Montag, Mai 30, 2016

Vermischtes zum 31. Mai 2016

Da ich morgen nicht zum Bloggen komme, ziehe ich den Nachrichtenüberblick dieses Tages heute schon einmal vor:



1. Im Nachgang zu den Ereignissen um den Kongress "Gender Reloaded" vom November 2015 haben sich mehrere geschlechterpolitische Initiativen zur Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter zusammengeschlossen. Diese Koalition ist wohl nicht zuletzt durch die männerpolitische Untätigkeit des "Bundesforums Männer" unter Martin Rosowski bedingt, das dem Bundesfrauenministerium unterstellt ist. In einem Offenen Brief an Bundesministerin Manuela Schwesig drücken die Mitglieder der neugegründeten Interessensgemeinschaft ihre Kritik am defizitären und einseitigen Ansatz der herrschenden Geschlechterpolitik in Deutschland aus und ersuchen um ein konstruktives Gespräch.



2. Unter der Überschrift Kalter Krieg der Geschlechter hat Stefan Schleim auf Telepolis den letzten Teil seines aktuellen geschlechterpolitischen Dreiteilers veröffentlicht. Nachdem er kurz anreißt, dass auch unter den Homosexuellen Männer weitaus häufiger Erfahrungen mit Übergriffen machen müssen als Frauen, kommt Schleim auf die Jungenfeindlichkeit unserer Gesellschaft zu sprechen:

Ein gutes Beispiel hierfür ist ein offener Brief des Lehrers Lucas Schoppe an das Kinderhilfswerk Plan. Dieses thematisierte in einer groß angelegten Werbekampagne ausschließlich Gewalt gegen Mädchen. Schoppe wirft die berechtigte Frage auf, warum sich die Kampagne nicht gegen Gewalt gegen Kinder richte. Vielleicht weiß das Kinderhilfswerk aus Erfahrung, dass Reklame mit Jungen weniger Spenden liefert. Damit wird das Opfer-sind-Frauen-Denken aber nicht nur bestätigt, sondern auch verstetigt. Die möglichen Leidtragenden dieses Denkens sind (nicht nur) männliche Kinder.


Nachdem Schleim darlegt, wie sehr die feministische Ideologie dazu beiträgt, Frauen grundsätzlich als potentielle Opfer und Männer grundsätzlich als potentielle Täter festzuschreiben, nennt er als eine der Konsequenzen dieses Denkens einen Vorschlag des Professors für Kriminologie und Psychiatrie Adrian Raine. Dieser fordert,

alle Männer - und ausschließlich Männer - im Alter von 18 Jahren genetisch, neurowissenschaftlich und psychologisch auf Risikomerkmale zu untersuchen. Diejenigen, die dabei durchfallen, sollen in eine Sicherungsverfahrung, bis Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Unbedenklichkeitserklärung abgeben.


Abschließend zieht Stefan Schleim folgendes Fazit:

In der Debatte um Sexismus und Feminismus wird viel von Gleichberechtigung und Gleichstellung geredet. Wie hier gezeigt wurde, wird Gewalt gegen Männer von politischer und institutioneller Seite aber oft noch nicht einmal erhoben. Ich halte es für fraglich, ob die angestrebte, gerechte und gewaltfreie Gesellschaft erreicht werden kann, wenn man mehr als die Hälfte der Opfer schwerer Gewaltverbrechen schlicht aus der Diskussion ausklammert.

Diesem Widerspruch scheinen sich auch manche Feministinnen bewusst zu sein: Wenn das Normale nicht kriminell genug ist, dann kriminalisiert man eben das Normale.


Schleims Argumentation ist hier praktisch deckungsgleich mit dem von Maskulisten vertretenen Ansatz des "integralen Antisexismus", dem zufolge eine echte Bekämpfung von Sexismus in unserer Gesellschaft durch die einseitige und damit selbst sexistische Herangehensweise der allermeisten Feministinnen niemals erreicht werden kann – und eine gewaltfreie Gesellschaft ebensowenig.



3. Kit Harrington, Darsteller Jon Snows in dem Fantasy-Epos "Game of Thrones", berichtet, dass auch männliche Hollywood-Schauspieler gnadenloser Sexismus treffe: "Ich glaube, es wird mit zweierlei Maß gemessen." Wieso sollte es auch bei diesem Geschlechterthema anders sein?



4. Der Lotosritter hat sich die sexistischen Aspekte des Tortenangriffs auf Sahra Wagenknecht angeschaut.



5. "Donald Trump gibt es nur, weil die Hände wringende Linke und tyrannische Feministinnen uns so krank machen, was Politische Korrektheit angeht" argumentiert Kathy Gyngell im britischen Telegraph.



6. Wenigstens sind manche Feministinnen lernfähig und schwören ihrer alten Ideologie ab. Eine berichtet, wie sie den Ausstieg geschafft hat: "Confessions of a Recovering Tumblr Feminist". Genderama wünscht auch weiterhin gute Besserung!

Vermischtes vom 30. Mai 2016

1. Der Islamische Staat tötet immer mehr kampfunwillige Jungen und Männer.



2. Wie "rechts" ist die Männerrechtsbewegung wirklich? Um das herauszufinden, hat das Blog Phaislum diverse Maskulisten auf dem politischen Kompass verortet: ein Instrument, mit dem jeder herausfinden kann, wo er im politischen Spektrum steht, indem er einige Fragen beantwortet. Die übergroße Mehrzahl der befragten Maskulisten findet sich im Quadranten "linkslibertär". Ich bin einer der Punkte dort: so links wie die Grünen, aber deutlich weniger autoritär, sondern liberaler. Was niemanden meiner Leser überraschen dürfte (mit Ausnahme natürlich von Andreas Kemper & Co., die zumindest nach außen hin überzeugt zu sein scheinen, dass ich eine rechts-totalitäre Extremposition einnehme. Um die bizarre Strategie, andere Linke als "rechts" zu denunzieren, geht es noch einmal unter Punkt 5 des heutigen Blogbeitrags.)



3. Das Deutschlandradio stellt in dem Beitrag Der Mann als unterentwickeltes Phänomen das Buch Das Schweigen der Männer vor, verfasst von der "Coacherin" Dasa Szekely, die beteuert, dass das Werk "keine Abrechnung mit den Männern" sei sowie "Chauvi-Verhalten, Maskulinismus oder Antifeminismus" eine Ablehnung erteilt. Kapitelüberschriften des Buches lauten: "Frauenbewegung, Männerbremsen" sowie "Die Zeit ist reif, die Männer sind es nicht". Im Klappentext des Buches heißt es:

Der Mann steckt in der größten Identitätskrise seit Menschengedenken. Er schweigt, verdrängt und sitzt Probleme aus, statt sie anzugehen. Kurz: Er weigert sich, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Das hat schlimme Folgen, denn: Heerscharen solcher "Scheinerwachsener" sitzen noch immer in allen signifikanten Schlüsselpositionen, bremsen notwendige Entwicklungen – und kosten die Gesellschaft nicht nur Nerven, sondern auch Geld.


Junge, bin ich froh, dass dieses Buch keine "Abrechnung" mit Männern geworden ist ... Die Amazon-Kundenrezensionen des Buches sind jedenfalls aufschlussreich.



4. Anhand der 7:0-Niederlage eines der weltbesten Frauenfußballteams gegen eine Mannschaft von männlichen Kindern argumentiert das Men's View Magazine, die geringere Entlohnung weiblicher Sportler sei offenkundig berechtigt.



5. Halb off-topic: Fast schon rührend: Sobald nicht Beatrix von Storch, sondern Sahra Wagenknecht eine Torte ins Gesicht bekommt, titelt die Süddeutsche Zeitung "Auch ein Tortenwurf ist Gewalt". Derweil erörtert Thomas Matzka in seinem Blog der Piratenpartei, "wie die Antifa alle linken Strukturen zerstört", und erwähnt dabei eine alte Bekannte:

Ich habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als Klaus Lederer, Chef der Berliner LINKEn, äußerte, dass er sich über die Neuzugänge in seiner Partei freut. Gemeint waren genau jene Leute aus der radikalen Antifaszene, die zuvor die Piraten zerlegt haben. Zum Beispiel Anne Helm.

Was dann folgte, war das bekannte Vorgehen. Zumindest kannte man das, wenn man bei den Piraten im Landesverband Berlin ist und von genau diesen radikalen Antifas permanent – und übrigens wider besseren Wissens – als Fascho diffamiert wurde. Auch bei der LINKEn gab es kurz nach dem Parteieintritt von Anne Helm erste Austritte gestandener Genossen. Zum Teil aus Protest, zum Teil weil sie als gestandene Genossen von den neuen Parteimitgliedern in die rechte Ecke gestellt wurden. Aber Anne Helm hatte ja bereits kurz nach ihrem Parteieintritt kundgetan, die abtrünnigen GenossInnen wieder auf Linie zu bringen.


Hier geht es weiter. Matzka ärgert sich übrigens auch darüber, dass sich das von ihm kritisierte Spektrum "mit obskuren 'Feministinnen'" zusammentue, "die unter #aufschrei oder #imZugpassiert Lügengeschichten verbreiten und gegen (ausschließlich) weiße Männer hetzen. Dann wundert man sich, wenn das Netz sich darüber lustig macht und diese Lügen auch als solche enttarnt ..."

Samstag, Mai 28, 2016

Vermischtes vom 28. Mai 2016

"Time" und "Newsweek" gehören zu den bekanntesten und einflussreichsten politischen Nachrichtenmagazinen der USA. Aktuell finden sich in beiden Magazinen Artikel, die für die Männerrechtsbewegung von Interesse sind.



1. So stellt im Magazin "Time", Jack Myers sein neues Buch The Future of Men vor. Neben dem üblichen Blabla über das "frauenfeindliche Patriarchat" enthält der Artikel auch zukunftsweisende Passagen:

We are at a historic moment in gender relations. The women’s movement can move ahead with the active support, involvement and encouragement of men, or fall behind as men — especially young men — take up arms behind the quiet, but active, angry men’s movement. This conflict is playing out in politics right now.

Donald Trump and Bernie Sanders are tapping into what I’m calling a “Lean Out” generation of young, discouraged and angry men — men who are feeling abandoned by the thousands of years of history that defined what it meant to be a real man: to be strong; to be a provider; to be in authority; to be the ultimate decision maker; and to be economically, educationally, physically and politically dominant. A growing percentage of young men are being out-earned by young women, as women capture 60% of the higher education degrees required for success in today’s economy.

(...) A hopeful and positive future for men and women living in a gender-equal world requires that we also acknowledge the crisis that many young men are facing, and that we invest in solutions.

* As a society we need to be more supportive of paternity leave, stay-at-home dads, and men entering traditionally "feminine" careers, such as nursing or teaching. (...)

* We need media messages, commercials and TV shows that portray men as responsible, competent and caring husbands, sons and fathers, instead of idiots and/or misogynists. We need feminist leaders to call attention to destructive media messages that negatively portray men, just as they call attention to messages that are destructive to women’s self-image and self-esteem.

* We must invest in an educational redesign that better serves both boys and girls. Overwhelmingly, researchers point to classroom environments and curriculums that are designed for girls to succeed and boys to fail. We should be introducing gaming and online learning into the classroom and expanding recess and co-educational physical education.

(...) If we fail to focus on redefining men’s roles alongside women’s, we are in danger of fostering a culture of hostility among men who are feeling left out in school, in the job market, and in relationships. These men will be less likely to accept gender equality, less likely to advocate advances for women, and less likely to foster healthy relationships and families. For the sake of a healthy society, we need to redefine a positive and appropriate form of masculinity.

Just as it’s no longer acceptable to educationally, economically and politically restrict women, it is no longer acceptable to disregard men’s issues. When we bring men into the conversation, we further gender equality for everyone.


Wir haben hier also wieder die alte Taktik: Engagement für Männerrechte kann nur verkauft werden, indem es mit feministischen Accessoires versehen wird und indem man argumentiert, dass es letzten Endes doch auch gut für Frauen sei. Die bittere Pille (etwas für Jungen und Männer zu tun) wird also mit viel Zuckerguss drum herum schmackhaft gemacht. Aber immerhin: Der Gletscher bewegt sich ein Stückchen mehr.



2. Die Newsweek-Titelgeschichte "The battle against 'hate speech' on college campuses gives rise to a generation that hates speech", verfasst von Nina Burleigh, steht leider nur für Abonnenten des Magazins online. Wir müssen uns hier also auf die zusammenfassende Wiedergabe Ashe Schows im Washington Examiner verlassen. Ein Auszug:

Burleigh explains that many are to blame for the current assault on free speech, including students, administrators, feminists and the Education Department. That's because the Education Department has been cracking down on speech — or "verbal conduct," as some are now calling it — as a potential violation of the rights of women and minorities. Of course, the speech need not be objectively offensive, it merely needs to offend the most significant among us (or those looking for money or attention) for schools to step in to "protect" someone from words.

Burleigh compares the current climate on college campuses to George Orwell's "Thought Police" or East Germany's Stasi. She lists examples that illustrate why professors are now afraid of the students they are supposed to have authority over.

(...) In a section titled "Sex: Exquisitely sensitive creatures," Burleigh takes aim at the tendency of college students to elevate every minor or reinterpreted interaction as sexual assault.

"Accusers who say they have endured any sort of unpleasant incident with a male — from having to turn down a date request to deciding, the morning after getting naked and in bed with a man, that they wished they had not — are deemed as deeply damaged as child pedophile victims, battered women and rape survivors," Burleigh writes.

These sensitivities have led colleges and universities — at the direction of the federal government — to create "star chambers" that ignore the constitutional rights of due process and include no rules of evidence, yet have the power to brand students as rapists for life.


Auch hier geht es also voran. Brauchte es wirklich die drohende Präsidentschaft Donald Trumps, angefeuert aus Widerstand gegen diese immer verheerendere "politische Korrektheit", damit breite Kritik an dieser Entwicklung möglich wurde?



3. Wie um den "Newsweek"-Artikel zu belegen gibt es Neues von der Universität DePaul, wo der Feminismuskritiker Milo Yiannopoulos bei einem Vortrag von Social Justice Warriors tätlich angegriffen wurde, während das Sicherheitspersonal untätig daneben stand.

Das Gender-Studies-Department der Uni ist hochgradig empört. Natürlich nicht über die Übergriffe, sondern darüber, dass der Päsident der Hochschule dafür um Verzeihung bat: "Das ist nicht akzeptabel" heißt es in einem Offenen Brief des Departments:

As students of feminist theory, we are committed to liberation for the oppressed and their ability to lead lives of their choosing, free of violence. In their choice to bring Mr. Y to our school and engage wholeheartedly in hateful rhetoric, College Republicans have not only subjected the marginalized in our University community to violence, but have forced us to call the mission and legitimacy of their organization into question.


Eine Gender-Professorin ist inzwischen als Zeichen des Protestes dagegen, dass die Hochschule Yiannopoulus hatte sprechen lassen, zurückgetreten. Ihr zufolge ist die Meinungs- und Redefreiheit eine verrückte Idee, die der "Ideologie des Marktes" unterworfen sei. Ein Offener Brief der Professorin an den Universitätspräsidenten schließt mit den Worten: "Schande über Sie. Ich bin froh, dass ich nicht länger ein Teil dieser Universität und eine Komplizin der Praktiken sein werde, die unsere rassistische Gesellschaft stützen."



4. Vergleichsweise wenig gibt es aus Deutschland zu berichten. Allenfalls dass die AfD-Jugend eine Anti-AIDS-Kampagne verbieten lassen will, weil sie der Frühsexualisierung Vorschub leiste.



5. Off-topic: Gestern habe ich über die Gewaltgelheit in Teilen der radikalen Linken berichtet. Bei den Rechten sieht es natürlich kaum anders aus. Vor allem in Österreich kriegen sich derzeit einige kaum noch ein, nachdem es der FPÖ misslungen war, ihren Kandidaten als Bundespräsidenten durchzusetzen:

Über soziale Netzwerke äußern User teils offene Gewaltdrohungen gegen den ehemaligen Grünen-Chef auf den Fanseiten der führenden FPÖ-Politiker. "Gründet endlich Banden, die agieren und notfalls zuschlagen. Auf die FPÖ kann ich mich nicht verlassen", schreibt ein Facebook-User, dessen Post der österreichischen Tageszeitung "Standard" vorliegt. "Ab jetzt heißt es kämpfen."

Die Online-Petition "Ich erkenne Van der Bellen als meinen Präsidenten nicht an" hat mittlerweile knapp 22.000 Unterschriften. Auch dort wird gewaltsamer Protest prophezeit: "Der Österreicher ist zwar ein geduldiger und gutmütiger Mensch, aber wenn es genug ist, brennt alles", schreibt ein Unterstützer hier. (...) Auf der Seite von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte ein Mann offen zu "Anschlägen" bei Van der Bellens Wohnsitz auf, dessen Adresse ein anderer zuvor gepostet hatte.


Van der Bellens Personenschutz wurde inzwischen stark erhöht. Dass die FPÖ-Parteispitze zur Mäßigung aufruft, führt nur zu neuen Attacken, jetzt ebe gegen die FPÖ selbst, da die Partei nicht aggressiv genug auf die Niederlage reagieren würde. Dieser "Kuschelkurs" mache es notwendig, sich selbst zu wehren.

Freitag, Mai 27, 2016

Vermischtes vom 27. Mai 2016

1. Während Schweizer Väterrechtler einen Vaterurlaub von zwanzig Tagen fordern, halten Politiker mehr Teilzeitarbeit für die sinnvollere Lösung.



2. Einer aktuellen Studie zufolge stammen 50 Prozent der frauenfeindlichen Tweets auf Twitter von Frauen. Erwarten Sie nicht, dass diese Untersuchung in der feministischen Debatte über Online-Attacken eine große Rolle spielen wird.



3. Ähnliches gilt für die folgende Meldung: Australiens Fußballmannschaft, die als fünftbestes Team der Welt im Frauenfußball gilt, trat gegen ein Team von Jungen an, die alle jünger als 15 Jahre alt waren. Das Ergebnis: 7 zu 0 für die Kinder.



4. Die dänische Regierung fordert härtere Strafen für Falschbeschuldigungen im Zusammenhang mit sexueller Gewalt.



5. Wahnsinn: In Indien hat sich jetzt herausgestellt, dass Frauen für dieselbe Arbeit kaum weniger verdienen als Männer! Wie schaffen das die Inder nur, während hierzulande, glaubt man tausenden von Journalisten und Feministinnen, eine Gehaltsdiskriminierung von 22 Prozent existiert?



6. Off –topic:

Die G-7-Staaten stützen die zahlreichen Medienberichten zufolge komplett isolierte und einsam gewordene Bundeskanzlerin Merkel in der Flüchtlingsfrage und fordern eine stärkere Entlastung für Deutschland.

Außerdem stellt im Neuen Deutschland Horst Schöppner sein Buch vor, das zu Gewalt gegenüber "Nazis" aufruft – oder wen immer man gerade dafür hält. (Der Artikel erwähnt beispielhaft die AfD und die Pegida.) Schöppner führt dazu aus:

Es existiert kein Beispiel in der Geschichte, wo ein Diktator oder Faschist gewaltlos beseitigt wurde. Jeder gesunde Nazi ist ein potenzieller Mörder. Ergo ist jeder tötungsunfähige Nazi für seine Hassobjekte eine Gefahr weniger. Das klingt seltsam, entspricht aber leider den Fakten. Für mein Buch "Antifa heißt Angriff" (Unrast-Verlag, 2015) habe ich zahlreiche Interviews geführt und Beispiele aus den 1980er Jahren, der Geburtsstunde der militanten Antifaschisten, zusammengetragen. Das Bild ist eindeutig: je mehr Antifa, desto weniger Nazis.


Im Unrast-Verlag veröffentlichen Autoren wie Andreas Kemper, Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock, die auch Männerrechtler rhetorisch in die rechte Ecke schieben und bei Leitmedien sowie politischen Stiftungen der SPD und der Grünen Gehör dabei finden.

Donnerstag, Mai 26, 2016

Vermischtes vom 26. Mai 2016

1. Die FDP-Fraktion der Bürgerschaft Hamburg hat sich laut einer Mitteilung, die mir gestern Abend zuging, gegen eine die drohende erneute Verschärfung des Sexualstrafrechts unter der Parole "Nein heißt Nein" ausgesprochen. Hierzu erklärte der mir vorliegenden Pressemitteilung zufolge die stellvertretende Vorsitzende und justizpolitische Sprecherin dieser FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels-Frowein:

"Frauen müssen wirksamer vor sexuellen Übergriffen geschützt werden. Allerdings ist eine simple 'Nein heißt Nein'-Regelung der falsche Weg. Strafbarkeitslücken werden so nicht geschlossen, sondern vielmehr der Willkür Tür und Tor geöffnet. Denn ein 'Nein' lässt sich nachträglich nur schwer beweisen. Und deshalb auch leicht behaupten.

Wichtig ist vor allem, dass wir das Selbstverständnis der Frauen frühzeitig stärken und zwar innerhalb einer Gesellschaft, die ihre Werte kennt und verteidigt. Der typisch grüne Reflex nur nach mehr Gesetzen, ist hier vollkommen fehl am Platz."




2. Der Erfolg der rechtsliberalen FPÖ in Österreich vor allem bei männlichen Wählen treibt den sich selbst als "Feministen" bezeichnenden Blogger Robert Franken in der Huffington Post zu Überlegungen, ob man nicht vielleicht doch mehr für Jungen und Männer tun könnte.

Nachdem man in seinem Artikel mehrere Meter feministische Girlanden beiseite gewischt hat, stößt man zu der, wie Franken findet, "provokanten" Frage: "Sind Männer das prekäre Geschlecht?" Schließlich sei "die zunehmende Benachteiligung von Jungen in Kindergarten und Schule bereits häufiger thematisiert" worden. Und während es zwar "eine durchaus zu begrüßende Entwicklung" sei, wenn Frauen Männern auch in den Führungspositionen in Wirtschaft und Politik den Rang abliefen, müsse man doch auch mal "den Blick darauf richten, was das alles mit den Männern macht".

Natürlich nicht, weil Franken die zahlreichen Benachteiligungen von Männern anerkennt, sondern weil er Angst davor hat, dass sich diese Männer "radikalisieren, weil sie an verschiedenen Stellen den Anschluss verpassen" und weil inzwischen zuviele Frauen "von der unsicheren Beschäftigungssituation ihrer männlichen Partner abhängig" seien.

Man würde sich natürlich wünschen, dass Franken aus Empathie sogar für seine Geschlechtsgenossen erkennt, dass man sich auch um Jungen und Männer kümmern sollte, und nicht aus Angst vor den Folgen für die armen Frauen. Und man leidet beim Lesen des Artikels förmlich mit, wenn Franken unter enormen Geburtswehen banale Erkenntnisse hervorpresst. Aber für einen männlichen Feministen ist auch das vielleicht schon eine Entwicklung, auf die er stolz sein kann.



3. Christoph Giesa hält eine Gegenrede zu Birgits Kelles Aufforderung an Männer, Frauen als "Ritter" mit der Faust zu verteidigen.



4. Katrin Hummel schildert in der FAZ, wie hart arbeitende Väter verhindern können, dass ihre Kinder darunter leiden.



5. Im Blog von Roland Tichy hat Alexander Göhring eine Transsexuelle interviewt:

Ihr erscheint der Gender-Zirkus als eine im Selbstzweck der Selbstbeweihräucherung des Establishments der Dauerempörten und Mitleidshausierer inszenierte Farce, die den Blick auf die echten Probleme ablenken soll, da man eigentlich keine wirkliche Motivation und auch Kompetenz hat, diese zu lösen.




6. Wie Männerrechtler das Thema "Beschneidung" gekapert haben berichtet empört das Blog Everyday Feminism.



7. In der Nähe der University of California entrollten liberale Studenten ein Transparent mit der Botschaft "Feminismus ist Krebs", was zu hitzigen Diskussionen führte. Die Aktion war in erster Linie Reklame für einen bevorstehenden Auftritt des Feminismuskritikers Milo Yiannopoulos, der gerade durch amerikanische Hochschulen tourt.



8. Währenddessen kommentiert das liberale Magazin Reason die tätlichen Angriffe auf Yiannopoulos an der Universität DePaul durch Social Justice Warriors:

They justified their illiberal actions on grounds that Yiannopoulos's speech spreads hate and violence — which, incidentally, is true, given that the students retaliated by literally attacking him. In video footage of the event, a female protester can clearly be seen striking Yiannopoulos in the face.

This took place during the Q and A, which was interrupted by the female student and another activist, student Edward Ward. They were joined by ten other irate students. Yiannopoulos's supporters tried to stop them, and police and security were called. But neither the police nor campus security did anything to stop the activists. This was ironic, because DePaul had forced the College Republicans to pay several hundred extra dollars for security for the event.

(...) As I've frequently noted, Yiannopoulos is a Trump supporter, not a libertarian. I don't agree with many of his views, and some of his most vocal online supporters are truly awful. But we ought to defend his right to speak his mind at a public forum at a university campus, especially when specifically invited to do so by a campus political group. We ought to defend the rights of all students to grapple with ideas that are controversial. Tactics used to thwart Yiannopoulos, including the heckler's veto, can and will be unleashed on other speakers. If the academy is not a place where freedom of expression is protected for everyone, it's not a "safe" space at all.


Überraschenderweise berichtet die Huffington Post in noch schärferem Tonfall über die Ausschreitungen der Justice Warriors, die in den letzten Jahren mürbe gemachte Verantwortliche der Hochschule einfach gewähren ließen:

Until yesterday (...) I never realized that forcibly shutting down a private speaking event was considered free speech. I was also surprised to learn that assaulting a police officer is now a form of protest. It certainly never occurred to me that making violent threats towards a speaker was a constitutionally protected right. In fact, I was pretty confident all three of these acts were illegal ... highly illegal.

Yet, yesterday I saw radical protestors do all three of these things, without consequence. DePaul University administrators looked on dispassionately, as if this was an every-day occurrence. Watching this all unfold, I had to wonder for a moment whether DePaul administrators were defending some bizarre form of free speech I had never heard of.

(...) Years of inaction by university administrators has left radical student activists feeling they are immune from the law. Free from consequences, or dissenting opinions, endowed with a feeling of moral high-ground, students have taken increasingly drastic steps to suppress other opinions, and conservative opinions in particular.

(...) I talked to a few of the dozen Chicago police officers eventually called into the building, and they were irate. They were well-trained, and well-equipped to handle scenarios such as this. They wanted to do their job, and remove the protesters, but administrators demanded they stand passively and watch. Once again, violence prevailed over free speech on a liberal college campus, and the administration was 100% complicit.

(...) When administrators told Yiannopoulos his event was done, he was fuming. He called on his supporters to go with him to the offices of DePaul’s president, to lodge a formal complaint. Five hundred people walked towards the administrative building to chants of “USA” and “Let him speak”. Fifteen minutes later they arrived at the president’s office to find his door locked and barricaded. There would be no open dialogue today.




9. Die Aufforderung, Captain America einen schwulen Lover zu geben, trendet gerade auf Twitter.



10. Wieder einmal wird ein weibliches Opfer-Abo gekündigt: Eine US-amerikanische Cheeleaderin beklagt in einem Notruf an die Polizei häusliche Gewalt. Aber anders als in vielen Fällen dieser Art hat ihr Partner mit seinem Handy aufgezeichnet, dass in Wahrheit sie die Täterin war. Die ABC-News berichten.

Mittwoch, Mai 25, 2016

Vermischtes vom 25. Mai 2016

1. Manchmal wundert es einen nicht, dass die Soziologie bei vielen einen so schlechten Ruf genießt. Im Magazin "jetzt", einem Teil der Süddeutschen Zeitung, steigert sich ein Vertreter dieses Fachs, Bernhard Heinzlmaier, in einen Anfall fast schon absurder Hate Speech hinein, bei dem sich politisch korrekter Hass gegen Männer im allgemeinen schnell gegen Hass vor allem gegen Männer der unteren Schichten herausstellt, die nicht wie Heinzlmaier selbst eine Universität besucht haben:

Bei der bildungsfernen Hälfte, den Prekären, den schlecht Integrierten, beobachten wir die Rohheit des ungebildeten Mannes. Des auf Krawall gebürsteten Naturmenschen, der in Feindbildern denkt und von inhumaner Macht angezogen wird. (...) Und die demokratisch nicht gebildeten, nicht zur Demokratie erzogenen Schichten wie diese jungen Männer, die wollen keine Kompromisse, wollten nie Kompromisse. (...) Der ungebildete Mann sieht sich als Opfer der Verhältnisse, weil er nicht mehr machen darf, was er will: zu schnell Auto fahren, besoffen Auto fahren. Stattdessen muss er sich um den Haushalt kümmern. Das irritiert die verblödeten Männer. (...) Die ungebildeten jungen Männer folgen einer Macht, die besinnungslos gegen alles losschlägt, was Menschlichkeit heißt.


"Zur Demokratie erzogen" ist in Heinzlmaiers Welt offenbar nur der Akademiker, der links wählt. Wer das nicht tut erscheint als unterbelichtet und gemeingefährlich. Immerhin sagt Heinzlmaier nicht explizit, dass er sich selbst für deutlich höherwertig als viele "verblödeten" Geschlechtsgenossen sieht. Stattdessen arbeitet er stellvertretend über die sattsam bekannte Frauen-sind-bessere-Menschen-Rhetorik:

Frauen werden eher zu sozialer Empathie erzogen. Sie haben zudem einen realistischeren Blick auf die Welt. Während der Mann für alles einen Feind sucht, der an seinem Elend schuld ist, kann die Frau ihr eigenes Verschulden besser einordnen.


Wie gesagt: Solange so etwas als "Soziologie" verkauft wird, darf man sich über massive Kritik an diesem Fachbereich nicht wundern. Hier wären andere Soziologen gefragt, sich gegen Heinzlmaiers Sexismus und seine Pöbeleien auszusprechen und darauf hinzuweisen, dass er diese akademische Disziplin damit beschädigt. Ernsthaft rechnen darf man mit solchen Interventionen nicht.

Ironischerweise erscheint Heinzlmaiers Hassausbruch im Rahmen eines Interviews zum Wahlerfolg der rechtsliberalen FPÖ, der er genau jene "markige Kriegsrhetorik" vorwirft, die er in diesem Interview durchgehend selbst an den Tag legt. Mal davon abgesehen, wie anschaulich hier der psychologische Prozess der Projektion gerät: Es dürften genau solche Hassattacken der Gutsituierten gegen die "Loser" ihrer Gesellschaftsordnung sein, die zu Wahlerfolgen rechter Parteien entscheidend beiträgt.

In den Kommentaren unter dem Interview fragen sich irritierte Leser, ob Heinzlmaiers Hassausbruch wirklich etwas mit Soziologie zu tun hat, oder ob es sich bei seinen Statements nicht vielleicht doch um eine neue Böhmermann-Satire handelt. (Viel fehlt ja nicht dazu, dass Heinzlmaier Männern ohne Abitur auch das Ziegenficken andichtet.) Eine ausführliche Auseinandersetzung mit Heinzlmaiers Hate Speech liefert das Blog Kritische Wissenschaft, wo der Bildungsforscher Michael Klein zu dem Fazit gelangt:

[Heinzlmaier] ist ein expletiver Mann, der Angst vor anderen Männern zu haben scheint und sich nicht anders zu helfen zu wissen scheint, als sich einerseits bei Frauen, der für ihn überlegenen Lebensform, anzudienen und andererseits die Männer, die ihm Angst machen, zu beschimpfen.


Ein Gegengift zu den aggressiven Abwertungen Heinzlmaiers, wenn es darum geht, die Abwanderung vieler Menschen ins rechte Lager zu unterbinden, liefert die Berliner "taz". Dort heißt es in einem Beitrag Stefan Reineckes:

Vielleicht sollte man sich an den linksliberalen US-Philosophen Richard Rorty erinnern, der vor zwanzig Jahren hellsichtig jene Bruchlinie beschrieb, die nun Österreich scheinbar in zwei Hälften teilt und auch eine Blaupause für Trumps Aufstieg ist. Rorty attestierte der Post-68er-Linken, dass sie die Gesellschaft nur noch im Tunnelblick wahrnimmt: als Kampf für die Rechte von Minderheiten. "Interessiert euch jetzt bitte mal wieder für die Probleme weißer heterosexueller Männer, die keine Arbeit finden und ihre Familien nicht versorgen können", forderte er 1997 vergeblich. Die politische Kunst wird darin bestehen, eine Sprache für Modernisierungsverlierer zu finden, ohne Freiheitsgewinne in Frage zu stellen. In hübsch renovierten Altbauwohnungen die Unterschicht zu verachten, die jetzt auch noch falsch wählt, wird nicht helfen.




2. Das Magazin Vice berichtet über die Umstände, unter denen die "verblödeten" Männer in Betrieben der Schlachtindustrie arbeiten müssen. Der Artikel schildert die Ausbeutung der zumeist osteuropäischen Männer zu niedrigsten Löhnen, die Verhinderung jeglicher gewerkschaftlicher Organisation, das Drücken des Mindestlohns, die Abschottung der Arbeiter von der Außenwelt, schwere körperliche Arbeit bis zu zwölf Stunden pro Tag, unhygienische Unterbringung, Beschimpfungen und Drohungen durch Vorgesetzte sowie die Vertuschung von Arbeitsunfällen.



3. Spiegel-Online hingegen widmet einen Artikel den unerträglichen Arbeitsbedingungen, unter denen Frauen in der IT-Branche zu leiden haben: "Anzügliche Witze und frauenfeindliche Sprüche sind an der Tagesordnung."



4. Birgit Kelle sieht sich mittlerweile als Sprecherin aller Frauen und fordert in deren Namen Männer auf, diese Frauen als "Ritter" mit der Faust zu verteidigen.



5. Die drohende erneute Verschärfung des Sexualstrafrechts gemäß der Parole "Nein heißt Nein" werde der Justiz Probleme bereiten, argumentiert Peter Praschl in der "Welt": ein lesenswerter Artikel.



6. Das Blog Phaislum hat gestern eine empfehlenswerte Sammlung von Studien zum Thema "Beschneidung" veröffentlicht sowie einen Kurzbericht eines Betroffenen dieser Praktik.



7. Bei einem Vortrag des Feminismuskritikers Milo Yiannopolous an der Universität DePaul stürmten Social Justice Warriors die Bühne und drohten Yiannopolous Schläge an.



8. Andrew Cavarno, Unterstützer von Hillary Clintons Mitbewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur Bernie Sanders, bietet Feministinnen eine Debatte zu der Frage an, ob es an amerikanischen Universitäten tatsächlich eine Rape Culture gibt. Dabei macht er die Erfahrung, dass niemand zu einer Diskussion über dieses Thema bereit ist:

He recently asked dozens of feminist professors, student activists and rape advocates to debate him publicly on campus about the claim that one in five coeds are raped or sexually assaulted while in college. No one said yes. Not one.

In fact, he sent 165 emails to 50 different individuals and organizations in his quest to find someone to debate him, or simply present the other side, for his event "Is there a Rape Epidemic?: Rape Hysteria, Due Process, and Free Speech."

He sent debate invitations to outspoken student activists on campus, campus advocacy organizations, every feminist studies department professor at UCSB, every person working in UCSB’s Title IX office, and UCSB Vice-Chancellor Margaret Klawunn. He also reached out to various rape crisis centers in the region, and made posts on social media in attempts to find individuals to present the affirmative position. No one would step up.

Once Cavarno realized he would not be able to find anyone locally, he broadened his scope and contacted virtually every major national advocacy organization he could find on the internet. He even offered to compensate people for their time and travel costs.

"A lot of what would happen is they would send me in the direction of another organization, say ‘you should go talk to this person, you should go talk to that person.’ Or once they realized I was questioning victim statistics, they would say they are not interested anymore," Cavarno told The College Fix. "When I started this it wasn’t about not finding someone: If I send enough emails, make enough phone calls, talk to enough people — I’ll find someone. Apparently not."

(...) In an interview with The College Fix, Cavarno said he believes feminist professors, student activists and rape advocates are unwilling to participate in a two-sided discussion because they have already achieved complete hegemony over the conversation.

"They have nothing to gain from engaging with the other side," he said. "They simply portray anyone who disagrees with the victim statistics as a sexist rape apologist, suggesting any skepticism could only be explained through bigotry or ignorance, rather than through genuine disagreement. This prevents people from questioning their narrative, for fear of being demonized as misogynistic or insensitive to rape survivors. This strategy effectively shuts down any meaningful opportunity to have a productive dialogue."




9. Rose Stanesby, 17jährige Tochter eines prominenten britischen Väterrechtlers, berichtet in der Daily Mail, wie der Scheidungskrieg ihrer Eltern ihre Kindheit zerstörte:

Miss Stanesby, who was just two when her parents separated in 2000, said she always felt her voice was not heard by the Family Court. She said: "The things that have happened to me I can never forget. I always felt like a case number, a pay cheque, a child to be won by a parent. The family courts system is a battle, not a justice system."

(...) She said her trauma was punctuated by the "fun" of seeing her father campaign for equal access dressed as a superhero on the news. Her favourite costume was that of Batman's sidekick, Robin. She recalled: "I remember thinking how funny dad was climbing buildings. I thought the 'R' stood for Rosy."

But Mr Stanesby's high-profile actions saw him jailed for two months in November 2008 after he was found guilty of causing distress and alarm and refusing to obey a police officer after a rooftop protest at the home of the then deputy Labour leader, Harriet Harman.

Miss Stanesby described herself as a "bit broken" by those events. She added: "While he was in prison he missed my 10th birthday, my piano exam and my weekends together. I could not understand why I could only see my dad for two days at a time every other weekend."

(...) After her father came out of prison she was interviewed again. She told an interviewer from Cafcass, which represents children in family court cases, that she would run away if she were not listened to.

Shortly afterwards, in 2009, it was agreed that her mother and father would have equal care and residency. Cafcass, which stands for Children and Family Court Advisory and Support Service, is independent of the courts, social services, education and health authorities and all similar agencies.

(...) She says her parents straight away began getting on, which she believes shows the involvement of solicitors, officialdom and the courts was the problem. (...) "They turned everything into such a war. The courts turned my parents against each other. I wanted to be with them both. I love mum and dad and always have done."


Den Eindruck, dass das Hauptproblem bei Sorgerechtskonflikten weniger eine von Beginn an auf Streit ausgerichtete Ex, sondern ein System ist, das zwei frühere Partner gegeneinander aufhetzt, bekomme ich des öfteren von betroffenen Vätern zu hören.

Dienstag, Mai 24, 2016

Vermischtes vom 24. Mai 2016

1. Christian Schmidt widerspricht einem gestern von mir zustimmend zitierten Leser, der eine zu große Beschränkung der maskulistischen Bewegung auf eine Internet-Filterbubble beklagt.



2. Es bleibt dabei: Wenn sich die Leitmedien überhaupt mit der Männerrechtsbewegung beschäftigen, dann gelingt ihnen das so gut wie nie auf sachliche Weise. Stattdessen scheint die Tatsache, dass Auffassungen, die vom radikalen Feminismus abweichen, immer mehr Boden gewinnen, für manchen Journalisten uenrträglich zu sein. Aktuellstes Beispiel: Durchgeknallte Männerrechtler sind irre Verschwörungstheoretiker – glauben Sie ihnen kein Wort ereiferte sich gestern Alex Proud schon in der Schlagzeile seines Artikels für den britischen "Telegraph".

Unter dem Hetzartikel findet man eine Online-Abstimmung darüber, was die Leser von diesen Männerrechtler-Psychotikern halten. Aktueller Stand, während ich das hier tippe: 33 Prozent der Leser stimmen Alex Proud zu. 24 Prozent glauben, Männerrechtler haben gute Argumente, bringen sie aber zu aggressiv vor. Und 43 Prozent finden, Männerrechtler haben einfach Recht.



3. In einem weiteren Artikel spricht sich der Telegraph für die Zensur politisch unerwünschter Standpunkte an Universitäten aus.



4. Die Huffington Post wollte mit einem Foto ihres Redaktionsteams offenbar beweisen, dass in ihren Räumen dieselbe "Diversity", also Verschiedenheit, herrsche, die in der englischsprachigen Huffington Post gerne gepriesen wird. Offenbar komplett unbemerkt von den Macherinnen der Huffington Post beweist das Foto das exakte Gegenteil und führte deshalb zu großem Spott im Internet.

Montag, Mai 23, 2016

Vermischtes vom 23. Mai 2016

1. In ihrem Artikel Unbeholfenes Ansprechen als Auslaufmodell setzt sich Bettina Hammer auf Telepolis mit aktuellen Tendenzen zur Spaltung der Gesellschaft durch ein Sicherheitsdenken auseinander, das sie als "Darwinismus im Beziehungsreich" bezeichnet.

Als Ursachen macht sie zum einen eine schleichende geistige und körperliche Gleichschaltung durch zunehmende Digitalisierung aus, die dazu führt, dass man sich sowohl privat wie auch öffentlich, sowohl im Internet wie auch in der Realität, nur noch in einer Filterblase aus Gleichgesinnten bewegt:

Der eigene Horizont wird eingeschränkt und durch die Ähnlichkeiten mit den Gesuchten wird dies verstärkt, so dass die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden und -aussehenden entfällt.


Zum anderen sieht Hammer den aus der Sicherheit solcher Filterblasen heraus agierenden Netzfeminismus als Attacke auf die zwischenmenschliche Toleranz:

Belästigung ist an sich schon immer ein Tatbestand gewesen, der auf dem Empfinden basiert, doch in Verbindung mit Sexualität wird sie in Zeiten von #aufschrei und Co. zu einem gesellschaftlichen Ausgrenzungswerkzeug.

(...) Hier wird klar, dass nicht das Miteinander und das Lernen voneinander zum Ziel wird, sondern das Gegeneinander. Die Angst, in dieser Hinsicht als sexistisch, rassistisch, homophob ... dargestellt zu werden, steigt, auch gerade in Zeiten von Mikroaggressionen.

(…) Der Gescholtene wird somit vom "schusseligen Schüchti, der halt nicht weiß, wie er jemanden anspricht" zum "mikroaggressiven Sexisten" - das Mitgefühl oder gar die Sympathie wird automatisch in Antipathie und Verurteilung umgewandelt. Derjenige aber, der diese Antipathie und auch die Verurteilung verursacht, hat ob der fehlenden Nachfrage auch keine Gelegenheit mehr, seine eigenen Beweggründe und Ansichten zu hinterfragen, er bleibt gefangen in seiner Ansicht und seinen Ressentiments. Diese Entwicklung führt nur weiter zu einer seit Jahren andauernden Spaltung der Gesellschaft, statt auf ein Miteinander, auf Mitgefühl und Versöhnung zu setzen.


Der Leser, der mich auf Hammers Artikel aufmerksam machte, merkt dazu an:

Bettina Hammers Artikel schlägt im Grunde in dieselbe Kerbe, wie die gestern geäußerte Kritik an dem eigentlich in allen Punkten zutreffenden Artikel von Stephan Schleim: Solange sich die Männerbewegung ausschließlich im Netz manifestiert, solange es dabei bleibt, daß in einer abgeschotteten virtuellen Welt Gleichgesinnte in Filterblasen miteinander "Dampf ablassen", wird sich in der realen Welt nur wenig ändern - weil der Feminismus in dieser realen Welt auch weiterhin alle Schlüsselpositionen in Politik und Medien besetzt hält. Es reicht also nicht, lediglich ein AndersDENKENDER zu sein. Man muss wohl auch anders HANDELN als bisher.


Das ist wohl in der Sache unbestreitbar richtig. Versuche, diese Punkte zu thematisieren, haben bislang aber lediglich zu erheblichen Aggressionen in der maskulistischen Blogger-Community geführt.



2. Was ein Pfarrer durchmacht, der seit einiger Zeit von einer Frau gestalkt wird, ohne dass jemand eingreift, berichtet Merle Schmalenbach in der ZEIT.



3. Die männerpolitische Organisation MANNdat hat Sabine Zimmermann, im Bundestag vertretene Politikerin der Partei Die Linke, interviewt: "Arme Männer sterben früher".



4. Eine Feministin aus Österreich sieht das Männerwahlrecht mehr und mehr als Problem.



5. Ein Gastautor bei Roland Tichy schildert seine Erfahrungen als Biologe im Gender-Seminar.



6. Im von Angela Merkel als beispielhaften Erfolg ihrer Flüchtlingspolitik vorgestellten türkischen Camp Nizip sollen bis zu 30 Jungen sexuell missbraucht worden sein.



7. In Großbritannien steigt die Zahl von Sexualstraftaten, die von Frauen begangen werden, stark an. (Es kann sich hierbei natürlich auch um ein Aufweichen der Dunkelziffer handeln.)



8. Männliche Opfer sexuellen Missbrauchs unternehmen eine politische Radtour von Manchester nach London, um auf den Mangel an Hilfsangeboten hinzuweisen.



9. Off-topic: Die Islamkritikerin Mina Ahadi erklärt in einem Offenen Brief an Frauke Petry, warum sie sich nicht mit der AfD treffen möchte.

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