounds like a prescription for victory!


Der Newssite Heatstreet zufolge bricht der Marsch jetzt schon vielfach auseinander:

New York isn’t the only place the March is coming apart at the seams. In Tennessee, organizers were forced to change the name of the "sister march” from Women’s March on Washington — Nashville" to "Power Together Tennessee" after attendees claimed labeling the march as "women’s" marginalized the rest of Tennessee’s social justice community.

In Louisiana, the March’s state coordinator finally gave up on her efforts after she couldn’t find enough minorities to put in March leadership to satisfy March attendees and local activists.

In New Jersey, women took the March’s Facebook event page to claim they no longer felt welcome at the protest, after an African-American activist posted a quote on the page claiming that white women needed to “confront” the way they’d “dominated and exploited other women.”

In Maryland, feminists ended up at each others throats after white women, whom some activists claimed might be the victims of sexual assault and rape, were being asked to "check their privilege" by fellow March attendees.


Fast ist es beruhigend, dass wir "Masku-Hater-Trolle" für Feministinnen nicht die einzige Zielscheibe, sondern dass sich die feministischen Fraktionen auch untereinander spinnefeind sind.

Das liberale Magazin Reason befürchtet sogar, dass feministische Windbeutelinnen die Anti-Trump-Bewegung schwächen werden. Zwar hätten sich bereits über 100.000 Teilnehmerinnen auf Facebook für den Marsch angemeldet, und die Logistik verspreche zu funktionieren.

Everything else about the Women's March, however, is reaching a level of absurdity worthy of the man they are protesting. Start with the fact that they are billing this event as the voice of women when 42 percent of women (and 62 percent of non-college educated white women) actually voted for Trump.

Then there's the almost-comical progressive hysteria over the event's name. It was initially called the Million Women March. But that was hastily dropped after the original organizers, three white women, were slammed for "cultural appropriation." Why? Because they were allegedly poaching the heritage of the 1997 Million Woman March for black women. Further appropriation concerns arose because the event evidently encroached on the legacy of the 1963 March on Washington by Martin Luther King Jr. when he delivered his famous "I Have a Dream" speech. In response to this objection, the organizers had to actually release a statement billing the Women's March as a tribute to King.

As if such bickering over semantics wasn't enough, the Facebook page of the event is rife with arguments about whether an event organized primarily by white women can be sufficiently "intersectional" — or attuned to the issues faced by, say, poor minority women who reside at the "intersection" of class, race, and gender concerns in America.

Wasn't this supposed to be about opposing Donald Trump?

Some amount of conflict in a rally (organizers don't want to call it a "protest" because they insist they are not protesting Trump, just putting him on notice) of this size and complexity is natural. But when an event is grounded in a genuine existential threat, it helps people overcome their particular interests and agendas – and find a unifying vocabulary without this level of squabbling.

If that is not happening in this case, could it be because women are not really feeling Trump's threat?

(...) On women's issues, there is a wide gulf between Trump's character and his policy positions. (...) Trump has made a concerted attempt to extend an olive branch to the feminist lobby. He has embraced gender wage parity, government-mandated maternity leave, and child tax deductions in defiance of his own party. One can debate the wisdom of these ideas, but not that they are intended to help women. And then there are his three female Cabinet appointments, and a fourth woman as U.N. envoy.

This is all in sharp contrast to his rhetoric and agenda to deal with immigrants, Latinos, Muslims, and blacks. (This is reflected in voting patterns: The minority gap was far wider than the gender gap between Trump and Clinton.) Trump has demonized immigrants, giving voice to every nativist trope against them, vilified Mexicans as rapists and criminals, and painted all Muslims as a security threat. He has developed frightening plans to deal with these alleged threats, ranging from mass detention and deportation of undocumented immigrants to creating a registry for Muslims. Meanwhile, he has trivialized police brutality in black communities, claiming that the real problem is the "war on cops." He emphasizes the need for more "law and order" in inner cities, historically a dog whistle to white concerns about blacks. And he has given no indication since he got elected that he'll fundamentally change course on any of this.

Donald Trump is a danger to Americans and America itself. Opposing him will require focused vigilance, and concerted activism that is targeted, intelligent, nuanced, and appropriately calibrated (as as I have argued previously). But prematurely elevating the faux concerns of a hyper-active feminist lobby will make it far more difficult to launch a serious resistance movement. It will allow Trump to depict his critics and dissenters as overwrought hysterics and dismiss the concerns of genuinely targeted groups.

Feminists are confusing the issue by making Trump's threat about themselves. If they really wanted to help, they would have kept their powder dry for now, rather than embark on this confused and pointless march.


Für Deutschland rechne ich allerdings mit einer Berichterstattung der Leitmedien über diesen Marsch, die komplett unreflektiert und unkritisch sein wird.



11. Selbst die Washington Post, tendenzell eher im linken Spektrum angesiedelt, macht sich inzwischen Gedanken über die Schäden, die dadurch entstehen, dass an Hochschulen politische Korrektheit vor Gedankenfreiheit steht. Ein Auszug aus dem Artikel:

To combat these threats to "safety," campus administrators have morphed into civility police. On some campuses, "bias response teams" investigate professors’ online comments. Several universities, including Yale, may soon introduce a smartphone app that lets users anonymously report offensive remarks. These anonymous reports will allow university bureaucrats — and perhaps even the public — to compile a directory of "subversive" professors in the spirit of dictatorial regimes. One can easily imagine dueling "watchlists" compiled by liberal and conservative activists with the shared aim of chilling unwanted speech.

At Yale and elsewhere, reports of sexual misconduct (and soon, perhaps, other offenses as well) end up in the hands of a centralized bureaucracy, which has the self-appointed obligation to retain them indefinitely — and to sift them for patterns of deviationism. The result is a university in which an unknown percentage of faculty members have been accused of something but don’t yet know it. It’s not hard to see how unscrupulous administrators might come to value the new "surveillance university" as a tool for policing the teaching and research of the professoriate.




12. Ein Teil der universitären Mechanismen ist seit einiger Zeit der Kampf gegen angebliche Mikroaggressionen, den Telepolis einmal als "der neuste Trend in der Sexismusdebatte" bezeichnete. Jetzt jedoch zeigt die neueste Forschung, dass der Theorie von den Mikroagressionen trotz ihrer Beliebtheit in einer bestimmten Szene jegliches wissenschaftliches Fundament fehlt, weshalb es besser aufgegeben werden sollte. So heißt es in einer gestern veröffentlichten Studie:

The microaggression concept has recently galvanized public discussion and spread to numerous college campuses and businesses. I argue that the microaggression research program (MRP) rests on five core premises, namely, that microaggressions (1) are operationalized with sufficient clarity and consensus to afford rigorous scientific investigation; (2) are interpreted negatively by most or all minority group members; (3) reflect implicitly prejudicial and implicitly aggressive motives; (4) can be validly assessed using only respondents’ subjective reports; and (5) exert an adverse impact on recipients’ mental health.

A review of the literature reveals negligible support for all five suppositions.

More broadly, the MRP has been marked by an absence of connectivity to key domains of psychological science, including psychometrics, social cognition, cognitive-behavioral therapy, behavior genetics, and personality, health, and industrial-organizational psychology. Although the MRP has been fruitful in drawing the field’s attention to subtle forms of prejudice, it is far too underdeveloped on the conceptual and methodological fronts to warrant real-world application. I conclude with 18 suggestions for advancing the scientific status of the MRP, recommend abandonment of the term "microaggression," and call for a moratorium on microaggression training programs and publicly distributed microaggression lists pending research to address the MRP’s scientific limitations.




13. Für eine kleine Aufmerksamkeit im Netz hat dieses gestern auf Genderama veröffentlichte Ratespiel gesorgt, das zeigt, dass schon der frühe Feminismus ausgrenzende und menschenfeindliche Züge trug. Man könnte hier ergänzen, dass die heute wohl bekanntesten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, die Amerikanerinnen Susan B. Anthony und Elizabeth Cady Stanton, sich von ihrer weit weniger bekannten Mitstreiterin Lucy Stone trennten, weil sie lieber mit George Franics Train, einem bekannten Rassisten ihrer Zeit, paktieren wollten. Train glaubte, Frauen könnten dabei helfen, den wachsenden politischen Einfluss von Afroamerikanern einzudämmen. Anthony und Stanton waren Gegner des fünfzehnten Zusatzartikels zur amerikanischen Verfassung, der schwarzen Männern das Wahlrecht gewährte. Dass sie heute als feministische Idole gefeiert werden, könnte sehr gut irgendwann zu den ohnehin schon bestehenden Konflikten zwischen schwarzen und weißen Frauenrechtlerinnen beitragen.

Mittwoch, Januar 11, 2017

Frohes neues Jahr euch allen!

Die schönste Zeit des Jahres, die genderamafreie Zeit, ist hiermit vorüber – und damit auch mein kleiner Urlaub vom Gender-Wahnsinn. Zunächst einmal wünsche ich bei dieser Gelegenheit allen Lesern nur das Beste für 2017. Außerdem danke ich allen sehr herzlich, die meine journalistische und politische Arbeit mit einer Spende unterstützt haben! Das haben erfreulicherweise so einige von euch getan haben, manche mit bemerkenswerter Großzügigkeit. Das damit verbundene Signal, welchen starken Rückhalt Genderama in der Männer-Community besitzt, ist ebenfalls wertvoll für mich. Durch diese Aktion habe ich von manchen Lesern überhaupt zum ersten Mal erfahren. Einige von euch haben mich mit persönlichen Worten zusätzlich motiviert. Und einer hat mir zur Veröffentlichung in diesem Blog einen kleinen Brief geschrieben:

Ich habe soeben einen Dauerauftrag bei meiner Bank eingerichtet, so dass Genderama monatlich 5 Euro überwiesen werden. Dieser Betrag ist gering, aber wenn sich jeder Leser dazu entschließen würde, dasselbe tun, müsste sich Arne sicherlich weniger Gedanken darüber machen, wie er sein alltäglichen Ausgaben finanziert. "Die Masse macht's", gerade im Internet. 5 Euro pro Monat, das ist deutlich weniger, als man im Monat für ein Nachrichtenmagazin (Print) ausgeben muss, will man alle Ausgaben lesen.

Meine Gründe für die Dauer-Spende sind folgende:

1. Wer nutzt, zahlt auch. Ich lese Genderama nicht täglich, aber schaue doch mehrmals die Woche rein. Auf der anderen Seite sitzt ein Mensch, der dafür arbeitet, und ich würde mich auch nicht für lau ins Büro setzen.

2. Alternative Informationsquellen werden immer wichtiger, nicht nur bei Geschlechter-Themen. Wenn mir eins in 2016 bewusst geworden ist, dann das. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht merke, wie ein Vertreter der etablierten Medien versucht, durch "geschickte" Formulierungen das von ihm gewünschte Bild im Kopf des Lesers/des Zusehers zu verankern. Echte Meinungsvielfalt ist unterstützungwürdiger denn je.

Also ... 5 Euro im Monat tun den meisten Lesern sicherlich nicht weh und es ist für eine gute Sache. Würde mich sehr freuen, wenn sich andere anschließen würden.


Ich danke auch jenen Bloggern, die es während der Genderama-Ferien übernommen haben, punktuell selbst News aus der Geschlechterdebatte zusammenzutragen.

Kommen wir damit zu den News, wobei ich einige Nachrichten aus den letzten Wochen nachtrage. Ich möchte, dass zumindest über die interessantesten Debattenbeiträge alle informiert sind. Und da ist ja in den letzten Wochen doch einiges zusammen gekommen – bis hin zu einem kleinen Ratespiel zum Ende des heutigen Bogbeitrags.

1. Wir beginnen anknüpfend an den soeben zitierten Leserbrief mit einem Artikel, der hervorragend zu dessen Hinweis darauf passt, wie unsere Leitmedien ein bestimmtes Bild in unseren Köpfen verankern. Einer meiner privaten Freunde, der auch Genderama liest, machte mich vergangene Woche auf einen Artikel aufmerksam, der in der Druckausgabe unserer Regionalzeitung, dem Wiesbadener Kurier, veröffentlicht worden war. Der Artikel beruht auf einer dpa-Meldung, in der es heißt:

Mit einem Messer hat eine Frau in Frankfurt auf ihren Nachbarn eingestochen - weil er ihr beim Renovieren seiner Wohnung zu laut war. Der 23-Jährige wurde dabei im Gesicht verletzt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der junge Mann hatte den Ermittlungen zufolge am Dienstag seine Wohnung im Stadtteil Niederrad renoviert. Dadurch fühlte sich die eine Etage tiefer wohnende Frau gestört. Mit dem Küchenmesser in der Hand ging die 43-Jährige nach oben und beschwerte sich. Dabei kam es laut Polizei zu einem Streit, in dessen Verlauf die Verdächtige zustach.


Diese Meldung allein ist für Männerrechtler noch nicht besonders spannend – schließlich wissen wir, dass so etwas häufiger vorkommt, als viele glauben möchten. Bemrekenswert ist die Schlagzeile, die der Wiesbadener Kurier über die Meldung setzte. Sie lautet: "Rabiater Nachbar sticht auf Frau ein" ...

Im Kopf von Journalisten scheint ein so starkes Raster geschlechtsbezogener Vorurteile zu sitzen, dass es sich selbst gegen zuwiderlaufende Nachrichten durchsetzt. Die Frage, warum es die Männerrechtsbewegung in den etablierten Medien derart schwer hat, ist damit einmal mehr beantwortet.



2. Allerdings beginnt die Mauer auch in den linksliberalen Leitmedien zunehmend zu bröckeln. In der aktuellen ZEIT etwa hat Ralf Bönt – Autor des Buchs Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann – einen Artikel zur gesundheitlichen Vernachlässigung von Männern veröffentlicht. In dem Artikel (Seite 13, nicht online) heißt es:

Als die Stiftung Männergesundheit im Jahr 2006 gegründet wurde, fand Lothar Weißbach, Initiator der Aktion und Professor für Urologie, scharfe Worte: Zur Männergesundheit schweige die Politik beharrlich. Bei der Stiftung Männergesundheit trifft man also auf wütende weiße Männer, über die ja jetzt so viel geredet wird. Nur dass die hier ganz anders sind als all die Trumps und Gaulands mit ihrer Stolperei rückwärts. Es handelt sich vielmehr um die fröhliche Avantgarde einer Bewegung für Männer, an der auch viele Frauen teilnehmen.


Nachdem Bönt das Problem der Übertherapierung bei bestimmten Krebsformen angerissen hat, kommt er auf jene Problematik zu sprechen, die sich denunzierend in Redewendungen wie "männliche Gesundheitsmuffel" wiederfindet:

Noch immer rufen vor allem Ehefrauen bei den Urologen an, um Ersttermine zu vereinbaren: die Verwaltung von Körper und Seelenheil durch die Frau. Der Mann, ob krank oder nicht, hat eher Angst, mit dem Vorwurf der Hypochondrie konfrontiert zu werden, und oft ist es diese Angst, die unmittelbar oder mittelbar krank macht. Sie stammt eben aus jenen Jahrhunderten, in denen das Überleben einer Gemeinschaft wesentlich vom Leistungsvermögen der Männer abhing. (...) Vor zehn Jahren lag das Durchschnittsalter für Erstberatungen im Nürnberger Männergesundheitszentrum von Lothar Weißbach denn auch bei 68 Jahren. Zwar senkte sie sich im mittlerweile in Berlin ansässigen Zentrum auf 55, doch kümmert sich eine schweigende Mehrheit noch immer nicht ausreichend um sich selbst. Die Belange der Männer befinden sich zum größten Teil in der Schweigespirale.


Bönt erwähnt nun eine Untersuchung zu deutlichen Auffälligkeiten in der Entwicklung der Lebenserwartung, die bislang kaum beachtet worden sei:

Nobelpreisträger Angus Deaton stellte mit seiner Kollegin Anna Case im November 2015 fest, dass weiße Amerikaner der Mittelschicht seit den späten neunziger Jahren eine sinkende Lebenserwartung haben. Da diese auf Selbstmorde, Alkohol und andere Drogen wie Opioide zurückzuführen ist, begann man von "despair deaths" zu sprechen. In den ersten Jahren verlief diese Entwicklung für Männer offenbar steiler als für Frauen, ab 2005 kehrte sich das um. Auch bei uns näherten sich in den vergangen Jahren die Lebenserwartungen leicht an – die Nachteile der Männer werden langsam abgebaut, während Frauen zunehmend in einst typisch männliche Lebensläufe einsteigen. Keine Frage, dass diese Zahlen noch nicht gut genug erforscht sind, erste Abgleichungen zeigen jedoch eine Korrelation der steigenden Sterblichkeiten mit Wählerstimmen für Trump. Dabei gäbe es auch ganz andere Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen, man muss sich nicht den vermeintlich so männerfreundlichen Populisten anheimgeben, wie ein genauerer Blick zeigt: Zum einen sind die politischen Kämpfe der Homosexuellen nach Jahrzehnten in aller Ohren, inklusive der Forderung auf das Recht zur Adoption. Zum anderen hat sich eine Vaterrechtsbewegung formiert, die sich zwar noch nicht in Lautstärke, aber in Entschiedenheit mit den Forderungen der frühen Feministin Olympe de Gouges messen kann, die das Recht auf Bekanntgabe einer Vaterschaft forderte. Wenn Gesundheit in der Familie entsteht, ist diese Forderung zentral für eine postsexistische Gesellschaft, die ihre Schweigespiralen durchbrochen hat. Das Patriarchat ist halt erst zu Ende, wenn der Mann sich gerade nicht immer zuerst um andere kümmert, sondern mal um sich selbst.


Abschließend weist Bönt – natürlich völlig zu Recht – darauf hin, dass die Feindseligkeit, mit der homo- und heterosexuelle Männer einander noch immer gegenüberstehen (ich konnte das in den Kommentarspalten sowohl von rechten als auch von Schwulenblogs immer wieder beobachten), ein unnötiges Hindernis bei diesem Kampf darstellt:

Denn eigentlich sind ihre Forderungen identisch: das Recht, so zu sein, wie man ist, das Recht auf gleiche Versorgung, das Recht auf Vaterschaft. (...) Man könnte also voneinander lernen und zusammen alles erreichen.




3. Das NDR Fernsehen berichtet in einem dreieinhalbminütigen Beitrag von der Diskriminierung der Väter beim Sorgerecht.



4. Wie es aussieht, wenn aus Frauenförderung ein Geschlechterkrieg wird, berichtet Till Stoldt für die "Welt". In seinem Artikel geht es um die Situation in Nordrhein-Westfalen, wo inzwischen selbst dem Feminismus wohlgesonnene Männer aufmucken, seitdem ihnen bei Beförderungen schlechter qualifizierte Frauen vorgezogen werden sollen. Diese Regelung hatte die grüne Frauenministerin Steffens durchgedrückt – um jetzt vor dem Scherbenhaufen zu stehen, den ihre Ideologie angerichtet hat:

Am wenigsten überrascht noch, dass sich die Atmosphäre bei den männlichen Kollegen verschlechterte, wie der Deutsche Beamtenbund (DBB), der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) oder die Gewerkschaft der Polizei (GdP) versichern. Schließlich brachte die Reform sogleich über Tausend Landesbedienstete um ihre unmittelbar bevorstehende Beförderung. Allein in der Finanzverwaltung, so bestätigte das Finanzministerium, wurden 699 Männer auf den Listen für Beförderungskandidaten um Hunderte Plätze zurückgestuft. Und von Frauen überrundet, die schlechter qualifiziert waren. Für sie sprach primär – der kleine Unterschied.

(...) Aber auch unter den Frauen regt sich Unmut. So berichtet GdP-Chef Plickert von zahlreichen Polizistinnen, denen die Bevorzugung unangenehm sei, weil sie "ausschließlich aus Leistungsgründen befördert werden" wollten. Einzelne Frauen lehnten eine Beförderung gar ab, um nicht als "Quotenfrau" verschrien zu werden. Und auch DBB-Chef Staude beobachtet unter seinen weiblichen Mitgliedern "eine zunehmende Demotivation".


Auf diesen Effekt machen wir Männerrechtler und andere Quotengegner seit Jahren aufmerksam. Bislang der einzige Effekt: Wir werden als "frauenfeindlich" niedergebrüllt.

In dem Artikel heißt es weiter:

Der auf Beamtenrecht spezialisierte Düsseldorfer Anwalt Mark Fröse sieht noch eine weitere Gefahr für die Frauen: "Viele Vorgesetzte werden bei der 2017 kommenden Beurteilungsrunde Frauen wohl ungerechtfertigt schlechte Noten geben", fürchtet er. "Wenn die Vorgesetzten eine Frau, die etwas schlechter qualifiziert ist als ein männlicher Bewerber, fair benoten würden, müssten sie nach geltendem Recht die etwas weniger geeignete Frau befördern". Um das zu verhindern, "dürften viele Frauen deutlich schlechter beurteilt werden als sie es verdienen. Frauenbenachteiligung als Folge der Frauenförderung – das wäre die denkbar bitterste Ironie", bedauert Experte Fröse.

Als wäre das nicht genug, blüht männlichen wie weiblichen Landesbediensteten weiteres Ungemach. Auf Jahre hin könnten Beförderungen in großen Teilen des Landesdienstes unmöglich werden. Das Land sah sich genötigt, einen generellen Beförderungsstopp zu verhängen. Diesen Schritt erzwangen gleich fünf Verwaltungsgerichte, die die rot-grüne Frauenbevorzugung als verfassungswidrig verwarfen. Schließlich steht im Grundgesetz, "jeder Deutsche" habe "nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte". Vom kleinen Unterschied ist da keine Rede.

(...) Aber auch nicht direkt betroffene Gewerkschaften signalisierten den Staatsbediensteten ihre Solidarität. In den Tarifauseinandersetzungen Anfang Februar könnte nun die Zeit gekommen sein, "diesen Unmut auf die Straße zu tragen", so ist aus Gewerkschaftskreisen zu hören.




5. Der österreichische Pädagoge und Politikwissenschaftler Bernhard Koch spricht in dem Interview "Ein Mann mit Kind wird oft als Täter gesehen" über den Männermangel in Kindergärten, wo derzeit weniger als zwei Prozent der Pädagogen männlich sind. Ein Auszug:

In Norwegen hat man vor 20 Jahren begonnen, Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils zu setzen. Man wollte 20 Prozent erreichen. Heute sind es zehn. Insofern glaube ich ehrlich gesagt nicht daran, dass der Männeranteil in Kindergärten einmal so hoch wie der Frauenanteil in Führungspositionen sein wird.

(...) Die niedrige Bezahlung ist ein Argument – aber nicht das Hauptargument. Es gibt auch viele schlecht bezahlte Männerberufe. Der geringe Männeranteil hat auch damit zu tun, dass der Kindergarten stets von Frauen geprägt wurde. Das sieht man an der Erziehung, an der Einrichtung, am Spielzeug. Manchmal wurde eine Art Hausfrauenkultur in den Kindergarten mitgenommen. (...) Ein Mann mit Kind wird häufig als Täter und gefährliche Person gesehen. (...) Kindergartenleiterinnen wünschen sich der Studie zufolge fast immer mehr Männer. Aber 40 Prozent sahen Vorbehalte des weiblichen Personals. Manche haben Angst, dass Männer die Arbeitsweise auf den Kopf stellen und dass sie ihnen Führungspositionen wegnehmen.

(...) So wie es Frauenförderpläne in technischen Berufen gibt, so brauchen wir Männerförderpläne in erzieherischen Berufen. Ein Männeranteil von zehn Prozent könnte das Ziel sein. Dann müssten Kampagnen, die ein positives Bild von Männern mit Kind vermitteln, starten. Außerdem könnte man ein Stipendiensystem für Männer installieren, wie es dieses an Unis für Frauen bereits gibt. (...) Entweder Förderung für beide Geschlechter in den jeweils unterrepräsentierten Gebieten oder keine. Mit dieser Ansicht bin ich aber recht allein.


Nein, Herr Koch, das sind sie definitiv nicht. Es gibt eine zehntausende Menschen umfassende internationale Bewegung, mit der Sie sich verbünden könnten. Allerdings müsste Sie diese Bewegung dann eben auch zur Kenntnis nehmen und eine entsprechende Vernetzung beginnen.



6. Dem Berliner Tagesspiegel wird die Taktik von Rot-Rot-Grün, die AfD ausgerechnet damit anzugehen, dass man ihr die Gendersprache aufzwingt, von manchem kritisch gesehen:

Auch die CDU-Fraktion ist nicht angetan: "Wir brauchen in Lichtenberg Lösungen für dringend anstehende Fragen", heißt es. Ob Schulplätze, wachsende Stadt, kaputte Infrastruktur oder wirtschaftliche Entwicklung sowie die Sicherung lokalen Grüns, alles sei wohl entscheidender als der Zwang zu gendergerechten Anträgen. "Der Antrag der SPD löst kein einziges Problem und schafft mehr Bürokratie. Darüber hinaus besteht noch ein hoher Forschungsbedarf, welche Formulierung nunmehr gendergerecht zu bewerten ist", so Fraktionsvorsitzender Gregor Hoffmann. Er empfiehlt, über den Antrag im Gleichstellungsausschuss zu diskutieren. In der jetzigen Form begrenze er "demokratische Teilhabe und wäre von uns abzulehnen".




7. Der Tagesspiegel zeigt auch, wie es bei den Grünen aussieht, wenn sie ihren Spitzenkandidaten wählen:

Seit Monaten tingelt das Bewerberquartett durch die Bundesrepublik und präsentiert sich dem Parteivolk. (...) Den Männern ist immer wieder Nervosität anzumerken. Habeck verhaspelt sich, Hofreiter wird laut. (...) Als Göring-Eckert dran ist, einem ihrer drei Mitbewerber eine Frage zu stellen, fordert sie Habeck auf, in den nächsten drei Minuten ausschließlich positiv über die Grünen zu reden. Ihr ist kaum Nervosität anzumerken. Die 50-Jährige hat auch kaum etwas zu verlieren. Da die Grünen-Statuten mindestens eine Frau als Spitzenkandidatin vorsehen, ist ihr der Job in der Wahlkampfspitze so gut wie sicher. Als sie gefragt wird, was sie tun will, damit bei künftigen Personalentscheidungen mehr weibliche Bewerber zur Auswahl stehen, verspricht sie: "Es ist mir ein zentrales Anliegen, dass Frauen sich trauen."


So absurd sieht der Wahlzettel der Grünen aus. Das kommentiert Christian Schmidt:

Anscheinend gelingt es den Grünen nicht trotz überwiegend weiblicher Wählerschaft und einem Programm, welches überall Frauenquoten vorsieht, nicht, genug Frauen für Parteiarbeit zu begeistern. Der Frauenanteil in der Partei liegt bei 37%, was für eine Partei schon recht viel ist, angesichts der Wählerschaft der Grünen und deren feministischen Programms aber erstaunlich wenig ist.

Und selbst aus diesen 37% waren anscheinend keine zwei Frauen zu finden, die für die Wahl antreten wollten, sondern nur eine.

Ich glaube man kann die Bedingungen für Frauen nicht günstiger gestalten als bei den Grünen. Aber dennoch gelingt es ihnen nicht, dass die Frauen politische Arbeit machen wollen und Posten anstreben.


Die Verschwörungstheorie, Frauen würden durch "patriarchale Unterdrückung" von Spitzenämtern ferngehalten, lässt sich mit der Realität längst nicht mehr vereinbaren.



8. In der "Zeit" berichtet Harald Martenstein, wie weit die Gender-Ideologie inzwischen greift:

Geburtsvorbereitungskurse, in denen es naturgemäß vor allem um das Gebären geht, würden "Geschlechterdifferenzierungen legitimieren". Den Frauen wird von den Hebammen beigebracht, dass es einen "objektiven" Unterschied zwischen Männern und Frauen gebe, obwohl doch jede fortschrittliche Soziologenperson weiß, dass "Männer" und "Frauen" in Wirklichkeit nicht existieren. Das ist alles nur ein Spukbild, welches von bösen Männern in die Welt gesetzt wurde. Böse Männer, und nur diese, scheint die Natur also tatsächlich und objektiv hervorgebracht zu haben.

Die Kurse seien, so die Anklage, "stark auf weibliche Körperlichkeit fokussiert", mehr noch, es wird "über die weiblichen Geschlechtsteile gesprochen". Dabei wäre doch, sage ich, gerade zwei Wochen vor der Geburt der ideale Zeitpunkt gekommen, um die Hochschwangeren über Erektionsprobleme und Bartpflege zu informieren.

In den Kursen werde den Frauen eingeredet, dass entzündete Brustwarzen, etwa durch Stillen, ein "Frauenproblem" seien. Jedes Kind weiß, dass auch Männer Brustwarzen besitzen, und wenn die Männer sich beim Stillen etwas mehr einbringen würden, dann wären die auch entzündet. Fazit des Aufsatzes: "Durch die biologisierte Form der Geburtsvorbereitung wird die Frau als eine Art Gefäß für das Heranreifen des Kindes gedeutet." Gedeutet, das heißt, auch Schwangerschaft ist aus soziologischer Perspektive bloß eine sexistische Konstruktion, die Frauen bilden sich das nur ein.




9. Gleichberechtigung a la carte gibt es nicht argumentiert Bettina Weber in der Schweizer Sonntagszeitung:

Gleichberechtigung ist anstrengend. Sie bedeutet, dass Privilegien aufgegeben werden müssen. Nicht nur vonseiten der Männr, wie das irrtümlicherweise oft dargestellt wird. Sondern auch vonseiten der Frauen.


Ich weiß zwar immer noch nicht, welches Privileg konkret ich aufgeben muss und was genau ich dafür tun sollte, aber wir kommen dem Kern der Sache immerhin näher.



10. Während die CDU/CSU in der Wählergunst zugelegt hat, liegen die Sozialdemokraten der letzten Sonntagsumfrage zufolge nur noch fünf Prozent vor der AfD. Für diesen Absturz haben Schwesig und Maas allerdings auch jahrelang geschuftet wie irre.



11. Jungen als Sex-Sklaven in Afghanistan waren lange Zeit nur in englischsprachigen Publikationen wie den Asian Times Thema. Inzwischen berichtet auch der STERN darüber.



12. Ich bin entsetzt: Wenn es um sexuelle Übergriffigkeit geht, wird inzwischen auch in den Reihen der Grünen entgegen ihrer eigenen feministischen Ideologie die Definitionsmacht des Opfers darüber, was eine Vergewaltigung ist, brutal übergangen und in einem aktuellen Fall stattdessen von einer "Verleumdung" gesprochen. Mit mehreren skandalösen Schutzbehauptungen wird zugleich die sexuelle Gewalt verharmlost:

In der Verleumdungs-Anzeige ist die Rede davon, dass auf der vorangegangenen Feier "in maßvollem Umfang" Bier getrunken worden sei – etwa vier Bier pro Person. Die 17-Jährige habe den Sex "augenscheinlich genossen" und "deutliche Laute der Zustimmung" von sich gegeben. Sie habe sich nicht ablehnend geäußert. Am folgenden Morgen habe der Gast mit der Familie gefrühstückt. Aus dem Protokoll eines SMS-Chats (...) geht hevor, dass die beiden sich später vertraut austauschten:

"Ach Max das hätte echt nicht passieren dürfen und ich war einfach zu betrunken um nein zu sagen und es ist grad echt alles n bisschen scheiße", schreibt Anna.

Im weiteren Verlauf betont sie, es sei "nicht persönlich" gegen ihn gerichtet. Und fügt an: "Ich hab jetzt hart Stress mit meinem quasi Freund."

Auf einer von Hieber mitorganisierten Veranstaltung gegen sexuelle Übergriffe im Oktober in Nürnberg soll Anna ihn als Vergewaltiger bezeichnet haben. Nach Darstellung von Hiebers Anwalt Alexander Stevens wurde er gedrängt, sein Amt im Vorstand niederzulegen. Anzeige erstattete Anna nicht – aber ihre Anwältin forderte Hieber auf, sich nicht öffentlich zu dem Vorgang zu äußern.


Mein Einstieg zu diesem Artikelzitat war natürlich sarkastisch. Aus männerpolitischer Sicht sachlicher kommentiert Lutz Bierend den pikanten Sachverhalt, dass sich mit Hieber ausgerechnet ein überzeugter Anhänger der jüngsten Verschärfungen im Sexualstrafrecht mit Vorwürfen der Vergewaltigung konfrontiert sieht. Es scheint tatsächlich einmal den Richtigen getroffen zu haben.



13. Jörg Kachelmann äußert sich im Interview mit der "taz" zu den Vorwurfen sexueller Übergriffigkeit gegen den Noch-BILD-Chef Kai Diekmann. Ein Auszug:

taz: Auch Alice Schwarzer schrieb in der Bild über Sie und den Prozess. Was denken Sie? Ist von Frau Schwarzer nun bei Diekmann ähnliches zu erwarten?

Kachelmann: Sie hat neuerdings ein neues Hobby gefunden, um nicht vergessen zu werden und bei Maischberger von ihrer Vorbestrafung abzulenken. Sie wird nicht die Hand beissen, die ihr aus der Bedeutungslosigkeit als Gast in Panelshows in dritten Programmen geholfen hat.

(...) taz: Dann gibt es noch das Problem der Falschbeschuldigungen.

Kachelmann: Ein Verbrechen, das auch ein Menschenleben erfolgreich bis ans Ende der Tage zerstört. Seriöse Schätzungen (alle anderen kursierenden Statistiken sind frei erfunden von interessierter Seite) besagen, dass etwa 50 bis 80% der Anzeigen Falschbeschuldigungen sind. Dumme Frauen und dumme Männer versuchen nun diese zwei vollkommen unabhängigen Sachlagen miteinander zu verquicken. Dumme Frauen sagen: Es würden mehr echte Opfer anzeigen, wenn wir endlich Männer einfach erst einmal einbuchten. Erst schiessen, später fragen, sozusagen (was übrigens sowieso in den meisten Fällen passiert, wie ich berichten kann).

taz: Und dumme Männer?

Kachelmann: Dumme Männer sagen wiederum nach jeder Falschbeschuldigung: sind alles nur Falschbeschuldigungen, was natürlich auch völliger Blödsinn ist und übrigens jetzt auch ein falscher Reflex im aktuellen Fall wäre. Wir haben es mit zwei getrennten Verbrechen zu tun. Die hohe Zahl der Falschbeschuldigungen liegt daran, dass Täterinnen meist völlig straffrei ausgehen. Es ist das perfekte Verbrechen, um einen Mann aus dem Weg zu räumen, ohne selbst ein Risiko einzugehen.


Bundesrichter Thomas Fischer kommentiert den Fall des BILD-Chefs in der "Zeit". Ein Auszug:

Kai D. soll die Frau "belästigt" haben. Strafrechts-Spezialisten finden allerdings einfach keine Vorschrift, nach der "Belästigung" bestraft werden könnte. Ob sich da eine Strafbarkeitslücke auftut, ist noch unklar; manche Medien erwähnen den Paragrafen 177 StGB. (...) Die freie Presse ist geschockt, bleibt aber gefasst: Wo vor Kurzem eine halbe Seite 1 schon wegen der Größe der Buchstaben keinesfalls ausgereicht hätte, den vagen Verdacht eines derartigen Frevels angemessen bekannt zu geben, druckt man verschämt auf Seite 2 eine dürre dpa-Meldung. Allenthalben erheben sich mahnende Stimmen, die (...) auf die Persönlichkeitsrechte hinweisen. (...) Als ob die Presse mit der Kachelmann-Vernichtung bis zum Prozess gewartet hätte!


Wenn es einen Kollegen trifft, sehen die Dinge für Journalisten offenbar ganz anders aus.



14. Die Huffington Post berichtet über ein Gespräch Alice Schwarzers mit Jürgen Mathies, dem Polizeipräsidenten von Köln, das im Kölner "Stadt-Anzeiger" veröffentlicht und auch von mehreren anderen Medien zitiert wurde:

Auf Schwarzers Frage, ob es eigentlich eine höhere Gewaltbereitschaft von Männern mit Migrationshintergrund gegen Polizistinnen gebe, antwortet der nur kur: "Nein". Aber die Frauenrechtlerin scheint immun gegen alles, was nicht in ihr verqueres Weltbild passt.

"Also, das nehme ich Ihnen nicht ab! Ich stelle mir so einen Araber vor, Mitte 20, und dann kommt eine junge Blondine in Uniform daher und will ihm Vorschriften machen. Der sagt doch: 'Du kannst mich mal'".

Mathies bleibt sachlich und bekräftigt: "Genau das habe ich in Gesprächen mit Beamtinnen immer wieder abgefragt - und immer nur zu hören bekommen, dem sei nicht so."

Aber Schwarzer wäre nicht Schwarzer, wenn sie es jetzt gut sein lassen könnte. Sie will wissen, ob sich die Kolleginnen nur nicht trauen, das zuzugeben, weil es ihnen peinlich ist, weil es sie schmerzt oder demütigt.

Auch wenn Mathies das im Einzelfall nicht ausschließt, ist er davon überzeugt, dass die Polizistinnen die Wahrheit sagen. "Sie sagen mir, dass Gewaltbereitschaft insbesondere bei jüngeren Männern im Alter von 16 bis 26 Jahren gegeben sei – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft."


Fefe, einer von Deutschlands meistgelesenen Bloggern, kommentiert Schwarzers Auslassungen so:

Das trieft nur so vor Rassismus. Was für ein Menschenbild diese Frau hat! (...) Wie kommt es eigentlich, dass solchen fiesen Rassisten immer wieder ein Forum geboten wird? Wieso liegt hier nicht der gleiche Maßstab wie bei der AfD an? Darf man rassistischen Parolen jetzt ein Forum bieten oder nicht?


Natürlich legte Alice Schwarzer nach dem Silvester 2016 dieselbe Platte auf, wird damit in etlichen Zeitungen zitiert – und wie so oft, wenn Schwarzer behauptet, etwas ganz genau zu wissen, gibt es auch für ihre aktuellen Verschwörungstheorien keine Belege, sondern Erklärungen, die sehr viel langweiliger sind als die aufregende Welt, in der Schwarzer lebt. Und es gibt Berichte wie diesen:

Die Polizei versucht in der Stunde vor Mitternacht, möglichst viele zu kontrollieren, die den Bahnhof verlassen wollen. Bundespolizisten stehen an den Ausgängen und weisen alle einer Tür zu. Weiße und Gruppen, zu denen Frauen gehören, dürfen die linke Tür nehmen. Von dort kommen sie zum Dom, ans Rheinufer, zum Roncalliplatz. Männer anderer Hautfarbe oder mit südländischem Aussehen, müssen nach rechts.

(...) Auch eine fünfköpfige Gruppe Schwarzer will in Köln Silvester feiern, auch sie werden durch die rechte Tür geschickt, obwohl zwei Frauen dabei sind. Die Männer gehen auf die Polizeikette zu und versuchen zu verhandeln. Sie werden abgewiesen. Dann versuchen es die Frauen – mit Erfolg.


Wer hier von "racial profiling" spricht, sollte von "gender profiling" nicht schweigen.



15. Die Polizei Rosenheim geht recht drastisch gegen im Web gestreute Falschmeldungen über sexuelle Übergriffe durch Asylbewerber vor: zunächst mit einer unübersehbaren Richtigstellung, dann aber auch mit Ermittlungen gegen die Täterin.



16. Vor der Jahreswende sorgte der Angriff auf einen Obdachlosen landesweit für Empörung – vermutlich aber nur, weil die mutmaßlichen Täter Zuwanderer waren. Normalerweise, erfährt man aus der Frankfurter Allgemeinen, werden Obdachlose von Rechten angegriffen, und allgemeine öffentliche Entrüstung bleibt dementsprechend aus:

Dieter Puhl leitet die Bahnhofsmission Zoo in Berlin. Angriffe auf Obdachlose gehören für ihn zum Alltag. Auch er ist über den aktuellen Fall empört, empfindet viele Äußerungen aber als heuchlerisch: Sonst interessiere sich kaum jemand für Obdachlose.


Siehe zum Thema Obdachlose in Deutschland auch einen Bericht des Deutschlandfunks: "Zu uns kommen Menschen mit eingewachsenen Socken". Die aktuelle Kältewelle in Europa fordert Menschenleben unter Flüchtlingen wie unter Obdachlosen zugleich.



17. Sonja Gillert erklärt auf den Seiten der "Welt", inwiefern sie mit den Ängsten vor fremden Männern anders umgeht als Birgit Kelle.



18. In der Huffington Post schildert Sibel Schick, "Was ich als Feministin von Sexarbeiterinnen lernte". Ein Auszug:

Es gibt Menschen eine gewisse Sicherheit, seinen Werten treu zu bleiben. Anstatt mit betroffenen Menschen über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu sprechen, besteht man häufig auf seine Vorurteile. Es ist einfach und sehr bequem zu glauben, dass alle Sexarbeiter_innen Opfer sind, die gerettet werden wollen. Es fühlt sich gut an, jemandem moralisch überlegen zu sein und eine nachhaltige Veränderung in ihr Leben bringen zu können.

(...) Was aber problematischer ist als Sex als Tabu, das laut Carmen die repressive Politik gegen Sexarbeit rechtfertigen lässt, seien vor allem die Feminist_innen, die pauschal gegen die Sexarbeit sind: "Große Teile der feministischen Bewegung ziehen aktiv gegen Sexarbeit auf, weil sie sie lediglich als Ausbeutung durch den bösen Mann und das Patriarchat wahrnehmen. Sie möchten sie nicht differenziert unter ökonomischen und intersektionalen Gesichtspunkten betrachten. Ikonen wie Alice Schwarzer oder Lena Dunham fordern lieber die völlig illusorische Abschaffung der Prostitution oder Verbote, als gemeinsam mit Betroffenen darüber nachzudenken, wie man die Situation der Sexarbeiter_innen konkret verbessern könnte. Man ruft lieber nach der Polizei auf, als zu Solidarität."

Während der Vorbereitungen des Prostitutionsschutzgesetzes sollen die Vertreter_innen der Sexarbeiter_innen mit einem großen Widerstand zu tun gehabt haben, auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen: "EMMA-Magazin und Spiegel haben uns als 'dubiosen Verband' und 'Zuhälterlobby' diffamiert. CDU-Politiker_innen, die von ihren Diäten jeden Tag Taxi fahren können, haben uns als privilegierte Elite abgebügelt, ohne unsere individuellen, zum Teil traumatischen Lebensgeschichten zu kennen. So was tut echt weh."

(...) Dr. Eric Sprankle, ein Klinikpsychologe aus den USA, schrieb einst auf Twitter "Wenn du glaubst, dass die Sexarbeiter 'ihren Körper verkaufen', Kohlenbergwerkarbeiter hingegen nicht, dann ist deine Vorstellung zur [körperlichen] Arbeit getrübt von deiner moralischen Vorstellung der Sexualität." Und Recht hat er.




19. "Lügenpresse! Lügenpresse!" rufen einige den etablierten Medien zu. "Fake News! Fake News!" rufen deren Vertreter inzwischen zurück. Inzwischen musste allerdings sogar die ehrenwerte BBC einräumen, mit der Meldung, Frauen würden bessere Computercodes schreiben als Männer, Fake News veröffentlicht zu haben. Die Website Heatstreet und die Männerrechtler von HEqual berichten, wie weit verbreitet die Lüge und wie klammheimlich das Zugeständnis einer Falschmeldung waren:

Most significantly of all, an archived copy of the article actually shows that within nine hours of publication, the story had become the most popular story on the entire BBC website. As a result, almost all visitors to the BBC site at that time were exposed to the bogus headline via its list of top stories and we can be certain it received hundreds of thousand of views from all across the globe.

In contrast, the exposure and reach of the BBC’s retraction has been essentially non-existent, and we appear to be the very first people to expose what has occurred. There are zero search results in Google for either the URL or content of the BBC’s retraction (other than for the source page) and it hasn’t been shared even once on social media anywhere, not even by the BBC itself!




20. Die Feminismus-Aussteigerin Helen Pluckrose berichtet, warum sie sich von dieser Ideologie abgewandt hat. Ein Auszug:

Like many universal liberal feminists of my generation and above, I decided to hang on and try to tackle, from the inside, the problems of cultural relativity, science denial, raging incivility and the disempowerment of women by feminists. This resulted in my being blocked by feminists, told I am not a feminist, called an "anti-feminist," a "MRA," a "misogynist" and even a "rape apologist" (I had suggested that the men who invented date-rape drug detecting nail polish were well-intentioned). I have been told to fuck myself with a rusty chainsaw, and that I am a confused middle-aged woman who does not understand society. Following one encounter with a feminist in which I said I did not get death and rape threats from men, a new account with a male name was suddenly set up which began sending me some.




21. Der neuesten Forschung zufolge erhöht Genitalverstümmelung bei Jungen und Männern das Risiko von Harnwegsproblemen stark. Dem unbenommen werden derartige Verstümmelungen in Afrika inzwischen als Touristenattraktion beworben. Würde man dasselbe bei Mädchen und Frauen machen, gäbe es einen weltweiten Aufschrei der Entrüstung. Aber der männliche Körper bleibt ungeschützt.



22. Aber im Kampf gegen menschenverachtende Unsäglichkeiten gibt es auch Positives zu vermelden. So löschte der US-Komiker Steve Martin nach Protesten von Feministinnen wie Amanda Marcotte einen Tweet, in dem er die kürzlich verstorbene Schauspielerin Carrie Fisher fahrlässig als "schön" bezeichnet hatte:

"When I was a young man, Carrie Fisher she was the most beautiful creature I had ever seen," he said. "She turned out to be bright and witty as well."


Gottseidank kümmern sich Feministinnen im Gegensatz zu uns Masku-Nazis um wirklich wichtige Dinge, und die Überlebenszeit von diesem eklatanten Sexismus war nur kurz.



23. "Jetzt geht es aber wirklich zu weit mit der politischen Korrektheit" findet die australische Journalistin Edwina Seselja und befürchtet, Reklame könnte ihren Sinn für Humor verlieren. Der Hintergrund: Nach Jahrzehnten hat der australische Werberat Reklame gerügt, in der Männer als "Ungeziefer" bezeichnet worden waren, das man mit dem Kammerjäger ausrotten muss.

Wirklich bemerkenswert: Eine Frau als "schön" zu bezeichnen gilt als himmelschreiender Sexismus. Männer als Ungeziefer zu bezeichnen gilt als bewahrenswerter Witz, gegen den nur humorlosa Spaßverderber etwas haben können.



24. In Deutschland sorgte die Feuerwehr vergangene Woche für den ersten Aufschrei des Jahres wegen einem erschreckenden Fall von Sexismus. Die Frankfurter Rundschau berichtet:

Zumindest sagt Andreas Mohn, Sprecher der Brandschützer, dass er das Bild, das nun auf Twitter kursiert, "am liebsten für immer löschen würde". (...) Auf dem Zettel, der abfotografiert und ins Internet gestellt wurde, heißt es zur Beschreibung eines Notfalls im Frankfurter Westen: "Im 1. OG Patientin nach Geschlechtsverkehr nun bewusstlos (Respekt), braucht nun einen Rettungswagen." (...) Öffentlich wurde diese Peinlichkeit durch Twitter. Im Mai vorigen Jahres tauchte das Bild von dem Zettel, auf dem Angaben wie der Name der Patientin und ihre Adresse unkenntlich gemacht sind, erstmals im Internet auf. Am Dienstag erreichte es die Frankfurter Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx), die wiederum die Frankfurter Rundschau auf das Foto hinwies.




25. In der Basler Zeitung schreibt Tamara Wernli über die ausufernde Politische Korrektheit inklusive den Kreuzzug gegen den weißen Hetero-Mann.

"Heute bist du aber nett angezogen" oder "du trägst schöne Stiefel" – Beispiele sexistischer Erniedrigungen, mit denen Schweizer Frauen im Alltag zu kämpfen haben. Ihr kollektiver #SchweizerAufschrei ging in Zürich und Bern um die Welt. Überhaupt wird der Kreuzzug gegen die Spezies "weisser Hetero-Mann" immer angesagter: Weil der Bürgerrechtler Bernie Sanders im US-Wahlkampf ­einmal das Wort "Getto" benutzte, musste er empörten Black-Lives-Matter­Aktivisten tagelang erklären, wie er es meinte (oder nicht). Dass er schon als Student gegen Rassendiskriminierung demonstrierte und auch beim legendären Marsch mit Martin Luther King mitlief – irrelevant.


Ein konkretes Beispiel für den immer durchgeknallteren Kreuzzug gegen den Mann liefert aktuell Die Welt. Deren Autor Daniel-Dylan Böhmer zufolge bedroht eine Männerkrise den Planeten und Erlösung wird mal wieder von den Frauen erhofft. Seit über 200 Jahren dasselbe Geschreibsel ...



26. Die britische Daily Mail berichtet, wie eine Tagungsstätte im australischen Melbourne von Feministinnen als "rape apologists" unter Beschuss genommen wurde, weil dort Cassie Jayes Männerrechtler-Doku "The Red Pill" aufgeführt wurde, dann aber massive Unterstützung von Verteidigern der Meinungsfreiheit erhielt. Zum selben Thema schreibt auch Rebecca Urban in The Australian: Attack of the Feminist Killjoys.

Derweil eskaliert der Konflikt weiter: Inzwischen ermittelt die australische Polizei nach immer aggressiveren Drohungen gegen die Aufführung des Films:

Since announcing their plans to hold a local screening of the anti-feminist feature length film on January 14, Men’s Rights Brisbane say they have received a number of threats, with on Twitter user saying they hoped "someone shoots up that event – Batman movie premiere style — dead MRAs (men’s rights activists) — cool!".


Währenddessen verreißt das Magazin Family Studies Cassie Jayes Film und die Männerrechtsbewegung aus der konservativen Perspektive und macht deutlich, dass wir in diesem Lager kaum Verbündete haben:

While much of what they argue has some merit, MRAs seem destined to remain an ineffective niche movement. They fundamentally portray men as victims, which is not an aspirational masculine vision. Self-respecting men don’t want to think or act like victims. And they make unnecessary and off-putting arguments like labeling circumcision "male genital mutilation."

(...) Conservatives too reject MRAs. Once, when confronted by MRA-style claims, right-wing commentator Tucker Carlson said, "Every word of that is true, and let me say, who cares? ... If you’re a man, stop whining." Rick Scott, the Republican governor of Florida, vetoed a law that would have established a presumption of joint child custody in divorce. With friends like these, who needs feminists as enemies?

The MRAs’ plea for gender equality will fall on deaf ears because neither feminists nor conservatives actually want it. But most importantly, one of the central MRA claims — that men are "forced" to continue in their historic protector and provider roles by taking on dangerous work, or otherwise sacrificing themselves for their family and society — is simply wrong. Nobody is in fact forcing men to do that.

It’s true society has traditionally relied on men to produce surplus value for redistribution or to sacrifice themselves for the community if needed. But increasingly many men are saying, "No thanks." For a growing number of men today, playing video games or watching porn in mom’s basement or joining the alt-right — not going to college, joining the labor force, or getting married — these things aren’t problems, but solutions.

A new generation of younger men has rejected the failed MRA approach in favor of new strategies. They figured out that modern society is a racket, but rather than trying to reform or submit to it, they are exploiting or checking out of it. So it is that having long mocked and denounced MRA-style activism, feminists and conservatives alike are now horrified at the actual forms in which "men’s liberation" is arriving on the scene.


Wer es als sinnvollere Alternative zu politischem Engagement betrachtet, in eine Art innerer Emigraton zu gehen, in Muttis Keller zu leben, den Tag mit Pornos und Videospielen zu verbringen und sich der neuen Rechten anzuschließen, der ist für die Männerbewegung natürlich nicht zu gewinnen. Bemerkenswert ist, dass der Mainstream unserer Gesellschaft lieber solche Menschen unterstützt als solche, die sich aktiv gegen Sexismus engagieren.

Glücklicherweise wächst das Engagement. In Kalifornien hat The Red Pill Teenager dazu motiviert, eine eigene Dokumentation über männliche Opfer häuslicher Gewalt zu drehen.



27. Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: Warum hasst Disney Jungen so sehr?



28. Na sowas: Keine einzige der Frauen, die Donald Trump kurz vor der Wahl zum Präsidenten sexueller Übergriffe bezichtigt hatte, will ihn verklagen.



29. Normalerweise sind die Superhelden-Comics des Marvel Verlags inzwischen so politisch korrekt wie es nur geht, wenn man überhaupt noch ein größeres Publikum ansprechen will. Der aktuellste Gegner des neuen Captain Americas (in den Comics inzwischen ein Schwarzer) sind in der letzten Donnerstag veröffentlichten Ausgabe der Serie allerdings durchgeknallte Social Justice Wariors, die Handgranaten werfen ("Consider THIS your trigger warning!") und Zurechtweisungen deswegen als "mansplaining" von "Captain Patriarchy" zurückweisen. Im Lager diverser Rezensenten dieses Comics herrscht prompt Empörung und Unverständnis.Allerdings gibt es auch eine positive Rezension.



30. Theologie-Studenten der Universität Glasgow erhalten vor der Bibel-Lektüre jetzt Trigger-Warnungen: Jesus wurde gekreuzigt!

Sollte man hier nicht besser von einer Spoilerwarnung sprechen?

Natürlich gibt es solche Warnungen auch an anderen Hochschulen und anderen Fachbereichen:

A trigger warning for a gender studies course at Stirling University says: "We cannot anticipate or exclude the possibility that you may encounter material which is triggering [ie, which can trigger a negative reaction] and we urge that you take all necessary precautions to look after yourself in and around the programme."

Students are told "you can, of course, leave a class at any time should you need to, but please check in ... later that day to let us know how you are".




31. Das Promi-Magazin InTouch berichtet über die Scheidung von Brad Pitt und Angelina Jolie:

"A look deep inside Angelina's camp shows a disturbing pattern of behavior," the insider continued. "Her first two advisors were planting stories with the media that Brad had a severe drug and alcohol problem and was violent. It was an abhorrent course of action."


Die britische Daily Mail berichtet, wie sehr Angelina Jolies Verhalten Brad Pitt zusetzt und wie britische Väterrechtler darauf reagieren.



32. Neueste Forschungen zeigen: Kinder werden seltener fett, wenn ihr Vater ein aktiver Elternteil ist.



33. Ein US-amerikanischer Vater, der gefeuert wurde, weil er bei der Geburt seines Sohnes dabei war, statt zu arbeiten, hat daraufhin drei verschiedene Angebote für einen neuen Job erhalten.



34. Einmal mehr der Blick auf Männerrechte in einem aus unserer Perspektive "exotischen" Land: In Birma Myanmar droht Männern mit einem neuen Gesetz bis zu fünf Jahren Gefängnis, wenn sie eine Frau nicht heiraten, die sie geschwängert haben. Damit sollen die Rechte der Frauen in diesem Land gestärkt werden.



35. In Indien wurde ein Mutter-Tochter-Gespann festgenommen, das Männer mit Falschbeschuldigungen sexueller Gewalt erpresste.



36. Und in Neuseeland gelangt man zu der Erkenntnis, dass sexueller Missbrauch von Männern häufiger vorkommt als Rauchen. Gleichzeitig glauben nur zehn Prozent der Befragten, dass Männer überhaupt Opfer von sexuellen Übergriffen werden können. Gelder zur Bekämpfung sexueller Gewalt kommen weltweit fast ausschließlich feministisch orientierten Gruppen zugute; Männerrechtler können sehen, wo sie bleiben.



37. Zum Abschluss habe ich heute ein kleines Ratespiel ausgewählt, bei dem Sie Zitate nach folgendem Schema zuordnen sollen: "Wer sagte es: eine Suffragette – also eine frühe Feministin, die für das Wahlrecht der Frau eintrat – oder ein Mitglied des Ku-Klux-Klan?" Kann ja so schwer nicht sein, bekanntlich war der frühe Feminismus im Gegensatz zum Netzfeminismus von heute wesentlich vernünftiger und weniger radikal. Liest man ja immer wieder. Also viel Spaß bei diesem Spiel!

Freitag, Dezember 23, 2016

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Genderama-Lesern ein frohes Weihnachtsfest. Habt ein paar angenehme Tage, in denen möglichst viele eurer Wünsche in Erfüllung gehen!

Ich danke jedem von euch, der zum Erfolg dieses Blogs beigetragen hat: ob durch das Zusenden von Informationen, das Verlinken dieses Blogs oder durch Spenden. Das alles sind Formen von Unterstützung, die Genderama funktionsfähig halten.

Zur Erinnerung und auch für neue Leser: Spenden kann jeder, dem dieses Blog gefällt, entweder durch eine reguläre Banküberweisung oder mit einer Überweisung via PayPal. Den Button für letzteres findet man rechts auf der Blogroll. Ohne diese Unterstützung wäre mir ein fast tägliches Bloggen nicht sinnvoll möglich, denn häufig veranschlagt das mehrere Stunden Recherche- und Schreibarbeit pro Tag. Wer dieses Jahr jeden einzelnen Genderama-Beitrag gelesen hat, hat einen Text im Umfang von 2000 Taschenbuchseiten konsumiert. Zumindest teilweise aufgefangen wird die investierte Arbeit durch finanzielle Zuwendungen, und ich freue mich über jede Form der Unterstützung. (Am meisten allerdings über Daueraufträge, weil ich damit langfristig planen kann.)

Genderama geht jetzt erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2004 in eine Weihnachts- und Winterpause. Im Laufe des Januars werde ich das Bloggen wieder aufnehmen. Die Höhe des Spendenaufkommens in den nächsten Tagen und Wochen wird dabei ein Anhaltspunkt für mich sein, zu sehen, wie groß das Interesse daran ist, dass dies zügig geschieht.

Die untenstehenden News sind die letzten Genderama-Nachrichten dieses Jahres. Bis es hier weitergeht, wünsche ich euch allen, wie gesagt, eine schöne Zeit!

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