Dienstag, März 03, 2015

Wen "Hart aber fair" den "Faktencheck" beim Thema Gender machen lässt

Wen sollte man beim Thema Gender auch anderes fragen, als eine Feministin? Diese hier berichtet, auf die Anfrage der Redaktion Nein gesagt zu haben, eine andere war bereit (Sigrid Betzelt, untersucht Geschlechterdiskriminierung und Gender-Aspekte unter anderem für die Friedrich-Ebert-Stiftung). Und wenn es bei "Hart aber fair" demnächst um die Positionierung der Parteien vor einer wichtigen Wahl geht, macht den Faktencheck vermutlich jemand von den Grünen.

"Die Zeit" entnervt über Birgit Kelles Bucherfolg

Wer Gender Gaga, das neueste Buch der Anti-Feministin Birgit Kelle, liest, muss das Gefühl bekommen, jahrelang in einer Parallelwelt gelebt zu haben. Zu allem entschlossene Gutmenschen durchsetzen Ministerien, Buchverlage, Polizei, Konzerne, sogar die Religion. Sie versuchen, das Gender-Mainstreaming so zu verankern, dass bald niemand mehr zwischen Mann und Frau unterscheiden kann. Kelles Buch steht weit oben in der Amazon-Verkaufsliste.


Und, lieber Christian Bangel, war es denn wenigstens schön in Ihrer Parallelwelt? Raten Sie mal, warum sich Birgit Kelles Buch so gut verkauft und die feministisch ideologisierten Blätter immer schlechter. Wir Leser haben eben lieber Nachrichten aus unserer Heimatdimension.

Kubicki: "Diejenigen, die gegen Geschlechter-Diskriminierung zu Felde ziehen, betreiben die Diskriminierung der Männer."

Ich sitze im Richter-Wahlausschuss. Das Gesetz zur Frauenförderung zwingt uns dazu, nicht nur bei gleicher, sondern auch bei leicht abweichender Qualifikation Bewerberinnen zu bevorzugen. Dann frage ich mich immer, warum ein junger Richter oder Staatsanwalt darunter leiden muss, dass früher Frauen diskriminiert wurden. Das stört mein Gerechtigkeitsempfinden massiv. Diejenigen, die gegen Geschlechter-Diskriminierung zu Felde ziehen, betreiben momentan nichts anderes als Geschlechter-Diskriminierung, nämlich die Diskriminierung der Männer.


Hier findet man das vollständige Interview.

Lesermail (Unverständnis der Bürger gegenüber Männerdiskriminierung)

Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Herr Hoffmann,

ich habe mir den Spiegelartikel, den Sie verlinkt haben, angeschaut. Den Artikel selbst habe ich nur kurz überflogen, da ja im Grunde klar ist, worum es da geht. Das Wesentliche hatten Sie ja außerdem zitiert.

Viel mehr hat mich die Reaktion der Leser interessiert, also bin ich gleich zu den Kommentaren.

Und so etwas habe ich noch nie erlebt. 100% - ich sage es nochmal deutlich – hundert Prozent (!) ALLER Kommentare waren derselben Meinung und alle haben sich um diesen einen Satz direkt oder indirekt gedreht, nämlich um diese eine Begründung, mit der eine Männerquote abgelehnt wurde. Alle haben dieses politische Vorhaben stark kritisiert, niemand fand es auch nur entfernt gut, gerecht oder auch nur vertretbar. So ziemlich jedem fiel diese Doppelmoral auf, dieses Mit-zweierlei-Maß-Messen, welches einem ja wirklich geradezu ins Gesicht springt.

Natürlich hätte ich den Glauben an die Menschheit – und an die Bürger in Deutschland im speziellen – verloren, wenn niemandem oder nur wenigen diese hammerharte Ungerechtigkeit aufgefallen wäre.

Aber gleich 100%? Ein starkes Stück. Ein geradezu phänomenaler Einklang.

Da ich stark bezweifle, dass diese "Einseitigkeit" durch selektives Einwirken der Spiegel-Mitarbeiter zustande kam (eher würde der Spiegel versuchen, das Gegenteil zu erreichen), kann das nur bedeuten, es gab (bisher) keinen einzigen Kommentator, der es anders sieht.

Ich stelle seit einigen Monaten einen Wandel im Internet fest. Sei es bei Youtube-Kommentaren, wo immer öfter männerrechtliche Einwände einfach so reingeschrieben werden, selbst wenn sich das Video gerade nicht explizit mit Politik und der Geschlechterdebatte beschäftigt, sondern z.B. (von der Öffentlichkeit längst akzeptiertes) Männerbashing oder andere Ungerechtigkeiten gegenüber Männern zeigt, sei es durch den inzwischen geradezu symptomatischen Einklang in den Kommentarspalten von Online-Artikeln wie dem hier besprochenen. Männer und Frauen betrachten den Feminismus-Trend immer kritischer, und die Aufmerksamkeit gegenüber solchen Themen verstärkt sich immer mehr.

Und das passiert ja nicht einfach so aus heiterem Himmel. Nein, solche Blogs wie Genderama sind da stark beeinflussend und oft auch der Auslöser für diesen Wandel im Denken vieler Leute. Was den deutschsprachigen Raum angeht, würde ich Ihren Blog sogar als eine der maßgeblich treibenden Kräfte betrachten, die zu solch einem Stimmungswandel beitragen.

Die Kommentare unter diesem Spiegelartikel sind ein geradezu exzellentes Beispiel dafür, dass unter anderem Ihre unermüdlichen Bemühungen endlich langsam Früchte zu tragen scheinen.

Achja, und als kleines Dankeschön werde auch ich Ihnen eine kleine Spende zukommen lassen. Zwar nicht mit "Maskubashing" als Auslöser, aber dafür als "Sie haben mir und allen anderen einen guten und wertvollen Dienst erwiesen"-Spende.


Herzlichen Dank!

Sexuelle Belästigung: Männer häufiger betroffen als Frauen

Na guck, man findet bei dem Treff stramm ideologisierter Feministinnen unter dem Hashtag #hartaberfair auf Twitter auch interessante Informationen:

Der Klapps auf den Po, eine anzügliche Bemerkung oder E-Mail mit eindeutigem Angebot: Eine neue Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten schon einmal am Arbeitsplatz belästig wurden. Überraschend: Laut Umfrage sind Männer häufiger betroffen als Frauen.


Hier geht es weiter.

Faszinierend ist übrigens mal wieder Spiegel-Online: Dass mehr Männer als Frauen zu den Opfern gehören, lässt man in einem langen Artikel über die Studie einfach weg. Was sagen Sie denn dazu, Cordt Schnibben?

Birgit Kelle in den Amazon Top 100

Die Auseinandersetzung bei "hart aber fair" gestern Abend hat Birgit Kelle mehr genutzt als Anne Wizorek: Darauf weist zumindest ein Vergleich der Verkaufszahlen ihrer Bücher hin, soweit er sich aus dem Amazon-Ranking ablesen lässt. Dort befindet sich Kelles Buch Gendergaga am Morgen nach der Sendung auf Rang 88. Von der Sendung profitierten offenbar auch andere Bücher derselben Ausrichtung wie Ist der Feminismus noch zu retten?, das trotz komplett unbekannter Autorinnen und ohne jedes Marketing in derselben Amazon-Region wie Anne Wizorek liegt.

Bis gestern Nachmittag lag Wizoreks Buch bei Amazon sogar auf einem Rang um 163.000, war also klinisch tot. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Wizorek zur Bewerbung ihres Buches von ihrem Verlag gerade eine große Lesereise spendiert bekam, die zu intensiver Berichterstattung führte (siehe etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier). Journalistische Distanz zum Thema sah dabei so aus, dass die Artikel mit Passagen wie "Anne Wizorek startete die legendäre #aufschrei-Kampagne auf Twitter ..." begannen. Auch was TV-Kritiken zur "Hart-aber-fair"-Sendung angeht, sind die Sympathien im deutschen Journalismus sehr einseitig verteilt (siehe hierzu pars pro toto nur einmal den Artikel im STERN).

Es bleibt also bei dem bekannten Phänomen: Die Wahrnehmung eines Themas bei vielen Bürgern und seine Darstellung in den Medien, die in ihrer eigenen Welt leben, unterscheiden sich gravierend voneinander. Ohne die Lebenserhaltungsmaßnahmen durch die Leitmedien wären Feminismus und Gender bereits mausetot.

Forbes: "Wie peinliche weiße Männer eine Stadt zerstören"

What would happen if someone posted an article about how a particular ethnic group was poised to destroy a city? Imagine for a moment the outcry and outrage that would flow in the blogosphere if a columnist claimed, for example, that Chinese immigrants were ruining a city’s culture or that a particular company, dominated by women, was consigning a large American city to "doom" by causing housing prices to skyrocket.

Well, that’s exactly what Geek Wire posted this last November in an article titled, ‘Amageddon’: How Amazon’s culture is taking a toll on Seattle’s future, except the target of criticism was awkward white males who work for Amazon.


Hier geht es weiter.

Montag, März 02, 2015

Koalition streicht Männerquote aus Gesetzesentwurf

Die Gleichstellungsbeauftragten können wieder ruhig schlafen:

Bisher sah der Entwurf zum Gleichstellungsgesetz eine Passage vor, die in den sogenannten Hierarchieebenen der Verwaltung faktisch eine Männerquote vorsieht. (...) Das Ziel sei, "dass auch Männer künftig in denjenigen Bereichen gefördert werden müssen, in denen sie benachteiligt sind". (...) Diese Form der "Männerförderung" sei verfassungswidrig, stellten mehrere Experten fest. Denn allein aus der Feststellung, dass ein Geschlecht in einem bestimmten Bereich in der Minderheit sei, folge noch keine tatsächliche Benachteiligung.


Man braucht sowas ja nicht mal mehr zu kommentieren.

UNICEF: Hunderte von Jungen im Südsudan entführt

Unter Schlagzeilen wie "Many South Sudan boys 'kidnapped to be child soldiers'" und "Hundreds of South Sudanese Boys Believed Abducted" berichten zahlreiche englischsprachige Medien wie die BBC, ABC und die Daily Mail. Man erwartet, dass die Jungen zu Kindersoldaten gemacht werden sollen.

Auch deutsche Medien berichten, hier allerdings sind die Überschriften gegendert: "Hunderte Kinder im Südsudan entführt?" heißt es etwa bei der Tagesschau, "Hunderte Kinder laut UNICEF entführt" bei Spiegel-Online. Besonders bizarr ist die Deutsche Welle: In der Überschrift eines englischsprachigen Artikels ist dort von boys, in der Überschrift eines deutschsprachigen Beitrags ist von Kindern die Rede.

Ein spannendes Thema für Linguisten: Anfang des dritten Jahrtausends lautet die deutsche Übersetzung von "boy" immer dann, wenn es um Opfer geht, "Kind". Geschlechtsspezifische Gewalt ist in Deutschland nur ein Thema, wenn man glaubt, dass die meisten Opfer weiblich sind.

Sonntag, März 01, 2015

Plädoyer für eine zivile Debatte – Offener Brief an den SWR

An die leitenden Instanzen des SWR geht dieser Offene Brief.

Offener Brief an Cordt Schnibben, DER SPIEGEL

Einige meiner Leser haben die Bitte des SPIEGEL-Redakteurs Cordt Schnibben, ihnen über ihre Erfahrungen mit dem Niedergang des deutschen Journalismus zu schreiben, nicht nur erfüllt, sondern auch mich ins CC gesetzt. Einen dieser Briefe veröffentliche ich nach Rücksprache mit dem Verfasser gerne hier als Offenen Brief an den SPIEGEL.

(Es wird nicht der einzige Offene Brief bleiben, der heute auf Genderama vorgestellt wird. Dass immer mehr Journalisten zu Ideologen werden und ihnen dabei selbst elementare ethische Grundsätze verloren gehen, stellt leider ein wachsendes Problem dar und erfordert ein immer stärkeres Engagement der Bürger.)

Sehr geehrter Herr Schnibben,

vielen Dank für Ihren Artikel im aktuellen Spiegel sowie die Einladung, Ihnen Feedback zukommen zu lassen. Ich stimme Ihrer Wahrnehmung grundsätzlich zu: Das Verhältnis von Medien und ihren Rezipienten hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Wie ich selbst diesen Wandel erlebte, möchte ich Ihnen gerne kurz erzählen.

Vor und während meines Informatikstudiums sparte ich mir mein Spiegel-Abo vom Munde ab. Ein gutes Stück meiner politischen Sozialisation hat ihre Grundlage in Ihrem Blatt. Ich würde mich heute selbst als progressiv-liberalen Humanisten identifizieren, mit einem Hang zum Misstrauen gegenüber Mächtigen. Dafür möchte ich auch Ihnen danken.

Im Rahmen meines Promotionsvorhabens mit einem evolutions- und wahrnehmungspsychologischen Schwerpunkt verfestigte sich bei mir die Wahrnehmung, dass der Spiegel

- Informationen selektiv präsentiert,

- stets einen moralischen Interpretationsrahmen (ungefragt und meistens subtil) mitliefert, und

- sich vor den Karren politischer Kampagnen spannen lässt.

Endgültig nicht mehr ertragen konnte ich diese Dinge mit Ausgabe 5/11, das war die zur Frauenquote.

Dort steht:

Die Gegner sagen: Männer werden durch die Quote diskriminiert.

Stimmt. Aber nur für wenige Jahre, bis ein Drittel Frauen im Berufsleben Normalität geworden sind. Angesichts der Verteilung der Macht im Verlauf der Weltgeschichte kann von Ungerechtigkeit kaum die Rede sein. Es trifft eine halbe Generation. Das werden die Männer aushalten müssen, möglicherweise können sie sich von ihren Frauen ein paar Tipps abholen. Und es wären erst einmal noch 70 Prozent aller Stellen von Männern besetzt sein.


Ich habe diesen Absatz damals ungläubig wieder und wieder gelesen. Hunderte Male. Etwas zerbrach an diesem Tag: die Gewissheit, dass der Spiegel die tatsächliche Diskriminierung einer halben Generation Männer ernst nehmen und bekämpfen würde. Am Ende habe ich mein Abo gekündigt.

Mir ist klar, dass der Text als Streitschrift deklariert war und provozieren sollte. Dass er aber dabei Menschenrechtsverletzungen auf der Grundlage feministischer Ideologie propagiert, überschritt meine persönliche Grenze.

Seitdem habe ich mich intensiv mit dem Feminismus deutscher Prägung beschäftigt und glaube, mittlerweile jede diesbezügliche Propagandahalbwahrheit zu kennen. Es widert mich an, dass sich Ihr Blatt noch immer – zudem im wohlmeinenden, väterlichen Duktus – an deren Verbreitung beteiligt.

Feminismus heute: Boris Becker gilt inzwischen als rechter Maskulist

Das Blog Männer- und Väterrechte hat festgehalten, wie der in öffentlich-rechtlichen Sendungen verbreitete Nonsens dazu beiträgt, dass in radikalfeministischen Köpfen alles durcheinander geht.

Man sollte nicht immer nur Valerie Solanas nennen

In einem aktuellen Kommentar führt Lucas Schoppe aus, was von Hinrich Rosenbrocks Versuch zu halten ist, der Männerbewegung Parallelen zu antisemitischem Denken zu unterschieben:

Die Antisemitismus-Vergleiche von Rosenbrock sind weniger wegen eines Links-Rechts-Schemas problematisch, sondern weil sie völlig beliebig sind. Sie sind so unseriös, dass ein Wissenschaftler so nicht daherreden darf, und auch so, dass eine Journalistin das nicht unkritisch übernehmen und sich zu eigen machen darf.

Eine besonders irre Pointe: Auf feministischer Seite gibt es ein Kultbuch, das tatsächlich die Ideologie des Massenmords an den europäischen Juden in Geschlechterdebatten übersetzt hat - als Forderung nach einem industriellen, möglichst vollständigen Massenmord an Männern.

SCUM von Valerie Solanas ist nicht repräsentativ für den heutigen Feminismus, aber das ist auch nicht das Problem. Unverständlich ist, dass sich heutige Feministinnen niemals ernsthaft mit solchen extremen Gewaltbedürfnissen und -Ideologien in ihren eigenen Reihen auseinandergesetzt haben, für die Solanas ja nur ein besonders extremes Beispiel ist.

Das Buch wurde immer wieder neu aufgelegt, auch in deutschen Übersetzungen, auch bei renommierten Verlagen - und es erlebt immer wieder eine Renaissance, zuletzt vor wenigen Jahren bei schwedischen Feministinnen.


Feministinnen versuchen, Valerie Solanas mit ihren Phantasien davon, die genetisch minderwertigen Männer massenhaft zu vergasen, gerne beseitezuschieben – entweder durch Nicht-Erwähnen oder durch künstliche Wutanfälle, sobald Solanas Name genannt wird. Dabei hat Schoppe mit seiner Bemerkung völlig Recht, dass Solanas Buch nur ein einzelnes Beispiel von vielen ist. Es ist gar nicht nötig, immer nur diese Autorin und ihren Fankult herauszugreifen, um deutlich zu machen, auf welcher Kultur der Feminismus aufbaut. Man könnte auch über andere kulturelle Tiefpunkte dieser Ideologie sprechen: beispielsweise den Film "Born in Flames" der feministischen Regisseurin Lizzie Borden, über den uns die Wikipedia folgendes verrät:

Zehn Jahre nach dem Sieg der Revolution und der Machtübernahme der sozialdemokratischen Partei tritt in New York die Frauenarmee öffentlich in Erscheinung. Mehrere Frauen verlieren deshalb ihren Arbeitsplatz. Im Umfeld zweier kleiner feministischer Radiosender kämpfen sie mit ihren Verbündeten gegen Rassismus, patriarchalische Verhaltensweisen und für ihre sozialen Rechte. Die Aktivistin Adelaide Norris hilft revolutionären Frauen aus der Westsahara beim Beschaffen von Waffen und wird bei der Rückkehr auf dem Flughafen verhaftet. In der Zelle kommt sie zu Tode. Die Regierung behauptet, sie habe Selbstmord begangen. Ihre Kampfgenossen von der Frauenarmee wollen nachweisen, dass es sich um Mord handelte. Sie besetzen eine Radiostation der Regierung und zwingen die Techniker mit Waffengewalt, eine Rede des Präsidenten zu unterbrechen, in dem dieser ein Gesetz zur Bezahlung von Frauen für Hausarbeit begründet, und senden stattdessen eine politische Stellungnahme. Nach Brandanschlägen unbekannter Täter gegen die beiden feministischen Radiosender senden diese vereinigt aus dem Untergrund. Der Film endet mit einem Bombenanschlag gegen die Antenne auf dem Dach des World Trade Centers.


Während der Streifen auf einem Frauenfilmfestival 1983 den Grand Prix gewann, bewertet ihn das Lexikon des Internationalen Films so:

Thematisch ungewöhnliche, fantasievolle und flüssige Untergrundagitation, die allerdings weitgehend nicht mehr als Schlagworte und Phrasen bietet und mit einem fragwürdigen Aufruf zur Gegengewalt endet.


Hier findet man den vielsagenden Trailer des Films. Es gibt doch wenig Eindrucksvolleres als eine Explosion an der Spitze des World Trade Center zu sehen, überschrieben mit dem Kritikerkommentar "Aufregend, explosiv ... immer noch nach all den Jahren" und gefolgt von den Worten einer Figur dieses Films: "Schwarze Frauen, seid bereit! Weiße Frauen, macht euch bereit!"

Ein zentrales Motto des Films ist ein Ausspruch, der der feministischen Aktivistin Flo Kennedy zugeschrieben wird:

All oppressed people have a right to violence. It’s like the right to pee: you’ve gotta have the right place, you’ve gotta have the right time, you’ve gotta have the appropriate situation. And believe me, this is the appropriate situation.


Nun stelle man sich einmal vor, in einem Zeitalter wie unserem, in dem die Leitmedien stark feministisch geprägt sind, würden Maskulisten einen "Aufruf zur Gegengewalt" starten und einen Film über eine "Armee der Männer" mit einem Bombenanschlag auf die Antenne eines Senders enden lassen, worauf dieser Streifen einen maskulistischen Filmpreis erhält ... Absurd? Natürlich.

Es ist genau dieses offenkundige Ungleichgewicht zwischen Feminismus und Maskulismus, das viele Feministinnen zur Weißglut bringt. Die feministische Ideologie wurde immer wieder von enormer Gewaltanwendung vorangetrieben: Es gab Terroristinnen wie diejenigen in der Gruppe "Rote Zora" mit ihren Bombenanschlägen. Valerie Solanas schoss Andy Warhol und dessen Assistenten nieder. Esther Vilar wurde auf einer öffentlichen Toilette von radikalen Feministinnen zusammengeschlagen – der Höhepunkt eines Terrors, der die jüdische Autorin aus Deutschland fliehen ließ, was bis heute nur von den angeblich "rechten" Maskulisten als Skandal wahrgenommen wird. Auf das Haus von Erin Pizzey wurde geschossen, nachdem diese Mitbegründerin der Frauenhausbewegung auch über männliche Opfer zu sprechen begann. Und so weiter und so fort.

Die Gewalt hingegen, die von Maskulisten ausgeht, liegt bis heute bei null.

Was für Feministinnen um so peinlicher ist, weil der Vergleich zwischen diesen beiden Bewegungen ihr liebstes Geschlechterklischee, das vom gewaltgeilen Mann und der friedfertigen Frau, komplett Lügen straft.

Vor genau diesem Hintergrund erklären sich die enormen feministischen Anstrengungen, einen Massenmörder wie Anders Breivik zum Maskulisten zu ernennen. Und aus genau diesem Grund muss eine feministische Journalistin wie Nina Marie Bust-Bartels ihrer Sendung den Titel "Maskulinisten – Krieger im Geschlechterkampf" geben. Der frappierende Unterschied zwischen den beiden Bewegungen MUSS verwischt werden, und wenn dazu noch so viel schiefe Rhetorik und hanebüchene Konstruktionen nötig sind. Über maskulistische Gewalt muss phantasiert werden, damit man sich mit der ganz realen Gewalt und der Gewaltpropaganda in der feministischen Geschichte genausowenig auseinanderzusetzen braucht wie mit der häuslichen und sexuellen Gewalt, die von weiblichen Tätern begangen wird.

Samstag, Februar 28, 2015

Don Alphonso: "Die Maskus sind schuld"

Die Männerbewegung trägt offenbar nicht nur an diversen Massakern die Schuld, sondern auch – und das ist viel schlimmer – daran, dass Jasna Strick immer noch keinen Job hat. Inwiefern, erfährt man bei Don Alphonso.

via

Siehe auch ...

Lesermail: "Wie Nina Marie Bust-Bartels zur unfreiwilligen Spenden-Eintreiberin wurde"

Klaus T. aus Kassel schreibt mir heute:

Lieber Herr Hoffmann,

zukünftig werde ich Ihnen an jedem 3. eines Monats den Betrag von 5 Euro überwiesen. Ich habe gerade online den entsprechenden Dauerauftrag erstellt. Mir tut das nicht weh, aber Ihnen kann das vielleicht ein wenig helfen, besser den mühsamen Weg für eine humanistische, männerfreundliche Gesellschaft zu gehen. Diese kleine regelmäßige Spende ist als "Aufmunterung" gedacht, aber auch als winziger Beitrag zur materiellen Besserstellung. Vielleicht gibt es ja noch ein paar weitere Leute, die durch eine regelmäßige Spende einen kontinuierlichen und berechenbaren Beitrag zur Unterstützung Ihrer Arbeit leisten können!

Aktuell zu diesem Schritt veranlasst hat mich das Feature von Nina Marie Bust-Bartels im SWR 3, auf das ich durch Sie und durch Herrn Schoppe aufmerksam gemacht wurde. Die Dreistigkeit und Borniertheit, mit der Feministinnen an den "Schaltstellen der Macht" in Politik und Publizistik ihre Ideologie weiter durchzusetzen versuchen und alle, die sich ihnen in den Weg stellen, mit zum Teil unfairen Mitteln bekämpfen, macht mich ein wenig wütend, aber ich spüre auch Machtlosigkeit. Und so soll die kleine regelmäßige Spende auch zu meinem "Seelenheil" beitrage, indem ich Ihre Tätigkeit unterstütze und mich nicht mehr ganz so machtlos fühle.


Ich freue mich über diese engagierte Unterstützung natürlich sehr. Und sie bringt mich auf eine Idee: Ich werde zukünftig nach jedem in unseren Leitmedien veröffentlichten Beitrag, der uns Aktivisten, die sich für Männer engagieren, so darstellt, als wollten wir den nächsten Holocaust vorbereiten, demonstrativ auf mein Spendenkonto aufmerksam machen. Kurzzeitig kommt die Aktion dann auch auf die Genderama-Blogroll. Vielleicht bremst das wenigstens den einen oder anderen Hetzer ein wenig aus, weil er sich denkt: "All diese Polemik bringt dem blöden Hoffmann nur noch mehr Geld." Und ich glaube, dieser Gedanke ist für das Genderlager WIRKLICH schwer zu ertragen. Wir hätten also eine Art hatr.org, das sich speziell auf Hassattacken aus den Mainstream-Medien bezieht.

Auch für diese Idee danke ich Klaus T. aus Kassel sehr. :-)

Wer sich an der aktuellen Genderama-Spendenaktion beteiligen möchte, findet mein Konto mit der Nummer 393 039 906 bei der Nassauischen Sparkasse, BLZ 510 500 15, BIC bzw. SWIFT: NASSDE55, IBAN: DE43510500150393039906. Stichwort "Spenden gegen den Hass". Ganz herzlichen Dank im Voraus!

Der neue SPIEGEL: Verzweifelt über vernichtende Kritik am deutschen Journalismus

Im aktuellen SPIEGEL widmet der Journalist Cordt Schnibben einen Beitrag auf den Seiten 80 bis 86, der leider nur im Anriss online steht, der anhaltenden massiven Kritik vieler Bürger am deutschen Journalismus. Dabei fordert er ein neues Verhältnis der Medien zu ihren Lesern, "die kritischer und mächtiger" seien, "als vielen von uns lieb ist".

Schnibben berichtet in dem Artikel über seine Arbeit für Die Zeit, wo Schnibbens Ressortleiter ungnädigen Lesern schon mal mitteilte, "er habe leider einen Zimmerbrand zu beklagen und dabei müsse wohl auch dessen Leserbrief in Flammen aufgegangen sein." Die anmaßende Haltung vieler Journalisten betrachtet Schnibben skeptisch:

Texte wurden über dem Publikum abgeworfen, Widerspruch war das Werk von Querulanten, denen man am besten das Abo kündigte. (...) Doch seit einiger Zeit verschärft sich der Ton der Zuschriften. Es ist etwas passiert zwischen mir und Ihnen, zwischen uns Journalisten und Ihnen, den Leserinnen und Lesern.

Ein Teil von Ihnen hält uns (...) einen "Journalismus ohne Fakten" vor. Mehr oder minder pauschal werden Journalisten als willfährige Helfer dubioser Interessen abgekanzelt, im Chefarztton, das hat sich umgedreht, und das Misstrauen in solchen Briefen – und in unsere Arbeit – ist unübersehbar. Wo kommt es her, dieses Misstrauen? Warum wenden sich Leser von Zeitungen und Zeitschriften ab, gerade die Jüngeren, die auch immer seltener den Fernseher einschalten? Warum ist der seriöse Journalismus in eine ökonomische Krise geraten – obwohl er aufgrund der Weltlage doch gerade mehr gebraucht würde denn je?


Schnibbens Artikel macht umstandslos deutlich, dass kritische Leser weiter ignoriert würden, wenn sich deren Kritik nicht so spürbar auf Journalisten auswirken würde:

Die Versuche von Tages- und Wochenblättern, ihre sinkenden Print-Einnahmen durch steigende Erlöse im Digitalgeschäft zu kompensieren, sind bisher wenig erfolgreich (...) Jeden Monat findet irgendwo auf der Welt mindestens eine Konferenz statt, auf der Verlage und Redaktionen darüber debattieren, was sie tun können gegen Leserschwund und Werbeflaute.


Im Vergleich damit hat der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk es leichter. Der kann seine Zuschauer dazu zwingen, Geld dafür zu bezahlen, dass sie in diversen Beiträgen zu Monstern gemacht werden.

Mit der Einschätzung, Kritik an Journalisten habe lange Zeit als Majestätsbeleidigung gegolten, und zwar gerade dann, wenn sie berechtigt war, zitiert Schnibben den Blogger Richard Gutjahr. Die Fehlerkultur in den Redaktionen sei wenig ausgeprägt: "Einer der ersten Sätze, die ich als junger Radio- und später als Fernsehjournalist in den Sendern im Umgang mit schlampiger Recherche gelernt habe, lautete: 'Halb so wild, das versendet sich!'" Das räche sich jetzt.

Auf die immer deutlicher werdende Krise des deutschen Journalismus reagiert Schnibben in seinem Artikel, indem er "die Treueprämie, die ich für 25 Jahre SPIEGEL-Mitarbeit bekommen habe", dafür nutzen möchte,

um zumindest einige von Ihnen kennenzulernen und Sie in den SPIEGEL einzuladen. Wie das gehen soll? Schreiben Sie mir, was wir besser machen sollen, loben Sie, wenn es nicht anders geht. Hundert von Ihnen kann ich zu einem Leser-Dinner einladen, so weit reicht das Geld der Treueprämie, in unser Haus-Restaurant, in dem unser Koch Alfred Freeman für Sie anrichtet. Vorher diskutieren Sie mit Chefredakteuren und lernen die Dokumentationsabteilung kennen, in der die 60 Kollegen daran arbeiten, dass SPIEGEL-Artikel fehlerfrei in den Druck gehen. Wir losen die Gäste unter allen aus, die uns schreiben unter dem Stichwort "SPIEGEL-Kritik". Schreiben Sie an: DER SPIEGEL, Cordt Schnibben, Ericusspitze 1, 20457 Hamburg oder an Cordt_Schnibben@spiegel.de


Hat jemand Lust und Zeit, Herrn Schnibben ein paar Zeilen zu schreiben? Und zwar nicht nur über eine fehlerhafte Berichterstattung, sondern auch und vor allem über das Totschweigen missliebiger Themen?

Birgit Kelle thematisiert erneut Diskriminierung von Männern

Die von dem klagefreudigen Gender-Professor Heinz-Jürgen Voß vorgeschlagene Taktik, auf Amazon genderkritische Bücher negativ zu besprechen, trägt die ersten Früchte: Birgit Kelles gerade erst erschienenes Buch "Gendergaga" wird dort bereits unter Beschuss genommen. (Nachtrag: Inzwischen gibt es auch einige weitere freundliche und positive Rezensionen.)

Mir liegt Birgit Kelles Satire selbst noch nicht vor, aber wenn ich nach einer aktuellen Rezension gehe, wird Männerdiskriminierung darin ebenso angeprangert wie schon in Kelles Vorgängerband:

Leider ist die Realität tatsächlich nicht näherungsweise so lustig, wie das Buch es zumindest im ersten Drittel vermittelt. Lachen ist gesund und befreit, doch dann gilt es sich der Wirklichkeit der Konsequenzen zu stellen. Es wird ernst, wenn nämlich eine Folge des Gendermainstreamings die Diskriminierung von Männern ist, die beruflich schon heute an vielen Stellen ernsthaft benachteiligt werden.


Es bleibt erstaunlich, dass es erst wieder eine Frau braucht, bevor über dieses Thema offen gesprochen werden kann – auch wenn diese Thematisierung nicht ohne feministisches Dauerfeuer möglich ist.

Serienmörderin, die Fotos ihrer aufgeschnittenen Opfer sammelte: "Ich tat es aus sexueller Lust"

Ein neuer Beitrag aus der Reihe "Zertrümmerte Geschlechterklischees, die Feministinnen schnuppe sind":

A woman accused of murdering a dozen homeless people has told police she felt 'sexual pleasure' from repeatedly stabbing dying victims.

The shocking revelations came as Russian police questioned Elena Lobacheva, 25, about the slayings of 12 people in Moscow.

She also admitted that she was inspired by a Hollywood horror movie Bride of Chucky, about a doll possessed by a serial killer.

Lobachev, 25, and Paul Voitov, 20, are accused of murdering a dozen homeless people in a crusade to clean-up the city.

Though they claimed to be targeting vagrants and alcoholics, and were nicknamed the 'Cleaners' gang', one victim, a bank worker, neither homeless nor a drunk, was stabbed 107 times.

She told police that 'randomly stabbing the body of a dying human brought her pleasure compared to sexual pleasure', reported Life News agency.

It was also alleged that on her home computer she had a 'step-by-step instruction to killing people and photos of all of her victims with their stomachs cut open and body parts cut off'.


Hier geht es weiter. Wer wagt eine Wette, dass zukünftige Artikel sehr viel weniger von dieser Frau handeln werden als von männlichen Massenmördern wie Roger Elliott und Anders Breivik, die immer gern herangezogen werden, um viel größere Gruppen von Männern in Sippenhaft zu nehmen?

Lesermail: "Der lustigste Artikel des Jahres 2015"?

Eine Genderama-Leserin informiert mich heute über einen Zeitungsartikel von, so wird der Artikel eingeleitet, "Jasna, die anonym bleiben möchte":

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

ich schätze Ihr beständiges Engagement und ihren Blog Genderama, den ich schon seit Jahren regelmäßig lese, sehr.

Anbei wolllte ich Sie kurz über den wohl jetzt schon lustigsten Artikel des Jahres 2015 informieren:

Sein Titel "Master mit 1,6 - Leben mit Hartz IV" klingt erst einmal ernüchternd und hat mein Interesse geweckt. Beim Lesen des Artikels stellt sich heraus, dass es sich bei der Autorin um eine der ehemaligen Aufschrei-Initiatorinnen handelt, die sich nun wundert, warum sie mit abgeschlossenem Germanistikstudium und dieser Vita

"Ich bin eine der Initiatorinnen des Hashtags #aufschrei, der mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde; ich leite Social-Media-Workshops und diskutiere auf Podien unter anderem über Onlinekommunikation"

keinen Job über HartzIV-Niveau findet und stattdessen folgendes machen muss:

"Stattdessen reise ich durch ganz Deutschland und mittlerweise auch ins Ausland, um für miese Honorare Vorträge über feministische Gesellschaftspolitik, Aktivismus und Gewalt im Netz zu halten."

Im weiteren Verlauf behandelt der Artikel die Ungleichbehandlung und die Nachteile von Studenten aus der Arbeiterschicht gegenüber solchen aus Akademikerfamilien, ein meines Erachtens nicht uninteressantes und diskussionswürdiges Thema, das sich mit einer solchen Grundlage aber wohl leider gar nicht erst diskutieren lässt. Der einseitige Ansatz der Autorin, ihr Zerfließen in Selbstmitleid sowie ihre unendlich hohe Erwartungshaltung samt völliger Realitätsferne scheinen mir jedoch derart typisch für eine moderne "Netzfeministin", dass ich beschloss, den Artikel an Sie weiterzuleiten.

Richtig lustig sind eigentlich erst die "passiv-agressiven" Reaktionen dieser Dame auf ihrem Twitteraccount, auf die doch eher gemischten Kommentare auf Facebook (die SZ hat ja leider ihre seiteninterne Kommentarfunktion eingestellt).

Von Mansplaining und Mails, die mir erklären, was ich zu fühlen habe, bitte ich abzusehen. Jobangebote nehm ich gerne.

Meine Twitterbio sei zu selbstironisch, um einen Job zu kriegen, aber dass Maskus bewusst meinen Ruf schädigen kritisiert keine*r.

Meine Mudder findet SZ-Kommentator*innen peinlich.

Während die Hater durch die Decke flogen, hatte ich einen sehr schönen Abend.

Kritikfähigkeit war eben noch nie eine Stärke der Aufschreibewegung.

Im Übrigen wünsche Ich Ihnen alles Gute und hoffe, dass Sie ihre tolle und wichtige Arbeit weiter so engagiert wie bisher machen!!!


Ich kann mir die Anmerkung nicht verkneifen: In Zeiten, wo die öffentlich-rechtlichen Medien jede auch noch so plumpe Hasspropaganda mit Kusshand nehmen, solange sie von Feministinnen gegen Männer erfolgt, sagt es einiges aus, wenn man als geschulte Feministin finanziell trotzdem nicht über die Runden kommt. Wenn man seine Einstellung allerdings so deutlich raushängen lässt, dass man seinen Twitter-Account mit "Not ALL Men MUST DIE" betitelt, hat man es gegen "die Hater" vermutlich besonders schwer.

Warum höre ich derartiges Gejammer eigentlich ausschließlich von Feministinnen und nie von Männerrechtlern, die keine Chance darauf haben, dass ihre Vorträge vergütet werden oder ihre Artikel in der Süddeutschen Zeitung landen? Liebe Jasna: Check deine Privilegien!

Freitag, Februar 27, 2015

Wovor Nina Marie Bust-Bartels Angst hat

Lucas Schoppe hat sich mit der neuesten Attacke auf die Männerbewegung seitens der eigentlich zur Ausgewogenheit verpflichteten Öffentlich-Rechtlichen beschäftigt.

Erstes Männerhaus in Belgien vor der Eröffnung

Starting in March men who are victims of extreme domestic violence will be able to seek refuge in the country's first shelter dedicated solely to male victims of abuse. Women's shelters have existed in Belgium for many years, but the shelter to open in Mechelen is the first of its kind.


Hier geht es weiter.

Birgit Kelle gegen Anne Wizorek bei "Hart aber fair"

"Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?" So lautet am Montagabend ab 21:00 Uhr das Thema in der ARD-Talkshow "Hart aber fair". Unter dem Titel "Früher Zoten, heute Quoten – Geht es den Männern an den Kragen?" war eine solche Talkrunde schon einmal vor mehreren Wochen angekündigt, aber danach wieder aus dem Programm genommen worden. Klar ist, dass der Sender beide Male gar nicht erst auf die Idee kam, einen Vertreter der Männerbewegung einzuladen. Stattdessen tritt Birgit Kelle gegen Anne Wizorek an, während als männliche Gäste Anton Hofreiter (Grüne) und Wolfgang Kubicki (FDP) auftreten; außerdem ist die Schauspielerin Sophia Thomalla dabei.

Die einzige Möglichkeit, wie sich andere Männer als die genannten zu Wort melden können, ist das Gästebuch der Sendung. Ob die eigene Wortmeldung vorgelesen wird oder nicht, entscheidet aber natürlich Plasbergs Assistentin Brigitte Büscher.

Donnerstag, Februar 26, 2015

US-Uni feiert Frauen mit riesiger goldener Klitoris

Also irgendwie ist es niedlich.

Man kann jetzt auch besser verstehen, warum manche nicht neben den Feministinnen auch Männerrechtler an den Unis haben wollen. Am Ende verlangen die Kerle das Aufstellen des passenden Gegenstücks...

In dem Artikel heißt es weiter:

The giant golden clitoris is also a part of Wallace’s "clit rodeo," an event where participants can take turns riding a mechanical clit instead of a bull.

Anklage wegen Betrug: Kachelmanns Ex bekam zu Unrecht Prozesskostenhilfe

Claudia D. ließ nach dem Urteil in erster Instanz über ihren Anwalt eine Erklärung verbreiten: Demnach sei die Entscheidung "leider auch nur ein verschwindend kleiner Sieg für alle gedemütigten, diffamierten, missbrauchten und misshandelten Frauen in diesem Land! Der Kampf muss weitergehen!" Doch offenbar führt sie diesen Kampf mit unlauteren Mitteln. Die Prozesskostenhilfe wurde Claudia D. in Frankfurt damals tatsächlich gewährt – wie sich zeigen sollte, zu Unrecht.


Die Zeit berichtet (und formuliert so, als sei es eine Tatsache, dass "Claudia D." tatsächlich diesen Kampf führe, nur eben "mit unlauteren Mitteln".) Weiter berichtet Die Zeit, dass die Staatsanwaltschaft den Behauptungen von Claudia D. nicht glaubte und sie deshalb wegen versuchten Betrugs anklagte:

Vor zwei Wochen kam es vor dem Amtsgericht Frankfurt zu einer Hauptverhandlung, die dann nach Paragraph 153a, Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt wurde: Claudia D. muss 1.000 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen, damit wurde der strafrechtliche Vorwurf wegen geringer Schuld fallengelassen.

(...) "Eine Überraschung ist das nicht", sagt Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn zu dem Fall. "Die falsche Opferrolle hat Frau D. offenbar geholfen, aus der Sache mit einem blauen Auge herauszukommen. Wollen wir nur hoffen, dass sie ihre dem Landgericht Frankfurt verschwiegenen Einnahmen wenigstens versteuert hat. Nach den bisherigen Erfahrungen mit ihr und ihrer Unterstützerin Alice Schwarzer würde ich nicht darauf wetten."


Inzwischen hat Kachelmanns Prozess gegen diverse Medien um Schmerzensgeld begonnen – und das Gericht ließ bereits durchblicken, dass Kachelmanns Klage berechtigt sein könnte. Dabei kann man schon an den die Artikel begleitenden Fotos wunderbar erkennen, wie unterschiedlich der Stern und die Süddeutsche Kachelmann wahrnehmen.

Liebe Nina Marie Bust-Bartels,

gerade gestern erst ergab die erste wissenschaftliche Studie über die Männerrechtsbewegung (Maskulimus), dass diese Bewegung ein breites politisches Spektrum umfasst und "nahezu aller politischen Grundhaltungen von sozialistisch über linksliberal und bürgerlich bis hin zu dezidiert konservativ oder gar rechtsaußen" umfasst. Sie haben mich als linken Männerrechtler in Ihrer Sendung zwar zweimal kurz zu Wort kommen lassen, sich aber ansonsten durchgehend auf das rechte Lager konzentriert – und dabei ausgezählt, dass dort tausendfach Begriffe wie "Schlampe" und "Fotze" gängig sind – obwohl ich Ihnen in unserem Gespräch lesenswerte männerpolitische Blogs jenseits dieser unappetitlichen Szene empfohlen hatte. Darüber hinaus haben Sie Gender-Ideologen wie Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock eine pseudowissenschaftliche Einordnung der Männerrechtsbewegung überlassen, wobei Sie die beiden als Wissenschaftler bzw. Ersteller von "Studien" vorgestellt haben, ohne zu erwähnen, dass beiden von seriösen Wissenschaftlern aus gutem Grund die Wissenschaftlichkeit abgesprochen wird.

Vieles davon ist geschenkt. In einer Zeit, in der jeder zweite sich über die tendenziöse Arbeit unserer Medien im Klaren ist, erwarten wir insbesondere von den Öffentlich-Rechtlichen schon gar nichts anderes mehr. Sie sind Feministin, und offenbar weil Sie selbst Geschlechterpolitik als Nullsummenspiel begreifen – eine Haltung, die Sie auf Männerrechtler projizieren – halten Sie es anscheinend für geboten, an der Dämonisierung der Männerbewegung mitzuwirken.

Einige Abschnitte der Sendung sind so abenteuerlich, dass ich mich damit gar nicht lange aufhalten will. "Eigentümlich frei" ist bei Ihnen zum Beispiel ein Blog (es handelt sich um eine Zeitschrift), und Hinrich Rosenbrock schießt sich mal wieder selbst ins Knie, indem er den Maskulismus mit genau jener Argumentation mit Antisemitismus in Verbindung zu bringen versucht, die beim Feminismus Sinn ergäbe, ohne es zu merken:

Im Antisemitismus wird ja im Gegensatz zum normalen Rassismus davon ausgegangen, dass es etwas gibt, was mächtiger ist, was irgendwie stärker ist und wo man selber keine Chance hat, obwohl man sich eigentlich als überlegene Rasse fühlen würde. (...) Und die das erklären muss und die deswegen einen abstrakten Gegner, eine abstrakte Gegnerin konstruiert, die durch gute Netzwerke, durch Verschlagenheit, durch Macht, wie auch immer, es schafft, sie zu unterdrücken


Das ist natürlich die feministische Patriarchatsthese mit "gläsernen Decken" und "Männerseilschaften" in Reinform. Und tatsächlich ist ja immer wieder auf Überschneidungen zwischen Feminismus und Antisemitismus aufmerksam gemacht worden.

Besonders bemerkenswert finde ich allerding, wie sehr Sie sich mit der Einseitigkeit Ihres Beitrags an zwei Stellen sogar ins eigene Fleisch schneiden.

Zum einen: Je mehr Menschen durch Beiträge wie Ihren erfahren, wie fragwürdig die journalistische Arbeit in den etablierten Medien aussieht, desto mehr wenden sich jenen verschwörungstheoretischen Plattformen zu, vor denen Sie gerne warnen möchten.

Zum anderen: Sie lassen jemanden wie Hinrich Rosenbrock – den Sie, wie gesagt, als "Soziologen" vorstellen, ohne darauf hinzuweisen, dass ihm von seriösen Wissenschaftlern bescheinigt wird, nicht Wissenschaftler sondern Ideologe zu sein – Behauptungen wie diese verbreiten, was die hunderte internationaler Studien über häusliche Gewalt angeht:

Wenn man sich die Studien genauer anschaut, dann ist das eine Erfassungsmethode aus den USA kommend, die kennt zwei Kodierungen, die kennt Null, es gibt keine Gewalt und die kennt Eins, es gibt Gewalt. Und dieses Eins, das kann ein böser Blick sein, das kann anschreien sein, das kann schlagen sein, das kann vergewaltigen sein, das kann töten sein. Das wird überhaupt nicht differenziert. Und mit dieser Perspektive kommt man dann tatsächlich zum Ergebnis, dass eigentlich zwischen Geschlechtern häusliche Gewalt so gut wie gleich verteilt ist.


Hinrich Rosenbrock behauptet also, dass hunderte international tätiger Gewaltforscher, die oft seit Jahrzehnten zum Problem der häuslichen Gewalt forschen, sich in ihren Studien nie die Mühe gemacht haben, zwischen Vergewaltigungen und bösen Blicken zu differenzieren. Und so eine Nummer wollen Sie einfach so geschluckt haben, ohne jede Gegenrecherche, und präsentieren das Ihren Hörern?

Selbstverständlich erfassen all diese Gewaltstudie die verschiedenen Schweregrade von Gewalt. So heißt es etwa in der Metastudie Bastian Schwithals Weibliche Gewalt in Partnerschaften auf Seite 136:

Übersicht "Studien: Severe Violence" gibt die Ergebnisse von 94 Studien und Untersuchungen hinsichtlich schwerer Gewaltformen ("severe violence") wieder. Ähnlich wie bei "minor violence" lässt sich auch hier die Beobachtung machen, dass ein höherer Anteil an Frauen schwere Gewalt gegenüber einem Intimpartner gebraucht als umgekehrt. Das Verhältnis von Männern und Frauen im Hinblick auf "verübte Gewalt" ist 47,0% zu 53,0%. Bei "erlittener Gewalt" ergibt sich hinsichtlich der Geschlechtsverteilung folgendes Bild: 52,3% Männer gegenüber 47,7% Frauen hatten schwere Gewaltformen durch einen Intimpartner erlitten.


Nun gibt es auch Metastudien, die zu anderen Ergebnissen gelangen. Aber den Eindruck zu erwecken, als fände in der internationalen Gewaltforschung keinerlei Gewichtung statt, ist hochgradig unseriös.

Nun erwecken Sie dadurch, dass Sie Männerrechtler als gemeingefährliche Horde und Hinrich Rosenbrock als Fachmann darstellen, den Eindruck, seine wirklichkeitsfernen Behauptungen seien die glaubwürdigeren. Und das ist ein besonders gravierendes Problem Ihres Beitrags: In Ihrer Versessenheit darauf, die Männerbewegung zu dämonisieren, tragen Sie dazu bei, Opfer von häuslicher Gewalt selbst schwersten Ausmaßes unsichtbar zu machen, was dazu beiträgt, dass diese auch weiterhin keine Hilfe erhalten. Und da häusliche Gewalt in der Mehrzahl der Fälle systemisch ist, sich also wechselseitig hochschaukelt, schaden Sie damit auch zahllosen Frauen.

Mit anderen Worten: Auch Ihre Parteilichkeit trägt zu Gewalt gegen Frauen bei. Das sind ähnlich wie männliche Opfer häuslicher Gewalt offenbar Kollateralschäden, die man hinnehmen muss, wenn es darum geht, gegen die Männerbewegung Stimmung zu schüren. Aber falls Ihnen als Feministin wir Männer schon schnuppe sein sollten, sollte das doch für die Frauen sicher nicht gelten?

Gerade heute habe ich auf Genderama wieder thematisiert, warum es britischen Medien gelingt, über die hohe Zahl männlicher Opfer häuslicher Gewalt zu berichten, während deutsche Journalisten wie Sie diese Opfer beiseitewischen (lassen), weil Sie glauben, mit diesem Herunterspielen einen Treffer gegen die Männerbewegung landen zu können. Hier interessiert mich auch als Medienwissenschaftler: Was genau ist im deutschen Journalismus eigentlich schief gelaufen? Was geht zum Beispiel in Ihrem Kopf vor, wenn Sie eine derartige Sendung produzieren?

Ich an Ihrer Stelle würde mich jedenfalls schämen.

taz stinksauer: Schwesig will Männerquote

Gleichstellungsbeauftragte demonstrieren – gegen ein Gleichstellungsgesetz. Es soll zurückgezogen werden, fordern sie. Das dürfte einmalig sein in der Geschichte der Frauenpolitik. Denn, so will es das neue Gleichstellungsgesetz, in Zukunft soll bei Bewerbungen und Beförderungen das jeweilige unterrepräsentierte Geschlecht gefördert werden. Zu wenig Männer in Kitas? Also werden Männer gefördert. Zu wenig Frauen in Chefsesseln? Dann werden Frauen gefördert.


Hier regt sich Heide Oestreich mit dem zuverlässigen feministischen Sexismus weiter auf über "altertümliche Publizisten" und "ein paar frei drehende Journalisten", die statt den Feminismus einfach machen zu lassen, eine "Hysterie" entfacht haben, weshalb Gleichstellungsbeauftragte künftig "mit Männerarbeit zugeschüttet" würden. Dabei fragt Oestreich allen Ernstes, ob die Quote überhaupt mit dem Grundgesetz kompatibel ist – solange sie auch den verhassten Männern zugute kommt – und fürchtet sich vor einem Gleichstellungsbeauftragten, der der "Anwalt beleidigter Männer" wird.

So klingt der Feminismus: Antisexismus kann er nicht. Persönliche Angriffe kann er ausgezeichnet.

Väteraufbruch für Kinder kritisiert Hinrich Rosenbrock: "Einfältiges Teenie-Geschwätz"

Die öffentlich-rechtlichen Medien tun noch immer, was sie können, um eine engagierte Männerbewegung in Deutschland schon im Ansatz zu torpedieren und geben feministischen Ideologen wie Hinrich Rosenbrock dafür gern eine Plattform. Der Väteraufbruch für Kinder kommentiert.

Telegraph: "Ich bin ein strammer Kerl – Wer würde glauben, dass ich das Opfer häuslicher Gewalt bin?"

Wie um die mangelnde Qualität deutscher im Vergleich zu britischen Medien weiter deutlich zu machen, widmet sich der britische Telegraph heute den Opfern häuslicher Gewalt, die oft unsichtbar bleiben und keine Hilfe bekommen – den Männern:

"Some victims of domestic abuse are not identified as regularly," reads a line several pages into a new report from a UK domestic violence charity. "Particular groups of victims may be less visible to services or be given less priority."

Along with people from black, Asian and ethnic minority backgrounds, "male victims" form one of these neglected groups, according to the SafeLives study, which was published on Wednesday.

Perhaps this is unsurprising, given that the vast majority of SafeLives’ 35,000-strong database of survivors is female. When we think of domestic abuse it is generally as a women’s issue, while most high profile awareness drives, such as The White Ribbon Campaign, are aimed at reducing male violence against women.

But domestic violence against men is far from a niche concern. The most recent Crime Survey for England and Wales estimated that around 800,000 men – five per cent of the male population – had experienced domestic abuse in 2011-12, compared to 1.2 million women – or seven per cent of the female population. Since about 2005, around 40 per cent of domestic violence victims have been male.


Hier geht es weiter.

Und am selben Tag lässt der SWR jemanden wie Hinrich Rosenbrock erklären, warum Männer als Opfer nicht ernst genommen werden sollten: von öffentlichen Geldern finanzierte, sexistische Menschenverachtung. Manchmal ist es peinlich, Deutscher zu sein.

US-Deserteur bekommt wohl kein Asyl in Deutschland

Er verweigerte sich dem Irakkrieg, ein Jahr später beantragte US-Soldat André Shepherd Asyl in Deutschland - vergeblich. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof entschieden: Der Bescheid der Behörden war rechtens.


Hier geht es weiter.

Schwuler Sohn wehrt sich gegen Zwangsheirat

Gegen den eigenen Willen von den Eltern verheiratet werden – das ist für alle Jugendlichen eine Horrorvorstellung. Aber es passiert immer wieder. Und es trifft immer häufiger auch Jungs. Einer davon ist der 18-jährige Nasser aus Berlin. Weil er homosexuell ist, wollten ihn seine Eltern entführen und verheiraten. Deswegen hat Nasser seinen Vater verklagt.

(...) Der Mut, die eigenen Eltern anzuzeigen, fehle allerdings den meisten, meint Petra Koch-Knöbel. Sie koordiniert den Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung. Immer mehr Jugendliche wenden sich an die Hilfsangebote. Aus muslimischen, christlichen oder einfach sehr konservativen Familien. Für die immer häufiger betroffenen Jungs gebe es derzeit kaum Ansprechpartner: "Uns fehlen Beratungsstellen, die gerade für die Zielgruppe der jungen Männer und der Jungs Hilfeangebote machen und auch Unterbringungsmöglichkeiten anbieten", sagt Koch-Knöbel.


Der RBB berichtet.

Ehrlich, Zwangsehen treffen "immer häufiger auch Jungs"? Bisher wurden also vorwiegend Mädchen miteinander zwangsverheiratet? Bezeichnend ist, dass es erst einen Schwulen brauchte, damit deutsche Leitmedien über dieses Thema berichten. Die Schwulenlobby ist nun mal bereits stark, was ihren Einfluss in die Medien angeht, die Lobby heterosexueller Männer nur schwach. (Natürlich überschneiden sich die Anliegen beider Gruppen häufig.)

Die Welt kommt ebenfalls auf diese Problematik zu sprechen:

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann hat auch ein Anliegen. "Wir brauchen dringend Hilfsangebote für Jungen und junge Männer", sagt sie der "Welt". Die Geschichte von Nasser zeige, wie groß der Handlungsbedarf ist. Für Mädchen und junge Frauen in Not gebe es seit langem Angebote. "Für Jungs gibt es keine Anlaufstelle, die sind auf sich selbst gestellt", sagt Herrmann.


Also die alte Geschichte: Es müsste mehr für Männer getan werden. Und wenn sich eine soziale Bewegung herausbildet, die genau dafür eintritt, heißt es in unseren Medien: Auf sie mit Gebrüll!

Arbeitgeber fürchten Schwesigs nächsten Streich

Wie unter anderem Sabine Menkens in der "Welt" berichtet, hat sich Frauenministerin Manuela Schwesig nach dem Durchknüppeln der Frauenquote ein Gesetz vorgenommen, das das vermeintliche Gehaltsgefälle zwischen Frauen und Männern angehen soll. Wirtschaftsexperten sehen die Sache skeptisch:

Tatsächlich zweifeln auch Ökonomen daran, dass ein Entgeltgleichheitsgesetz, wie von Schwesig geplant, etwas an den strukturellen Unterschieden in der Bezahlung zwischen Frauen und Männern ändern kann. Denn nur ein geringer Teil der statistisch gemessenen Lohndifferenz von 22 Prozent ist tatsächlich durch Diskriminierung begründet.

Der Großteil, nämlich 15 Prozentpunkte, geht darauf zurück, dass Frauen im Durchschnitt weniger Stunden arbeiten als Männer, dass sie häufig schlechter bezahlte Berufe ergreifen und seltener in Führungspositionen tätig sind. Doch selbst die Restgröße von sieben Prozent sei nicht pauschal mit einer Diskriminierung von Frauen zu erklären, sagt Christina Boll, Forschungsdirektorin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Sie forscht seit Langem zur Geschlechterdifferenz bei der Bezahlung und hat ein ganzes Bündel von Ursachen ausgemacht, die zu der unterschiedlichen Einordnung von Frauen und Männern führen.

(...) Zu glauben, man könne mit einem "Equal Pay"-Gesetz aber tatsächlich erreichen, dass "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" gezahlt wird, hält Boll jedoch für eine Illusion. "Es gibt diese Vergleichbarkeit nicht, weil jeder mit unterschiedlichen Hintergründen ins Unternehmen kommt. Jeder hat andere Erfahrungen, jeder bringt andere Fähigkeiten mit als der Nachbar, die Produktivität ist sehr unterschiedlich ausgeprägt." "Gleiche Arbeit" gesetzlich zu definieren, sei deshalb schlichtweg vermessen, meint Boll. "Man kann Unvergleichbares nicht vergleichbar machen."


Was vor 14 Jahren noch als wirrköpfige Ketzerei galt, als ich es 2001 in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" erklärte (es gibt keine massive Gehaltsdiskriminierung zu Lasten von Frauen), ist endlich in unseren Leitmedien angekommen.

Lesermail (Schwedische Kinder in Isolationshaft)

Einer meiner Leser schreibt mir:

Ich bin via Fefe auf diesen Spiegel Bericht gestoßen: "Schweden steckt Kinder und Jugendliche in Isolationshaft"

Kurzzusammenfassung: Die UNO hat Schweden wegen den Haftbedingungen für Jugendliche gerügt, aber es ist nichts passiert.

Soweit der ganz normale alltägliche Wahnsinn.

Was mir aber beim Lesen aufgefallen ist:

1. Es wird nur der neutrale Begriff "Jugendliche" oder "Kinder" verwendet

2. Es wird ein Beispiel genannt, ein Junge.

3. Es ist Schweden, du weisst schon das Gender-Feminismus-Wunder-Land.

Anders ausgedrückt: ich würde glatt Wetten annehmen, dass diese Sonderbehandlung ausschließlich (oder fast ausschließlich) einem Geschlecht zuteil wird.

Da ich noch nicht wirklich mehr dazu gefunden habe außer der offiziellen Webseite des Kinder-Ombudsmann, würde ich dich bitten, ob du nicht in deinem Blog Fragen könntest, ob es Leser mit schwedisch Kenntnissen gibt, die vielleicht mehr herausfinden können?

Litauen will Kriegsdienst für Männer reaktivieren

N-tv berichtet:

Litauen will wegen der Krise in der Ukraine vorübergehend wieder die Wehrpflicht einführen. "Wir müssen die Verteidigungskapazitäten des Landes stärken", sagte Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Vilnius. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 3500 junge Männer eine neunmonatige Grundausbildung machen.


A Voice for Men ergänzt:

Women are also totally exempt from the obligation of fulfilling what President Dalia Grybauskaitė called "the duty and honor of every citizen".


Parallel zu diesen Entwicklungen schreitet die feministische Propaganda von kriegsgeilen Männern und davon, dass weibliche Herrscher die Welt viel friedlicher machen würden, weiter voran.

Telegraph: "Es ist die Gesellschaft und nicht die Biologie, die vor allem Männer in den Selbstmord treibt"

Around thirteen men in the UK will kill themselves today, and the male suicide rate is at a 14-year high. Is it time to accept that society has become dangerously hostile to men


Wie ich ja schon oft gesagt habe: Die britische Presse ist bei Männerthemen deutlich weiter als die deutsche.

Camille Paglia: "Das läuft schief im aktuellen Feminismus"

Die feministische Professorin für Kulturwissenschaft Camille Paglia erklärt in einem aktuellen Interview, was sie am Feminismus der Gegenwart kritisch sieht:

After the great victory won by my insurgent, pro-sex, pro-fashion wing of feminism in the 1990s, American and British feminism has amazingly collapsed backward again into whining, narcissistic victimology. As in the hoary old days of Gloria Steinem and her Stalinist cohorts, we are endlessly subjected to the hackneyed scenario of history as a toxic wasteland of vicious male oppression and gruesome female suffering. College campuses are hysterically portrayed as rape extravaganzas where women are helpless fluffs with no control over their own choices and behavior. I am an equal opportunity feminist: that is, I call for the removal of all barriers to women's advance in the professional and political realms. However, I oppose special protections for women, which I reject as demeaning and infantilizing. My principal demand (as I have been repeating for nearly 25 years) is for colleges to confine themselves to education and to cease their tyrannical surveillance of students' social lives. If a real crime is committed, it must be reported to the police. College officials and committees have neither the expertise nor the legal right to be conducting investigations into he said/she said campus dating fiascos. Too many of today's young feminists seem to want hovering, paternalistic authority figures to protect and soothe them, an attitude I regard as servile, reactionary and glaringly bourgeois.

Mittwoch, Februar 25, 2015

Endlich: Seriöse Studie über Feminismus und Maskulismus online

Bisherige als "Expertisen" oder "Studien" herausgegebene Texte über die Männerrechtsbewegung (den Maskulismus) krankten daran, dass sie hochparteiisch aus der Sicht des feministischen Gender-Lagers gestaltet waren und insofern erkennbar vor allem dazu dienen sollten, die Männerrechtsbewegung zu verunglimpfen und zu dämonisieren. Insofern überraschte es nicht, dass anerkannte Wissenschaftler mit den Verfassern solcher Schriften hart ins Gericht gingen: Beispielsweise wurde Thomas Gesterkamp zu Recht die gefährliche Verniedlichung von Rechtsextremismus vorgeworfen und Hinrich Rosenbrocks Kampfschrift, die allen Ernstes eine Abschlussarbeit in den Genderstudien darstellte, als komplett unwissenschaftlich zerpflückt. Auch ein ähnlich ideologisch aufgeladener Text von Robert Claus erwies sich in einer Analyse als armselig bis hin zur Peinlichkeit.

Über derartige Abenteuerlichkeiten hat Genderama immer wieder berichtet. Eine seriöse wissenschaftliche Analyse, die Feminismus und Maskulismus einander vergleichend gegenüberstellte und nicht nur aus dem Genderlager als Munition für das Genderlager geschaffen wurde, stand lange Zeit aus.

Bis heute. Heute Mittag ging eine Pressemitteilung heraus, die auf eine Pressekonferenz des Club of Vienna am 5. März hinweist, wo die von Johannes Meiners und Christine Bauer-Jelinek erstellte Studie "Die Teilhabe von Frauen und Männern am Geschlechterdiskurs und an der Neugestaltung der Geschlechterrollen - Entstehung und Einfluss von Feminismus und Maskulismus" vorgestellt wird. Diese Studie ist sowohl als Kurzfassung wie auch als Langfassung online einsehbar.

Johannes Meiners ist ein deutscher Politikwissenschaftler, zu dessen Forschungsschwerpunkten die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Geschlechterverhältnis ebenso zählen wie die normative Kritik an der gegenwärtigen Geschlechterpolitik mit dem Fokus auf Lebenslagen von Männern. Er ist Mitglied von Manndat e. V., Agens e. V. und dem Forum Soziale Inklusion e.V. Christine Bauer-Jelinek ist Wirtschaftscoach, Psychotherapeutin und Sachbuchautorin in Wien. Sie machte geschlechterpolitisch zuletzt durch ihr Buch Der falsche Feind – Schuld sind nicht die Männer auf sich aufmerksam.

Im Vorwort der Studie erklärt Hermann Knoflacher, Präsident des Club of Vienna: "Dass die Auswirkungen des Feminismus – und in jüngerer Zeit auch des Maskulismus – wichtige Themen der Sozialwissenschaften sind, steht außer Zweifel." In der Einleitung der Studie machen ihre Verfasser darüber hinaus deutlich, dass sie mit der im Genderlager betriebenen Frontstellung wenig anfangen können:

Diese Studie hat den Anspruch, das Ausmaß der Selbstverwirklichung und der Durchsetzung von Interessen in den betrachteten einzelnen Lebensbereichen aus der Sicht BEIDER Geschlechter zu analysieren. Wir bemühen uns um eine differenzierte Einschätzung und folgen nicht dem heute oft verwendeten Muster "Männer sitzen an den Hebeln der Macht – Frauen werden seit Jahrhunderten unterdrückt". Dabei gehen wir von der Tatsache aus, dass zwar nach wie vor auch in unserem Kulturkreis wesentlich mehr Männer über öffentliche Macht verfügen als Frauen, dass jedoch gleichzeitig wesentliche Problemlagen der Männer nur wenig Resonanz finden.

(...) Ein Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, "Vermessungen" für die "Landkarte der Benachteiligungen und Bevorzugungen von Frauen und Männern" vorzunehmen, um in weiterer Folge ein komplexes Bild von der Teilhabe der Geschlechter an der Macht zeichnen zu können. Wenn nämlich Männer nur Politik für Männer machten und Frauen Politik für Frauen, dann wären die Spaltung der Gesellschaft und Grabenkämpfe um Ressourcen unvermeidlich. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es eine gemeinsame Anstrengung beider Geschlechter braucht, um brauchbare Lösungen für die schwerwiegenden Probleme unserer Gesellschaft – beispielsweise Wirtschaftskrise, Demographie und Klimawandel – zu entwickeln und umzusetzen. Unsere Hoffnung ist daher, dass die Ergebnisse dieser Arbeit sowohl für den politischen als auch den zivilgesellschaftlichen Diskurs neue Impulse liefern werden.


In ihrer Analyse der feministischen Bewegung gehen die Autoren sachlich auf deren aktuellste Phänomene wie Femen und den #Aufschrei ein und erklären aufgeladene Begriffe und Stigmawörter wie den Staats-, den Elite-, den Allmachts- und den Verdammungsfeminismus, ohne im semantischen Kampf selbst Partei zu ergreifen:

Von radikalen Maskulisten wird manchmal auch der Begriff Feminazi als Beleidigung von FeministInnen verwendet. Damit rücken sie diese in die Nähe von Nationalsozialismus, Faschismus und Totalitarismus. Häufig sind die Adressaten dieser Bezeichnung allerdings selbst ähnlich radikal.


(Statt "Adressaten" müsste hier natürlich "Verwender" stehen.)

Auch Begriffe aus dem Geschlechterkonflikt, wie er in den Neuen Medien geführt wird, also etwa "Rape Culture", "Manspreading", "Masku-Troll" und "Male Tears", werden in diesem Kapitel erklärt. Kuriose Auswirkungen der aktuellen Gleichstellungspolitik und Fragwürdiges im Bereich der Genderstudien behandelt ein eigenes Unterkapitel.

Das Kapitel "weiblicher Antifeminismus", in dem unter anderem Birgit Kelle vorkommt, zieht ein bemerkenswertes Fazit:

Die Recherche der weiblichen antifeministischen Strömungen zeigt auf, dass diese überwiegend aus dem konservativen bis politisch rechten Lager kommen, während sich links der Mitte von der Sozialdemokratie über Grüne bis hin zu Linken und Kommunisten der Feminismus vor allem radikalisiert. Ein antifeministischer linker Flügel wie bei den Männern (siehe Arne Hoffmann, Maskulismus, nächstes Kapitel) konnte bei den Frauen nicht gefunden werden.


(Ich stelle allerdings die Positionen einzelner linker Feminismuskritikerinnen in meinem Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" vor.)

Im Kapitel über Maskulismus heißt es zutreffend:

Maskulistisch zu sein, bedeutet (...) wesensimmanent, sich antisexistisch zu orientieren und jede Form der Diskriminierung und Herabsetzung aus geschlechtlich-sexuellen Gründen zu bekämpfen. VertreterInnen des Maskulismus sind bestrebt, die mittlerweile beengende Konzentration des Feminismus auf die Belange der Frauen zu beenden und das Geschlechterverhältnis zu einem neuen Gefüge zu erweitern.

(...) Die überwiegende Mehrzahl der AktivistInnen der Männerrechtsbewegung, auch der expliziten AntifeministInnen, erkennt die Ergebnisse der ersten beiden Wellen der Frauenrechtsbewegung an. Menschen, die polarisieren oder polemisieren, gibt es indes naturgemäß auch in der Geschlechterdebatte, und zwar in allen Lagern.

(...) Die Einstellung des Maskulismus zum Feminismus bedarf somit einer differenzierten Betrachtung: MaskulistInnen ziehen wesentliche Erfolge der Frauenbewegungen – wie das Wahlrecht, das Recht auf Bildung und Erwerbstätigkeit oder die Gleichberechtigung in der Familie – keineswegs in Zweifel, auch weil diese Errungenschaften ihren eigenen Grundwerten entsprechen. Für MaskulistInnen ist es zweitrangig, durch welche Geisteshaltungen Diskriminierungen von Männern entstehen oder ausgeübt werden. Das Ziel ist vielmehr deren Beseitigung.


Im weiteren Verlauf erwähnt dieses Kapitel nach einem historischen Abriss über die Entwicklung der Männerbewegung in Deutschland von 1890 bis hin zum Maskulismus der Gegenwart auch die aktuellen Initiativen wie MANNdat, AGENS und so weiter:

Die genannten Vereine pflegen ihre Webseiten intensiv und kommunizieren vor allem über die Sozialen Medien. Dazu kommt eine Vielzahl von Bloggern, die immer zahlreicher und qualitativ besser werden. Beispielhaft hierfür sind: Science Files (Michael Klein/Heike Diefenbach), man tau (Lucas Schoppe), Frankfurter Erklärung (Günter Buchholz), danisch.de (Hadmut Danisch), monika-ebeling.de (Monika Ebeling), mann-o-man (Michael Baleanu) und Alles Evolution (Christian Schmidt). Diese Blogger fungieren gemeinsam mit den genannten Vereinen als Motoren der gesamten Bewegung. Das gilt in besonderem Maß für die Arbeit des Autors und Bloggers Arne Hoffmann und dessen Plattform "Genderama". Täglich stellt Hoffmann ein Panorama – gewissermaßen eine Art Pressespiegel – zu sämtlichen relevanten Fragestellungen und Problematiken rund um das Verhältnis der Geschlechter auf der Basis eines (abgesehen von der Geschlechterpolitik) politisch linken Weltbildes zusammen. Auch Hoffmanns Buch "Sind Frauen die besseren Menschen?", das 2001 nach langer Verlagssuche erschienen ist, gilt als Pionierveröffentlichung des deutschsprachigen Maskulismus. Gemeinsam mit Hoffmanns 2007 erschienenen "Männerbeben: Das starke Geschlecht kehrt zurück" gilt es als einschlägiges Standardwerk.


Die Parenthese "abgesehen von der Geschlechterpolitik" klingt womöglich missverständlich: Natürlich entspringt auch die Behandlung von Geschlechterpolitik auf Genderama politisch linken Idealen; ich bin ja z.B. kein Vertreter der Frauen-an-den-Herd-und-Männer-ins-Bergwerk-oder-an-die-Front-Fraktion. Allerdings thematisiere ich auf Genderama kontinuierlich, dass die von linken Parteien betriebene Geschlechterpolitik nur noch wenig mit urlinken Idealen zu tun hat. Genau das macht die Studie deutlich, wenn sie auf den folgenden Seiten konservative und progressive Männerrechtler einander gegenüberstellt:

Konservative Maskulisten präferieren und protegieren oftmals den Habitus des "starken" Mannes auf der Basis "natürlicher" Geschlechterunterschiede (siehe auch "Differenzfeminismus"). Reale Rollenverhältnisse sollen dieses Bild widerspiegeln: Männer führen, versorgen und verteidigen, während Frauen sozial und fürsorglich sind und sich unterordnen. Zu den männlichen Tugenden zählen sie beispielsweise Härte gegen sich und andere, Mut und Innovationskraft, eine Ausrichtung an Autoritäten und Hierarchien, Über-und Unterordnung unter Akzeptanz von Konkurrenz und Gewalt (siehe die klassischen Rittertugenden wie Demut, Würde, Höflichkeit, Tapferkeit, maßvolles Leben, Beständigkeit, Treue ...).

Progressive Maskulisten hingegen orientieren sich an emanzipatorischen Werten wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Partizipation: Sie möchten Männer von Rollenerwartungen befreien, die sie als "Korsett" verstehen und nachwachsenden Generationen gesellschaftlich mehr Gestaltungsspielraum für ihre Lebensentwürfe verschaffen, so wie das bei Frauen bereits heute der Fall ist. Im Zentrum stehen Selbstbestimmung und Optionalität unabhängig vom biologischen Geschlecht, ohne die daraus resultierenden Dispositionen, Interessen, Fähigkeiten und Prioritäten zu missachten.

(...) Derartige Zuordnungen (konservativ versus progressiv) können allerdings kaum parteipolitisch verstanden und verortet werden. Denn erstens ist der Maskulismus eine parteiübergreifende Bewegung, und zweitens kritisieren gerade progressive Männerrechtler vielfach die erhebliche Diskrepanz zwischen einer in ihrem Verständnis nach fortschrittlichen Haltung und der gegenwärtigen Politik link(sliberal)er Parteien, die ja in ihrer Selbstdefinition ebenfalls progressiv sind. Sie fragen sich, wie latent gelebter Männerhass, vermeintliche Gleichstellungspolitik und die Quotierung finanziell lukrativer Positionen (siehe Aufsichtsräte) zugunsten einer ohnehin privilegierten weiblicher Klientel als fortschrittlich ausgegeben werden können, während die Soziale Frage der wachsenden Armut und der steigenden Arbeitslosigkeit oft kein entsprechendes Engagement erfahren.


Gängige Klischees und Unterstellungen, die gegen den Maskulismus ins Feld geführt werden, analysiert und widerlegt ein weiteres Kapitel. Als Wortführer solch kruder Polemik nennt die Studie sinnvollerweise Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock, wobei es ihr nicht schwer fällt, deutlich zu machen, wie wenig vor allem Gesterkamps Gepolter mit wissenschaftlicher Sachlichkeit zu tun hat. ("Thomas Gesterkamp vergleicht Maskulisten mit Nationalsozialisten, Faschisten, Antisemiten und Reaktionären – als 'Frauenfeinde' betrachtet er sie ohnehin.") Dieses Kapitel endet mit dem Absatz:

MaskulistInnen weisen auch darauf hin, dass Rosenbrock die betreffende Studie im Auftrag des (radikal)feministischen Gunda-Werner-Instituts verfasst hat, das mit der Heinrich-BöllStiftung (Bündnis ‘90/Die Grünen) verbunden ist. Ebenso, dass Thomas Gesterkamp in einem Naheverhältnis zur SPD-nahen, ebenfalls feministisch ausgerichteten Friedrich-Ebert-Stiftung steht. Sie fordern die Finanzierung von seriöser wissenschaftlicher Forschung und von Studien, die nicht vom feministischen Lager beauftragt werden. Deren Ergebnisse könnten einen wesentlichen Beitrag zur Versachlichung der Diskussionen leisten.


In ihrem Resümee zum Kapitel "Maskulismus" befindet die Studie:

Der Maskulismus hat hohe gesellschaftspolitische Ansprüche und ist KEINESWEGS mit dem Begriff Frauenfeindlichkeit zu synonymisieren. Feindschaft gegenüber dem anderen Geschlecht spielt bewegungsintern für die Arbeit der überwältigenden Mehrheit maskulistischer Aktivisten keine Rolle. (...) Weltanschaulich besteht bei den Männerrechtlern große Vielfalt: So engagieren sich VertreterInnen nahezu aller politischen Grundhaltungen von sozialistisch über linksliberal und bürgerlich bis hin zu dezidiert konservativ oder gar rechtsaußen.

(...) Im Wesentlichen gilt das weltanschauungsübergreifende Interesse der Männerbewegten dem Einsatz für eine neue Perspektive auf das Geschlechterverhältnis, welche Männer ebenfalls mit Empathie bedenkt und ihre geschlechtsspezifischen Bedürfnisse in die Überlegungen einschließt. Aus Sicht der meisten Aktivisten bedarf es hierfür einer wesentlich stärkeren Fokussierung auf die Bedürfnisse deklassierter Menschen einer Gesellschaft (Obdachlose, Strafgefangene, Langzeitarbeitslose, Suchtkranke, Vereinsamte), die fast überall und in der Mehrzahl Männer sind. Dazu müsste die Erforschung männlicher Lebenslagen aus der Dominanz des feministischen Paradigmas und der arithmetischen Gleichstellungsorientierung gelöst sowie in größerem Ausmaß finanziert werden. Daraus resultierende Ergebnisse sollten zu eigenständigen Empfehlungen an die Politik genutzt werden, die alle Maßnahmen in unterschiedlichen Lebensbereichen nicht nur für Frauen evaluieren dürfte, sondern der ursprünglichen Intention des Konzepts von Gender-Mainstreaming folgend für beide Geschlechter.

Zu den übergeordneten Zielen des Maskulismus gehört, den Patriarchatsbegriff aus seiner negativen Konnotation zu lösen und auf seine historische Bedeutung hin zu untersuchen. Ebenso soll der latente Männerhass überwunden und die (vermutlich mehrheitlich vorhandene) Ablehnung der Gleichstellungspolitik von breiten Schichten der Gesellschaft in die Wahrnehmung der Entscheidungsträger gebracht werden, um ein geschlechtergerechteres Bewusstsein zu schaffen.

Bewegungsintern wird heftig debattiert, auf welche Weise man effektiv Einfluss nehmen kann. Ein erster Schritt wäre, Geschlechterthemen auch aus männlicher Perspektive objektiver und unvoreingenommener diskutieren zu können, als dies zurzeit der Fall ist.


Abgerundet wird die Studie durch einen Serviceteil, der z.B. sowohl auf feministische wie auf maskulistische Websites und Initiativen hinweist. Zur besseren Übersicht gehört hierzu auch eine politische Einordnung der verschiedenen Personen, Gruppen und Initiativen, die man gut verwenden kann, wenn gesterkampesk wieder einmal jemand die gesamte Männerrechtsbewegung pauschal mit ihren fragwürdigsten Vertretern gleichzusetzen versucht:

Rechts(extrem)-archaisch: WgvdL, de.altermedia.info, free-gender.de

Konservative: Richard Rohr, Thomas Fügner, IGAF, Familiennetzwerk Deutschland

Bürgerlich-Liberal: Österreichische Männerpartei (Hannes Hausbichler), VeV (Oliver Hunziker), Manndat e. V. (Andreas Krausser), Agens e. V. (Eckhard Kuhla), Michael Klein (Science Files), Hadmut Danisch (Blog)

Progressiv-Links: Arne Hoffmann (Genderama), Lucas Schoppe (man tau), Viktor Pölzl (freimann.at), Monika Ebeling (Blog), Gay West, Günter Buchholz (Frankfurter Erklärung), Warren Farrell, Walter Hollstein

Feministisch: Arbeitsgemeinschaft der Männerberatungsstellen und Männerbüros Österreichs (AMÖ), männer.ch (Markus Theunert), Bundesforum Männer (Michael Rosowski), Dissens e. V., CeiberWeiber.at, Margret Jansenberger (Grazer Frauenrat), Antje Schrupp, Thomas Gesterkamp (FES-Expertise), Hinrich Rosenbrock (GWI-Expertise), Robert Claus (FESExpertise), Raewyn Connell

Feminismuskritisch, aber ohne spezifische weltanschauliche Ausrichtung: Alles Evolution, Femokratie, Gabriele Wolff, Jungs und Mädchen, Schlusslicht, Täterinnen – Infopool gegen Frauengewalt, Erzählmirnix, Flussfänger, Achdomina


Genderama wird über die Resonanz, auf die die Studie stößt, und die Debatte, die sie hoffentlich auslöst, weiter berichten.

Martina Salomon: "Österreich ist sicher Gender-Weltmeister"

Die Unis überbieten einander in Frauenforschungs-Schwerpunkten. Gäbe es nicht langsam Lohnenderes?


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Die Folgen einer Falschbeschuldigung

In der Debatte um eine Rape Culture wurde von feministischer Seite das "Argument" vorgebracht, die eine oder andere Falschbeschuldigung oder Vorverurteilung eines Mannes sei nicht so tragisch und könne hingenommen werden, da damit ja lediglich kurzzeitige Unannehmlichkeiten verbunden seien.

Terry Brown und seine Partnerin sehen das womöglich anders.

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