Sonntag, Dezember 04, 2016

Vermischtes vom 4. Dezember 2016

1. Der aktuelle SPIEGEL schildert in Philipp Oehmkes Artikel "Das PC-Monster" auf den Seiten 132-138 genau jene Dinge über die Zustände in den USA, über die auch Genderama in den letzten Jahren immer wieder berichtet hat – Zustände, über die sich hierzulande kaum jemand interessierte, solange sie Donald Trump nicht zum Präsidenten gemacht hatten:

Quer durchs Land haben teils hysterische "social justice warriors", Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, wie sie spöttisch genannt werden, eine Spur der Verwüstung hinterlassen. (...) Vor lauter Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung und den damit verbundenen Mikroaggressionen übersähen sie, was Donald Trump erkannt habe: Die meisten Menschen in den USA sind nicht unglücklich oder wütend wegen ihres Geschlechts, ihres Personalpronomens oder eines fehlenden Warnhinweises vor der Lektüre von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" (wegen Misogynie). Sie sind wütend, weil sie ihre Miete nicht zahlen können und das Gefühl haben, dass dies keinen interessiert, während sich die liberal-progressive Öffentlichkeit darüber streitet, ob Transsexuelle nun die öffentliche Toilette ihres biologischen oder ihres gefühlten Geschlechts benutzen sollten.

(...) Wenn überall Mikroaggressionen lauern und Trigger-Warnungen nötig sind, lässt sich irgendwann über vieles gar nicht mehr reden. Die Kinder der 68er haben die Freiheiten, die die Eltern erkämpft hatten, als selbstverständlich genommen und achselzuckend ausgelebt. Die Enkel der 68er wollen Teile dieser Freiheiten nun wieder zurücknehmen. Die ursprünglich höchste dieser von der linken Studentenbewegung einst erstrittenen Errungenschaften wird inzwischen paradoxerweise vor allem von den Populisten und den Rechten reklamiert: die freie Rede.

(...) Die Begriffe, die die Studenten von heute benutzen, kommen mehr oder weniger alle aus der feministischen Terminologie. (...) Dass diese Phase ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der das Land einen Präsidenten gewählt hat, der für Rassismus und Sexismus steht, könnte der Bewegung Kraft und Legitimation verschaffen. Es könnte auch dazu führen, dass sie ihr Opferselbstverständnis hinter sich lässt. Dass sie sich (...) auf die Fragen von Klasse und Armut besinnt. Hätte man das vor 20 Jahren getan, würde Trump in ein paar Wochen wahrscheinlich nicht Präsident werden.


Das ist in der Tat die große Frage: Wird durch Trumps Präsidentschaft der Furor der Social Justice Warriors nur noch weiter eskalieren oder wird man sich dort darauf besinnen, dass dieser Furor eine selbstzerstörerische Strategie für die Linke war?



2. Für die erstgenannte Variante spricht, dass die Jagd auf vermeintliche Frauenfeindlichkeit inzwischen ein lukratives Geschäftsmodell darstellt, wie etwa in Australien die Journalistin Miranda Devine erläutert:

Take a traditionally male institution, add a media-driven sexism scandal, and call the gender experts of Broderick & Co to the rescue.

She’s produced reports to shock the nation, at upwards of $5,000 per page, showing that sexism, bullying, sexual harassment, and even rape, are rampant across the institution, and only a feminist agenda will save it.

The genius of this business model is that the institutions themselves pay for the reputational damage which ensues when unsubstantiated allegations of gender atrocities are unveiled.

"It’s like the Chinese who ask the family to pay for the cost of the bullet for the execution," said a leader in one organisation which contemplated a Broderick Review.

The upside of the charade is Fairfax Media and the ABC will get off your back, for a time, because you’ve admitted your masculine culture is deplorable, and you’re "doing something" about it with an approved person from a politically correct organisation.


Hier geht es weiter.



3. Ebenfalls in Australien unterstützt eine Feministin das Recht von Männern, wenn ihre Partnerin schwanger wird, sich gegen eine Elternschaft zu entscheiden, also eine "financial abortion" vorzunehmen.

Samstag, Dezember 03, 2016

Vermischtes vom 3. Dezember 2016

1. Im Weser-Kurier berichtet Jürgen Theiner über die wachsende Militanz des Genderlagers:

Sie beanspruchen für sich, verbindlich zu definieren, welche Positionen in der gesellschaftspolitischen Debatte noch zulässig sind. (...) In der Logik der selbst ernannten Diskurswächter ist das Niederbrüllen Andersdenkender, das Sprengen ihrer Veranstaltungen legitim.

Die Leute, die am Montagabend im Schnoor krakeelten, halten sich vermutlich für links. Dabei sind sie einfach nur engstirnig und borniert. (...) Viele geistreiche, gebildete Linke früherer Jahre sahen ihr Ziel darin, den politischen Gegner mit ihrem Intellekt in die Knie zu zwingen. Ihre kümmerlichen Nachfahren entziehen sich der Auseinandersetzung. Es reicht ihnen, auf dem hohen Ross moralischer Überlegenheit zu sitzen.


Die Frage ist, ob ihre "kümmerlichen Nachfahren" eine Alternative besitzen. Nicht jede Ideologie kann in intellektuellen Auseinandersetzungen siegreich sein. Für manche Ideologien wäre diese intellektuelle Auseinandersetzung der Todesstoß.

Aber wann berichten nicht nur Regionalzeitungen wie der Weser-Kurier sondern auch überregionale Leitmedien kritisch, dass sich das feministische Lager nur noch durch Niederbrüllen behaupten kann?



2. In den USA sind Frauen aufgebracht und empört. Der Grund: Kindesunterhalt soll zukünftig nur noch Kindern zugute kommen und nicht mehr beim Friseur und in Nagelstudios ausgegeben werden dürfen.



3. Die Washington Post blickt noch einmal zurück auf das Scheitern Hillary Clintons und seine Gründe:

I know quite a few people (men and women) who were, in fact, excited by the prospect that Clinton would become the first female president. Every single one of them, however, was a dedicated Democrat who would have voted for Clinton regardless. I didn’t come across a single independent or Republican friend, in "real life" or in social media, who found the breaking-the-glass-ceiling meme the least bit compelling. Indeed, some found it off-putting that the Clinton campaign seemed to want them to vote for her in part BECAUSE she was a woman.




4. An der US-amerikanischen Clark Universität zählt es inzwischen auch als Vergewaltigung, wenn man dem gewünschten Partner Dinge sagt wie "Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit jemandem zusammen sein will, der keinen Sex mit mir haben möchte."

"Coercion is the use of emotional manipulation to persuade someone to something they may not want to do – like being sexual or performing certain sexual acts. Examples of some coercive statements include: ‘If you love me you would have sex with me.’, ‘If you don’t have sex with me I will find someone who will.’, and ‘I’m not sure I can be with someone who doesn’t want to have sex with me.’ Coercive statements are often part of many campus acquaintance rapes. Being coerced into having sex or performing sexual acts is not consenting to having sex and is considered rape/sexual assault," the college concludes.


Die Publizistin Amy Alkon, hauptberuflich Autorin von Ratgebern zum guten Benehmen im 21. Jahrhundert, kommentiert:

Under this definition, yes, bringing a woman flowers because you're hoping to get in her pants is "emotional manipulation."

(...) What underlies so much in this Clark U booklet is hatred of men, fear of men, and the notion that if you're born with a vagina, you're basically this fragile little baby bunny, entirely lacking in self-determination ... to the point where some man need only put a dozen posies in front of you and you'll drop trou (or whatever) and bend over for him to stick it in.

As I've said before: Count me the fuck out.




5. In Kanadas Hauptstadt Ottawa wurde eine Vorführung der Männerrechtler-Doku "The Red Pill" in einem Kino verhindert. Allerdings wurde die Veranstaltung daraufhin nicht abgesagt, sondern nur verlegt. Die Ottawa Sun und die CBC News berichten, wobei auch Cassie Jaye zu Wort kommt:

"I've noticed that most of us are very quick to laugh and scoff at men's issues but if the genders were reversed that would be hateful, hate speech, sexist, misogynist. So that was what was really challenging me during filming — my sexism, I guess, toward men's issues," she told CBC News, adding that her own struggle became part of the documentary.


Die Feministin Julie Lalonde hingegen befürwortet das Filmverbot und hält die Proteste von Männerrechtlern für Unsinn:

"They want to be painted as these poor victims of censorship because it feeds into this narrative that they constantly have that women get all the services, women get all the conversation and these men are left in the dust," she said. "This idea of freedom of expression, oh my God, it is so abused in this country. ... No one has the right to have their film shown. And if you are proud to say your film is very controversial, it makes people uncomfortable, then don't be surprised if people don't want to see it or people don't want to show it."


Währenddessen meldet die Twitter-Timeline von Cassie Jaye, dass die Vorführung des Films an der Universität Toronto – wo es noch vor vier Jahren von Gewalt begleitete Belagerungszustände gab, weil Feministinnen und andere radikale Linke den Männerrechtler Warren Farrell nicht über die Probleme von Jungen sprechen lassen wollten – zu einem vollen Haus führte. Hier kann man sich einige Fotos des vollbesetzten Saales anschauen. Der Vorführung waren allerdings über die letzten Jahre hinweg etliche hitzige Kontroversen zwischen Feministinnen und Männerrechtlern vorausgegangen, worüber Genderama kontinuierlich berichtete. Während beispielsweise Feministinnen immer wieder mal neue militante Aktionen ankündigten und Männerrechtler vereinzelt sogar mit Morddrohungen konfrontiert wurden, erwog die Uni Tornto zunächst, Männerrechtler für feministischen Vandalismus zahlen zu lassen (ohne Männerrechtler gäbe es diesen Vandalismus schließlich nicht) beziehungsweise von vorneherein eine Art Schutzgeld einzufordern. (Beides wurde schließlich durch ein Machtwort des Uni-Präsidenten unterbunden.) Ohne solche Kontroversen werden Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung auch hierzulande nicht zu haben sein. Das haben nicht zuletzt die Attacken auf den ersten ganzheitlichen Genderkongress in Nürnberg gezeigt.

Freitag, Dezember 02, 2016

Vermischtes vom 2. Dezember 2012

1. Der Journalist Nicolaus Fest wundert sich über Verrücktheiten des Alltags:

Mit der Begründung, dass Geschlecht nur ein soziales Konstrukt ist, habe kürzlich ein habilitierter Wissenschaftler mit exzellenten Examina seinen Vornamen von Klaus in Claudia geändert und sich so auf einen Gender-Lehrstuhl einer deutschen Universität beworben. Antwort der Verwaltung: In solchen Fällen zähle allein die biologische Prägung.




2. Der neue Kinofilm Die Hände meiner Mutter behandelt sexuellen Missbrauch von Frauen an ihren Söhnen. In "Jetzt", dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, erörtert Kolja Haaf, warum sie mit diesem Thema nicht klar kommt:

Man hat irgendwie das Gefühl, dass es diesen Film nicht geben sollte, dass er keinen Sinn ergibt, dass da irgendjemand was falsch verstanden hat. (...) Es muss ein Versehen der Natur sein, ein Missverständnis. Nur, woher kommt er, dieser seltsame, ungläubige Grusel? Äußert sich hier ein tief verwurzelter Sexismus? Oder ist es vielleicht eine instinktive, angeborene Scheu?


Natürlich dreht es der Film/die Autorin zuletzt so, dass Männer/das Patriarchat an allem Schuld sind, anders können viele dieses Thema wohl überhaupt nicht mit ihrer Ideologie in Übereinklang bringen. Und zu einem eigentlich selbstverständlichen Satz hat es offenbar enorme Überwindung gebraucht:

Zu echter Gleichberechtigung gehört es wohl auch, Frauen zuzugestehen, dass sie Täterinnen sein können.


Währenddessen haben viele die Frage "Äußert sich hier ein tief verwurzelter Sexismus?" wohl längst mit "Ja" beantwortet.



3. Auch Broadly, ein Ableger des Newsportals Vice, berichtet über die aktuelle Studie, auf die Genderama vor einigen Tagen hingewiesen hatte, und spricht von einer Epidemie von Männern, die von Frauen vergewaltigt werden.

Ich muss bei solchen Meldungen immer wieder an die Bloggerin Meike Lobo denken, die im Rahmen der #Aufschrei-Debatte erklärt hatte, Kommentare mit dem Hinweis, Männer seien auch Opfer von beispielsweise sexueller Gewalt, "durch die Bank" nicht freizuschalten: "Vor dem ungeheuren, ja, ungeheuerlichen Berg sexueller Gewalt, der Frauen weltweit jeden Tag ausgesetzt sind, empfinde ich solche Äußerungen als selbstgerecht, höhnisch und verachtend."

Ich schätze, es gibt ziemlich viele Menschen, die mit diesem selbstgerechten Opfer-Abo über lange Zeit unterbunden haben, dass die tatsächliche Höhe männlicher Opfererfahrungen bekannt gemacht wurde, was wiederum dazu führte, dass sie sich einreden konnten, diese Erfahrungen seien im Vergleich zu den Erlebnissen von Frauen ja ein Mückenschiss, weshalb unterbunden werden musste, darüber zu sprechen, und so weiter in einem Zirkelschluss der Widerwärtigkeit.



4. Männer sind jetzt das unterdrückte Geschlecht titelt die britische Daily Mail unter anderem mit Bezug auf Cassie Jaye. Bemerkenswert: Die Autorin des Artikels, Linda Kelsey, verortet sich selbst als Feministin. Auch der Londoner Evening Standard berichtet.

Mittwoch, November 30, 2016

Vermischtes vom 30. November 2016

1. Das vorgestern vom Bundesfrauenministerium veranstaltete Treffen zum Zukunftsgespräch "Vater sein braucht ZEIT" hat dem Blogger Jochen König überhaupt nicht gefallen. Wenn man allerdings an Jochen Königs Polemik gegen Cassie Jayes Dokumentation "The Red Pill" und seiner darin offenbarten Ablehnung der Männerbewegung zurückdenkt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Auftritt von Männer- und Väterrechtlern bei diesem Treffen offenbar wirklich stark war. Auch wenn Ministerin Schwesig selbst natürlich mal wieder fehlte – vermutlich weil keiner der Väterrechtler die 7000 Euro dabei hatte, mit der sich Schwesig und andere SPD-Granden ihre Anwesenheit gerne bezahlen lassen.



2. Viele Väter sagen sich: "Ich würde für die Familie weniger arbeiten, aber schadet das nicht der Karriere?" Eine neue Gehaltsstudie zeigt: Diese Sorge ist berechtigt. Väter in Teilzeit bekommen weniger Stundenlohn.



3. Du sollst Gott nicht lästern, forderte früher die Kirche. Heute ist an die Stelle Gottes die Gender-Ideologie getreten. Um deren Kritiker mundtot zu machen, sucht die Evangelische Kirche nach Strategien:

In den angebotenen Workshops stehe die Arbeit an konkreten Gegenstrategien gegen die Gender-Gegner im Mittelpunkt. Es solle erörtert werden, wie sich "kirchliche Funktionsträger_innen" wirksam und angemessen positionieren könnten.

Zu den Referenten der Tagung gehören die Journalistin und Feministin Katrin Rönicke, der Publizist Andreas Kemper und die Pfarrerin Eli Wolf, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit einer Grünen-Politikerin liiert ist.




4. Wie die Londoner Times berichtet, behindert die Angst vor Sexismus-Vorwürfen inzwischen die Gehirnforschung:

Women’s health is being put at risk because researchers have ignored gender differences in the brain out of fear of being labelled sexist, scientists have claimed.

Male and female brains can respond differently to drugs for conditions such as stroke, but for years neuroscientists have feared being "a pariah in the eyes of the neuroscience mainstream" if they highlighted the difference, according to a guest editor of a special edition of the Journal of Neuroscience Research.


Der britische Telegraph greift die Berichterstattung der Times auf. Wie man dadurch erfährt, gefährdet die feministische Korrektheit auch die Gesundheit von Männern:

Lazaroids, a rejected stroke treatment, may have worked for men but was deemed as no longer working after being used on both sexes.


Die Argumentation der Saboteure solcher Forschung ist nachvollziehbar: Da der Genderlehre zufolge Geschlecht sozial und nicht biologisch konstruiert ist ("Biologismus" gilt in der Genderszene als rechtsradikal), kann die Erforschung von Geschlechtsunterschieden im Gehirn politisch und moralisch unmöglich legitim sein.

Vermutlich entspricht Gehirnforschung auch aus der Perspektive der Evangelischen Kirche der Genderlästerung. Gottlob kann die Kirche auf jahrhundertelange Erfahrung zurückgreifen, wenn es darum geht, der Aufrechterhaltung eines bestimmten Weltbilds zuliebe wissenschaftliche Forschung zu unterdrücken. Vielleicht kann Andreas Kemper wenigstens veranlassen, dass dieses ketzerische Zeug aus der Wikipedia rausgehalten wird.



5. Viele Medien berichten gewohnt unkritisch über eine EU-Studie, der zufolge angeblich ein Viertel aller Befragten Sex ohne Einwilligung unter Umständen akzeptabel findet. Die Bloggerin "Erzählmirnix" karikiert diese Lust am Skandalisieren in einem Comic.



6. Um dagegen zu protestieren, dass Frauen für Donald Trump nur Sexobjekte sind, strippt ein Model jetzt in der New Yorker U-Bahn. Bento ist voller Solidarität.



7. Plakate, die auf die Vorführung von The Red Pill in Toronto hinweisen, werden abgerissen und verschandelt. Feminismus und Maskulismus sind wirklich nicht gleichzusetzen: Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem Maskulisten dasselbe vor feministischen Veranstaltungen getan haben. Unter Feministinnen ist es Usus.



8. Mehr Irrsinn von amerikanischen Hochschulen:

Twice in the past month, graffiti appeared in three bathrooms on Pitzer College’s campus, naming students who were allegedly "perpetrators of rape culture" and "perpetrators of sexual assault."

The first time the names appeared on the bathroom walls, on Oct. 26, administrators painted over them — but the next day, the graffiti was back.

(...) The Pitzer Advocates for Survivors of Sexual Assault, a student organization, wrote in a campus-wide email that the graffiti was potentially deeply triggering.

"The danger of being confronted with the name of a past assaulter in this manner has the potential to be extremely re-traumatizing, and we want to encourage cognizance of this reality," they said.

(...) According to the Student Life, the weekly student newspaper, the list of names included two members of the Pitzer Advocates for Survivors of Sexual Assault. Both students named in the graffiti resigned, "which temporarily leaves the group without male-identifying advocates."




9. Die Post. Ein Lehrer unter den Genderama-Lesern weist mich auf einen ZEIT-Artikel über das aktuelle Ergebnis des Schulvergleichstest TIMSS ("Trends in International Mathematics and Science Study") hin, bei dem alle vier Jahre mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Viertklässlern verschiedener Länder untersucht werden. Es zeigt sich, dass die Leistungen deutscher Schüler stagnieren, was in dem Artikel so begründet wird:

Der deutliche Vorsprung der Jungen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften vor den Mädchen existiert nicht mehr. Die Angleichung lag an den Jungen, die sich verschlechterten, während ihre Mitschülerinnen die Leistungswerte hielten oder leicht verbesserten.


Mein Leser kommentiert:

Schuld haben wieder mal die Jungs (Männer), denn sie wurden schlechter und können im Mittel den Schnitt nicht mehr nach oben drücken.

Um diesen Umstand zu bereinigen gibt es auch gleich Vorschläge seitens der Bildungsforscher: "Aufgrund der TIMSS-Ergebnisse empfehlen die Schulforscher der deutschen Bildungspolitik die gezielte Unterstützung für leistungsschwache und auch herausragende Schüler, eine bessere Lehrerbildung und spezielle Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund."

Keine Rede mehr von den Jungs als Bildungverlierer, die gezielt gefördert werden müssten! Die Verschlechterung in diesem Bereich deckt eins auf: Bisher wurden die Jungs (die man durchaus als herausragende Schüler im Bereich Mathematik bezeichnen könnte) gezielt nicht gefördert, weshalb sie sich verschlechterten. Lässt sich hier von gezielten Vernachlässigung sprechen? Zugunsten der Mädchen, die das Niveau hielten oder leicht verbesserten? Ja.

In meinem Lehramtsstudium an einer Pädagogischen Hochschule habe ich einem Studienmodul über Diagnose im Bereich Mathematik erlebt, was es heißt, wenn Grundschullehrkräfte (ca. 95% weiblich) ohne oder mit unzureichenden mathedidaktischen Kenntnissen das Fach Mathematik unterrichten. Die Ergebnisse bekomme ich heute in der Sekundarstufe I als Mathe-Opfer der Grundschule. Es ist ein Trauerspiel.

Statt die Fächer Mathematik und Deutsch für Grundschul-Lehrkräfte bindend zu machen, können Grundschullehrerinnen mit den Fächerkombinationen Politik, Geschichte und Kunst an Grundschulen lehren. Für mich eine Folge verfehlter Gleichstellungspolitik: Damit mehr weibliche Lehrkräfte an Grundschulen eine Chance auf Einstellung bekommen, werden die Anforderungen herabgesetzt. Wer würde es angesicht dieser Ergebnisse wagen, von einer Quote für mehr Männer im Grundschuldienst zu sprechen?

Dienstag, November 29, 2016

Vermischtes vom 29. November 2016

1. Heute fange ich entgegen meiner üblichen Gewohnheiten mit einem englischsprachigen Beitrag an, denn das hier ist eine große Sache. Eine umfassende neue Studie zu sexueller Gewalt bestärkt die Auffassungen der Männerrechtsbewegung deutlich:

Today, the fruits of that research were published in another peer-reviewed paper, "Sexual Victimization Perpetrated by Women: Federal Data Reveal Surprising Prevalence." Co-authored with Andrew Flores and Ilan Meyer, it appears in Aggression and Violent Behavior. Once again, federal survey data challenged conventional wisdom.

"These surveys have reached many tens of thousands of people, and each has shown internally consistent results over time," the authors note. "We therefore believe that this article provides more definitive estimates about the prevalence of female sexual perpetration than has been provided in the literature to date. Taken as a whole, the reports we examine document surprisingly significant prevalence of female-perpetrated sexual victimization, mostly against men and occasionally against women."

Those conclusions are grounded in striking numbers.

The authors first present what they learned from the The National Intimate Partner and Sexual Violence Survey, an ongoing, nationally representative survey conducted by the Centers for Disease Control and Prevention that measures both lifetime victimization and victimization within the 12 months prior to questioning. Only the 2010 report provides data on the perpetrator’s sex. It found that over their lifetime, women were vastly more likely to experience abuse perpetrated by men, as were male victims who were penetrated without their consent. "But among men reporting other forms of sexual victimization, 68.6% reported female perpetrators," the paper reports, while among men reporting being made to penetrate, "the form of nonconsensual sex that men are much more likely to experience in their lifetime ... 79.2% of victimized men reported female perpetrators."

Next they turn to the National Crime Victimization Survey, conducted by the Bureau of Justice Statistics. This survey focuses on violent crime. After pooling and analyzing the data gathered in the years 2010 through 2013, the authors found female perpetrators acting without male co-perpetrators were reported in 28 percent of rape or sexual assault incidents involving male victims and 4.1 percent of incidents with female victims. Female perpetrators were reported in 34.7 percent of incidents with male victims and 4.2 percent of incidents with female victims.

(...) Among adults who reported sexual contact with prison staff, including some contact that prisoners call "willing" but that is often coercive and always illegal, 80 percent reported only female perpetrators. Among juveniles, the same figure is 89.3 percent. Queer men and women were two to three times more likely to report abuse. "The disproportionate abuse by female staff members does not occur because women are more often staffing facilities," the authors write. "Men outnumber women by a ratio of three to one in positions requiring direct contact with inmates."

Then there’s the finding that surprised me most:

... while it is often assumed that inmate-on-inmate sexual assault comprises men victimizing men, the survey found that women state prisoners were more than three times as likely to experience sexual victimization perpetrated by women inmates (13.7 percent) than were men to be victimized by other male inmates (4.2 percent) (Beck et al., 2013).

The authors also note a 2011 survey of 302 male college students. It found that 51.2 percent reported "at least one sexual victimization experience since age 16."

About half of the victims reported a female perpetrator.

As well, "a 2014 study of 284 men and boys in college and high school found that 43 percent reported being sexually coerced, with the majority of coercive incidents resulting in unwanted sexual intercourse. Of them, 95 percent reported only female perpetrators. The authors defined sexual coercion broadly, including verbal pressure such as nagging and begging, which, the authors acknowledge, increases prevalence dramatically."

And "a 2012 study using data from the U. S. Census Bureau’s nationally representative National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions found in a sample of 43,000 adults little difference in the sex of self-reported sexual perpetrators. Of those who affirmed that they had ‘ever forced someone to have sex with you against their will,’ 43.6 percent were female and 56.4 percent were male."

Finally, there is reason to fear that abuse by female perpetrators is under-reported:

Tellingly, researchers have found that victims who experience childhood sexual abuse at the hands of both women and men are more reluctant to disclose the victimization perpetrated by women (Sgroi & Sargent, 1993). Indeed the discomfort of reporting child sexual victimization by a female perpetrator can be so acute that a victim may instead inaccurately report that his or her abuser was male (Longdon, 1993).

Male victims may experience pressure to interpret sexual victimization by women in a way more consistent with masculinity ideals, such as the idea that men should relish any available opportunity for sex (Davies & Rogers, 2006). Or, sexual victimization might be reframed as a form of sexual initiation or a rite of passage, to make it seem benign. In some cases, male victims are portrayed as responsible for the abuse. Particularly as male victims move from childhood to adolescence, they are ascribed more blame for encounters with adult women.

And according to the paper, when female abusers are reported, they are less likely to be investigated, arrested, or punished compared to male perpetrators, who are regarded as more harmful.

The authors completed their research and writeup long before multiple sexual assault allegations roiled the 2016 presidential race. Even so, they were sensitive to the possibility that "a focus on female perpetration might be skeptically viewed as an attempt to upend a women’s rights agenda focused on male-perpetrated sexual victimization." As they see it, "attention to female perpetration is consistent with feminist approaches that take into account power relations, intersectional analyses, and the imperative to question gender-based stereotypes."

Stereotypes about women "include the notion that women are nurturing, submissive helpmates to men," they write. "The idea that women can be sexually manipulative, dominant, and even violent runs counter to these stereotypes. Yet studies have documented female-perpetrated acts that span a wide spectrum of sexual abuse."

They argue that female perpetration is downplayed among professionals in mental health, social work, public health, and law, with harmful results for male and female victims, in part due to these "stereotypical understandings of women as sexually harmless," even as ongoing "heterosexism can render lesbian and bisexual victims of female-perpetrated sexual victimization invisible to professionals."

(...) The authors conclude that in a better world, those charged with responding to sexual victimization would be both gender inclusive, addressing "all victims and perpetrators, regardless of sex," and gender sensitive, understanding how prevailing norms "influence women and men in disproportionate or different ways."


Das ist natürlich exakt die Situation, auf die ich seit 16 Jahren hinweise: Sexuelle Gewalt durch Frauen ist weit höher als viele denken. Sie bleibt unsichtbar, weil viele frauen für bessere Menschen halten und Hinweise auf die tatsächlichen verhältnisse als "antifeministisch" und "frauenfeindlich" abgetan werden – Beschimpfungen, mit denen manche uns Männerrechtler seit Jahren abkanzeln. Wer sich für Gewaltopfer beiderlei Geschlechts einsetzt, soll als Unperson aus der Debatte ausgegrenzt werden. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis diese Zahlen auch in einem linksliberalen Magazin wie The Atlantic angekommen sind.



2. Mogis, eine Initiative gegen Genitalverstümmelung, beleuchtet die dunkle Seite von WHO, Unicef & Co., sobald es um Beschneidungen geht.



3. Wie unter anderem die Welt berichtet, sterben im Straßenverkehr deutlich mehr Männer als Frauen:

Eine Ursache sei die riskantere Fahrweise der Männer, sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Versicherer. Ähnlich sieht es der ADAC. "Frauen fahren im Schnitt regelkonformer als Männer", sagte Sprecherin Christine Rettig.


Das ist natürlich die übliche Männer-sind-selbst-dran-schuld-Rhetorik, die immer wieder zum Einsatz kommt, wenn von einem Problem weit überwiegend Männer statt Frauen betroffen sind. Die ehemalige Goslarer Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling kommentierte diese Rhetorik auf Facebook:

Aha, Männer verhalten sich im Straßenverkehr also weniger regelkonform und fahren auf Risiko. Selbst schuld am eigenen Tod? Ist ja eigentlich eine ziemlich populistische Argumentation. Wie wäre es, einmal genauer hinzuschauen? Könnte es vielleicht sein, dass Männer mehr Kilometer machen müssen als Frauen? Könnte es vielleicht sein, dass sie beim Autofahren deutlich höher unter Streß sind, weil sie Fahrzeiten einhalten, Arbeitsaufträge mit dem Fahrzeug erledigen müssen? Könnte es vielleicht weitere Gründe für die drei Mal so hohe Todesrate von Männern im Straßenverkehr geben? Ich bin mir sicher, würden drei Mal so viele Frauen wie Männer im Straßenverkehr sterben, man würde schnellstmöglich präventiv tätig werden, und auf der politischen Agenda stünde, die Todesrate von verunglückten Frauen im Straßenverkehr innerhalb von drei Jahren deutlich verringern zu wollen.




4. In der Neuen Zürcher Zeitung analysiert Mark Lilla, wie Identitätspolitik, also das alleinige Fokussieren auf die Probleme bestimmter Minderheiten, zum Schweitern der Linksliberalen führte:

Die moralische Energie, mit der die Identitätsfrage verhandelt wurde, zeitigte zweifellos viele positive Resultate. Die Affirmative Action hat der Unternehmenskultur eine neue Gestalt und frische Impulse gegeben. Den Weckruf, der von der Organisation Black Lives Matter ausging, hat jeder Amerikaner vernommen, der ein Gewissen in sich trägt. Hollywoods Bemühen, Homosexualität als normalen Teil unserer Populärkultur zu zeigen, hat dazu beigetragen, dass wir sie auch in unseren Familien und im öffentlichen Leben als etwas Normales akzeptieren. Aber die in Schulen und in der Presse gepflegte Fixierung auf die Diversität hat eine Generation von Linksliberalen und Progressiven hervorgebracht, die in narzisstischer Blindheit gegenüber den Lebensrealitäten ausserhalb ihrer eigenen Gruppe verharren und keinerlei Verpflichtung fühlen, sich auf Landsleute einzulassen, die anders denken und leben als sie.

(...) Das neue und nachgerade anthropologische Interesse der Medien am zornigen weissen Mann enthüllt ebenso viel über den Zustand unseres Linksliberalismus wie über jene vielgeschmähte und zuvor geflissentlich übersehene Spezies. Eine für die Linksliberalen bequeme Interpretation der jüngsten Präsidentschaftswahl ist die "Whitelash"-These: Sie schreibt Trumps Wahlsieg seinem Geschick zu, wirtschaftliche Benachteiligung in rassistische Wut zu transformieren. Bequem ist sie, weil sie das Gefühl der eigenen moralischen Überlegenheit stützt und es den Linksliberalen ermöglicht, über die tatsächlichen Sorgen und Anliegen jener Wähler einfach hinwegzusehen. Sie nährt zudem die unrealistische Vorstellung, dass die republikanische Rechte auf lange Sicht zum demografischen Aussterben verurteilt ist – womit die Linksliberalen nur warten müssten, bis ihnen das Land in den Schoss fällt.




5. Hillary Clinton, die führende Vertreterin dieser gescheiterten Politik, will offenbar in vier Jahren noch mal im Kampf um die US-Präsidentschaft antreten.

Donald Trump vermutlich auch.



6. Die Post. Gestern berichtete einer meiner Leser, wie er in einer feministischen Veranstaltung abgeblitzt war, als er die Anwesenden darauf aufmerksam machen wollte, dass ihr Ansatz zu häuslicher Gewalt weit vom tatsächlichen Stand der Forschung dazu war:

Ich kritisierte dann die EU-Erhebung, weil künstlich überhöhte Opferzahlen Frauen (jede dritte Frau) nur unnötig verängstigen. Ich versuchte darzulegen, dass es mir bei der Nennung der Opferzahlen nicht darum geht, Zahlen gegenüberzustellen, sondern um die zuvor gemachte Behauptung, Gewalt sei männlich, ins rechte Licht zu rücken.


Das kommentiert ein anderer Leser so:

Das Vorgehen ist in meinen Augen falsch und führt genau zu dem Konter den man sich in Freiburg eingefangen hat. Man ist selbst immer in der Rechtfertigungs- und Begründungsphase. Es geht mir und vielen anderen sicherlich auch darum, den Diskurs auf Probleme von Männern und Jungen zu legen, doch birgt dieses "auch Männer" gerade im Gewaltbereich noch ein ganz anderes Problem. Es geht hier in meinen Augen nicht um Gewalt von Frauen an Männern oder umgekehrt. Ich denke, das ist nur ein Teilbereich der Gewalt in Familien – ein kleiner Teilbereich, bei dem ein Partner gewalttätig ist. Und leider wird das oft in den Medien auch so dargestellt, nur einer der beiden ist gewalttätig.

In den meisten Fällen geht es um Familiengewalt oder gewalttätige Paarkommunikation. Es fängt mit einer Beleidigung an und endet in einer mittelschweren Keilerei. Diese Gewalt kann man einfach nicht als Gewalt von Frauen an Männern oder Männern an Frauen sehen. Und da kann man solche Gagaveranstaltungen angreifen und die Ausrichterinnen dann vor sich hertreiben. Wenn es sein muss sogar, bis sie mit dem Rücken an der Wand stehen.

Denn nicht umsonst hat man in Frauenhäusern einen Drehtüreffekt, wo immer die gleichen Frauen kommen, oftmals sogar nach einem Partnerwechsel. Hier hilft ein einseitiges Helfertelefon wenig, das Gewalt genau so einseitig betrachtet, genausowenig wie Frauenhäuser, die Frauen als Opfer sehen (hierzu z. B. die Leiterin des Frauenhauses Rheine Sabine Fischediek, "Wir sind parteiisch. Die Sichtweise der Männer interessiert uns nicht." – und solche Beispiele gibt es viele). Wer solche Familiengewalt aufbrechen möchte, die auch an die Kinder weitervermittelt wird, der muss Gewalt ganzheitlich betrachten. Eine "Aber- auch-Männer"- oder "Frauen-sind-schlimmer-betroffen"-Argumentation, trägt zu einer Lösung des Problems nichts bei und sollte vermieden werden. Zusätzlich kann man noch auf Literatur wie "Familiäre Gewalt im Focus" verweisen, dann kann man auch auf andere Studien, zum Beispiel die Polizeiliche Kriminalstatistik von Berlin verweisen, die eben einen hohen Männeranteil unter den Opfern belegt. Doch in den meisten Fällen ist Gewalt eben im Familiensystem zu betrachten.

Und dann kann man einseitige Studien wie von der Uno/EU gefordert ganz einfach angreifen, weil sie für die Lösung des Problems nicht hilfreich, nein kontraproduktiv sind, denn diese zeigen eben nicht die partnerschaftlichen Auswirkungen, auch wenn es dazu Fragestellungen gibt. Denn man selbst bewertet seine Gewalt immer als nicht so schlimm, oder negiert sie, auch in Dunkelfeldstudien.


Ich bezweifle ja, dass das Vor-sich-her-Treiben ideologischer Betonköpfinnen jenseits der eigenen Wunschphantasie so erfolgreich ist, aber strategische Vorschläge, diskursive Mauern einzureißen, sind hier natürlich immer gern gesehen.

Montag, November 28, 2016

Vermischtes vom 28. November 2016

1. Ich beginne heute mit der Post, bevor sie unter der Lawine all der anderen News untergeht. Die ersten beiden Zuschriften habe ich auf bessere Lesbarkeit hin redigiert und gekürzt.

Die Männerrechtlerin "Karen McFly" gibt Feedback zu Ralf Bönts FAZ-Artikel über die maskulistische Bewegung:

An sich ein guter Artikel, aber warum werden Männerrechtler bzw. Maskulisten als homogen männliche Gruppe dargestellt? Das ist sehr befremdlich, da ja in Cassie Jayes Film unter den Aktivisten mehr als genug Frauen vorgestellt wurden. Auch im Publikum war ich nicht die einzige Frau, und auch unter den zehntausenden von Menschen, die für maskulistische Ziele eintreten, sind mehr als genug Frauen.

Die Themen betreffen letztendlich Frauen genauso wie Männer, da wir in ein und derselben Gemeinschaft existieren und uns nicht in separaten abgeschlossenen Kreisen bewegen. Anders als im Feminismus werden daher Frauen in der Männerrechtsbewegung auch nicht als "allies" bezeichnet. Sie haben keine unterstützende Funktion, sondern sind integraler Bestandteil der Bewegung.

Damit haben viele, die der Männerrechtsbewegung feindlich gegenüber stehen, ein großes Problem. Während man öfter als Fau eher angehört wird, als das ein Mann würde, wenn er die gleichen Themen anspräche - so auch Karen Straughan: "I wouldn't be as successful if I was a guy" - wird man dann eben gerne unsichtbar gemacht.

Früher habe ich viel auf den Facebook-Seiten großer Zeitungen wie dem Guardian kommentiert, auch zu Themen, die mich nicht persönlich betrafen, wie Muslime und männliche Homosexualität. Nie wurde dabei meine Identiät angezweifelt. Bis zu dem Tag, als ich begann über Männerrechtlerthemen zu schreiben. (Von der Männerrechtsbewegung wusste ich damals noch nichts, aber ich hatte es einfach langsam satt, wie in meinem Namen – #yesallwomen – über Männer gesprochen wurde). Ich war mehr als überrascht, als ich statt wie sonst eine Antwort auf den Inhalt meiner Kommentare zu bekommen, als Mann bezeichnet wurde: "Karen is a dude, hiding behind a fake female profile". Bis heute frage ich mich, ob diese Leute - Männer und Frauen - das wirklich glaubten oder ob sie mich als Mann darstellen mussten, da Männer leichter angreifbar sind.

Ich finde den Hinweis auf die Frauen in der Männerrechtsbewegung wichtig für alle diejenigen - vor allem persönlich betroffene – Männer, die glauben, dies wäre ein Krieg der Frauen gegen die Männer, in dem die Frauen jetzt gewinnen. Dem ist ja mitnichten so.


Mit einer zweiten Zuschrift eröffnet ein Leser das heutige Schwerpunktthema, das sich durch mehrere Beiträge auf Genderama ziehen wird: die aktuellen internationalen "16 Tage gegen Gewalt an Frauen", die natürlich kein Gegenstück haben, was Gewalt an Männern angeht. Mein Leser berichtet in diesem Zusammenhang vom Besuch einer Veranstaltung:

In meiner Heimatstadt Freiburg finden zurzeit 16 Aktionstage unter dem Motto, "Stopp Gewalt gegen Frauen" statt. Am Freitag gab es eine Podiumsdiskussion: "Wie gleichgestellt sind wir wirklich? Über Gewalt in unserer Gesellschaft", zu der ich mich dazugesellte. Im Raum waren grob geschätzt ca 50 – 60 Personen anwesend. Der Männeranteil lag bei ca. fünf Personen.

Die Podiumsteilnehmerinnen, Malika Mansouri (Rechtsanwältin) machte in der Einführung eher nebenbei noch eine Anmerkung aus ihrer beruflichen Praxis und berichtete, dass ein ca. 2 Meter großer Mann von seiner Partnerin geschlagen wird. Später, Im weiteren Verlauf der Einführung wurde die Europastudie zur Gewalt an Frauen erwähnt.

Nach einigen Fragen zu Hilfsangeboten in Freiburg meldete sich ein junger Mann, der sein Bedauern darüber äußerte, dass so wenig Männer erschienen waren. Seine Ausführungen folgten 1:1 dem feministischem Narrativ, dass Gewalt nun einmal männlich, das Patriarchat dafür verantwortlich und der Feminismus nicht schlecht, sondern gut für uns Männer wäre. Entgegen meiner Erwartung erntete er dafür keinen anerkennenden Beifall.

Etwas später meldete sich eine ältere Frau. Sie ging auf dieses vermeintliche männliche Desinteresse ein und kritisierte, dass Männer nur als Täter gesehen werden und ihrer Meinung nach daher solche Veranstaltungen nicht besuchen. Um die Eingrenzung als Täter aufzuweichen, erwähnte sie, dass es in ihrem Bekanntenkreis Frauen gäbe, die ihre Männer misshandeln würden, und sie diesen Frauen am liebsten eine verpassen würde.

Ich griff dies auf und mahnte zunächst an, Studien erst zu lesen, bevor man sich auf diese beruft, und sich vor allem immer die Fragebögen einer Erhebung anzusehen. Ich habe dann kurz angerissen, dass die Fragen zur Gewalt in der EU-Studie so weit gefasst wurden, dass auch ich viele Fragen nach Opfererfahrungen problemlos hätte bejahen können, aber wir Männer nicht befragt wurden. Dann griff ich die Anmerkungen der Vorrednerin auf und verwies auf die unlängst durch die Medien getragene BKA-Erhebung, nach der ca. 23.000 Männer als Opfer häuslicher Gewalt beziffert werden. Um nicht gänzlich auf taube Ohren zu stoßen, unterließ ich Nennung von anderen Studien und dem Angleichen der Opferzahlen im Dunkelfeld.

Ich kritisierte dann die EU-Erhebung, weil künstlich überhöhte Opferzahlen Frauen (jede dritte Frau) nur unnötig verängstigen. Ich versuchte darzulegen, dass es mir bei der Nennung der Opferzahlen nicht darum geht, Zahlen gegenüberzustellen, sondern um die zuvor gemachte Behauptung, Gewalt sei männlich, ins rechte Licht zu rücken.

Meine Kritik an der EU-Studie wollte man natürlich nicht gelten lassen. Es liege schließlich im Ermessen der Frauen, ob Schubsen zur Gewalt zählt. Da hätte ich natürlich gerne entgegnet, dass diese Definition eben nicht von den befragten Frauen ausging.

Die Moderatorin erklärte dann gleichgültig, dass es häusliche Gewalt gegen Männer geben mag, aber das Thema des Abends sei nun einmal Gewalt gegen Frauen. Hier hätte ich gerne an das Motto des Abends erinnert und entgegnet, dass eine Bewegung, die vorgibt, im Sinne der Menschenrechte gegen häusliche Gewalt einzutreten, sich dadurch schlicht unglaubwürdig macht. Wurde nicht zuvor noch betont, der Feminismus sei auch gut für Männer? Eine andere Zuhörerin ergänzte, die Feministinnen hätten es geschafft, sich Gehör zu verschaffen und fragte rhetorisch, wieso Männer feministische Veranstaltungen nutzen, um auf ihre Probleme hinzuweisen. Das Thema des Abends sei nun einmal Gewalt gegen Frauen.

Später hörte ich noch von einer anderen Zuhörerin die spitze Bemerkung, dass in Anbetracht der Äußerungen, die an dem Abend von den Männern vorgetragen wurden, sie sich um 30 Jahre zurückversetzt fühlt. Da sich nur zwei Männer an dem Abend thematisch geäußert hatten, war ich gemeint.

Ich fragte mich nur, wieso ca. 40 – 50 Frauen es nicht gebacken bekommen mit dem einzigen kritischen Mann in einen Dialog zu treten und stattdessen indirekt über ihn herziehen. Und da wundern sich Feministinnen, weshalb so wenige Männer zu deren Veranstaltungen kommen.


Über diese Debatte berichtet heute Bettina Gröber in der Badischen Zeitung so:

Interessant gestaltete sich der Austausch mit dem Publikum. Dabei meldeten sich auch einige Männer zu Wort, die sehr unterschiedliche Standpunkte vertraten. Während ein Anwesender unterstrich, dass "fortschrittliche Männer keine Angst vor Gleichberechtigung" hätten und dass es diesen auf Augenhöhe mit den Frauen sogar besser gehe, beklagte sich ein anderer: Männer würden immer in die "Täterrolle" gedrängt. Dabei gebe es auch Gewalt von Frauen gegen Männer, vor allem psychischer Art. Dass dem so ist, gestanden die Diskutantinnen und das übrige Publikum zwar zu. Doch Gewalt gegen Frauen bleibe ein akutes Problem – und "Opfer sind Opfer", wie Malika Mansouri abschließend unterstrich.


Mein Leser kommentiert:

Die Widersprüchlichkeit der Aussage ist exemplarisch. "Gewalt gegen Frauen bleibe ein akutes Problem", die von Frauen hingegen nicht. Die Diskutatinnen auf dem Podium gestanden dies im übrigen, bis auf Frau Mansouri, eben nicht zu. Frau Mansouri räumte ein, dass sie aus ihrer beruflichen Tätigkeit mit Männern zu tun hat, die häusliche Gewalt erleben. Die Moderatorin Simone Thomas bejahte lediglich halbherzig im Sinne, das mag es in einigen Fällen geben, sei aber nicht Thema des Abends. Die anderen drei sagten dazu gar nichts.


In einem drittten Leserbrief geht es um das bizarre Interview der ZEIT über Gewalt gegen Polizeibeamte mit Dagmar Hölzl, Beauftragte für Chancengleichheit im Landeskriminalamt Baden-Württemberg und Vorsitzende der GdP-Frauengruppe. In diesem Interview, das ich vorgestern auf Genderama vorgestellt und analysiert habe, wurden Aggressionen gegen Frauen als besonders übel hervorgehoben, weil sie zunähmen, während tatsächlich aber nach wie vor 82,5 Prozent der Opfer von Übergriffen gegen Polizisten männlich sind (87,5 Prozent sind es in Fällen von Totschlag). Dagmar Hölzl führte folgendes aus:

In der Vergangenheit waren Frauen sehr selten betroffen, sie hatten einen Schutz durch ihre Weiblichkeit. Wenn wir eine gemischte Streife rausgeschickt haben, konnte man davon ausgehen, dass die Frau die meisten Widerstände einfach verbal gelöst hat. Männer schreckten davor zurück, eine Frau anzugehen oder anzugreifen. Schimpfworte hat es immer schon gegeben, aber das nimmt massiv zu, und das belastet.


Ein in Frankreich lebender Genderama-Leser schreibt mir zu diesem Interview:

Ich finde die Tante von der Polizeigewerkschaft niedlich. Weil Frauen besser sind, erleiden sie weniger Gewalt.

Ein Bekannter, französischer Gendarm, erzählte mir, wie anstrengend es ist, mit Frauen auf Streife zu gehen. Auf meine Nachfrage sagte er, das sei so, weil man sich als Mann bei jedem Konflikt vor die Frau stellt. Und er sagte es so, als ob alle anderen das auch so machen. Ebenso weisen Studien aus der Armee in Israel auf ähnliches hin, wo Männer ihren Auftrag vergessen haben, um eine Soldatin zu retten ...

Eventuell sollte Frau Hölzl jetzt, wo die Zahlen von Attacken auf Polizistinnen steigen, mal schauen, ob inzwischen Männer die Frauen eher gleichberechtigt behandeln und sie den gleichen Gefahren aussetzen, anstatt den Beschützer zu spielen.

Es lebe die Gleichberechtigung!


Dieser Leserbrief trifft auch deshalb, weil n-tv das verzerrende ZEIT-Interview so aufgreift:

Die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten nimmt derzeit massiv zu. Besonders hart trifft es häufig Frauen, die gezielt als vermeintlich schwächstes Glied der Beamtenschaft herausgesucht und angegriffen werden. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei NRW, Arnold Plickert fordert daher ungewöhnliche Maßnahmen.


In einem Begleitvideo erfährt man, welche Maßnahmen das sind: Plickert fordert, den Frauenanteil bei der Polizei zu begrenzen.

Die Tendenz, das Leiden von Männern leichter als das Leiden von Frauen zu gewichten, droht hier ausnahmsweise auch einmal die Gleichberechtigung von Frauen zu torpedieren.

In other news: Die Feministin Anke Domscheit-Berg steht gerade vor Gericht, weil sie drei Polizisten angegriffen haben soll. Ob es sich wenigstens nur um Männer gehandelt hat, geht aus dem verlinkten Artikel nicht hervor.



2. Ebenfalls auf ZEIT-Online findet sich ein erwähnenswerter Artikel von Frank Drieschner und Sebastian Kempkens. Er beginnt so:

Ist es möglich, dass in Hamburg Polizisten, Staatsanwälte und Richter gemeinsam versucht haben, Unschuldige hinter Gitter zu bringen? Junge Männer, die nichts verdächtig macht außer ihrer Herkunft – sie sind Flüchtlinge – und ihrer Anwesenheit in der Nähe eines Tatorts?

Ganz so weit ist die Richterin, die vor ein paar Wochen drei Angeklagte der Silvesterübergriffe auf St. Pauli freigesprochen hat, in ihrer Kritik der Hamburger Ermittlungs- und Strafjustiz nicht gegangen. Wer in dem Prozess aber Anhaltspunkte für eine Verschwörung sehe, so die Richterin in ihrem Urteil, dem könne sie kaum widersprechen.

Bemerkenswert war das Strafverfahren zweifellos: Freigesprochen wurden, nach einem halben Jahr Haft, drei junge Männer, von denen zwei den Täterbeschreibungen des Opfers nicht einmal entfernt ähnelten. Zuvor hatte eine einzige triviale Frage die gesamte Anklage zusammenbrechen lassen: ob nämlich die Fotos der vermeintlichen Tat, auf denen das Opfer mit den angeblichen Tätern zu sehen war, überhaupt den Tatort zeigen.

Wie ist das möglich – nach monatelangen Ermittlungen durch eine Sonderkommission der Polizei, beaufsichtigt und angeleitet von einer Staatsanwaltschaft, die selten so triftige Gründe hatte, ihre Weisungs- und Leitungsbefugnis ernst zu nehmen? Drei erfahrene Richter des Oberlandesgerichts hatten den Angeklagten zwischendurch bescheinigt, der Übergriffe auf wehrlose Frauen dringend verdächtig zu sein. Wenn all diese Vorwürfe so haltlos waren, wie es im Rückblick scheint, dann geht es hier nicht nur um mögliche Fehlleistungen Einzelner. Versagt hätten weite Teile von Strafverfolgung und Justiz, bis hoch zum Polizeipräsidenten und zum Generalstaatsanwalt, die in der vergangenen Woche die Arbeitsweise ihrer Untergebenen öffentlich verteidigt haben.


Hier geht es weiter mit dem spannenden Artikel über drei junge Männer, die "monatelang grundlos eingesperrt wurden".



3. Wir Männerrechtler haben es in den vergangenen Monaten verstärkt geschafft, in Leitmedien auf die Häufigkeit männlicher Opfer von häuslicher Gewalt hinzuweisen, aber die Beharrungskräfte, die häusliche Gewalt weiter als "Gewalt gegen Frauen" definieren möchten, bleiben nach wie vor stark. Diese Kräfte veranschaulicht ein Interview im aktuellen SPIEGEL, das Markus Deggerich (markus.deggerich@spiegel.de) mit der Leiterin des Hilfetelefons beim Bundesamt für Familie, Petra Söchting, über angeblich zunehmende Gewalt gegen Frauen geführt hat. Das Interview steht nicht online; es beginnt so:

SPIEGEL: Laut Bundeskriminalamt ist die Zahl der Opfer partnerschaftlicher Gewalt gestiegen, in mehr als 80 Prozent der Fälle trifft es Frauen. Deckt sich das mit Ihren Erfahrungen beim Hilfetelefon?

Söchting: Das BKA bezieht sich auf Taten, die zur Anzeige kommen. Das ist aber nicht die ganze Dimension: Wir beraten auch Frauen, die sich in dieser Statistik nicht wiederfinden.


Männliche Opfer – und das ist der Hauptteil derjenigen Opfer, die "sich in dieser Statistik nicht wiederfinden" – werden im gesamten Rest des Interviews nicht erwähnt.

Sobald man Verantwortungsträger darauf aufmerksam macht, dass es an Hilfsangeboten für Männer fehlt, erhält man patzige Antworten wie dass beim Hilfetelefon doch auch Männer anrufen könnten. Niemand, der das SPIEGEL-Interview liest, kommt durch seinen Inhalt auf den Gedanken, dass das möglich und sinnvoll wäre.

Andere Artikel im aktuellen SPIEGEL: eine Stellungnahme Erica Jongs zu der Wahl Donald Trumps als Herausforderung auf den Feminismus, dem obigen Interview folgt ein Beitrag über einen Stuttgarter Lehrer, der Jungen missbrauchte, darauf folgt ein Artikel "Stuttgart – Stadt der Männer", etwas später "die Geschichte eines Vaters, der bei einer Trennung seine Söhne verliert und feststellen muss, dass er sich auf die Gesetze des Staates nicht verlassen kann (hier im Anriss), ein Artikel über das Schicksal von Transsexuelle im homophoben Uganda sowie einer über die Ausstellung "Geschlechterkampf", angeblich über "die Zeit, als Männer ihre Furcht vor den Frauen entdeckten". Man könnte vermutlich den Rest der Woche damit verbringen, diese Ausgabe für Genderama durchzukommentieren.



4. Kann Donald Trump die vielfach als übergriffig kritisierte Politik seines Amtsvorgängers Obama rückgängig machen, die Universitäten dazu drängte, gegen angebliche Missbrauchstäter unter den männlichen Studenten härter vorzugehen? Einem Bostoner Sender zufolge sieht man die Entwicklungen unter Obamas Direktive sogar in der Genderszene immer skeptischer:

Feminist legal theorist Janet Halley, (...) who has contested the OCR's process in the Harvard Law Review, describes the "Dear Colleague" letter [der Regierung Obama – A.H.] as a case of "administrative overreach."

Halley, who has participated in sexual-violence cases at Harvard, has had concerns about their fairness from the beginning.

She took pains to say that she cares deeply about sexual assault, but she worries about an overcorrection, prompted by OCR, that moves universities from ignoring the rights of accusers to trampling on those of the accused.

"Just imagine if you were asked to go in to explain why you didn’t commit a sexual assault," Halley said. With no information as to what you’re accused of, who’s accusing you, or when it allegedly happened, "you’re required to start explaining yourself. And you’re 18 years old, and no one is helping you."

Halley describes the new system as all but designed to produce "false positives" — innocent students wrongfully punished — both because of the looser evidentiary standard and because of Title IX officers’ desire to produce numbers that show they're taking sexual violence seriously.

In her own experience, Halley says, that has meant that a disproportionate share of those accused, and those punished, are men of color and those who have less access to family resources and legal help.


Das hätten diese männlichen Opfer gemeinsam mit den Flüchtlingen aus Punkt 2 der heutigen Genderama-Presseschau. Und sobald die Ungerechtigkeit keine weißen Männer trifft, die sie ja sowieso verdient haben, wächst das Problembewusstsein auch im linken Spektrum.

Nebenbei bemerkt: Wer von den ideologiserten Schlunzköpfen, die uns Männerrechtler dafür angefeindet haben, Falschbeschuldigungen zu einem unserer zentralen Themen zu machen, hätte eigentlich geahnt, dass sich dabei so schnell eine Überschneidung mit den Problembereichen "Kampf gegen Rassismus" und "Benachteiligung von sozial schwachen Minderheiten" ergibt?



5. In Denver ist kürzlich ein Mann, der fälschlich 28 Jahre wegen Vergewaltigung einsaß, freigesprochen worden:

"All I ever wanted from the very beginning was for the truth to come out," he told reporters, surrounded by his wife and children. "This moment here is the moment I've fought for for a long time."

The victim in the case, a neighbor, initially named three other men as possible attackers, including the inmate, L.C. Jackson, who confessed in 2013. But she accused Moses-EL, saying his face appeared to her in a dream, and a jury convicted him largely based on her testimony.


Gut, wenn die betroffene Frau vom Gesicht dieses Mannes geträumt hat, kommt man um einen Schuldspruch und 28 Jahre Knast vermutlich nicht herum.



6. Ein australischer Radiosender feierte am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen den Tag, als Loreena Bobbit ihrem schlafenden Mann den Penis abgetrennt hatte. Eingerahmt ist dieser Beitrag von einer Dauerklage von Politikern darüber, wie sehr unsere Gesellschaft Gewalt gegen Frauen normalisiere.



7. Wir zappen mal kurz rüber zum Wissenschaftskanal:

Female vervet monkeys manipulate males into fighting battles by lavishing attention on brave soldiers while giving noncombatants the cold shoulder, researchers said Wednesday.

As in humans, it turns out, social incentives can be just as big a driver for male monkeys to go to war as the resources they stand to gain from fighting, whether it be territory or food.


Rückschlüsse aus diesen Erkenntnissen auf die Geschlechterpolitik mag jeder Leser selbst ziehen.



8. Indiens Problem mit Vergewaltigungen wird übertrieben sagen böse Männerrechtler sagt die indische Ministerin für Frauen. Natürlich erhält sie dafür scharfe Kritik: "What does it matter where India stands on an international list? We have a toxic rape culture and there is proof of it all over India."



9. In Südafrika finden derzeit 16 Tage des Aktivismus gegen Gewalt an Frauen und Kindern statt. Jetzt bemängeln Opferschützer, dass auch hier männliche Opfer außen vor bleiben. Einer von ihnen ist Oliver Meth:

"It stigmatises men to say that men will always be seen as the perpetrator and not seen as the victims of sexual violence or violence. That’s why the 16 days of activism campaign needs to drop gendered language, suggesting that only women and children are victims of sexual violence and abuse; we need to make this campaign much more inclusive so that we can include men."

(...) From personal experience he says that the whole system, from health clinics, police to the courts needs to be educated and sensitised to help reduce the stigma and trauma of male victims.

(...) Martin Pelders is the founder of Matrix Men, a support group specifically aimed at male survivors of sexual abuse. Pelders says that it’s unjust for male survivors to be completely shunned from the 16 Days of Activism campaign.

"16 Days of Activism, what does it mean to you? When I ask people what do they see when we say ‘16 Days of Activism Against Women and Children’ - 99% will respond that they see a little girl. We need to change the way we speak about things."

Pelders himself suffered sexual abuse from a very young age up until he was 19-years-old.

"I was an equal opportunity victim and I was used by men and women. I started drinking heavily from 13-years-old to try and cope and the drinking just got worse and worse. I found it so hard to have relationships. I was married for a long time and I was an incredibly abusive man."

He says that it’s rare that people speak about male victims, with the usual consensus being that boys cannot be raped and that women do not rape.

"It sounds perverse but if you look at the whole situation, they say that there are more boys being raped now because it’s safer to rape a boy than a girl. Girls are finally being taught that they can speak out and we need to get to that point through to boys so that they can feel comfortable enough to speak out."

"I grew up thinking that boys couldn’t be raped, nobody ever spoke about boys being victims. You walk around in this bubble thinking you’re the only person in this world who has been raped or abused or sexually molested."

Pelders who works with many male survivor cases, explains that the cycle of rape continues to spread when children are raped at a young age. In a 2008 school-based survey by Neil Andersson and Ari Ho-Foster a total of 269,705 learners aged 10–19 years in grades 6–11 were questioned. Of these, 126,696 were male.

The study found that 9% of male respondents aged 11-19 years reported forced sex. More shockingly, 44% of those age 18 years-old at time of the survey said that they had been forced to have sex in their lives.

The study further found that some 32% said the perpetrator was male where 41% said she was female. Finally, 27% said they had been forced to have sex by both male and female.




10. In Nigerias Hauptstadt Lagos zeigt sich gerade, dass mindestens 80,9 aller Sexualstraftäter selbst in ihrer Kindheit missbraucht worden waren.



11. In Malaysia kam es wieder zu einer Massen-Beschneidung von 1250 Jungen. Dabei kamen neueste Techniken zur Sprache, etwa eine Genitalverstümmelung per Laser, die diese Prozedur auf 20 Minuten verkürzen und weniger schmerzhaft machen sollen.

Sonntag, November 27, 2016

Frankfurter Allgemeine stellt maskulistische Bewegung vor

Die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen enthält in der Rubrik "Politik" auf Seite 8 einen Artikel Ralf Bönts mit der Schlagzeile "Das Patriarchat knechtet die Männer". Der Beitrag steht nicht online. Sein Teaser lautet:

Die neue Maskulisten wollen den Feminismus vervollständigen und endlich ins Innere der Familie.


Im ersten Absatz hinterfragt Bönt John Lennons Bonmot von der Frau als "nigger of the world" angesichts der Tatsache, dass "Schwarze in den Vereinigten Staaten zwar um ein Zehntel längere Haftstrafen für dasselbe Vergehen erhalten als Weiße, Männer aber, ebenfalls für dasselbe Vergehen, um bis zu 60 Prozent längere Haftstrafen als Frauen". Daraufhin kommt er auf Cassie Jayes Dokumentation The Red Pill zu sprechen: ein Film, der "ursprünglich die ach so rechte und gewaltverherrlichende Szene der Aktivisten für Männerrechte in Amerika ans Licht bringen" sollte. "Zu ihrer Verwunderung traf Jaye jedoch aufgeklärte Männer, wie es sie mittlerweile überall in der westlichen Welt gibt. Denn rechtzeitig zu Trump und der AfD hat die Welt jetzt eine Männerbewegung, die, was Maskulinität angeht, nicht zurück will, sondern etwas Neues entwickeln."

Weiter heißt es in dem Artikel:

In Deutschland nennt man ihre Anhänger gern Maskulisten oder, als wären sie mindestens kniescheibenkrank, Maskulinisten. Zwar akzeptieren nur wenige diese Bezeichnung für sich. Arne Hoffmann, dessen Blog "Genderama" täglich um die 5000 Leser hat, zählt aber die Männer, die für maskulistische Ziele eintreten, in mehreren zehntausend. Sie sind gegen die Beschneidung von Jungen und kämpfen für mehr Väterrechte. Ob sie sich nun mit oder ohne Bezeichnung für alle Belange der Männer oder nur fürs Wechselmodell getrennter Eltern einsetzen – auch der Sozialwissenschaftler Hans-Georg Nelles sieht eine leise Revolution im Gange, der es noch an Räumen fehle.


In den weiteren Absätzen kommt Bönt auf die Vorführung der Red-Pill-Dokumentation in Berlin zu sprechen und stellt Sebastian Wessels vor, der die Veranstaltung mit viel Einsatz möglich gemacht hat:

Er sei kein Aktivist, sagte er vor der Aufführung, als müsste man sich dafür entschuldigen, zu einer sozialen Befreiungsbewegung zu gehören.


Bönt erkennt anhand von Äußerungen der Männer, die in Cassie Jayes Film vorgestellt werden, den Maskulismus als eine "Fortsetzung und Vervollständigung des Feminismus", vermisst in Cassie Jayes Film aber doch eine Kritik daran, dass viele Probleme von Männern in unserer Gesellschaft gerade erst durch patriarchale Strukturen entstanden seien – etwa weil diese Verhältnisse Männer auf den "Außenraum" unserer Gesellschaft festlegten und damit den Zugang zum "Innenraum", der Familie, versperrten.

Zur Berliner Filmvorführung, für die 190 Männer aus ganz Deutschland und sogar Österreich angereist waren, heißt es in dem Artikel:

Vor fünf Jahren gab es dieses Publikum noch nicht, und im Netz wird der Abend schon als Gründungshappening der Männerbewegung gefeiert und dämonisiert. In den Gesprächen überwog ein hohes Bildungsniveau, Aggressivität gab es nicht.


Es dürfte nimanden, der meine Bücher und Artikel kennt, überraschen, dass ich dem Inhalt dieses Beitrags durchgehend zustimme. (Allenfalls den Begriff "Patriarchat" würde ich selbst nicht unkritisch verwenden, da er mir zu undifferenziert und ideologiegeladen ist.)

Die Reichweite des Artikels erfasst etwa eine Million Leser.

Für alle FAZ-Leser, die durch diesen Artikel hierher gefunden haben: Mein aktuellstes Buch, das unsere Bewegung, ihre Kämpfe und ihre Ziele näher vorstellt, gibt es hier.

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