Donnerstag, Mai 23, 2013

Aufruf: Wenden Sie sich an die Antidiskriminierungsstelle!

Vor einigen Tagen berichtete der Bildungsforscher Michael Klein in seinem kritischen Wissenschaftsblog Sciencefiles über die Diskriminierung, der Männer inzwischen bei der Jobvergabe im akademischen Bereich ausgesetzt sind. Als besonders eklatantes Beispiel nennt Klein die Universität Bielefeld. Jetzt ruft Michael Klein gemeinsam mit Dr. Heike Diefenbach dazu auf, sich wegen dieser Zustände in möglichst großer Zahl an jene Institution zu wenden, die für das Bekämpfen solcher Benachteiligungen zuständig ist: Hier erfährt man mehr.

The Guardian: Wie das Matriarchat Männer zum Schweigen bringt

Die britische Männerrechtsbewegung ist mit Volldampf dabei, ihre ersten Erfolge weiter auszubauen. Bei ihr steht als nächstes eine nationale Konferenz zu männlichen Opfern häuslicher Gewalt auf dem Programm. Da ist es hilfreich, dass die britischen Medien den deutschen geschlechterpolitisch inzwischen mehrere Schritte voraus sind. Während bei uns noch der mediale Backlash gegen die Emanzipationsbestrebungen der Männer grassiert, problematisierte gestern Jack O'Sullivan im Guardian, dass an der entstandenen Debatte noch viel zu wenig Männer teilnähmen:

The past week has again highlighted the inexplicable absence of an intelligent discussion conducted by men about ourselves. It's followed a familiar pattern: a leading female commentator – Diane Abbott on this occasion – diagnoses male ailments and prescribes her cures. What comes back from the patient? Silence. Can there be any group that is subject to so much debate and accusation, and is so apparently powerful – yet remains so utterly speechless?

(...) Men's absence from the debate has dramatic consequences, making it overwhelmingly negative. In recent weeks the focus has been on abuse of teenage girls, porn, male unemployment and misogyny. But next month it could be "deadbeat dads", domestic violence and harassment in the workplace.

A debate about men defined by women inevitably dwells on what's wrong with men – on a continuing "crisis". That's understandable. There are many worrying issues that a male discussion of masculinity would and should confront. We are, after all, fathers, husbands, brothers, sons, lovers, colleagues and friends of women. But which man wants to join a debate loaded with negativity, littered with slogans like "all men are rapists"?

A debate with genuine male participation and leadership would include the above issues, but within a broader, aspirational and authentically male agenda. The centrepiece would be today's extraordinary transformation of masculinity. A huge transition is taking place in all our lives, as we redefine our relationships with women, with our children, with work, with our sexuality. History may judge it to be a faster and more profound change even than the developments in women's lives.


Gerade vor dem Hintergrund dieser umwälzenden Veränderungen sei es erstaunlich, dass eine Diskussion aus männlicher Perspektive über die Anliegen der Männer noch immer fehle:

The women's movement produced articulate women to narrate their agenda. Where are the men?


Als Grund für das Fehlen männlicher Stimmen in der Geschlechterdebatte nennt O'Sullivan das Matriarchat, dem Männer im privaten Bereich ausgesetzt seien, wobei dieses Machtverhältnis durch den Feminismus nur noch verstärkt werde:

An important factor is that otherwise powerful, educated men – the ones you might expect to speak up – tend to have been raised in, and live in, households where they defer to female decision-making and narrative. The reasons are complicated. Women's centrality in the private arena is a complex expression of both male power and male impotence, of patriarchy and infantilisation. But a consequence of boys and men living in private matriarchies is that even the most senior male chief executive often lacks confidence in areas that might be defined as personal, private or family.

This may always have been the case. But feminism has reinforced rather than challenged – or even acknowledged – matriarchy. It is an environment in which male spokesmen for change are unlikely to be nurtured. When they do articulate their views or concerns, they are often ridiculed or ignored by women. Misandry can be as nasty as misogyny and is as widespread (just check the internet). Smart men play safe and stay out of it. We're so conditioned, we don't even talk to each other.

(...) Why are we ridiculed when we talk about ourselves? Perhaps because men are assumed to be inherently powerful, with nothing to complain about. It's a mistake. We urgently require an updated theory of gender that acknowledges there are, and always have been, discrete areas of female power and male powerlessness, not simply female powerlessness. Patriarchy did not rule alone. There was also matriarchy – and there still is.

A revolution is taking place in masculinity, but much of it is below the radar and denied, even when well-documented. This transformation is about much more than "helping" women and addressing their complaints. If we want to hear about it, then we need democratic personal, private and domestic spaces where men feel comfortable to speak. That might generate a more open, less condemning public space. Until then, women will continue to find themselves shouting into the silence about issues that we need to confront together.

Mittwoch, Mai 22, 2013

ARD-Radiofeature fragt: Sind die Maskulisten ein Fall für den Verfassungsschutz?

Dass einige Leute vom rechten Rand der Männerbewegung Verständnis für den Massenmord des norwegischen Rechtsextremisten Anders Breivik geäußert hatten, ist mittlerweile zwei Jahre her und für viele Männerbewegte vermutlich längst Schnee von gestern. Die Öffentlich-Rechtlichen haben dieses Thema hingegen erst jetzt entdeckt und berichten über die Breivik-Versteher nun in einem Radiofeature, das Männerrechtler insgesamt als gefährliche Unmenschen darzustellen versucht. Rolf Homanns Feature lief zunächst heute Abend im SWR und wird im Lauf der folgenden Tage durch die anderen Kanäle der ARD (also SR, BR, RB, NDR, WDR und HR) weitergereicht. In seinem Teaser "Maskuline Muskelspiele – Über die Gefahren des Antifeminismus für die Demokratie" heißt es:

Nach den Attentaten in Oslo und auf der Insel Utøya im Sommer 2011 verfolgt die norwegische Polizei eine Spur im Internet: Sie führt von Anders Breivik zu dem antifeministischen Blogger "Fjordman", der auch in Deutschland Follower hat. Sie nennen sich Maskulisten und haben sich inzwischen über die Bewertung von Breiviks Terroranschlägen zerstritten. Dennoch gewinnen sie an Einfluss. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder fordert eine eigene Männerpolitik; Lifestyle-Magazine und öffentliche Tagungen interessieren sich für eine vermeintliche feministische Verschwörung. Welche Gefahren erwachsen aus den virtuellen Attacken der Maskulisten für die reale Sicherheit in Deutschland?


In einer weiteren Ankündigung der Sendung heißt es gar:

Maskulisten stricken online aus rechtsextremen Verschwörungstheorien ihre Kampagnen. Die Parolen werden mitunter sogar von meinungsführenden Medien aufgegriffen. Das ARD radiofeature fragt bei Experten, Verfassungsschützern und der Bundesregierung nach Ursachen und Maßnahmen gegen maskulistische Umtriebe.


Tja. Und Sie dachten, Sie läsen hier lediglich ein Blog zur Geschlechterdebatte aus Männersicht. Aber das sieht wohl nur nach außen so harmlos aus. In Wahrheit sind wir gerade dabei, die Kontrolle über das erste Bundesministerium zu übernehmen, und wenn sich unsere Jungs erst mal vor dem Kölner Frauenturm abseilen, wird es zu spät für Deutschland sein.

Ich glaube, es war Henryk M. Broder, der einmal sarkastisch anmerkte, die antisemitischen Verschwörungstheorien seien für das Ego vieler Juden sehr aufbauend, weil diese Theorien bei ihnen den Eindruck erwecken, dass sie als winzige Minderheit tatsächlich die Macht hätten, die Weltgeschichte zu lenken. Ich weiß nicht, ob es Homosexuellen genauso geht, wenn ihnen jemand bescheinigt, per "Kulturmarxismus" sämtliche Medien im Griff zu haben. Aber unter den Radikalen in unserer Bewegung dürfte es mit Sicherheit einige geben, die sich endlich ernst genommen fühlen dank dieser Verschwörungstheorie über ihren Einfluss, der nicht nur bis zu Kristina Schröder, sondern sogar zu Lifestyle-Magazinen reichen soll.

Zugestanden: Ich kann nachvollziehen, dass jemand, der seine erste Erfahrung mit Maskulismus macht, indem er die Blogs und Foren der extremistischen Fraktion entdeckt, zunächst von vielem angeekelt ist, was er dort liest, und dass dieser erste Kontakt ein Wahrnehmungsraster auch für spätere Eindrücke bildet. Allerdings erwarte ich von seriösem Journalismus schon, dass er differenziert genug ist, wegen dem Krakeele solcher Forengespenster nicht die maskulistische Bewegung insgesamt zu stigmatisieren. Man kann ein wunderbares Feature über die Fraktion der Breivik-Versteher in dieser Bewegung erstellen. Man kann diesen Ansatz aber auch so überziehen, dass jeder merkt, welche Botschaft hier mehr als nur unterschwellig transportiert werden soll: Nämlich dass dort, wo die bisherige einäugige Geschlechterpolitik des Feminismus kritisiert und etwas für Männer getan wird, der Massenmord schon an der nächsten Ecke lauert. Schon der oben zitierte Teaser ist kein journalistischer Text; er ist reine Propaganda. Es ist daneben, wenn Maskulisten nicht auf der Grundlage ihrer tatsächlichen Anliegen, sondern lediglich als Breivik-Fans beschrieben werden. Das ist ähnlich unangemessen wie wenn man einem Einwanderer die Parteienlandschaft in Deutschland in vollem Ernst so vorstellen würde: "Wir haben eine bürgerlich-konservative Partei, die CDU, eine sozialdemokratische, die SPD, eine liberale, die FDP, und eine, die für den sexuellen Missbrauch von Kindern eintritt, die Grünen." Selbst die Tatsache, dass der Mainstream der Männerrechtler zu vernünftig ist, als sich vor den Karren des Breivik-Lagers spannen zu lassen, kleiden die oben zitierten Teaser mit Worten wie "zerstritten" in eine negative Formulierung.

Wie kommt es zu einem Radiofeature, das so tut, als ob die feministische Ideologie mittlerweile Staatsräson wäre und die Kritik daran ein Ausweis für mangelnde Demokratie? Tatsächlich wird die Breivik-Keule inzwischen gegen so ziemlich jeden eingesetzt, der den Feminismus zu kritisieren wagt. Dabei nimmt der Teaser des Radiofeatures für die Randgruppe der Breivik-Versteher die gesamte Männerbewegung in Sippenhaft, sogar bis hin zu der mehr als zaghaften Männerpolitik des Bundesministeriums für Frauen. Engagierte Männerpolitik und Rechtsextremismus werden in dem Feature so stark miteinander verknüpft, als müsse das eine unweigerlich zum anderen führen. Warum werden plötzlich derart absurd scharfe Geschütze aufgefahren?

Die Antwort ist offenkundig: Vergangene Woche machte die britische Tageszeitung The Guardian deutlich, dass, sobald man sich auch um die Anliegen und Probleme von Männern zu kümmern beginnt, der geschlechterpolitisch einäugige Feminismus seine Alleinherrschaft über das Geschlechterthema verliert. Eine solche Alleinherrschaft geben Ideologen nicht kampflos her. Dies um so weniger, als für dieses Lager ohnehin schon aller Grund zur Panik besteht: Feministinnen wollen sich nicht mehr öffentlich als solche outen, weil ihr Ruf dafür zu schlecht ist, und junge Frauen in Deutschland weisen den Feminismus überwiegend zurück. Leben wir also in einer Gesellschaft voller potentieller UnterstützerInnen für jemanden wie Breivik? Muss deshalb der Verfassungsschutz alarmiert werden? Wohl kaum. Stattdessen entsteht hier der unschöne Verdacht, dass Massenmord politisch instrumentalisiert werden soll, um eine Ideologie vor Kritik zu bewahren.

Ralf Homanns Feature ist Teil einer anhaltenden Propagandawelle, die versucht, den Maskulismus auf Figuren einzuengen, die von keiner der politisch wirklich aktiven deutschen Männergruppen als Verbündete in Betracht gezogen werden. Die Kontroverse zwischen dem Mainstream unserer Bewegung und ihrem "lunatic fringe" in der Forenszene gibt es bekanntlich nicht erst seit Breivik, sondern seitdem sich dieser rechte Rand mit seinen frauen-, schwulen- und fremdenfeindlichen Parolen zu Wort gemeldet hat. Darüber hatte beispielsweise der Rosenheimer Sozialpädagoge und linke Maskulist Wolfgang Wenger in meinem Interview mit ihm ausführlich berichtet. Der Maskulismus ist dem Feminismus unter anderem auch deshalb in ethischer Hinsicht voraus, weil es eine solche deutliche Kritik an den Irrlichtern der eigenen Bewegung im Feminismus nicht gibt – im Gegenteil: Dort werden Aufrufe wie die Twitteraktion #killallmen oder das Manifest Valerie Solanas mit seinen Phantasien, Männer zu vergasen, von den ideologischen Vordenkerinnen mal verharmlost und mal gepriesen, und ein Mitglied der feministischen Gruppe Femen ("Das Blut der Männer wird fließen") erhält ein Podium bei Sandra Maischberger und wird dort von Alice Schwarzer umarmt. Eine Empörung der Öffentlich-Rechtlichen über solche Skandale bleibt aus (schließlich gehört Maischberger selbst dazu), was ihre Empörung über Extremisten in der Männerbewegung schal erscheinen lässt.

Ich habe mit meiner Kritik an den Ausfällen des "lunatic fringe" unserer Bewegung nie hinter dem Berg gehalten. In erster Linie aus ethisch bedingtem Ekel, aber es ist ebenso fatal, was die Fraktion der Breivik-Versteher der Männerbewegung eingebrockt hat. Tatsächlich lautet die zentrale These des Maskulismus nicht anders als dass auch Männer, die diskriminiert oder anderweitig zum Opfer werden, Zuwendung und Unterstützung verdienen. Den Rechtsauslegern in unserer Bewegung haben wir es zu verdanken, dass der Begriff "Maskulismus" inzwischen mit einem Massenmörder assoziiert wird. Die damaligen Stichwortgeber der Anders-Breivik-Versteher haben ihre Blogs längst stillgelegt und sich vom Acker gemacht, und auch die Forenlandschaft hat sich inzwischen deutlich gelichtet. Die Hinterlassenschaften dieser Leute kleben der Männerbewegung allerdings bis heute wie Scheiße am Schuh. Und auch jenseits von Breivik sind die Extremisten bis heute aktiv. Selbst in der Kommentarspalte eines nicht radikalisierten Blogs war es erst vor wenigen Wochen, dass ich Leuten klare Kante zeigen musste, die meinten, in unserer Situation hülfe Männerrechtlern nur noch Gewalt, und zukünftige Historiker würden Anders Breivik bestimmt ganz anders bewerten, so wie es ja auch den Widerständlern im Dritten Reich gegangen sei. Es sind nur wenige Einzelne, die sich hier verbal austoben, aber es ist schon erstaunlich, wie sehr einige Leute die Klappe aufreißen können, solange sie durch ihre Anonymität geschützt sind und andere den entstandenen Schaden ausbaden müssen.

Wäre die Geschlechterdebatte ein Fußballspiel, wäre die Situation für uns Männerrechtler so, als ob eine Gruppe von Leuten mit unseren Trikots auf den Platz läuft, den Ball unentwegt ins eigene Tor zu schießen versucht und dann diejenigen wüst beschimpft, die dieses Verhalten nicht sehr hilfreich finden. Natürlich muss jede neue soziale Bewegung damit leben, dass sie, sobald sie etwas bekannter wird, auch politische Randsiedler anzieht, die sonst nirgends landen konnten. Dieser Automatismus wird auch regelmäßig von den Gegnern solcher sozialer Bewegungen ausgenutzt, um ihre Pfründe vor deren Forderungen abzuschotten. Gewaltaufrufe bis hin zum Mord sind als Steilvorlage für jeden, der Kritik am Feminismus insgesamt als illegitim erklären möchte, allzu verlockend. Nachdem das Unbehagen der Bevölkerung am feministischen Quotenstaat inzwischen unüberhörbar geworden ist, besteht die vielleicht beste Chance der Befürworter dieser Ideologie darin, so zu tun, als wären die einzigen, die den Feminismus kritisieren, absolut indiskutabel, so dass vielen Bürgern nur noch der Weg in die innere Emigration bleibt.

Es gibt eine enorme Bandbreite an Methoden des gewaltfreien Widerstandes, die die Männerrechtsbewegung bislang nicht einmal ausprobiert hat. Der Grund ist bekannt: Es fehlen die nötigen Unterstützer, die sich in derartige Aktionen dauerhaft engagiert einbringen könnten. Diese Unterstützer gewinnt man aber nicht, indem man sich als Bewegung präsentiert, die Verständnis für einen rechtsextremen Massenmörder zeigt. Statt Unterstützer politisch zu gewinnen, argumentieren die Extremisten: Gerade weil man für erfolgsversprechenden Widerstand mit ethisch legitimen Mitteln zu wenig Leute habe, wäre Gewalt vonnöten. Das ist die Art von politischer Ethik, die man bei Neonazis und RAF-Terroristen findet. Und selbst wenn man sämtliches moralisches Denken über Bord werfen würde, stünde hinter dieser Gewaltgeilheit kein politisches Konzept: Welche Form von Gewaltakte sollen denn stattfinden, wer genau soll sie durchführen, was konkret soll damit erreicht werden? Es ist das übliche Die-andern-sollens-mal-machen-Gepolter, nur diesmal in der Variante von "Die andern sollens mal machen, aber gefälligst mit Gewalt!", was einer seriösen, konstruktiven Männerbewegung enorm schadet.

Das Fatale an Ralf Homanns Radiofeature ist nun, dass es der notwendigen Auseinandersetzung der Männerrechtsbewegung mit diesen Randsiedlern einen Bärendienst leistet: Er wirft alles in denselben Topf, so dass seriöse Organisationen wie MANNdat und AGENS neben den Irrlichtern und Radikalen landen. Aufmerksamen Hörern wird nicht entgangen sein, dass auch ich in diesem Feature kurz zu Wort komme. Der Satz, der es über den Schneidetisch des BR geschafft hat, war Teil eines zweistündigen Interviews zu den Anliegen unserer Bewegung, das Ralf Homan mit mir geführt hatte. In diesem Interview erklärte ich Homann alles, was es über unsere Anliegen und die Probleme, die Männer in unserer Gesellschaft haben, zu wissen gibt. Ich konnte bei dieser Gelegenheit auch feststellen, dass er mein Buch "Männerbeben" zu diesem Thema gründlich studiert hatte. Auch die faschistoiden Aspekte im Feminismus hatte ich Ralf Homann gegenüber zweimal erwähnt. Hier war ihm dieses Thema plötzlich herzlich egal. Nichts von all diesen Inhalten scheint für ihn relevant gewesen zu sein. Ich muss inzwischen davon ausgehen, dass Ralf Homann gehofft hatte, mir im Verlauf des zweistündigen Gesprächs irgendeine Äußerung entlocken zu können, die er in einen "rechten" Kontext rücken konnte. Als von mir partout nichts Brauchbares kommen wollte und sich auch in meinem Buch keine entsprechend verwendbare Zeile fand, beschloss Homann offenbar, es dabei zu belassen, dass ich eine zentrale Person in einer Szene bin, die er zuvor pauschal als rechts verunglimpft hatte, und dass ich frecherweise wieder ein feminismuskritisches Blog betreibe. Dass ich den Feminismus von links kritisiere ... solche Petitessen scheinen den Hörer in Homanns Augen nur zu verwirren. "Man kann die schönste Story kaputtrecherchieren" lautet in Journalistenkreisen ein geflügeltes Wort.

Wer Genderama aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass die Rechtsaußen-Fraktion von der seriösen Männerbewegung im Laufe der Zeit immer stärkeren Gegenwind bekommen hat. Das feminismuskritische Blog "Stadtfuchsens Bau" etwa bezeichnet die Polterer in seiner Aufgliederung männerrechtlicher Strömungen schlicht als "Idioten", und das Blog Maskulismus für Anfänger stellt klar, dass unter seinen Verweisen auf andere Websites solche mit "menschenverachtenden, rassistischen oder in anderer Weise inhumanen Inhalten" keine Chance haben. "Grobschlächtige Propaganda ist in der Männerbewegung nicht länger willkommen" hieß es dazu kürzlich zusammenfassend in der Kommentarspalte eines weiteren Männerblogs. Womöglich möchte Ralf Homann suggerieren, dass das alles ja doch keinen Sinn habe, weil er und seine Brüder im Geiste ohnehin jede Kritik am Feminismus und jedes Engagement für Männer als "rechts" hinstellen werden. Wenn das Ihre Strategie ist, lieber Herr Homann, dann werden Sie damit keinen Erfolg haben: Wir zeigen gewaltgeilen Rechtsauslegern nicht deshalb klare Kante, weil wir uns dadurch freundlichere Radiosendungen erhoffen, sondern weil das schlicht eine ethische Notwendigkeit darstellt.

Was die zuletzt von mir erwähnten Blogs angeht, zeigt sich in der deutschen Männerbewegung übrigens eine Entwicklung, die in der internationalen Community als "second wave" bezeichnet wird. Eines der weltweit bekanntesten maskulistischen Blogs, A Voice for Men, nannte Anfang des Jahres folgende Kennzeichen dieser zweiten Welle:

* Nationally and internationally networked (as opposed to the poorly networked 1st wave);

* Inclusive of all: women, men, straight and gay, trans, white, black are actively involved (as opposed to predominant hetero white of the 1st wave);

* Strictly anti violence (as opposed to occasional violence tolerance of 1st wave)

* Anti-domination of MRM by traditionalism (which dominated 1st wave);

* Anti-domination by partisan politics (1st wave was dominated by right wing sentiment);

* Inclusive of people of all faiths while having zero tolerance for proselytizers (1st wave had slight dominance by Western religion);

* Are generally anti-feminist, anti-gynocentrism, and anti-misandry (like first wave) and are broadly oriented to human rights principles;

* Are more committed to building bridges between the MRM and the general community (unlike 1st wave);

* Have elaborated a more thorough socio-political history of misandry and gynocentrism (unlike the patchy attempts of 1st wave);

* Have developed a more sophisticated discourse about sexual/psychological/social/political issues to inform the basis of the MRM (more than 1st wave)

In conclusion, the new wave of thought sweeping through the MRM – now increasingly known as the Men’s Human Rights Movement – has fundamentally demarcated that which went before and that which has gained center-stage now.


Leider krankt auch dieser ansonsten lobenswerte Beitrag daran, dass er das Verhalten des lautstarken "lunatic fringe" der Männerbewegung als stellvertretend für ihre erste Welle betrachtet. Anders als die Wortführer des deutschen Feminismus, die einen deutlichen Drall nach rechts aufweisen, ist das bei den bekanntesten Autoren der Männerrechtsbewegung allerdings nicht der Fall. Beispielsweise erinnere ich mich da an eine Passage die klipp und klar erklärt,

dass es sich die Männerbewegung nicht leisten kann, in irgendeiner Hinsicht konservativ oder gar "reaktionär" zu sein. Tatsächlich wird immer mehr Männern das eigentliche Problem klar: dass die Frauenbewegung es mit der Emanzipation nicht ernst genug meint.


Die zitierte Passage stammt aus dem Vorwort meines Buches "Sind Frauen bessere Menschen?" erschienen im Jahr 2001. Dieses Buch ist eines der Werke, auf deren Grundlage die Männerrechtsbewegung in Deutschland überhaupt erst entstanden ist. Auch auf diese Passage hatte ich Ralf Homann hingewiesen. Auch darüber bewahrte er lieber Stillschweigen, weil sie bei seinem hübsch zurechtgezimmerten Feindbild sonst wohl einigen Schaden angerichtet hätte.

Nachtrag: Inzwischen gibt es von einem weiteren linken Männerrechtler einen ersten treffenden Kurzkommentar zu diesem Feature.

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: "How to Survive a Plague"

Die Lage für die deutsche Männerrechtsbewegung sieht einigermaßen bedrückend aus. Wiederholt weisen wir darauf hin, wie viele Männer infolge einer einseitig ausgerichteten Geschlechterpolitik kontinuierlich zu Tode kommen: von den Opfern eines Gesundheitswesens, das Männeranliegen weniger wichtig nimmt (Stichwort Protatakrebs), über männliche Opfer häuslicher Gewalt mit Todesfolge und die um ein Vielfaches höhere Zahl von Selbsttötungen unter Männern bis zu den international weit überwiegend männlichen Opfer von Genderzid, von tödlich endender Genitalverstümmelung und andere Greuel mehr. All diese Themen werden von Politik und Medien aber weitgehend ignoriert, während der Repressionsapparat der hegemonialen Genderszene Männeraktivisten pauschal als "rechts" brandzumarken versucht und Akteure wie der eifernde Publizist Thomas Gesterkamp nahelegen, dass diese Aktivisten durch einen "Cordon sanitaire" in Quarantäne gesteckt und nicht mehr mit Taxis transportiert werden sollten. Gab es jemals eine politische Bewegung für Bürger- und Menschenrechte, die gegen eine derartige Mischung aus Ignoranz, Verunglimpfung und Hass ankämpfen musste und sich erfolgreich dagegen durchsetzte?

Tatsächlich ist es erst wenige Jahrzehnte her, dass nicht nur irgendeine Bürgerrechtsbewegung, sondern sogar eine Männerbewegung trotz solcher Widerstände letztlich Erfolg hatte. Über sie berichtet der auf den Sundance-Filmfestspielen von 2012 vorgestellte Dokumentarfilm "How to Survive a Plague", der den Kampf von Schwulengruppen wie "Act up" gegen die Seuche AIDS behandelt. AIDS wurde Anfang der achtziger Jahre auch nach zehntausenden Toten von den tonangebenden Politikern der USA, beispielsweise Ronald Reagan, weitgehend ignoriert. Wenn die Seuche überhaupt erwähnt wurde, gab man den Erkrankten wegen ihres Lebenswandels die Schuld an ihrem Schicksal, statt das Problem politisch anzugehen – so wie heute noch Männern und ihrem Lebenswandel die Schuld an ihren gesundheitlichen Problemen und ihrer geringeren Lebenserwartung gegeben wird. (Die von Dr. Matthias Stiehler herausgegebenen Männergesundheitsberichte haben dazu einiges zu sagen.) So wie heute der herrschende Feminismus Männerrechtler und ihre Anliegen ausgrenzt, tat dasselbe damals die ebenso machtvolle katholische Kirche gegenüber den Aktivisten der Schwulenbewegung. Während "How to Survive a Plague" nicht über Forderungen spricht, die Schwulen in Quarantäne zu stecken und sie nicht mit Taxis zu transportieren, gab es derlei Auffassungen damals durchaus. Der republikanische Senator Jesse Helmes wetterte ähnlich gegen Schwulenaktivisten wie Thomas Gesterkamp, Hinrich Rosenbrock & Co. gegen die Männerrechtler. Auf den Einwand eines Journalisten "they just fight for their right to speak" erwidert Helmes in einer Szene des Films "They can speak as long as they don't offend anybody else, I suppose" – eine Position, die genau so auch gegen Mänerrechtler aller Couleur vorgebracht wird. Da sich insbesondere Fundamentalisten ausgesprochen schnell auf den Schlips getreten fühlen, führt diese Haltung zügig zu einem weitreichenden Meinungsverbot.

Wurden Schwulenaktivisten auch damals schon mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht, um sie zu diskreditieren? Überraschenderweise geschah auch das. "How to Survive a Plague" beginnt mit einer Szene, die den damaligen New Yorker Bürgermeister Koch zeigt, als er von Journalisten danach gefragt wird, warum er die Act-up-Protestler zunächst als "Faschisten" später aber als "besorgte Bürger" bezeichnet habe. Koch versucht sich herauszuwinden, indem er antwortet, dass auch Faschisten besorgte Bürger sein könnten. ("Fascists can be concerned citizens.") Und auch von den Medien wurden die Schwulenaktivisten nicht immer freundlich behandelt: Recherchiert man über den Film hinaus zu "Act up", findet man schnell heraus, dass diese Aktivisten von den Medien des Establishments als Unruhestifter dargestellt wurden, die sonst nichts mit ihrer Zeit anzufangen wussten. Solche Schmähungen hielten die Aktivisten aber keineswegs davon ab, die Zusammenarbeit mit den Medien immer wieder zu suchen. "Be not afraid of the media", erklärt die Nachrichtenproduzentin Ann Northrop auf einer Act-up-Protestveranstaltung ihren Zuhörern, "you're talking THROUGH them to the public."

Dabei übergeht "How to Survive Plague" nicht, dass auch "Act up" zeitweise in massive Probleme geraten ist. Sobald etwa die ersten Mitglieder dieser Bewegung Anzeichen eines beginnenden Erfolges vermelden konnten, bildete sich in den Reihen von "Act up" ein lautstarker "lunatic fringe" (duchgeknallter Rand) heraus, der diese Wortführer scharf angriff und radikale Äußerungen damit zu legitimieren suchte, dass Widerrede einen Angriff auf die Meinungsfreiheit darstelle. Diese Kontroverse führte schließlich zu einer Aufspaltung von "Act up" – was dem letztlichen Erfolg dieser Bewegung aber keinen Abbruch tat: Ihr gelang es, so starken politischen Druck zu erzeugen, dass den Mächtigen in den USA fast nichts anderes übrig blieb, als die Suche nach wirksamen Medikamenten zur Bekämpfung von AIDS massiv voranzutreiben, bis diese Krankheit für viele nicht mehr den sicheren frühen Tod bedeutete.

Schwulenrechte sind Männerrechte, und die Männerrechtsbewegung täte gut daran, sich an Initiativen wie "Act up" ein Beispiel zu nehmen statt, wie es durch unseren eigenen "lunatic fringe" geschieht, homophobe Sprüche zu klopfen und Verschwörungstheorien über einen "Kulturmarxismus" zu spinnen, weil die Homosexuellen es geschafft haben, nicht mehr so unsichtbar zu bleiben wie zuvor. Im Gegensatz zu mancher anderen Protestbewegung hatten "Act up" und andere Gruppen Erfolg, weil ihre Aktivisten sich bis ins Detail in die komplexe Materie eingearbeitet hatten, mit der sie es zu tun hatten. Sobald also diejenigen, die zur Zielscheibe ihrer Proteste geworden waren, "Was erwartet ihr eigentlich von uns?" fragten, erhielten sie ganz konkrete Antworten. Zu dieser "brainpower", über die auch die Männerbewegung verfügt, kam allerdings auch eine "street power", die uns noch fehlt und die das Establishment überhaupt erst dazu bringen konnte, guten Argumenten zuzuhören. Im Gegensatz dazu hat es die feministisch geprägte Genderszene noch relativ leicht so zu tun, als wären die Analysen der Männerrechtler indiskutabler Unfug, der die nähere Auseinandersetzung nicht lohne.

Letzten Endes werden die Beharrungskräfte in unserer Gesellschaft die Männerbewegung genauso wenig aufhalten können, wie es ihnen gegenüber der Schwulenbewegung gelungen ist. Sie können lediglich dasselbe erreichen, was dem Establishment auch gegenüber der Schwulenbewegung gelungen ist: sich dem Wandel so lange wie möglich entgegenzustemmen, so dass bis dahin zahllose Menschen gestorben sind, die andernfalls noch am Leben sein könnten.

Dienstag, Mai 21, 2013

"Die Auslöschung aller Männer als Instrument der Gleichstellungspolitik"

In einem aktuellen Beitrag widmet sich Lucas Schoppe dem Problem, wie faschistisches und dem Antisemitismus entlehntes Gedankengut in der feministischen Szene mal verharmlost, mal gefeiert wird. Trotz der Widerlichkeit des behandelten Themas ist Schoppes Artikel in Gänze absolut lesenswert! Ich zitiere hier nur einmal sein Fazit:

Wenn also Feministinnen so tun, als ob nicht etwa faschistische Feministinnen, sondern deren Kritiker das eigentliche Problem seien, dann verfehlen sie die Situation mit staunenswerter Exaktheit. Ich kenne keine soziale oder politische Bewegung im demokratischen Spektrum, die auf Dauer damit durchgekommen wäre, faschistische Positionen und massenmörderische Gewaltphantasien zu kanonisieren und immer wieder neu aufzukochen. Es geht also nicht darum, mit maskulistischer Heimtücke Feministinnen etwas abzuverlangen, was niemandem sonst abverlangt würde – sondern darum, feministische Positionen von allgemeinen, wichtigen Erwartungen an demokratische Politik nicht auszunehmen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es IM Feminismus niemals eine kritische Debatte über Solanas, Daly, Miller Gearhardt und andere gegeben hat – dass es Feministinnen fast ohne Ausnahme überhaupt nicht interessiert, warum offen faschistische Gewaltgier in ihrer sozialen und politischen Bewegung immer wieder eine große Attraktivität gewinnt, und inwiefern etablierte feministische Positionen möglicherweise zu einer so völlig irrwitzigen Anziehungskraft beitragen.

Großbritannien: "Vergangene Woche war Woche des Durchbruchs für die Gleichberechtigung von Jungen und Männern"

Die Website "The Rights of Man", laut Selbstbeschreibung Großbritanniens führende Website, wenn es gegen die sexuelle Diskriminierung von Männern geht, betrachtet die vergangene Woche als ungewöhnlich erfolgreich: Die wenig beneidenswerte Situation von Männern ist endlich als Thema auf der Tagesordnung von Politik und Medien gelandet. Näheres erfährt man hier.

Alice Schwarzer: Amigos und Missbrauch von Fördermitteln?

Die IK-News versuchen weiterhin, die dubiosen Verschiebungen von Geldern zum Nutzen von Alice Schwarzers Frauenturm zu entschlüsseln, und berichten darüber folgendes:

Im Zuge unserer – nun mehr als ein Jahr dauernden – Recherchen stießen wir auf Wände des Schweigens und etliche Ungereimtheiten. Nicht nur in den Ministerien versuchte man, das Thema unter den Teppich zu kehren, auch bei den Prüfstellen gab man sich verschlossen. Mit Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) und Hartnäckigkeit gab es nach langem Gezerre dann doch noch die benötigten Dokumente. Ein Kampf gegen Windmühlen und im Nachhinein aus Sicht der “Amigos” auch nachvollziehbar, es wirkt wie ein Blick in Abgründe.


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Israel: Bekannte Medienpersönlichkeit macht Falschbeschuldigungen gegen Väter zum Thema

Avri Gilad, ein Israeli, der wegen seiner Vielzahl bekannter Produktionen für Radio und TV selbst in dem Wikipedia-Artikel über ihn nicht mit einem Beruf, sondern als "Medienpersönlichkeit" bezeichnet wird, hat jetzt die Epidemie an Falschbeschuldigungen gegen Väter zum Thema gemacht:

"Every day I get e-mails from fathers whose natural right to see their children is denied them by social workers, courts, the police, and what not," Gilad wrote on his popular Facebook page, which is followed by more than 20,000 people. "They cry out and no one listens – sometimes they are even mocked.

"The feminist revolution, which I support wholeheartedly, is felling victims among my brothers, the divorced fathers. In the name of [fighting] thousands of years of discrimination, in the name of an injustice that was done in the past and is done in the present to millions of women in the world, by rapacious men who shame the male sex, the legal systems believe that it is okay to mow down good people, devoted fathers who divorced because they chose to, or because others chose so for them.

"I regret to say that there is a fad of submitting false accusations to the police regarding violence, the fear of violence, sexual abuse and other kinds of lies against good, loving and devoted fathers, whose only sin is that they did not get along with the woman with whom they thought they would live forever.


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Huffington Post: Männerhassender Feminismus mehr als nur ein Mythos

Octavia Sheepshanks stößt zu der wachsenden Schar von Menschen, die allmählich begreifen, dass der reale Feminismus wenig mit der Reklame zu tun hat, die dafür gemacht wird. In der Huffington Post schildert sie ihre Beobachtungen:

Do you believe that all human beings are equal? Then you're a feminist!

Well, such was my naïve belief, until now. While disagreements between supporters of any movement or system of beliefs are unavoidable, I thought that at least human equality was one area in which feminists would unite. I saw the notion of a feminist as being anti-men as merely one of many unjustified stereotypes, such as being ugly, or unwomanly.

Recently, however, I realised that man-hating feminism was all too real. My first experience of this was on Twitter. An article in the Independent had revealed that many men experience lasting psychological trauma at the birth of their children. I was horrified by the experiences described. Unfortunately, certain feminists of twitter were not. One lamented: "They can't even let us have childbirth without fucking whining about what a hard time they have"; another declared that the traumatised men were "just squeamish", a reaction ominously similar to men in decades past who have labelled women as "hysterical". When I tried to explain that the article made the obviously correct assumption that childbirth is more traumatising for women, and simply reported undeniable trauma also experienced by certain men, I was accused of "trolling", and of not knowing "much about feminism". Finally, when I responded by saying that my words were due to a belief that "feminism at its heart should be about women being equal to men", I was met with the response, "it's a women's movement. Men do not get a say in it and they take opportunities to hijack and derail."


Hier geht es weiter. Zum Schluss ihres Artikels gelangt Sheepshanks zu dem Fazit:

It is vital that the women guilty of such alienation swallow their pride and reflect that men should be permitted to have opinions, just like them. Feminism has a severe image problem, and if this is to change, it must present itself as an all-encompassing movement.


Das dürfte den Mainstream-Feministinnen schwer zu vermitteln sein. Bis jetzt kamen sie hervorragend damit durch, nicht-feministischen Männern in der Geschlechterdebatte keine eigene Meinung zuzugestehen (wofür sie bis heute eifrige männliche Unterstützer finden), und das Image-Problem des Feminismus schieben sie auf die Frauenfeindlichkeit des Patriarchats. Ich bin sehr skeptisch, ob diese Bewegung noch reformfähig ist.

Montag, Mai 20, 2013

Monika Ebeling: "Die letzten Bastionen der Retrofeministinnen werden einstürzen"

In einem Interview mit Dr. Bruno Köhler von der geschlechterpolitischen Initiaitve MANNdat blickt Monika Ebeling zurück auf ihr Leben und wie sich die gesellschaftliche Situation von Männern in diesen Jahrzehnten zunehmend verschlimmerte, aber auch zuversichtlich nach vorne.

Sonntag, Mai 19, 2013

Grüne: Ein Triumph der Päderasten

Die Frankfurter Allgemeine setzt sich mit dem Versuch der Geschichtsklitterung in der Partei der selbsternannten Bessermenschen auseinander.

Der Zweck der Männerdiskriminierung: Wie unsere Hochschulen zu Kaderschmieden umgebaut werden

Das Wissenschaftsblog Sciencefiles setzt sich mit der Situation an unseren Universitäten auseinander, wo derzeit die Diskriminierung von Männern und ein ideologischer Umbau Hand in Hand gehen:

Die Offenheit, mit der hier potentiellen männlichen Bewerbern mitgeteilt wird, dass sie sich nicht zu bewerben brauchen, wird nur überboten von der Offenheit, mit der offengelegt wird, dass das Professorinnenprogramm zu keinem anderen Zweck ins Leben gerufen wurde, als einen Bewerbungs-Stopp für männliche Bewerber auf Professuren durchzusetzen. (...) Wir erleben derzeit nicht nur eine Entprofessionalisierung von Universitäten, sondern eine komplette Übernahme von Universitäten durch den Staatsfeminismus. Entsprechend werden sich Universitäten in den nächsten Jahren noch weiter, als sie das sowieso schon haben, von der Suche nach Erkenntnis, der Produktion von Wissen und der ideologischen Freiheit von Forschung und Lehre entfernen. Sie sind auf dem besten Weg, zu Kaderschmieden zu werden, an denen organisierte Gruppen dafür sorgen, dass keinerlei von einer staatsfeministischen Ideologie abweichende Meinungen vertreten oder gar gelehrt werden können und die sich endgültig von einer Stätte der Wissensfindung und Wissensvermittlung zu einer Stätte der ideologischen Indoktrination von und durch Halbtagskräfte entwickeln.


Hier findet man den vollständigen Artikel.

Rechtsextremismus: Forschungsnetzwerk kritisiert Verharmlosung von Frauen

Das beliebte Vorurteil von Frauen als den besseren Menschen hinterlässt die verschiedensten Schäden – auch bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus. Beim Deutschlandradio erfährt man mehr.

Samstag, Mai 18, 2013

Don Trip & Cee-Lo: Letter to my son

Gestern regte ein Genderama-Leser mit dem Verweis auf die Gruppe Pearl Jam zu einer maskulistischen Musik- bzw. Popkritik an. Warum beginnen wir nicht mit einem Blick auf den Song "Letter to my Son" des Rappers Don Trip, in dessen Video der Grammy-Preisträger Cee-Lo Green mitspielt? Es geht darin um eines der Kernthemen der Männerrechtsbewegung, die "entsorgten Väter", die ihre Kinder nicht sehen dürfen. Den Text zu dem Song findet man hier.

Freitag, Mai 17, 2013

Radiotipp: "Wird der Staat zum Tugendwächter?"

Am nächsten Dienstag, dem 21. Mai, geht es ab 17:05 Uhr in der Radiotalkshow SWR2-Forum um das Thema Alles verboten – Wird der Staat zum Tugendwächter? Dabei diskutieren Prof. Dr. Tilman Allert, Soziologe und Sozialpsychologe an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Dr. hc Friedrich Wilhelm Graf, Evangelischer Theologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie Prof. Dr. Felix Ekardt, Rechtsphilosoph und Soziologe an der Universität Rostock, das folgende Problem:

Wem können wir es eigentlich noch recht machen? Wir sollen uns umweltverträglich kleiden, ökologisch essen oder reisen, auf Rauchen und Alkohol verzichten, und wenn wir uns darüber beschweren, dann aber bitte in korrekter Gendersprache. Überall werden wir erzogen, ermahnt und getadelt - vom Staat, von Lobbyisten und Verbänden oder dem Hashtag aus dem Internet. Wer das als Tugendfuror oder Gesinnungspolizei kritisiert, erntet den Shitstorm der Moralstolzen. Aber der Unmut darüber wächst. Der Münchner Theologe Friedrich Wilhelm Graf spricht von Moralstress, den uns die Tugendwächter zumuten. Wie können wir wieder entspannen?


Endlich beginnen also die öffentlich-rechtlichen Medien, ein Problem zu diskutieren, zu dem sie ansonsten massiv beitragen. Offenbar ist der Ärger über die oben erwähnten Entwicklungen inzwischen so groß geworden, dass er nicht länger ignoriert werden kann – dafür hat nicht zuletzt unsere feminismuskritische Bewegung gesorgt. Genießen wir diesen kurzen Moment der Freude, bevor es nächste Woche wieder ganz anders tönt.

Lesermail (Universitäre Frauenquote)

Genderama-Leser Michael N. schreibt mir heute:

Mein Sohn hat mich auf eine sehr interessante Ausschreibung aufmerksam gemacht. So deutlich habe ich das "nur für Frauen" noch nie gelesen.

Ein freundlicher Hinweis darauf im ganz anderen Kontext von Genderama könnte womöglich öffentlich erhellend wirken. Meinem Sohn habe ich gesagt: Er soll all seine fachlich geeigneten Kollegen dazu auffordern, sich zu bewerben und vielleicht zuvor direkt nachzufragen und Gleichbehandlung einzufordern. Nur wenn der Eindruck massiven öffentlichen Interesses besteht, werden die Verantwortlichen mit solchen Schmierengeschichten vorsichtiger werden.

Wahlkampf: SPD fordert Frauenquote für Talkshows

Talkrunden im Fernsehen sollen sich in Zukunft verpflichten, jeweils zumindest eine Quotenfrau mit aufzunehmen. Dies forderte jetzt die SPD-Wahlkämpferin Gesche Joost, die sich in einem Interview mit Spiegel-Online als "echter Fan der Frauenquote" bezeichnet. Wer wissen möchte wie dieser Vorstoß bei der Bevölkerung ankommt, muss nur die Leserkommentare zu dem Artikel studieren: Sie sind durchgehend vernichtend, manche triefen vor Sarkasmus.

MANNdat startet "Champions League des Sexismus"

Männerfeindlicher Sexismus ist für die geschlechterpolitische Initiative MANNdat nicht erst seit der #Aufschrei-Debatte ein Thema. Um die Diskussion darüber voran zu bringen, lässt der Verein jetzt vor Männerhass triefende Äußerungen bekannter Personen gegeneinander antreten, wobei in jeder Runde der männerfeindlichste Spruch gewählt werden kann:

Die 32 Sprüche haben wir nun in 8 Gruppen je 4 Mannschaften zusammengestellt, von denen wir die nächsten Wochen jeweils 4 Mal zwei Gruppen zur Auswahl stellen. Anschließend wird das Viertel-, Halb- und das Finale gevotet.


Hier geht es los.

The Guardian: Wie es zu einer Krise des Feminismus führt, dass man sich um die Männerkrise kümmert

Großbritannien ist Deutschland geschlechterpolitisch noch immer mehrere Jahre voraus. achdem die vielfältigen Problemlagen von Männern immer schwerer ignoriert werden können, haben dort zwei Abgeordnete der linken Labourpartei dieses Thema auf die politische Agenda gesetzt. Verschiedene männerpolitische Projekte sind dadurch im Aufwind. Für die Tageszeitung The Guardian erörtert Glen Poole, wie aus dieser Entwicklung eine Krise für den Feminismus entsteht. Ein Auszug des lesenswerten Artikels:

What many of these [men-friendly] projects demonstrate is that you don't need to take a feminist approach to be successful at tackling gender issues. In fact, even some of the most pro-feminist men's groups will tell you privately that feminist thinking can often be a barrier to helping men and boys. A prime example is the field of sexual abuse, where these groups claim that the women's sector has persuaded the government to exclude charities that specialise in helping male victims from its rape support fund.

This struggle between women's issues and men's issues is played out across the public and charitable sector and is rooted in the belief that gender equality is a women's problem often caused by men. Put simply, women have problems and men are problems.

Looking at a preview's of Abbott's speech, it becomes apparent that Labour's new message about valuing fathers is underpinned with a familiar, negative narrative about disaffected men who are hyper-masculine, homophobic, misogynistic and obsessed with pornography.

Abbott is right to say that there aren't enough men engaged in conversations about manhood, but is it any wonder when modern masculinity is described in such negative terms?

The best way to tackle the problems that men face is to follow the example of the women's sector and build a men's sector filled with independent organisations that are positive advocates for men and boys.

Tackling men's issues in this way requires the women's sector to share the gender equality pie. It also means allowing for a greater diversity of viewpoints, which will ultimately challenge the dominance of feminist thinking in the gender equality sector.

Faced with this eventuality, it is inevitable that women's groups and feminist thinkers will resist attempts to target the problems that men and boys face and try to shift the focus back on to the problems that men and boys cause.

If the Labour party is to tackle Britain's "crisis of masculinity" it will need to face up to the crisis that tackling men's issues creates for feminism. The best way for Labour to do this is by remaining true to the values of its own equalities legislation that allows for men's and women's issues to be addressed in an equitable and proportionate way.

Südafrika: Mehr als 20 Jungen sterben bei Beschneidungsritualen

More than 20 South African boys have died over the past week during coming of age rituals, police said on Thursday, and they blamed botched circumcisions as the likely cause of death.


Hier geht es weiter.

Lesermail (Pearl Jam)

Genderama-Leser Joachim T. mailt mir heute:

Obwohl ich die Musik von Pearl Jam seit langem kenne, ist mir erst jetzt aufgefallen, wie oft Themen des Maskulismus bzw. der Gewalt durch Frauen behandelt werden.

"Alive" handelt von einer Mutter, die ihrem Sohn den Vater vorenthält und den Vater lieber tot sehen möchte.

"Release" ist der Ausdruck einer ganz klar formulierten Sehnsucht nach dem Vater bzw. der Initiation durch ihn zum Mannsein.

"Jeremy" handelt von einem Jungen, der in der Schule gewalttätig wird, nachdem er von seiner Mutter vernachlässigt wurde, und der Vater das nicht erkannt hat. Eine grandiose Strophe beschriebt den modernen Umgang von Frauen mit Jungen sehr treffend "And the boy was something that mommy wouldn't wear."

"Rearviewmirror" thematisiert Gewalt gegenüber Männer. Das "Time to emancipate " spicht Bände in einer Zeit, da dieses Wort für Frauen reserviert war.

In "Daughter" geht es dem Songschreiber zufolge um ein Mädchen mit Lernschwierigkeiten. Im Songtext wird dabei allerdings nur die Mutter thematisiert, die die Tochter offensichtlich unter Druck setzt und Gewalt anwendet.

Dabei war die Gruppe durchaus zu kritischen Tönen gegenüber Männer fähig, z. B. in dem Song "Nothingman".

Ich könnte jetzt weitere aufzählen, aber ich denke, Männer sollten die Texte selbst erforschen. Da bei vielen Gruppen aber eigentlich immer der Mann gewalttätig und böse ist und in Songtexten eher die Suche nach der Freundin oder Mutter stattfindet, ist Pearl Jam einfach zu interessant. Vielleicht ein Ansporn zu einer maskulistischen Musikkritik?

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