Donnerstag, Oktober 19, 2017

Frauen strippen für Männerrechte – News vom 19. Oktober 2017

1. Die britische "Daily Mail" berichtet über politische Aktivistinnen, die sich in einem Erotikkalender präsentieren, um Aufmerksamkeit für die ansonsten verschwiegenen Anliegen und Benachteiligungen von Männern zu wecken:

The Lovely Ladies For Men's Issues activist group, led by 22-year-old Vanessa Lussier, want bring awareness to men's issues - by stripping off for a sexy calendar.

Vanessa said: "It's kind of unheard of that women support men's issues. While historically men have had more authority in the society, no society is perfect. And now that women have basically all their rights, and you see how men are, for example, way more likely to be sentenced for a crime and much more harshly, you have to think men have issues too. So why can't we talk about that?"

Vanessa along with fellow activists Reading Wren and Becky Quinton plan to get the conversation started while posing in skimpy outfits for the "Lovely Ladies for Men's Issues 2018" calendar.

But if you're worried about people only focusing on the women's scanty attire, the calendar will also feature facts about specific men's rights issues for the month.

(...) The women are on a mission to raise awareness of issues such as male circumcision, which they say is akin to female genital mutilation, and paternal rights.

Vanessa, who is fully aware that her efforts are likely to stoke the ire of the modern women's movement, said she is a "non-feminist" rather than is an "anti-feminist" because she "doesn't want to silence anybody". She explained: "To me, feminism is a good idea that got taken advantage of by bad people. I believe the biggest disruptors to men's rights are anybody who pushes myths and stereotypes of men, such as 'toxic masculinity'."

The activist and YouTuber has been championing men's rights since high school, where she said she witnessed friends become entrenched feminists, eventually becoming hostile towards men.

This prompted her to investigate feminism more deeply, leading her to read about men's rights issues and beginning her affiliation with the movement that would leave people scratching their head.

Vanessa continued: "When I realized that feminists were actually pushing views that harmed men, it made me get involved to kind of even the playing field."


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Die Website der Liberalen Männer steht. Unser Pressesprecher, Torsten Sommer, war gestern in der ZDF-Nachrichtensendung "heute" zu sehen: "Scheidungsväter fühlen sich vernachlässigt".



3. Mit der Schlagzeile "Die Frau kocht, der Mann futtert" lässt die "Tagesschau"-Redaktion mal wieder ihrem Sexismus freien Lauf. Die Reaktionen in der Kommentarspalte unter dem Beitrag zerpflücken ihn so gründlich, dass die Kommentarfunktion schon nach anderthalb Stunden geschlossen werden musste.

Dabei liefert die "Tagesschau", indem sie auf männerfeindliche Polemik statt sachlich-seriöse Berichterstattung setzt, nur Argumente für diejenigen, die ohnehin für eine massive Eindampfung der ARD plädieren. Peter Mühlbauer berichtet über den Stand der Debatte:

Politiker von SPD und Grünen widersprachen Robras Reformvorschlägen umgehend: Björn Böhning, der Leiter der für Medien zuständigen Berliner Senatskanzlei, erklärte, sein rot-rot-grün-regiertes Bundesland werde sich den Plänen entgegenstellen, und Cornelia Lüddemann, die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt, fürchtete öffentlich um die Sendungen "Tatort", "Lindenstraße" und "Tagesschau". Deren Chefredakteur Kai Gniffke lobte seine Sendung auf Robras Kritik hin als eine, die "unvoreingenommen berichtet und den Leuten keine Meinung unterjubelt", "für nüchterne und unabhängige Nachrichten steh[t]", "den Diskurs über sämtliche Parteigrenzen hinweg [fördert] und "alle Positionen (auch die neu im Parlament vertretenen) [statt]finden" lässt.

Mit dieser Offenbarung seiner Selbstwahrnehmung zog Gniffke (den man seit seiner Erklärung zu Sprachregelungen in Foren und Sozialen Medien gern als "Machthaber" bezeichnet) auf Twitter viel Aufmerksamkeit und viel Spott auf sich. Robras Sparvorschlag kam hier eher gut an.


Etwas anderes als Spott über die Behauptung, dass die "Frau-kocht-Mann-futtert-Tagesschau" unvoreingenommen berichte und alle Positionen stattfinden lasse (wir erinnern uns an die zahlreichen "Tagesschau"-Meldungen über die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen), ist außerhalb der rot-rot-grünen Parteien auch kaum vorstellbar.



4. Die Schauspielerin Jennifer Lawrence berichtet, wie sie im Vorfeld eines Films sexuell erniedrigt worden sei – durch eine Produzentin. Mit einer Twitter-Kampagne, die Frauen pauschal anklagt, gefolgt von einer Selbstgeißelungs-Kampagne, in der Frauen versprechen, sich zu ändern, ist diesmal allerdings nicht zu rechnen.



5. Die Bloggerin "Anne Nühm" distanziert sich von Feministinnen, die überall Sexismus und Belästigung wittern.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute zu einem Artikel über die Situation in Simbabwe:

Hallo Arne,

dieser Bericht zeigt exemplarisch wie Verbrechen weltweit geahndet werden:

"Dutzende zum Tode Verurteilte werden noch in den Gefängnissen des Landes festgehalten. Die seit 2013 gültige Verfassung des Landes sieht die Todesstrafe durch Erhängen für Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren vor, die wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurden. Frauen werden nicht hingerichtet."

Ich bin gegen die Todesstrafe, keine Frage. Aber das Verbot der Todesstrafe sollte für Frauen und Männer gelten.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Sexismus-Panik: Wie hilft man Frauen, die eine irre Angst vor Männern haben? – News vom 18. Oktober 2017

1. Die von der SPD-Politkerin Sawsan Chebli erhobenen Sexismus-Vorwürfe werden weiterhin diskutiert. So heißt es im Tagesspiegel:

Wenn ich es richtig verstehe, dann gründet sich der Sexismus-Vorwurf auf dem Vorwurf, hier werde eine tüchtige junge Frau im Bewusstsein geschlechtlicher Überlegenheit herabgewürdigt. Das ist offensichtlich Unsinn. Denn er hat ihre Kompetenz ja nicht in Zweifel gezogen, sondern einfach nur irrtümlich jemand anderen erwartet. Diese Art Delikt war früher als 'falsches Bewusstsein' bekannt. Derjenige, dem es zugeschrieben wird, kann sich nicht wehren, in seinem Kopf wütet nun mal Verbotenes, das ist Pech. Und ist es nicht gar Rassismus, wenn ein alter weißer Mann als Staatssekretärin keine gebürtige Araberin erwartet? Immer den größten Hammer schwingen, das ist das Prinzip.


Und bei den "Kolumnisten" argumentiert Jörg Friedrich:

Wenn ältere Männer heute jungen Frauen in aller Öffentlichkeit Komplimente machen, um über schwierige Momente der Kommunikation hinweg zu kommen, sollten wir sie nicht als Sexisten beschimpfen oder als Dinosaurier einer fremden fernen Zeit verurteilen, sondern als Botschafter einer vielleicht kommenden schöneren Welt ansehen, in der auch Frauen den Männern, denen sie begegnen, sagen, dass sie gut aussehen und attraktiv gekleidet sind, bevor man gemeinsam zur Tagesordnung übergeht.




2. Der britische Spectator zerpflückt die aktuelle feministische Twitter-Aktion "Me too", die einmal mehr versucht, einen einzelnen sexuell offenbar übergriffigen Mann (Harvey Weinstein) zur allgegenwärtigen Bedrohung von Frauen hochzuhypen:

Following a weekend crammed with ever more salacious revelations about Harvey Weinstein, hundreds of thousands of women have now taken to social media to share their own experiences of sexual harassment. This is called the ‘#MeToo’ movement, and it’s gone viral, in the way that these things do.

According to Twitter, this reveals ‘the magnitude of sexual assault’. In reality, it does nothing of the sort. #MeToo tells us far more about the desire of some women to reach for victimhood status.

(...) Worse, serious crimes are trivialised as the #MeToo tweeters who recount some relatively minor (albeit discomforting) experience are equally blessed with retweets, likes and public endorsements praising their bravery. Blurring the boundaries between rape and ever-broader definitions of sexual harassment doesn’t just trivialise serious offences, it further inflames a climate of hysteria in which the sexual harassment of women comes to be presented as a routine part of life. Life for women is presented as a battleground where we are all only one bad joke, one wolf whistle or one stare away from being assaulted.

It also creates an impression that being a woman in the 21st century is a living hell. Not only is this false, it is destructive. In 2015, Girl Guiding UK found that seventy-five per cent of girls and young women said anxiety about potentially experiencing sexual harassment affects their lives in some way. A 2016 survey suggested that 41 per cent of young women expect to face discrimination at work. These young women had not faced harassment or discrimination: their anxiety was around what might, potentially, happen to them in the future. It may be the fear of sexual harassment, more than the reality, that is holding women back today.

Twitter is by default a narcissistic platform: users must assume the world wants public updates on their thoughts and feelings. But yesterday’s #MeToo Twitter-trend only shows us the sorry state of feminism today.




3. In Frankfreich soll es jetzt mit einem sofortigen Bußgeld belegt werden, wenn ein Mann einer Frau hinterher pfeift oder sie auf andere Weise sexuell belästigt. Zumindest das mit dem Bußgeld steht fest – für welches "Delikt" genau es anfallen soll, wird noch heiß diskutiert.



4. Das "Aero Magazin" nutzt die aktuelle moralische Panik, um zu diskutieren, woher eigentlich diese vorurteilbehaftete, diskriminierende psychische Störung stammt, die die Verfasserin dieses Artikels als "Androphobie" bezeichnet:

From other sources, we learnt how rape culture made Harvey Weinstein, that Harvey Weinstein shows that rape culture is still prevalent in 2017 and what Rape Culture says about Masculinity. The problem with this is that Harvey Weinstein is neither a culture nor masculinity. He is one man who, it seems clear, was willing to use his position of power to exploit and abuse women. We can condemn the character of Weinstein. We can demand answers and the overhaul of an industry that allowed him to conceal his abuses from the public. But it must be remembered that Weinstein’s power did not reside in the American public believing that sexual abuse was acceptable. Weinstein’s position of power did not enable him to convince American society that sexual abuse was good. It enabled him to conceal his from it. Once he could do that no longer, the immediate outpouring of outrage, anger, and distress that followed cast great doubt on the claim that America is a rape culture. If we understand a rape culture to be one in which rape is glorified, condoned or excused, there is little evidence of such a culture in the responses to the revelation about Harvey Weinstein.

(...) It is unjust to the vast majority of men who commit no sexual offences and are appalled by their existence. It’s also harmful to women who are being encouraged to fear men as a sex and to regard the world as dangerous and hostile to them. It is most alarming that driving this fear is a form of feminism which ratchets up fear of men to the level of life-restricting phobia.

(...) "Androphobia" is not a word in popular usage but I think it should be. It’s a far better word than “misandry” to describe the expression of fear of and aversion to men that permeates much of feminist discourse right now. Misandry is the hatred of men. Feminists who exhibit hostility towards men tell us that they do not hate men. They simply fear them and argue that hostility is a perfectly natural consequence of this which should be accepted. I think we should take them seriously and treat the problem as "androphobia" — an irrational fear which sufferers should be supported sympathetically to overcome.

The NHS tells us that "a fear becomes a phobia when you have to change your lifestyle to manage it. A phobia is an extreme or irrational fear or dread aroused by a particular object or circumstance, to the point where it severely restricts your life." It goes on to say that whilst phobias of uncommon things such as snakes (in Britain) won’t usually affect everyday life, phobias of commonly encountered things can make it very hard to lead a normal life. Men are, of course, very commonly encountered things and therefore we should not underestimate the profound impact a fear of and aversion to them can have on the life and prospects of phobics. One counselling site says of Androphobia, "Though women who suffer from this disorder may realize that there is very little reason to be afraid of men, the fear persists, thus leading to severe, repeated anxiety around men that can often interfere with everyday activities." Causes of androphobia are suggested to include trauma and genetics but also cultural influences which include fear-mongering. A prominent form of feminism which perpetuates fear of and aversion to men could certainly be one such influence.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Helen Pluckrose.

"Ganz viele Frauen haben ja schon Angst, auf die Straße zu gehen" tönte Anne Wizorek zum Höhepunkt der #Aufschrei-Debatte über sexuelle Belästigung. Wenn das zutrifft, benötigen diese Frauen Hilfe, aber ganz sicher nicht, indem ihre psychische Beeinträchtigung durch das weitere Schüren von Ängsten verstärkt und verfestigt wird – beispielsweise indem man Komplimente zu traumatisierenden Übergriffen erklärt. Helen Pluckrose erläutert, wie diese Hilfe stattdessen aussehen kann:

Cognitive behavioral therapy for the treatment of irrational fears focuses upon realistic assessments of risk, determining reasonable precautions against it and then, having put one’s fear into perspective, living a full life. It is possible that any man a woman encounters in her daily life could violently attack and rape her but almost every such encounter results in no such thing. Dr Bruce Hubbard describes it like this, "CBT helps replace catastrophic cognitions with reasonable beliefs. When fear begins, it’s important to remind yourself to review the evidence that this is a false alarm, you are not in danger. The goal is to develop a nurturing, coaching inner voice to help stay grounded and effectively accept and cope with panicky feelings as they run their course." The already tiny risk of violent attack can be reduced further by taking the same kind of precautions one takes against other kinds of crime and using the same kind of judgement one uses with other kinds of relationships. If we live life in constant fear and distrust of men, we could possibly reduce the risk further but at what cost? Avoiding interactions and relationships with half the population reduces the likelihood of having friends, lovers and meaningful bonds too.

(...) I am concerned by the neurotic attempts to catastrophize non-injurious sexual assault experienced by women beyond any other form of criminal behavior of which we (and men) could become a victim. I don’t want my daughter to be told that being shown a penis, being subjected to sexual comments or experiencing a hand placed somewhere it has no right to be is a terrible trauma from which she may never recover. Even less do I want her to think this represents a society which is hostile and dangerous to her and which she should only approach with caution. I want her to know that these behaviors are unacceptable. Some of them are crimes she should report. Others indicate individuals she should avoid. They are not to be dismissed or excused. They are not the end of the world.

(...) You are likely to be criticized or laughed at in public at some point in your life and experience shame or embarrassment. If your fear of being criticized or laughed at causes you to avoid being around people in work or social environments, your sociophobia needs treating.

You are likely to encounter a boorish or abusive man who will make sexual comments, attempt to grope you or show his genitalia at some point in your life. If your fear of such men causes you to avoid being around the entire male half of the population, trusting men, working with men, having relationships with them and speaking of them without hostility and negative generalisations, your androphobia needs treating.


Vielleicht ist das ein zentraler Unterschied im Frauenbild von Feministinnen und Maskulisten. Die wortführenden Feministinnen scheinen eher zu denken: Frauen sind tendenziell schwach und müssen gesetzlich vor so fiesen Dingen wie Komplimenten und Hinterher-Pfeifen geschützt werden. Maskulisten denken eher: Frauen sind tendenziell stark und können sich die nötigen Kompetenzen aneignen, um mit den Belastungen des Alltags eigenständig umzugehen.



5. Die Post. Einer meiner Leser informiert mich über einen Fall, bei dem die sexistische Justiz in unserer Gesellschaft besonders sichtbar wird:

Daniella Hirst 28 und Craig Smith 31, beide aus dem englischen Bridlington zogen in einer öffentlichen Pizzeria vor den Angestellten eine Sex-Nummer ab. Dabei wurden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Dieses Video gelangte wohl in das Internet und hatte zur Folge, dass sich beide wegen Sex in der Öffentlichkeit jetzt vor Gericht verantworten mussten.

Hier die Urteile:

Frau Hirst:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

10 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Herr Smith:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

15 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Also 5 Tage Rehabilitation mehr als wie Frau Hirst.

Zusätzlich wurde er verurteilt, sozusagen als Männer-Bonus:

Zum Ableisten von 200 Stunden unbezahlter Arbeit.

Herr Smith rief vor Gericht: "Warum muss ich das extra machen ?!"

Eine Antwort blieb wohl aus.

Hier haben wir so einen Fall, wo eine Frau zusammen mit einem Mann zu je 50% an ein und dem selben Vergehen beteiligt waren, sie hatten zusammen Sex in der Öffentlichkeit.

Warum brummt man dem Mann eine Extra-Strafe auf?

Dienstag, Oktober 17, 2017

Feministin lernt als Hure die Männer kennen – News vom 17. Oktober 2017

1. Die Berliner Zeitung berichtet:

Stephani, heute 31, versteht ihre Zeit im Bordell auch als eine Art privates Sozialexperiment. "Geld war nicht mein Motiv", sagt sie. "Es war Neugier. Ich bin in eine extreme Rolle gegangen, um die Rollen der anderen zu verstehen." Die Autorin beschreibt sich als Tochter aus gutem Hause, Einser-Schülerin, Verehrerin von Feministin Alice Schwarzer. Als sie ihr Philosophiestudium in Berlin begonnen hatte, wollte sie den "Feind" kennenlernen: den Mann im Bordell. Dann wunderte sie sich, wie leicht ihr die Rolle als Hure fiel - und dass sie weder Feinde traf noch Männer-Monster.

(...) Auch Simone Wiegratz hat die Kurfürstenstraße für Hydra im Blick. (...) "Eine Diskussion über Sexualität gibt es doch gar nicht", sagt Wiegratz. "Da gehört Ehrlichkeit dazu. Und so lange Männer, die zu Prostituierten gehen, sofort in eine Täterecke gestellt werden, kommt das auch nicht in den Blick."




2. Gute Aussichten, Familienministerin zu werden, hat angeblich die FDP-Politikerin Katja Suding, die maßgeblich dafür verantwortlich sein soll, dass ihre Partei das Wechselmodell (gemeinsame Sorge beider Eltern für ihre Kinder auch nach einer Trennung) befürwortet. Die feministische Gruppe "Pinkstinks" polemisiert gegen Suding in dem Beitrag "Nicht meine Ministerin". Die Autorinnen zeigen sich "alarmiert" und berichten von "schlaflosen Nächten". Die FDP fordert nämlich mit Slogans wie "Mündige Bürger statt Plakatpolizei", dass Menschen auch Plakate, die "Pinkstinks" und anderen Feministinnen nicht gefallen, tolerieren sollten.



3. Der Berliner Tagesspiegel befindet zu dem aktuellen Gerichtsurteil, dem zufolge ein Mann kein Gleichstellungsbeauftragter werden darf:

Das mag ein Rezept für frühere Aufbrüche gewesen sein. Heute stellt sich die Lage komplexer dar, und es wird immer deutlicher, dass nicht Nachteile für die einen beseitigt, sondern Vorteile für alle geschaffen werden müssen. (...) Leider fehlt es an Impulsen. Alle haben sich an Frauen als Beauftragte gewöhnt. Läuft es schlecht, wird es ein Thema für die AfD.




4.
Eine Staatssekretärin unter Schock! Nein, sie wurde nicht überfallen, beleidigt oder auf der Könne Domplatte begrapscht. Ihr wurden Komplimente dargebracht. So etwas darf nie mehr passieren.


Anabel Schunke kommentiert auf "Tichys Einblick" unter der Überschrift "Feminismus in der Sackgasse".

Auch Christian Schmidt widmet der Affäre um die SPD-Politikerin eine lesenswerte Analyse.

Chebli erklärte inzwischen, sie habe mit ihrem Facebook-Eintrag "eine Sexdebatte anstoßen" wollen. In dem Artikel, der darüber berichtet, heißt es, Chebli sei "anzüglich angemacht worden".

Währenddessen widerspricht eine Vertreterin der Deutsch-Indischen Gesellschaft Cheblis Darstellung des Sachverhalts und wirft der Staatssekretärin ihrerseits Sexismus vor.



5. Die liberale Feministin Cathy Young äußert sich zu den Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, die dem Filmproduzenten Harvey Weinstein gemacht werden: It's Good Harvey Weinstein Was Stopped. But Let's Not Start a Witchhunt.

Montag, Oktober 16, 2017

Übler Sexismus: Staatssekretärin immer noch unter Schock – News vom 16. Oktober 2017

1. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebili wurde derart sexistisch angegangen, dass dies bei ihr zu einem länger anhaltenden Schockzustand führte: Ein Botschafter außer Dienst habe sie von einem Podium herab als "jung und schön" bezeichnet. "Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus", schrieb Chebili über den Eklat. "Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt." Ich möchte mich eigentlich von derart unverschämten Herabwürdigungen distanzieren, andererseits ...

Zustimmung erhält Chebili von Anja Schillhaneck (Grüne).



2. Den Shitstorm der Woche erntet diesmal ein Frauenmagazin.



3. Die Schweizer SP will sich konsequent feministisch ausrichten und verabschiedete ein "Manifest für eine konsequente feministische Sozialdemokratie". Feministische Themen müssten ins Zentrum der Partei rücken, hatte Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP-Frauen, zuvor gefordert. Männer in der Partei müssten mehr über feministische Themen sprechen.



4. Die Süddeutsche Zeitung vertritt die These, man könne Fälle sexueller Belästigung wie bei Harvey Weinstein unterbinden, wenn man nur aufhören würde, sich über das Binnen-I lustig zu machen. Christian Schmidt argumentiert dagegen und schlägt – wenig hoffungsvoll – alternative Methoden vor.



5. Die neueste Geschlechterstudie: Männer mit hohem Status sind eher als Frauen mit hohem Status bereit, Belohnungen mit ihren Unterstützern zu teilen.

Sonntag, Oktober 15, 2017

Wie Kindesmissbrauch in Moscheen tabuisiert wird – News vom 15. Oktober 2017

1. Bisher war die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch durch Geistliche auf den christlichen Glauben beschränkt. Vor einigen Tagen brach die MDR-Reihe "Fakt" mit dem Tabu über Kindesmissbrauch in Moscheen. Ich lasse mich von Menschen, die sich bei diesem Thema auskennen, gerne eines Besseren belehren, habe aber den Eindruck, es ist kein Zufall, dass es sich auch hier bei dem beispielhaft genannten Fall um einen Jungen dreht. Wenn meine Vermutung zutrifft, verschleiert der Begriff "Kindesmissbrauch" einmal mehr die Geschlechtszugehörigkeit der meisten Opfer.



2. Der antideutsche Publizist Magnus Klaue kündigt einen Vortrag an, in dem er erklärt, weshalb man "notwendig bekämpfen" müsse, "was heute Feminismus heißt".



3. In linken Wochenmagazin "Freitag" weist Stefan Hetzel auf eine Debatte zwischen Camille Paglia und Jordan Peterson hin. Titel des Beitrags: "Dem Vulgärfeminismus den Garaus machen".



4. Beim Thema "Diskriminierung von Jungen und Männern in anderen Teilen der Welt" werfen wir heute den Blick nach Ghana.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

vermutlich kennst Du diese Seite schon. Ich wollte sie Dir dennoch nicht vorenthalten. Hier kann man Belästigung melden. Interessant daran ist, dass die Meldefunktion geschlechtsneutral ist (ich habe es ausprobiert und eine Belästigung gemeldet), aber die ganzen darunterliegenden Hilfsangebote ausschliesslich für Frauen sind. Ich wollte also melden, dass mir meine Chefin mal an den Hintern gepackt hat, aber im Grunde schiesst sich jeder Mann, der auf dieser Seite eine Belästigung meldet, sich selbst ins Knie, da meine Belästigung nun als Mann-gegen-Frau-Belästigung gezählt wird, weil auf der Seite wohl niemand in Betracht zieht, dass auch Männer von Frauen belästigt werden.

Freitag, Oktober 13, 2017

FAZ: Feministinnen werden Trump zweite Amtszeit ermöglichen – News vom 13. Oktober 2017

1.
Das erste Jahr seit der für viele überraschenden Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten neigt sich dem Ende zu, und zwei Aspekte kann man zumindest jetzt schon festhalten. 1. Es war nicht langweilig. 2. Es gab noch keinen Atomkrieg (Stand heute 10.15 Uhr). Bleiben also noch 7 Jahre, die hoffentlich genau so bleiben, aber sollte sich in der zweiten Amtszeit etwas am zweiten Aspekt ändern, so werden sich die Überlebenden vielleicht am Lagerfeuer fragen, wie es so weit kommen konnte. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Schuld sind die Feministinnen, die Trump eine zweite Amtszeit ermöglichten.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Don Alphonso.



2. Bei Riva ist vor einem Monat das Buch "Es war doch gut gemeint. Wie Political Correctness unsere freiheitliche Gesellschaft zerstört" erschienen. Verfasser sind Daniel Ullrich vom Lehrstuhl für Medieninformatik der LMU München sowie Sarah Diefenbach, Professorin für Wirtschaftspsychologie ebenfalls an der LMU München. An mehreren Stellen nimmt das Buch auf die Männerrechtsbewegung Bezug.

So heißt es auf den Seiten 109 bis 110:

Je eindeutiger die Zuordnung zur Opfer-Kategorie, umso besser fühlt sich der Gutmensch durch sein Engagement. Die Allgemeinheit kann durch die Zuordnung erkennen, ob sich mit jemandem solidarisiert werden darf oder ob man sich dadurch womöglich eher Ärger einhandelt. Letzteres kann passieren, wenn man sich für die Belange von Personen einsetzt, die laut PC-Ideologie eher zum Tätersein prädestiniert sind. Eine Solidarisierung mit der "falschen" Gruppe kann konkrete negative Folgen haben: Im Falle der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goslar, Monika Ebeling, führte das nicht PC-konforme Engagement zum Verlust des Arbeitsplatzes. Ihr Vergehen: Ebeling setzte sich in ihrer Rolle als Gleichstellungsbeauftragte nicht ausschließlich für Frauen ein, sein auch für die Rechte von Männern. Während Frauen nach den Regeln der Political Correctness einer Minderheit angehören und besonderen Schutz bedürfen, tun dies Männer gerade nicht. Ein Engagement für diese steht den Regeln der Political Correctness entgegen und wird folgerichtig von ihren Vertretern abgestraft – hier in Person der Vertreter der Stadt Goslar und in Form des Jobverlustes.


Auf Seite 124 erfährt der Leser:

Da nicht jeder Opfer sein kann (kein Opfer ohne Täter), ist ein regelrechter Konkurrenzkampf um den Opferstatus entstanden. Wenn beispielsweise Männerrechtler ("Maskulisten") auf die Probleme von Männern aufmerksam machen, werden sie häufig von Feministinnen lächerlich gemacht ("Male Tears"). Aus ihrer Sicht verständlich, denn dadurch würden Männer auch zu Opfern, was aus Sicht der Feministinnen die eigene Position schwächen würde: Wenn alle Geschlechter Opfer sind, fällt es schwerer, Forderungen für das eigene Geschlecht durchzusetzen. Wer sich für alle Menschen einsetzt, "diskriminiert" einzelne Gruppen, die dann nicht mehr im Fokus stehen.


Und auf Seite 133 liest man:

Während Gewalt und Aggression von PC-Verfechtern verurteilt werden, wenn sie sich gegen laut PC-Ideologie schützenswerte Minderheiten richten, scheint dies unproblematisch, wenn es Personen trifft, die laut PC-Ideologie zum Kreis der Täter zählen. Kampagnen rund um das Twitter-Hashtag #killallmen (alle Männer töten) sind kein Problem. Der Verein ProQuote, der sich für Gleichberechtigung und mehr Frauen auf Chefposten einsetzt, bezeichnete die Ernennung von Georg Löwisch zum taz-Chefredakteur auf twitter als "Chromosomengau": "Chromosomengau bei @taz: mit Rückschritt in die Zukunft – trotzdem Glückwunsch Löwisch", lautete der Tweet.


An einer Stelle zitiert das Buch auch einen Blogbeitrag des Feminismuskritikers Karsten Mende.

Das Buch ist lesenswert vor allem für jene, denen die darin behandelten Themen neu sind. Langjährigen Genderama-Lesern dürfte der Inhalt bereits hinlänglich bekannt sein. Beispielsweise gehört dazu auch die feministische, massenmediale Verleumdung des Nobelpreisträgers Tim Hunt sowie der feministische Shitstorm gegen den Physiker Matt Taylor, weil er beim Vorstellen der Rosetta-Mission (Andocken einer Sonde auf einem weit entfernten Kometen) das "falsche" T-Shirt trug.

Ich danke der Feministin Yasmina Banaszczuk, die mich durch ihren empörten Verriss dieses Buches darauf aufmerksam gemacht hat. Wenig überraschend hört es sich bei Banaszczuk so an, als habe der Verlag Riva plötzlich ein rechtsextremes Buch herausgebracht. Sie bezeichnet es als "gefährlich und verantwortungslos".



3. Die feministische Lobbygruppe "Pinkstinks" bietet inzwischen eine Online-Denunziationsplattform an, auf der "sexistische" Reklame gemeldet werden kann. Diese Plattform, so die "taz", sei "nicht zuletzt auch ein nützliches Handwerkzeugs für all jene, die das Problem sexistischer Werbung gerne in Form einer künstlerischen Umgestaltung praktisch angehen." Ein Foto, das den Artikel begleitet, zeigt, was mit dieser Formulierung offenbar gemeint ist: ein durch eine aufgesprühte Anprangerung verschandeltes Werbeplakat.



4. Einem Urteil des Schweizer Bundesgerichts zufolge dürfen Gemeinden in bestimmten Fällen einen Vaterschaftstest erzwingen.



5. In Sulzbach hat eine 13jährige sexuelle Belästigung durch Flüchtlinge erfunden.



6. "Sweden’s Sexual Assault Crisis Presents a Feminist Paradox" titelt das Magazin Quillette. Der Beitrag Pauline Neudings beschäftigt sich mit der offenbar hohen Rate sexueller Übergriffe durch Zuwanderer und wie dies in der öffentlichen Debatte tabuisiert werde.



7. 8. In den vergangenen 13 Jahren hat Genderama immer wieder über das Genre von Filmen mit versteckter Kamera beichtet, die veranschaulichen, wie egal es Passanten ist, wenn eine Frau gegen einen Mann öffentlich gewalttätig wird. Unter der Schlagzeile "I abused a man in public and no one cared" berichtet die britische BBC über ein neues Experiment dieser Art. Dem bei diesen Experimenten üblichen Ritual entsprechend ist die Journalistin, die es durchführte, mal wieder völlig perplex: "I never thought people could be so blind to the reality of domestic abuse against men."



8. Die neue US-Erziehungsministerin Betsy DeVos versucht seit einigen Wochen, an amerikanischen Universitäten nach Beschuldigungen sexueller Gewalt wieder faire Verfahren durchzusetzen. (Genderama berichtete mehrfach.) Jetzt reagiert die Demokratische Partei in den USA mit einer Initiative, die genau die Zustände, die DeVos beseitigen möchte, zum Gesetz machen soll. Mehrere Medien berichten, darunter "Time" und die "Huffington Post".



9. Die New York Times beschäftigt sich damit, wie pseudowissenschaftliche Texte über "Sexualtäter" sogar den Obersten Gerichtshof beeinflussen:

The other case, Karsjens v. Piper, examines the constitutionality of Minnesota’s policy of detaining sex offenders forever — not for what they’ve done, but for what they might do. And while the idea of indefinite preventive detention might sound un-American or something out of the film "Minority Report," the larger problem is that "civil commitment," like hundreds of other regulations imposed on those required to register, has been justified by assertions about the recidivism of sex offenders. But those assertions turn out to be entirely belied by science.

For the past 24 years, Minnesota has detained sex offenders released from prison in a "therapeutic program" conveniently located on the grounds of a maximum-security prison in Moose Lake. The “patients” are kept in locked cells, transported outside the facility in handcuffs and leg irons, and subjected to a regimen that looks, sounds and smells just like that of the prison it is adjacent to.

But unlike prison, this "therapeutic" program, which aims to teach the patients to control their sexual impulses and was initially designed to last from two to four years, has no fixed end date. Rather, program administrators decide which patients are safe enough to release. In the 24 years it has existed, only one "patient" has ever been fully released. There are now about 720 people in the Minnesota Sex Offender Program, some with no adult criminal record, and others who, despite having completed every single program ever offered at the facility, have remained civilly committed for over 20 years.

While civil commitment is perhaps the most extreme example of punishments imposed on people convicted of sex crimes, it is by no means the only one. Driven by a pervasive fear of sexual predators, and facing no discernible opposition, politicians have become evermore inventive in dreaming up ways to corral and marginalize those forced to register — a category which itself has expanded radically and come to include those convicted of "sexting," having consensual sex with non-minor teenagers or even urinating in public.

These sanctions include being forced to wear (and pay for) GPS monitoring and being banned from parks, and draconian residency restrictions that sometimes lead to homelessness. In addition, punishments can include, on pain of re-incarceration, undergoing interrogations using a penile plethysmograph, a device used to measure sexual arousal. They have also included requirements that those on the registry refrain from being alone with children (often including their own) and barred from holding certain jobs, like being a volunteer firefighter or driving an ice cream truck.

And when these restrictions have been challenged in court, judge after judge has justified them based on a Supreme Court doctrine that allows such restrictions, thanks to the "frightening and high" recidivism rate ascribed to sex offenders — a rate the court has pegged "as high as 80 percent." The problem is this: The 80 percent recidivism rate is an entirely invented number.

(...) The brief cited a Department of Justice manual, which in turn offered only one source for the 80 percent assertion: a Psychology Today article published in 1986. That article was written not by a scientist but by a treatment provider who claimed to be able to essentially cure sex offenders though innovative "aversive therapies" including electric shocks and pumping ammonia into offenders’ noses via nasal cannulas. The article offered no backup data, no scientific control group and no real way to fact-check any of the assertions made to promote the author’s program.

(...) But in the 30 years since that Psychology Today article was published, there have been hundreds of evidence-based, scientific studies on the question of the recidivism rate for sex offenders. The results of those studies are astonishingly consistent: Convicted sex offenders have among the lowest rates of same-crime recidivism of any category of offender.

(...) Nearly every study — including those by states as diverse as Alaska, Nebraska, Maine, New York and California — as well as an extremely broad one by the federal government that followed every offender released in the United States for three years, has put the three-year recidivism rate for convicted sex offenders in the low single digits, with the bulk of the results clustering around 3.5 percent. Needless to say, there is a tremendous difference between claiming that 80 percent of offenders will re-offend and that more than 95 percent of them won’t.

(...) More than 800,000 Americans have needlessly suffered humiliation, ostracism, banishment re-incarceration and civil commitment thanks to a judicial opinion grounded in an unsourced, unscientific study.




10. Eine Videospiel-Entwicklerin in den USA wurde gefeuert, weil sie andere Frauen als "hübsch" bezeichnet hatte.

Mittwoch, Oktober 11, 2017

Basler Zeitung: "Das Gespenst des Antifeminismus" – News zum 12. Oktober 2017

1.
Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Antifeminismus. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man Feministinnen und deren Apologeten glaubt. "Wer sich heute feministisch äussert", schreibt eine Lehrbeauftragte des Basler Gender-Instituts, "erntet nicht nur Gegenwind, sondern oft auch Hass. Ob im Internet, beim Nachtessen, an Universitäten oder im Parlament." Dann verweist sie auf angeblich wissenschaftliche Studien zu diesem Thema: "Die deutschen Soziologen Hinrich Rosenbrock und Andreas Kemper zeigen in Untersuchungen, dass der Antifeminismus offensiver geworden ist, bissiger, organisierter." Doch was da als "wissenschaftlich" apostrophiert wird, ist in Wirklichkeit nur Polemik.


Hier geht es weiter mit dem Artikel Professor Walter Hollsteins in der Basler Zeitung, der noch einmal darauf zurückblickt, wie denunziatorisch in den letzten Jahren mit Kritikern der herrschenden Ideologie umgegangen wurde. So heißt es etwa zu Rosenbrocks Rhetorik:

Dabei macht es sich der Autor leicht. Ein Beispiel: Bei seiner Auseinandersetzung mit der geschlechterpolitischen Initiative "Manndat" zitiert er eifrig von deren Homepage und aus dem Internet-Forum; die durchaus anspruchsvollen Schriften von "Manndat" zur Jungenkrise, Bildungssituation von Jungen, Gesundheit von Männern, etc. nimmt er erst gar nicht zur Kenntnis. Da hätte er ja auch wirklich lesen müssen und das hätte Arbeit bedeutet; einfach diffamieren ist weitaus weniger anstrengend. Die geschichtlichen Zusammenhänge der Männer- und Männerrechtsbewegung scheinen dem Autor gänzlich fremd zu sein. Solches sollte man aber eigentlich schon kennen, wenn man sich als "Männerexperte" ausgibt.

(...) Hauptfeind von Rosenbrock, Gesterkamp, Kemper und Co. sind die sogenannten Männerrechtler. Das sind Personen und Gruppierungen, die seit Jahren Problembereiche von Männern und Buben thematisieren: das Sorge- und Scheidungsrecht, die defizitäre Gesundheitsversorgung, die Feminisierung der Erziehung, die Schulprobleme von Jungen, die hohe Suizidrate des männlichen Geschlechts oder das einseitige, frauenzentrierte Verständnis von Gender Mainstreaming.

Solches nehmen die zitierten Autoren gar nicht erst zur Kenntnis. Dafür weisen sie ebenso eifrig wie verbissen auf die Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen hin und kehren jene, die Jungen und Männer betreffen, vom Tisch des Diskurses. Rosenbrock nennt die Diskriminierung von Männern schlicht eine "Konstruktion" und erhebt den schweren Vorwurf, dass der "Blick auf männliche Benachteiligung (...) Formen weiblicher Benachteiligung" ausblende. Letztere bestehen selbstverständlich real, während Erstere nur fiktiv sind. Einen Opferdiskurs gesteht der Autor den Frauen zu, aber nicht den Männern. In diesem Kontext schreibt er nachgerade verächtlich von der männlichen "Opferideologie".

Auf die reichlich vorhandenen empirischen Arbeiten zu Männerproblematiken und -diskriminierungen gehen Rosenbrock und Konsorten an keiner Stelle ein. Dass es Männer-"Bashing" im Feminismus gibt, leugnen sie kategorisch und kritisieren stattdessen Frauenfeindlichkeit und Sexismus der Männerrechtler. Auch da halten sie es nicht für nötig, Belege für ihre Behauptung aufzuführen. So werden Denkverbote errichtet.




2. Da wir gerade auch Thomas Gesterkamp erwähnten: Ein aktueller Artikel von ihm liest sich trotz der vielfachen Kotaus vor dem Feminismus, ohne die in unserer höfischen Gesellschaft kein Gespräch mit den Mächtigen mehr möglich scheint, als ob Gesterkamp auf seine alten Tage fast noch zum Männerrechtler würde. Vor allem der letzte Absatz seines Artikels könnte ähnlich auch auf Genderama stehen. Prompt wird Gesterkamp in der Kommentarspalte darunter genauso abgemeiert, wie sonst wir Männerrechtler von ihm und seinen Brüdern im Geiste:

Ja, Männer könnten Wichtiges beitragen. Sie können sich zum Beispiel ab und an zurückhalten, die Wünsche anderer respektieren und ausnahmsweise nicht versuchen, mit Verweis auf ihren angeblich hehren Ziele ihre (reale oder eingeblildete) Überlegenheit auszuspielen. Sie könnten stattdessen versuchen, sich in Menschen hineinzuversetzen, die nicht die Macht haben, ihren Willen gegen Wiederstände durchzudrücken. Sie könnten einfach mal diejenigen selbst entscheiden lassen, die tatsächlich betroffen sind. Sie tun es leider viel zu selten. Es gehört offenbar zu den Deformationen, die 500.000 Jahre Patriarchat ihnen angetan haben, dass sie vielfach noch immer lieber Mann sind als Mensch.


sowie
Männer an die Spitze der Hierarchie, Frauen als Fußvolk und Bittstellerinnen, dieses Rollenmodell kennt man bestens. Wenn auch nicht unbedingt aus der taz, da ist diese maskulinistische Breitseite auf die Leserinnen mehr als nur eine Bagatelle. Und im Grunde aber auch der bislang eindrucksvollste Beweis für die Richtigkeit der Gerichtsurteile. Ich kann diesen "Kommentar" von Thomas Gesterkamp lediglich unter postlinkem, antifeministischem Mackertum verbuchen. Angesichts solcher Veröffentlichungen spielt das ganze *LGBT-Sprachgehampel dieser Zeitung nun wirklich keine Rolle mehr.


Ja, Karma is a bitch.



3. Der Verein Mogis kritisiert ein aktuelles Gerichtsurteil zur Beschneidung.



4. Das Blog Papalapi erklärt, warum ein Welt-Mädchen-Tag so eminent wichtig ist und merkt abschließend an:

Allerdings verdienen die Jungs dieselbe Unterstützung, da auch sie nichts dafür können, in eine Welt hineinzuwachsen, in der sie u. U. in der Lage sein müssen, ihre Schwester zu ermorden oder später Frauen zu unterdrücken.

SPD triumphiert: Männer von Wahlrecht weiterhin ausgeschlossen – News vom 11. Oktober 2017

1. Die Einführung eines Wahlrechts für Männer steht in Mecklenburg-Vorpommern noch immer in den Sternen, wenn es um das Amt des Gleichstellungsbeauftragten geht. Männer dürfen weiterhin weder für dieses Amt kandidieren, noch eine Gleichstellungsbeauftragte wählen. Das sei verfassungskonform, entschied jetzt das Landesverfassungsgerichts in Greifswald und wies damit die Beschwerde eines Mitarbeiter des Landesbürgerbeauftragten ab.

Der Focus berichtet:

Dem 50-Jährigen war die Enttäuschung anzusehen. "Ich werde weiter von einer Gleichstellungsbeauftragten vertreten, die ich nicht wählen darf." Nach Ansicht der Richter ist die Wahlrechtsbeschränkung verhältnismäßig, um Frauen die verfassungsrechtlich garantierte Chancengleichheit zu gewährleisten. Frauen seien noch immer strukturell benachteiligt, was sich unter anderem in der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen zeige, sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Thiele. Das Gleichstellungsgesetz sei in erster Linie noch immer auf die Frauenförderung ausgerichtet.

Das Gericht forderte allerdings den Gesetzgeber auf, die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren sorgfältig zu beobachten. Die Entscheidung des siebenköpfigen Gremiums fiel mit einer Gegenstimme. Leichte Anzeichen, dass sich was dreht in Deutschland?

Die Sozialforscherin Ute Klammer von der Uni Duisburg-Essen hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Dass lediglich Frauen kandidieren und wählen dürften, entspreche nicht mehr den gesellschaftlichen Gegebenheiten, sagte die Wissenschaftlerin.

Klammer war Leiterin der Sachverständigenkommission zum ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und wirkte auch beim zweiten Gleichstellungsbericht mit. "Ich sehe die Gefahr, dass die Gleichstellung als reines Frauenthema behandelt wird. Die Frage der Gleichstellung ist ein Thema aller Geschlechter."

(...) Kläger Leist sieht sich nicht als Vorkämpfer einer neuen, emanzipatorischen Männerbewegung. Er habe für seine eigenen Interessen gekämpft. Schon in der Verhandlung berichtete der Vater von zwei Kindern von seiner Situation. Seit zwölf Jahren in Teilzeit, um mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen zu können. Diskriminierung am Arbeitsplatz habe er selbst erlebt. Als er in Teilzeit gegangen sei, habe ihn sein damaliger Arbeitgeber – der Landesrechnungshof – deutlich gemacht, dass es nun mit der Karriere für ihn vorbei sei.

(...) Die Richter machten in ihrem Urteil jedoch deutlich, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur ein Teilbereich der Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten sei. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass Frauen in Deutschland noch immer strukturell benachteiligt sind: Der Gender Pay Gap – der die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau statistisch beschreibt – liegt in Deutschland bei 21 Prozent.


(Korrekt wäre natürlich: Er liegt bei zwei Prozent – wenn man sich überhaupt auf die bizarre Logik einlassen will, dass Nachteile für eine Gruppe erst beseitigt werden dürfen, wenn eine andere Gruppe von sämlichen Nachteilen befreit ist.)

Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns ist Manuela Schwesig (SPD). Erwartungsgemäß knallen bei den Sozialdemokraten die Sektkorken nach diesem Urteil:

"Heute ist ein guter Tag für die Frauenförderung in unserem Land. Wir sehen uns durch das Urteil vollumfänglich bestätigt", sagte Ministerin Stefanie Drese (SPD). Frauen seien immer noch strukturellen und faktischen Nachteilen ausgesetzt. Sie seien im Berufsleben unterrepräsentiert in Führungspositionen, leisteten vorrangig Pflege- und Familienaufgaben und würden entsprechend häufiger in Teilzeittätigkeiten gedrängt.


Für populistische Behauptungen wie dass Frauen zur Teilzeitarbeit "gedrängt" würden, statt sich aus freien Stücken dafür zu entscheiden, fehlt bis heute jeder Beleg. Die widerwärtige Logik der Sozialdemokratinnen lautet: Männer haben erst dann einen Ansprechpartner für ihre geschlechtsspezifischen Probleme verdient, wenn der berufliche Werdegang von Frauen und Männern statistisch übereinstimmt.

In Mecklenburg-Vorpommern lag die AfD bei der letzten Landtagswahl übrigens bei 20, 8 Prozent. Hm, woran könnte es liegen, dass sich viele Bürger von den etablierten Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen?

Andererseits muss man sagen, dass sich die allermeisten deutschen Männer diese sozialdemokratische Arroganz der Macht auch gefallen lassen. Wenn sich selbst der Kläger in diesem Fall nicht im Rahmen einer emanzipatorischen Männerrechtsbewegung engagieren möchte, ist offenkundig, warum das feministische Machtmonopol und sein eklatanter Missbrauch so leicht nicht zu stoppen sind.

Bedauern über das Gerichtsurteil äußerte die Linksfraktion. Deren gleichstellungspolitischer Sprecher Peter Ritter befand, der Ausschluss der Männer vom aktiven und passiven Wahlrecht im Gleichstellungsgesetz trage nicht dazu bei, dass Gleichstellung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen und somit von Frauen und Männern gleichermaßen gelebt werden müsse.

In der "Zeit" lässt Vanessa Vu die Benachteiligung von Männern durch die Verfassungsrechtlerin Anna Katharina Mangold rechtfertigen: "Das Grundgesetz, lässt dem Gesetzgeber viel Spielraum für die Gleichstellung der Geschlechter." Kritiker, die die Entscheidung als diskriminierend betrachten, unterlägen einem Irrtum.

Überflüssig zu erwähnen, dass der Pöbel in den Kommentaren unter dem Artikel die Sachlage mal wieder völlig anders sieht als die herrschende Elite. Ein Kommentator weist sogar frech darauf hin, dass die interviewte Verfassungsrechtlerin alles andere als ideologisch neutral sei, und verweist auf ihren Twitter-Account, in em sie sich deutlich feministisch positioniert. Diese ideologische Verankerung verschweigt Vanessa Vu ihren Lesern. Man darf wohl auch davon ausgehen, dass Mangold genau wegen ihrer ideologischen Positionierung als Interviewpartnerin ausgewählt wurde.

Das "Zeit"-Interview wird hier kritisch kommentiert, das Gerichtsurteil selbst im Blog "Männerrechte". Eine sehr ausführliche Analyse des Urteils findet man bei Hadmut Danisch, der zum Fazit der Rechtsbeugung gelangt.



2. "Armutsfalle Unterhalt – Wie gerecht ist unser System?" ist eine neue Artikelreihe bei Xing: "Finanzielle Verpflichtungen treiben so manches Elternteil in die Existenznot. Betroffene fordern ein faireres Handeln des Staates." Den ersten Beitrag dieser Reihe liefert René Harder, Professor für Schauspiel und fünffacher Vater: "Die Unterhaltszahlungen treiben mich in die Armut."



3. Die Synthie-Pop-Band "Hurts" thematisiert das Schweigen vieler Männer, wenn sie von Krisen belastet sind:

Frontman Theo Hutchcraft continued: "It’s just speaking out, you know. It shouldn’t be taboo. Particularly for men, it’s difficult. Where we come from in the North of England it’s a particular problem culturally. It’s an old idea of stoicism and a masculine identity that is harmful. It’s very harmful to a lot of young men. Discussing things are looked down upon and things become suppressed. Changing those attitudes is a big thing within society and needs to happen. The more commonplace it becomes and the more people who speak about it in general life, it loses any stigma because it becomes normal."




4. Das feministische Magazin "Vice" wählt als Schlagzeile eine Überzeugung, die man wohl ohnehin teilen muss, wenn man für dieses Magazin arbeitet: "It's Confirmed: Women are Higher Beings". Wie der Artikel darunter verrät, ist diese Schlagzeile nicht ironisch, sondern vollkommen ernst gemeint: Einer aktuellen Studie zufolge sei nämlich das männliche Gehirn auf Egoismus und das weibliche Gehirn auf Menschenfreundlichkeit ausgerichtet. Ob wir wohl innerhalb der nächsten 50 Jahren einen feministischen Mainstream bekommen werden, der nicht narzisstisch ist und auf die Abwertung von Männern verzichtet?



5. Eine Londoner Lehrerin wurde für sexuellen Missbrauch eines ihrer Schüler zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. "Ich nehme an, dass er zugestimmt hat", erklärte der zuständige Richter. "Welcher 15-jährige Schüler würde ein so attraktives Angebot ablehnen?"

Nennt mich überkritisch, aber irgendwie bezweifle ich, dass ein Richter bei einem männlichen Täter ähnliche Worte finden würde.

Dienstag, Oktober 10, 2017

Maskulistischer Artikel der "ZEIT": sexuelle Belästigung von Männern – News vom 10. Oktober 2017

1. Wie das Blog Geschlechterallerlei meldet, widmet sich ein aktueller Artikel der "Zeit" der sexuellen Belästigung von Männern und erklärt, warum diese Opfergruppe oft besonders hilflos ist. Der Artikel ist in Gänze lesenswert.



2. Dasselbe gilt für einen Beitrag des Bloggers Lucas Schoppe, der am Beispiel Christine Finkes den Backlash analysiert, mit dem manch eine Meinungsführerin Barrikaden gegen die vorsichtigen Änderungen des veralteten deutschen Kindschaftsrechts aufbaut. ("Finke ist eine sehr erfolgreiche Bloggerin, ... Manuela Schwesig hat als Familienministerin den Kontakt mit ihr gesucht und sich persönlich für ihr Engagement bedankt. Das ist wichtig zu wissen: Es ist kein Artikel einer verwirrten, aber deshalb auch isolierten Bloggerin, sondern einer Frau, die mit dem, was sie tut, Einfluss und Kontakte gewinnt.")

Schoppes Artikel beleuchtet auch einige interne Vorgänge in der FDP, die verdeutlichen, warum sich diese Partei im Kontrast zu allen anderen etablierten Parteien so männerfreundlich auszurichten beginnt.



3. Das Blog Schindluder beleuchtet mit gewohntem Sarkasmus ein geplantes männerfreies Festival in Schweden.



4. "Ohne Frauen in der Wirtschaft läuft nichts" verkündet Wirtschaftsministerin Zypries. Hadmut Danisch kommentiert.



5. Die neue Bremer Frauenbeauftragte wird von der "taz" gefragt, ob Frauenquoten nicht genau jene "binäre Geschlechterkonstruktion" verstärkten, die "akademisch informierte Genderdiskurse überwinden wollen." Die Antwort der Frauenbeauftragten lautet:

Das ist ein total spannender Punkt. Den müssen wir auch diskutieren. Ich sehe da durchaus ein Dilemma: Denn die Binarität steht der Ausdifferenzierung der Geschlechter entgegen. Wenn man allerdings politisch erfolgreich sein möchte, wenn man Maßnahmen, die Wirkung zeitigen, durchsetzen will, braucht es eine Zuspitzung. (..) Wenn politische Kommunikation erfolgreich sein will, muss sie auch für Menschen verständlich sein, die keine GenderexpertInnen sind. Im politischen Diskurs Geschlechterbinarität ganz aufzulösen, halte ich für gefährlich: Wenn wir eine Statistik führen, brauchen wir das Mann/Frau-Verhältnis, um aufzuzeigen, wo Ungerechtigkeiten im System, in den Strukturen sitzen. Klar kann man Statistiken ausdifferenzieren, aber dann steigt Max Mustermann beim Lesen aus.


Ein Leser, der mich auf diesen Artikel aufmerksam machte, sieht hier

einen zweigeteilten Genderismus mit teils offener und teils versteckter Agenda. Vornerum wird erst mal "Gender light" fürs nichtakademische dumme Volk propagiert (nicht zuletzt, um die Diskurshegemonie nicht durch extrem Positionen zu verlieren). Hintenrum soll jedoch nach und nach das komplette Programm implementiert werden.




6. Amerikanische Universitäten widersetzen sich der Vorgabe von Trumps Erziehungsministerin, wieder faire Prozesse nach Beschuldigungen sexueller Übergriffe einzuführen. Das Wall Street Journal berichtet:

Higher education embraced the Obama-era directive, creating a system that routinely violated due-process and free-speech rights. Mrs. DeVos’s guidance and its accompanying Q&A seek to end some of these abuses, directing universities to avoid gender bias, weigh evidence fairly, and afford the same rights and opportunities to the accuser and accused, among other basic equity provisions. It’s revealing that several campuses have responded with animus. But administrators don’t get to pick and choose which Department of Education guidance to follow, and schools in violation could lose federal funding or face Office of Civil Rights scrutiny.

Montag, Oktober 09, 2017

Katalonien soll zur feministischen Republik werden – News vom 9. Oktober 2017

1. USA Today, eine der meistgelesenen Tageszeitungen der USA, berichtet über aktuelle Entwicklungen in Spanien:

"This referendum, and the possible independence of Catalonia, is a chance to break away from the status quo," said Marta, an engineering student. "In that sense, it’s a chance to break away from the patriarchal repression we’ve always known."

"If women are part of this reconstruction of a state, we can achieve more egalitarian change," added Laura, an organizer at her neighborhood’s feminist collective. "We’re not saying Catalonia is better than Spain. This is an opportunity to change things. And what happens here will reverberate throughout Spain."

Spain’s crackdown on the northeastern region's Oct. 1 referendum — in which at least 844 people were injured by baton-wielding and rubber bullet-firing Spanish police, as well as reports of sexual assault by these same security forces — has only confirmed what Marta, Laura and the throngs of young Catalans clamoring for independence already believed: that the current ruling order from Madrid is steeped in patriarchal violence.

That’s why they want to build a feminist republic.

Spearheading this drive for a free and feminist Catalan state is the Candidatura d’Unitat Popular (Popular Unity Candidacy), or CUP — an extreme left, separatist party reviled by Spanish unionists and often viewed wearily by more moderate Catalans.

The CUP has seen a meteoric rise to power over the last decade, from grass-roots activism to securing 10 Catalan Parliament seats in 2015. It vows to build a "socialist, feminist and ecologically sustainable Catalan republic."

(...) "The Spanish state and all of its institutions are patriarchal, and they’re founded on the basis that men are positioned above women. And clearly, their security forces adopt that patriarchal mentality," said the CUP’s Clara Sanchez. "In a situation like (the referendum), where the Spanish state isn’t upholding human rights and its security forces are infringing on those rights, women are most vulnerable to aggression."

Patriarchy-fueled language far predates the referendum, however. In August, the CUP unveiled its final separatist campaign posters featuring an ostensibly working-class Catalan woman sweeping away overwhelmingly male representatives of Spanish power — church, crown and capitalist pursuit — with a broom, accompanied by the text, "Let’s sweep them away."

Last week, CUP lawmaker in Catalan Parliament Mireia Boya called Spanish Prime Minister Mariano Rajoy an "abuser" (the term inescapably carrying domestic violence connotations) who "wants to give us a beating."

(...) Independence, then, is a chance to start anew, free of an abusive relationship. "We’re not going to magically have a feminist republic by leaving Spain," said Laia Estrada, a CUP city councilmember in Tarragona, about 50 miles down the coast from Barcelona. "But here in Catalonia, we can work toward feminism; we can fight for it."

She defines a feminist republic as one "in which we put all of our efforts into ending the socialization of gender, where we share the workload, both productive and reproductive and redistribute wealth."

The sexual division of labor, where women are relegated to home and child care without any kind of remuneration, is one of the central issues facing Catalonia and Spain, she said.

The CUP’s feminism is intrinsically tied to its socialism. "We live in a patriarchal, capitalist system in which the accumulation of capital is at the heart of everything," said Sanchez. "The goal of feminism is to make life and people’s well-being the center of all policy."


In den deutschsprachigen Leitmedien konnte ich nichts über diese Bestrebungen finden. Man braucht inzwischen die amerikanische Presse, um darüber informiert zu sein.



2. In einem phantasievollen Artikel verknüpfen die Genderforscherinnen Michelle Lanwer und Franziska Schutzbach Pick-up-Artists, Männerrechtler, Rechtsnationale und Massenmörder.



3. Das männerpolitische Blog Toy Soldiers beschäftigt sich heute mit einem Interview, das die Filmemacherin Cassie Jaye mit dem männerfeindlichen Demagogen Michael Kimmel führte.

Sonntag, Oktober 08, 2017

Bayerische Staatszeitung fordert: Neue Regierung sollte Diskriminierung von Vätern beseitigen – News vom 8. Oktober 2017

1. Lange Jahre war es in unseren Medien mucksmäuschenstill, was die Benachteiligung von Männern in unserer Gesellschaft angeht. Momentan jedoch hat man den Eindruck, dass alle paar Tage ein neuer Artikel darüber hochpoppt. Aktuell fordert die Bayerische Staatszeitung "alle Parteien" auf, "mit dieser massiven Diskriminierung – betroffen sind vor allem Männer – aufzuräumen." Gemeint ist die Benachteiligung von Trennungsvätern.

Der Artikel stellt einen Väterrechtler vor, der das sogenannte "Wechselmodell" bewirbt (gemeinsame Betreuung der Kinder auch nach elterlicher Trennung). Die Bayerische Staatszeitung berichtet aber auch über die Beharrungskräfte des Establishments, was neue Wege betrifft:

Politischer Widerstand ist indes sicher. Bisher waren es vor allem CSU-Politiker, die sich Reformen des Familienrechts widersetzten. Auch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller gilt in dieser Frage als nicht besonders innovativ. Und auch in der Unions-Bundestagsfraktion überwiegt die Skepsis. Man halte nichts von "staatlichen Anordnungen, insbesondere gegen den absoluten Willen eines Elternteils", so Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher. Beim Wechselmodell sei die "Einzelfallprüfung unabdingbar". Voraussetzung sei „eine bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern“. Die Union glaube nicht, "dass der Gesetzgeber ein einheitliches Leitbild vorgeben kann". Die Grünen wiederum wollen sich zu dem heiklen Thema erst gar nicht äußern. Eine BSZ-Anfrage an Franziska Brantner, die familienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, blieb unbeantwortet.




2. Ludger Pütz ("Max Kuckucksvater") lädt zum 6. Kuckuckstreffen am 14. Oktober in Frankfurt am Main ein.



3. Aus Australien berichtet Miranda Devine über den neuesten erschreckenden Fall von Antifeminismus, wonach die Täterin aber sofort gehörig zusammengestaucht wurde:

When young Sydney mother Maddie asked her closed Facebook group of 26,186 mothers for some tasty alternatives to sandwiches for her husband’s lunches, she wasn’t expecting the backlash.

"I would love to hear what other mums make their hubbies for lunch and snacks throughout the work day," she posted on Tuesday. "We are getting over sandwiches."

You would think she’d asked for a hemlock recipe, judging by the torrent of scolding which erupted.

She was nothing but a "slave" and a "1950s housewife". She was "weird" and no one in their right mind or a "pink fit" would do something so demeaning as make their husband lunch. Let alone snacks.

(...) "Stuff that, hubby is a grown man. I already do his laundry and keep his children alive."

(...) "He’s lucky if I decide to make dinner some nights".

"I was married for twenty years and my favourite packed lunch for my husband was called a Get it Yourself with a side order of I’m not your mother."

(...) Leader of the attack pack was Polly Dunning, daughter of professional feminist Jane Caro, and mother of a toddler about whom she infamously wrote last year, recounting her horror at finding out she was pregnant with a boy: "I felt sick at the thought of something male growing inside me."

(...) On Wednesday, Maddie, 22, switched off comments, but not before page administrators deleted the nastiest.

"I’m actually so devastated about some of these comments," wrote Maddie. She and her husband are saving up to buy their first home and, "he works in an extremely physically demanding job, he does housework, he cooks dinner every second night... He gets up in the middle of the night with our Bub. He is a champion. The least I can do is make him a bloody sandwich. I love my man, he deserves to eat lunch and we can’t afford to eat out."


Im feministischen Zeitalter allerdings wird eine solche Entscheidung von vielen Frauen als Kriegserklärung interpretiert.

Hier findet man den vollständigen Artikel.



4. In unserer lockeren Reihe über die Männerrechtsdebatte in "exotischen" Ländern dieser Erde werfen wir heute den Blick in die Karibik: nach Antigua.

Ebenfalls erwähnenswert: In Uruguay werden Mörder weniger schwer bestraft, wenn sie nur einen Mann umgebracht haben. Das ist in der Tendenz zwar auch außerhalb Uruguays der Fall, aber dort wurde es in ein Gesetz gegossen.



5. Die Post. Dr. Bruno Köhler, Zweiter Vorsitzender der geschlechterpolitischen NGO MANNdat, schreibt mir zu der Netzwerktagung der Heinrich Böll-Stiftung, auf der diskutiert werden soll, ob man dort auch mit Leuten sprechen darf, die sich ernsthaft für Jungen und Männer engagieren, oder ob das nicht besser ein Tabu bleibt:

Lieber Arne,

du weist in Genderama auf eine Veranstaltung des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel "Werkstatt Männlichkeiten in Politik, Praxis und Forschung" hin, wobei laut Ankündigung auch ein Workshop “Dialog mit Männerrechtlern - Tabu? Möglich? Oder notwendig?" durchgeführt werden soll.

Noch vor Kurzem hat die Heinrich-Böll-Stiftung mit ihrer "Dissidentenliste" erfolgreich Furore gemacht, indem sie Feminismuskritiker neben politisch rechten Personen auf einen Internetpranger stellte. Prompt attackierten sogenannte „Qualitätsmedien“ mit rein persönlichen Angriffen Feminismuskritiker, wie z.B. dich selbst (Genderama) oder Hannes Hausbichler (österreichische Männerpartei).

Ein Paradigmenwechsel? Wenn man auf den Namen des Mediators für eben diesen genannten Workshop schaut, sieht man tatsächlich gerade nicht die Namen der üblichen Dialogausgrenzertruppe der Kempers, Gesterkamps oder Rosenbrocks, sondern Volker Handke, der zumindest in einem Text aus dem Jahr 2010 eine Offenheit zu dem Thema zeigt, wie sie den genannten "Experten" völlig fremd sind. Dieser Workshop scheint also durchaus sehr interessant zu sein.

Man sollte aber wissen, dass dort Leute, die Kritik an Feminismus äußern, nicht sehr willkommen snd. Wir und andere haben da sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Und schaut man sich die gesamte Veranstaltung an, finden wir unter den "Fachleuten" der Veranstaltung doch wieder Namen wie Thomas "Cordon sanitaire" Gesterkamp (sogar mehrfach), die quasi die Personifizierung des Antidialogs darstellen.

Wer sich aber nicht daran stört, eventuell wie ein Aussätziger behandelt zu werden, für den ist zumindest der Handke-Workshop sicher sehr interessant.

Freitag, Oktober 06, 2017

Häusliche Gewalt: "Er muss vor Gericht, sie nicht" – News vom 6. Oktober 2017

1. Im Merkur schildert Leah Stefan, wie es heutzutage abläuft, wenn ein Fall häuslicher Gewalt vor Gericht landet:

Die Freundin, sichtlich erbost über das Fernbleiben ihres Partners, bat ihn, die Wohnung umgehend wieder zu verlassen. Das hatte der Mann auch vor, jedoch nicht, ohne vorher Lebensmittel und Kleidung einzupacken. Beides hatte die slowakische Arzthelferin laut ihrer Aussage aber von ihrem Geld bezahlt. Deshalb wurde sie handgreiflich, schlug ihren Freund mit der Faust in den Rücken und trat ihm ins Bein. So kam es quer durch die Wohnung zu einem Gerangel, bei dem die Frau ihrem Mann seine Halskette abriss, wobei er sich Blessuren am Hals zuzog. Das ließ dieser sich nicht gefallen, und schlug daraufhin mit der flachen Hand drei Mal in das Gesicht seiner Partnerin. Anklage: vorsätzliche Körperverletzung.

(...) "Ich will kein Schmerzensgeld, es soll ihm einfach eine Lehre sein, damit er es nicht mehr macht", so die Geschädigte.

(...) Strafmildernd wirkte sich die Einsicht und Reue des Slowaken aus. (...) Der Angeklagte nutze das letzte Wort, um sich zu entschuldigen: "Und Ich hoffe, dass mein Temperament zukünftig nicht mehr mit mir durchgeht."




2. In Berlin Kreuzberg wird diskutiert, den Mariannenplatz in einen Rio-Reiser-Platz umzubenennen. Bernd Mathies berichtet im Berliner Tagesspiegel:

Der Hofsänger der Hausbesetzer gegen die Preußenprinzessin – das ist im Bezirk mit der Rudi-Dutschke-Straße an sich ein Selbstläufer, wäre da nicht der kleine Unterschied, dass er ein Mann war und sie eine Frau, was mit der strikten Kreuzberger Frauenquote der Straßenbeschilderung kollidiert wie ein Schneeball mit einer Supernova. Aber kein Ding, meinen die Antragsteller, Rio Reiser sei schließlich homosexuell gewesen und könne damit als Vorkämpfer für Schwulenrechte gelten, was eine Ausnahme rechtfertige.




3. Am 7. November findet in Hannover eine geschlechterpolitisch erwähnenswerte Veranstaltung statt: Krank sein – darf ich das? Männer als Zielgruppen und Akteure in der gesundheitlichen Versorgung.



4. Beim feministisch geprägten AV Club, einer Website zu Popkultur und Entertainment, ist man entsetzt, dass der Titel des neuen Albums der Popband Maroon 5 einem Slogan der Männerrechtler ähnelt:

Maroon 5 announced a new album yesterday, and while that would normally be cause for celebration among people who like largely inoffensive pop rock, this album announcement left people a little confused about the band’s intentions. That’s because the new album is called "Red Pill Blues", which seems like a reference to an online community of lonely misogynists who have convinced themselves that feminism is destroying humanity and that they’re oppressed by women and beta males. The term "red pill" originated in The Matrix, but it has recently been co-opted by Men’s Rights Activists to mean that they’ve "woken up" to the "truth" that women are evil, that it’s feminism’s fault that nobody likes them, and that fedoras are actually super cool and stylish.

Donnerstag, Oktober 05, 2017

MDR: "Die Politik muss männlicher werden" – News vom 5. Oktober 2017

1. In einem Interview mit dem MDR, veröffentlicht als Podcast unter dem Titel "Die Politik muss männlicher werden", legt der linke Männerrechtler Ralf Bönt seine Auffassung dar, dass Parteien, die sich nur auf die Anliegen eines Geschlechts konzentrieren, viele Wähler verlieren – was ja auch die letzte Bundestagswahl gezeigt habe. Bönt empfiehlt in diesem Zusammenhang die Männerpolitik der FDP.

Das Interview entstand infolge eines gestern in der "Welt" veröffentlichten Artikels Bönts ("Das Votum der Männer"), den leider nur Abonnenten online lesen können. Die zentrale These des Beitrags steht bereits in seinem ersten Absatz (in der gedruckten Fassung):

Der Urnengang am 24. September war auch eine Genderwahl: Die beiden Sieger FDP und AfD wurden besonders von Männern gewählt. Diese kehrten der Merkel-CDU und der feministischen SPD den Rücken.


Angela Merkel, argumentiert Bönt, wiederhole das Schicksal Clintons, die eine Niederlage gegen Donald Trump erlitten habe. Davon konnte die SPD indes nicht profitieren:

Statt unterstützende Worte und Taten in Zeiten der Neugestaltung von Familie und Arbeit auch für Männer zu finden, warf sich die SPD mit alter Herrlichkeit und erfolglos den Frauen zu Füßen. Zukunftsängstliche, unaufgeklärte Männer gingen zur AfD. Und aufgeklärte und gebildete? Die gingen zur FDP.


Die FDP, so Bönt, habe männliche Wähler unter anderem mit dem Wechselmodell gewinnen können sowie mit einer erfolgreichen Klage gegen die einseitige Frauenförderng von Rot-Grün.

Dann verzeichnete man die Gründung einer Gruppe liberaler Männer, die, man höre und staune, eine Quote in den Erziehungsberufen will. Die Gelben haben sich auch als Einzige der Männergesundheit angenommen, während die SPD mit traumwandlerischer Sicherheit alles tat, um progressive Männer vor den Kopf zu stoßen: Rechtssicherheit bei der Beschneidung von Jungen durch Frank-Walter Steinmeier, Führerscheinentzug für säumige entsorgte Väter durch Sigmar Gabriel, eine offen männerfeindliche Familienministerin Schwesig und schließlich ein skandalöser, geradezu menschenverachtender Gesetzentwurf zur Scheinvaterschaft von Heiko Maas.


Bönt erinnert auch daran, dass die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung "beinahe jeden Publizisten mit dem Vorwurf des rechten Außenseitertums" verfolgte, "der sich mit Männlichkeit, Sterberaten und Vaterschaft beschäftigte". Vor diesem Hintergrund habe eine "in der Wahlwoche plötzlich aufgetakelte Initiative der SPD für geschiedene Väter (...) nur müdes Gelächter" erzeugt. Offenkundig gebe es inzwischen einen neuen Klassenkampf mit völlig neuen Lagern: "Während man als Reaktion auf die AfD-Wähler schon mal den Vorschlag hörte, das Männerwahlrecht abzuschaffen (spaßhaft, schon klar), avanciert The Red Pill, die filmische Dokumentation der amerikanischen Männerbewegung unter der Hand zu einem Welterfolg."

Der Artikel schließt mit einigen Zeilen der Redaktion zum persönlichen Hintergrund seines Verfassers:

Der Autor ist Schriftsteller und war lange SPD-Mitglied. Er hatte Martin Schulz zur Kandidatur gratuliert und darauf hingewiesen, dass es Themen der Männer gibt, die nur FDP und AfD besetzen. Schulz antwortete persönlich und unterschrieb mit "Deine Martin". Der Autor hat die SPD nicht gewählt und ist zum 1. Oktober ausgetreten.




2. In dem Artikel "Ich bin der ostdeutsche Mann", veröffentlicht in der Berliner Zeitung, schildert Jochen-Martin Gutsch, wie sich die übliche Männerfeindlichkeit unserer Medien noch einmal potenziert, wenn man in den offenbar falschen Bundesländern lebt:

Bei der Bundestagswahl haben viele ostdeutsche Männer die AfD gewählt. Seitdem werden wir analysiert, befragt, beurteilt, verlacht. Wolf Biermann sagt im „Spiegel“: Wir sind feige. Andere sagen: Wir sind abgehängt, frustriert, aggressiv, ungebildet, rassistisch, heimatlos, frauenlos. Gab es seit Gollum aus "Herr der Ringe" ein hässlicheres Wesen als den ostdeutschen Mann?


Hier geht es weiter.



3. Auf Heldentaten nach dem Massaker in Las Vegas reagiert Spiegel-Online mit einem erschreckend sexistischen Artikel, in dem einmal mehr nur Männer vorkommen und all die vielen Frauen, die sich schützend vor ihre Partner geworfen haben, unerwähnt bleiben. (Diese Frauen gibt es doch ganz bestimmt, oder?) Gefeiert werden stattdessen Macker wie diese:

Rod Ledbetter, ein 42 Jahre alter Armeeveteran, rettete wohl etlichen Menschen das Leben. Als die Schießerei begann, bewahrte er einen kühlen Kopf. Bevor die ersten Sanitäter eintrafen, verband er Wunden von Opfern mit Teilen eines T-Shirts und einer Jacke, er belud einen Lastwagen mit Verwundeten und schickte den Fahrer ins nächstgelegene Krankenhaus. "Ich wollte noch mehr Menschen helfen, aber es ging nicht. Da lagen überall Verletzte, es waren einfach zu viele", erzählt er.

Oder Jonathan Smith. Er soll etwa 30 Menschen aus dem Chaos herausgeführt haben, er packte sie, schrie ihnen Kommandos zu, bevor ihn eine Kugel am Hals traf. Er ging zu Fuß ins Krankenhaus, doch die Ärzte ließen das Geschoss stecken. "Es kann sein, dass ich diese Kugel für den Rest meines Lebens ertragen muss", sagte er der "Washington Post".

Oder Taylor Winston. Der Ex-Marine klaute in dem Chaos nach den Schüssen einen Pick-up-Truck am Rand der Konzertbühne, belud ihn mit so vielen Verletzten, wie er konnte und fuhr immer wieder zwischen dem Krankenhaus und dem Ort des Massakers hin und her. Am Tag danach gab er den Truck und die Schlüssel an den Besitzer zurück.

Oder Sonny Melton, ein gelernter Krankenpfleger aus Tennessee. Er versuchte, seine Frau Heather vor dem Kugelhagel zu schützen. Dann wurde er selbst erschossen. "Er packte mich und wollte mit mir fortlaufen, dann spürte ich, dass er im Rücken von einer Kugel getroffen wurde", erzählt sie einem Lokalsender. "Er war der liebenswerteste, beste Mensch, den ich je kennengelernt habe."


Margarete Stokowski, tu doch was! Kannst du bei Spiegel-Online nicht noch mal einen Artikel über "toxische Männlichkeit" schreiben oder irgendsowas?



4. In Israel wird die Debatte um die Beschneidung von Jungen wesentlich offener geführt als hierzulande (womöglich auch, weil man in eine innerjüdische Diskussion wesentlich schwerer mit der "Antisemitismus!"-Keule reinknüppeln kann, sobald jemand Menschenrechte sogar für Jungen fordert). "It's Time to Give Up Circumcision" fordert aktuell etwa der Historiker Yigal Ben-Nun in Israels Oppositionszeitung Haaretz. Ein Auszug:

The public battle being waged against female circumcision today has conferred moral legitimacy on outlawing male circumcision. In the enlightened world, more and more people are denouncing this injury done to babies. Can modern-day Judaism produce a rabbinic council wise enough and attentive enough to the zeitgeist to dare to issue a halakhic ruling that will replace the covenant of circumcision with an ethical covenant?

(...) In my view, Judaism can survive in the post-ethnic world only if its rabbis give up the ceremony of cutting off babies’ foreskins of their own initiative, just like in the past, our sages replaced animal sacrifices with communal prayer. There’s no reason why the Jewish religion shouldn’t return to being enlightened and sensitive to the changing times.


(Zur Antisemitismuskeule ist übrigens gerade dieser Tage ein neues Buch erschienen.)



5. Die Post. Kevin Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der Liberalen Männer in der FDP und Mit-Herausgeber des Online-Magazins Cuncti, schreibt mir zu dem Artikel über die neue Gleichstellungsbeauftragte Dr. Sophie Ollbrich im schleswig-holsteinischen Landkreis Stormarn:

In dem Artikel heißt es „Die neue Gleichstellungsbeauftragte hat erkannt, dass sie keine Frauenbeauftragte ist“

Das ist falsch und auch dreist. Das Schleswig-Holsteinische Gleichstellungsgesetz definiert die Gleichstellungsbeauftragte eindeutig als Frauenbeauftragte, die nur eine Frau sein kann und nur von Frauen vorgeschlagen werden darf. Sie hat keinerlei Recht, irgendwelche Männer zu vertreten.

Dem liegt ein generelles Missverständnis zugrunde. Es ist zunächst die Stadt, die für die Gleichstellung von Männern UND Frauen zuständig ist. Die sogenannte Gleichstellungsbeauftragte nimmt dort ihren Platz ein, wo das mit Frauen zu tun hat. Sie ist also nur für einen gewissen Teil der Gleichstellung zuständig, keinesfalls für alles. Um den Rest (also Männer) hat sich die Stadt zu kümmern. Es ist nicht okay, den ganzen Bereich an die Gleichstellungsbeauftragte zu delegieren, wenn diese für die Hälfte der Bevölkerung keine Legitimation hat.

Dasselbe gilt für alle Stellen im öffentlichen Dienst: Frauen dürfen jenseits des Dienstweges zur Frauenbeauftragten gehen. Männer gehen zum Vorgesetzten oder zum Betriebsrat in Einhaltung der üblichen Dienstwege. Die Gleichstellungsbeauftragte ist für Männer nicht zuständig. Das Gesetz gibt das nicht her. Wenn die Gleichstellungsbeauftragte auch für Männer was zu sagen haben will: Bitte erst die Gesetze ändern, statt Männern eine Vertretung vorzutäuschen, die faktisch nicht existiert.

Ich weiß nicht, warum Männer da immer gleich in die Hände klatschen. Man stelle sich das mal umgekehrt vor: ein Männerbeauftragter, der so gütig ist, sich auch für Frauen zuständig zu fühlen.

Übrigens lautet der Titel des entsprechenden Gesetzes "Gesetz zur Gleichstellung der Frauen im öffentlichen Dienst". Was Männer angeht wäre es zum Beispiel laut diesem Gesetz Aufgabe der Stadt, auch für sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Vermutlich soll das aber nicht primär den Männern dienen, sondern nur die Entlastung der Frauen ermöglichen.

Mittwoch, Oktober 04, 2017

Heinrich-Böll-Stiftung grübelt: Dialog mit Männerrechtlern möglich? – News vom 4. Oktober 2017

1. Kaum gibt es die deutsche Männerrechtsbewegung etwas länger als 15 Jahre, kommt vielleicht doch noch Leben in die festgefahren wirkenden Fronten. So veranstaltet das feministische Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen von Freitag, dem 3., bis zum Samstag, dem 4. November in Berlin ein Netzwerktreffen mit dem Titel "Werkstatt Männlichkeiten in Politik, Praxis und Forschung". Zu diesem Treffen gehören laut seiner Ankündigung mehrere Workshops, darunter der folgende von Volker Handke:

Dialog mit Männerechtlern - Tabu? Möglich? Oder notwendig?

Diskutiert werden soll ob, mit wem und inwieweit ein solcher Dialog möglich ist. Gefragt werden soll, ob und welche unverzichtbaren roten Linien in der Geschlechterpolitik existieren und ob es männerpolitische Felder mit gemeinsamen Positionen gibt, für die sich strategische Kooperationen zur gemeinsamen politischen Durchsetzung anbieten. Der Workshop ist für alle Menschen offen, die an einer freien Diskussion der Fragestellung interessiert sind. Bei entsprechenden Diskussionsergebnissen und Interesse ist als follow up des Workshops die gemeinsame Entwicklung entsprechender Dialoge denkbar.


Meine persönliche Haltung ist in dieser wie in vielen anderen Fragen liberal: Grundsätzlich stehe ich für einen solchen Dialog gerne zur Verfügung, solange mein Gesprächspartner nicht jemand ist, der mich zuvor als Rechtsradikalen oder Frauenfeind verleumdet hatte. Ich bin aber auch nicht unleidlich, wenn das feministische Lager erst noch ein paar weitere Jahre Zeit benötigt, bevor man sich dort zu einem Dialog durchringen kann.

Wie sich Volker Handke in dieser Frage positioniert, verdeutlicht recht gut dieser Text aus dem Jahr 2010.



2. Die Managerin Katharina Borchert befindet im Interview mit der "Zeit":

Oft klingen Gleichberechtigungsdiskussionen so: Wir nehmen den Männern etwas weg und geben das den Frauen, weil das moralisch richtig ist. Aber das ist der falsche Ansatz. Was in Deutschland fehlt, ist die Vision einer gerechteren, aber auch produktiveren Welt. Wir müssen den Menschen, also vor allem den Männern, klarmachen, dass wir ihnen nichts wegnehmen mit der Gleichberechtigung, sondern dass alle davon profitieren.


Nun ja, "klar gemacht" wurde das den Männern ja schon in den sechziger und siebziger Jahren von Feministinnen wie Gloria Steinem. Das Problem war nur, dass dieses Versprechen nie gehalten wurde, sondern dass viele Feministinnen heutzutage Männer und Jungen sogar verhöhnen, wenn diese durch feministische Politik Verluste erleiden. Borchert denkt hier wie eine Politikerin: Unser Ansatz ist richtig, und wenn uns die doofen Wähler trotzdem abwählen, dann nur, weil wir noch nicht gründlich genug erklärt haben, wie richtig unser Ansatz ist. Das eigentliche Ziel sollte doch sein, eine Geschlechterpolitik zu entwickeln, von der Männer tatsächlich mehr profitieren als bisher. Diese Vision einer gerechteren Welt fehlt unserer Gesellschaft wirklich noch.



3. Immer mehr Transsexuelle wollen zu ihrem ursprünglichen Geschlecht zurückkehren, berichtet ein Chirurg, aber darüber zu sprechen sei ein politisch inkorrektes Tabu.

Dienstag, Oktober 03, 2017

Viel Lob für neue Gleichstellungsbeauftragte – News vom 3. Oktober 2017

1. Heute beginnen wir mit einem Blick in die norddeutsche Provinz, nämlich den schleswig-holsteinischen Landkreis Stormarn, der an Hamburg grenzt. Dort gibt es viel Lob für die neue Gleichstellungsbeauftragte Dr. Sophie Ollbrich – offenbar weil sie genau das tut, wofür Monika Ebeling in Goslar vor einigen Jahren noch öffentlich gesteinigt und aus dem Amt geprügelt wurde. Angemessen könnte ich den Artikel eigentlich nur im Volltext zitieren; lesen Sie ihn daher bitte im verlinkten Original. Dasselbe gilt für die folgenden beiden Artikel.



2. Auf "Xing" ist gestern ein Gastbeitrag von Ludger Pütz erschienen: "Kuckucksmütter können Verantwortung tragen". Der Beitrag kann auf "Xing" kommentiert und diskutiert werden.



3. "Linke Parteien haben ein Problem mit Frauen" konstatiert Claudia Blumer im Schweizer Tages-Anzeiger. "Grund dafür ist das Dilemma des linken Mannes."



4. Jede Falschbeschuldigung sexueller Gewalt ist entsetzlich, aber heuzutage kann man sich wohl nur über die vergleichsweise wenigen Fälle freuen, bei denen die Täterin wenigstens zur Rechenschaft gezogen wird: Eine Kanadierin wurde jetzt zu 24.000 Dollar Schmerzensgeld verurteilt.



5. Das Magazin "The Atlantic" beschäftigt sich mit der sogenannten Jungenkrise mit einem ungewohnten Schwerpunkt, nämlich mit Blick auf den Nahen Osten. Ein Auszug:

At the University of Jordan, the country’s largest university, women outnumber men by a ratio of two to one — and earn higher grades in math, engineering, computer-information systems, and a range of other subjects.

(...) It’s part of a pattern that is creeping across the globe: Wherever girls have access to school, they seem to eventually do better than boys. In 2015, teenage girls outperformed boys on a sophisticated reading test in 69 countries — every place in which the test was administered. In America, girls are more likely to take Advanced Placement tests, to graduate from high school, and to go to college, and women continue their education over a year longer than men. These are all glaring disparities in a world that values higher-order skills more than ever before. Natasha Ridge, the executive director of the Sheikh Saud bin Saqr Al Qasimi Foundation for Policy Research in the United Arab Emirates, has studied gender and education around the world. In the United Kingdom and the United States, Ridge believes she can draw a dotted line between the failure of boys to thrive in school and votes for Brexit and for Donald Trump. Disengaged boys grow up to become disillusioned men, Ridge says, left out of the progress they see around them.

(...) And the implications are universally terrible. All over the world, poorly educated men are more likely to be unemployed, to have physical- and mental-health problems, to commit acts of violence against their families, and to go to prison. They are less likely to marry but quite likely to father children.

(...) Boys also reported worse relationships with their male teachers. Only 40 percent of male students interviewed said they believed their teachers cared about how well they did in school—compared with 74 percent of girls. These results are bolstered by another recent USAID-funded study, which has not been made public but was shared with The Atlantic by RTI International, which helped conduct the research: Teams of education experts observed different classrooms around the country and found that male teachers in all-boys schools were more likely to belittle or punish students for getting the wrong answer. And boys were much more likely than girls to complain about their male teachers’ tendencies to beat students and shout at them.

Meanwhile, in the larger, 2014 study, male teachers were three times as likely as female teachers to say they were dissatisfied with teaching. Teachers do not earn a lot of money in Jordan, but men are still expected to be the primary breadwinners in families. So male teachers are more likely to work second or third jobs as tutors or even taxi drivers in order to augment their small salaries. One Jordanian student told me about a male biology teacher he’d had who was so exhausted by his two other jobs that he used to close the blinds in first period and go to sleep.




6. Den Tod des "Playboy"-Begründers Hugh Hefner dient in einem Interview mit der Professorin für Geistes- und Medienwissenschaft Camille Paglia als Aufhänger, um über die Situation der Geschlechter und den Einfluss des Feminismus auf die Sexualität zu sprechen. Ein Auszug:

Camille Paglia: The unhappy truth is that the more the sexes have blended, the less each sex is interested in the other. So we're now in a period of sexual boredom and inertia, complaint and dissatisfaction, which is one of the main reasons young men have gone over to pornography. Porn has become a necessary escape by the sexual imagination from the banality of our everyday lives, where the sexes are now routinely mixed in the workplace.

With the sexes so bored with each other, all that's left are these feminist witch-hunts. That's where the energy is! And meanwhile, men are shrinking. I see men turning away from women and simply being content with the world of fantasy because women have become too thin-skinned, resentful and high-maintenance. (...)

Hollywood Reporter: Gloria Steinem has said that what Playboy doesn't know about women could fill a book. What do you think about that?

Camille Paglia: What Playboy doesn't know about well-educated, upper-middle-class women with bitter grievances against men could fill a book! I don't regard Gloria Steinem as an expert on any of the human appetites, sexuality being only one of them. Interviews with Steinem were documenting from the start how her refrigerator contained nothing but two bottles of carbonated water. Steinem's philosophy of life is extremely limited by her own childhood experiences. She came out of an admittedly unstable family background. I'm so tired of that animus of hers against men, which she's been cranking out now for decade after decade. I come from a completely different Italian-American background — very food-centric and appetite-centric. Steinem, with that fulsomely genteel WASP persona of hers, represents an attitude of malice and vindictiveness toward men that has not proved to be in the best interest of young women today.

Hollywood Reporter: So would you say that her other comment — that women reading Playboy feels a little like a Jew reading a Nazi manual — is just an expression of her animus toward men?

Camille Paglia: Oh Lord, how many times is Gloria Steinem going to play the Nazi card? What she said about me in the 1990s was: "Her calling herself a feminist is sort of like a Nazi saying he's not anti-Semitic." That's the simplistic level of Steinem's thinking!

Gloria Steinem, Susan Faludi, all of those relentlessly ideological feminists are people who have wandered away from traditional religion and made a certain rabid type of feminist rhetoric their religion. And their fanaticism has poisoned the public image of feminism and driven ordinary, mainstream citizens away from feminism. It's outrageous.

(...) The sizzle of sex seems gone. What Hefner's death forces us to recognize is that there is very little glamour and certainly no mystery or intrigue left to sex for most young people. Which means young women do not know how to become women. And sex has become just another physical urge that can be satisfied like putting coins into a Coke machine.

This may be one reason for the ferocious pressure by so many current feminists to reinforce the Stalinist mechanisms, the pernicious PC rules that have invaded colleges everywhere. Feminists want supervision and surveillance of dating life on campus to punish men if something goes wrong and the girl doesn't like what happened. I am very concerned that what young women are saying through this strident feminist rhetoric is that they feel incapable of conducting independent sex lives. They require adult intrusion and supervision and penalizing of men who go astray. But if feminism means anything, it should be encouraging young women to take control of every aspect of their sex lives, including their own impulses, conflicts and disappointments. That's what's tragic about all this. Young women don't seem to realize that in demanding adult inquiry into and adjudication of their sex lives, they are forfeiting their own freedom and agency. (...)

Hollywood Reporter: There is a big push/pull happening in the entertainment industry about female voices and representation around directors in Hollywood. Surely there's nothing wrong with that, right, in your opinion?

Camille Paglia: All this constant complaining by women in Hollywood, I really don't understand it. I'm disturbed by women acting as if the world owes them opportunities, when there are so many hugely rich women stars in movies and music who should be using their millions to fund the creation of production companies precisely for the kind of hiring that they want. All those wealthy performers with their multiple houses — how about selling one of them? And let them do whatever feminist projects they want and see if they can sell it to the general public.

Look at the way you had George Lucas and Steven Spielberg coming together when they had nothing — they were just young men with a dream, with a vision, and they made an enormously successful series of films with global impact. Look at how many young male billionaires dropped out of college, and you got the Apple computer and Facebook.

I blame women for their own lack of imagination. There was a period when there were so many really unique and memorable films by women. Lisa Cholodenko's High Art is an example. That's an amazing film. And what about Donna Deitch's Desert Hearts? A knock-out film with vivid characters and a wonderful sense of place. But I know how difficult it is to get the funding for films. It can be like a five-year process, and it saps people's creative energies. And it's kind of a double whammy — when women are able to produce movies that bring in big bucks on the international stage, that's when woman directors will get more chances. But women can certainly cut their teeth by making really important, low-budget films. I want to see them! Show us. Show us the quality of your mind and your work, okay? At a certain point, it's counterproductive when you're claiming that someone else always has to open doors for you.

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