Donnerstag, August 31, 2017

Professoren an Elite-Unis fordern von Studenten schockierende Dinge – News vom 31. August 2017

1. Mehrere US-amerikanische Medien, darunter das Wall Street Journal, berichten über eine Erklärung, die von 15 Professoren an Elite-Universitäten wie Princeton und Harvard unterschrieben wurde.

Ich werde eine Passage dieser Erklärung nicht wie sonst üblich im englischen Original zitieren, sondern sie ins Deutsche übersetzen. Denn ich halte sie für absolut bemerkenswert – nicht ihren Inhalt, sondern dass im Jahr 2017 der Wissenschaftsbereich an Elite-Unis so aussieht, dass derartige Selbstverständlichkeiten ausdrücklich eingefordert werden müssen:



An vielen Colleges und Universitäten schreckt das, was John Stuart Mill "die Tyrannei der öffentlichen Meinung" nannte, Studenten nicht nur davon ab, von der herrschenden Sicht auf moralische, politische und andere Fragen abzuweichen. Sie verführt sie auch zu der Annahme, dass die herrschende Sichtweise so offenkundig richtig ist, dass nur ein Fanatiker oder Spinner sie in Frage stellen könnte.

Weil niemand ein Fanatiker oder Spinner sein oder so gesehen werden möchte, besteht die einfache, faule Vorgehensweise darin, sich dem auf dem Campus herrschenden Glauben anzuschließen.

Tut das nicht. Denkt selbst.

Für sich selbst zu denken bedeutet, die herrschenden Vorstellungen selbst dann in Frage zu stellen, wenn andere darauf bestehen, dass sie als unbestreitbar behandelt werden sollten. Es bedeutet, sich nicht deshalb für eine Sichtweise zu entscheiden, weil man sich den aktuellen Modemeinungen anpasst, sondern indem man sich die Mühe macht, die stärksten Argumente beider oder aller Seiten eines Problems zu erfahren und ehrlich zu untersuchen – einschließlich der Argumente für Positionen, die andere verunglimpfen und stigmatisieren möchten, sowie gegen Positionen, die andere gegen eine kritische Überprüfung immunisieren möchten.




"Denkt selbst" – eine Forderung nicht aus dem Jahr 1789, sondern aus dem Jahr 2017. An amerikanischen Elite-Unis. Wo der politisch korrekte Meinungsdruck inzwischen so stark ist, dass es Anstrengung und Mut erfordert, eigene Gedanken zu formulieren und sie öffentlich zu äußern.

"Einschließlich der Argumente für Positionen, die andere verunglimpfen und stigmatisieren möchten, sowie gegen Positionen, die andere gegen eine kritische Überprüfung immunisieren möchten" – mit anderen Worten: Maskulismus und Feminismuskritik sind nicht bäh, auch wenn die Ideologen noch so sehr darauf bestehen, dass man auf diese Art einfach nicht denken darf.

Wie Genderama häufig berichtete, waren auch Männerrechtler immer wieder von dem Meinungsdruck betroffen, der die zitierte Erklärung nötig machte. Da wir ohnehin im unterdrückerischen Patriarchat lebten, so hieß es, seien Einrichtungen für Männeranliegen oder männerpolitische, gar feminismuskritische Vorträge und Veranstaltungen "nicht hinzunehmen" und wurden unterbunden, sabotiert und niedergebrüllt.



2. Wenn Menschen mit abweichenden Meinungen als Fanatiker oder Spinner stigmatisiert werden, sind wir natürlich schnell wieder bei der Frankfurter Allgemeinen. Der Politikwissenschaftler Michael Klein untersucht mit dem Werkzeugkasten der qualitativen Sozialforschung, was hinter den Attacken Sebastian Eders auf mich stecken könnte.



3. Ironischerweise berichtet dieselbe FAZ heute über Dinge, die ich schon Jahre zuvor in meinem Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" angesprochen hatte. So heißt es in der aktuellen Printausgabe der FAZ auf Seite 19 "Hartz-IV-Strafen treffen Männer viel öfter als Frauen".

In dem Artikel geht es um Arbeitslose, denen Jobcenter Leistungen kürzen, weil sie ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachkommen. Dabei zeigt sich, dass Männer – so wie in anderen Fällen – schwerer sanktioniert werden als Frauen: Der Anteil der Bestraften fällt für sie mit 4,2 Prozent gegenüber 2 Prozent bei den Frauen deutlich höher aus. Eine wissenschaftliche Erklärung für diesen Unterschied gebe es nicht.

In meinem vor drei Jahre erschienenen "Plädoyer" hatte ich über solche und ähnliche Diskriminierungen von Männern berichtet. Nachdem ich dargestellt hatte, wie sich derzeit ein Gehaltsgefälle und ein Jobabbau zu Lasten von Männern anbahnt, hatte ich hinzugefügt:

Noch delikater wird dieses Problemfeld dadurch, dass selbst bei der Zuteilung von Sozialleistungen Männer massiv diskriminiert werden: Jobcenter kürzen ihnen wegen angeblicher Verstöße gegen die Hartz-IV-Bestimmungen doppelt so häufig das Arbeitslosengeld II wie Frauen. Zu diesem Ergebnis gelangte eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Eine Erklärung für diese Diskriminierung haben die Autoren der Studie nicht.




4. Österreichs Presse berichtet über den Bau eines VinziDorfes, in das 24 alkoholkranke, obdachlose Männer einziehen sollen. Das mühselige Ringen um die Errichtung dieser Unterkunft hatte 15 Jahre gedauert.

Bei diesen Menschen ortet Pucher einen großen Versorgungsengpass in Wien: "Es heißt immer, es gebe Angebote, aber manchen Leuten könne man nicht helfen, weil sie freiwillig so leben wollen", sagt er, erinnert an die beiden Obdachlosen, die vorigen Winter in Wien bei einem Brand ums Leben gekommen sind. "Ein Skandal, so etwas darf es in so einem reichen Land nicht geben", sagt Pucher. "Es gibt Leute, die will keiner. Zu sagen, die wollen keine Hilfe, ist eine Schutzbehauptung."


Die Schutzbehauptung, Menschen seien an ihrem Schicksal selbst schuld, kommt in den unterschiedlichsten Fällen auf, sobald Mitglieder des männlichen Geschlechts betroffen sind – von der "Jungenkrise" bis zur schlechteren Gesundheit und kürzeren Lebenserwartung von Männern.



5. Dem Urteil eines Berliner Verwaltungsgerichts zufolge darf eine Schule die Aufnahme eines Schülers nicht deshalb ablehnen, weil er ein Junge ist.



6. Vor einigen Jahren wurde an der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York ein "Center for the Study of Men and Masculinities" gegründet. Schon damals fiel auf, dass es vor allem von radikalen Feministinnen betrieben wurde – jene Gruppe, die seit Jahrzehnten prägt, wie Männer in unserer Gesellschaft und vor allem im akademischen Bereich gesehen werden. Jetzt hat sich der Publizist und ehemalige Schwulenaktivist Bruce Bawer angeschaut, wie sich die "Männerstudien" in diesem Zentrum entwickelt haben:

Four years after its founding, I thought it might be worth checking in on Stony Brook’s men’s studies center. One glance at its website and I had a distinct impression that the whole thing has turned out just as foreseen: the first thing that greeted me was a slideshow of photos of Fonda, Steinem, a woman named Phumzile Mlambo-Ngcuka ("Executive Director of UN Women"), and, last but not least, Kimmel giving a TED talk entitled "Recruiting Men to the Cause of Gender Equality."

In sum, it is an ideological rather than a scholarly project.

The center has held several seminars, among them a talk about "the need for further regulation on pornography" in the European Union. It has sponsored a white paper, "Men as Allies in Preventing Violence against Women," in which Bob Pease lays down the law: men should take part in such violence prevention, but because of their "dominance and privilege and ... structural gender inequalities," they should play only "a supporting role ... under women’s leadership" rather than seeking to be "leaders or equal partners."

Pease makes another point: women deserve "women-only spaces," but men-only spaces are verboten, because excluding women "reinforces the notion of male authority" and men "need to learn how to communicate outside of traditional frames of masculinity and male sociality." (Pease, as it happens, is the author of a book called Recreating Men, which argues that men need to undergo fundamental change for the sake of women’s equality.)

The Men’s Center, in short, is not about understanding men’s psychological and emotional development and their personal and professional lives; it is about encouraging young men to feel guilty about being born male, to check their own natural male impulses and interests, to emulate (as best they can) the manners and mores of women, and to subordinate themselves, in all ways and all circumstances, to their female friends, relatives, and colleagues.

(...) Fortunately, there is an alternative to "Men’s Studies." In 2010, in reaction to its "denigration of maleness," as Rutgers anthropologist Lionel Tiger put it, several respected authors and scholars founded Male Studies, which seeks to study male identity from non-ideological perspectives. But such courses are still rare at American institutions of higher education, where they face hostility from feminist faculty and administrators.

Case in point: Professor Dennis Gouws, who for several years taught a "Men in Literature" course at tiny Springfield College in Massachusetts. Then the campus feminists stepped in. As Peter Wood wrote in the Weekly Standard in May 2016, Gouws was dragged before administrators and accused of creating a "hostile environment." His course was canceled, and he was placed on "Official Warning Status."

This is the fate, mind you, of a professor at an obscure college who dared to offer a single undergraduate course that addressed men on their own terms.

Meanwhile, at Stony Brook, where the men’s studies center is an entirely feminist-oriented operation, Michael Kimmel is a superstar, rubbing elbows with Jane Fonda and being cheered for talks in which he essentially apologizes for being male.




7. Die Post. Ein weiterer meiner Leser beschäftigt sich mit den Attacken in der Frankfurter Allgemeinen:

Der Wille, negativ zu berichten ist zu auffällig. Man kann nur hoffen, dass dadurch gerade die kritischen Leser stutzig werden und in eigener Recherche überprüfen, ob da wirklich jemand so verschroben ist, wie dargestellt.

Übrigens hat Eder die Studie von Carsten Wippermann offenbar nie gelesen, denn er hat die zitierte Frage eben nicht korrekt zitiert (Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran), sondern nur die en vogue gewordene Praxis intellektueller Faulheit praktiziert, wiederzugeben, was bei den Kollegen zu lesen war. Sonst hätte er auch die anderen Fragen gelesen und er hätte nicht einfach behaupten können, deine Positionen seien nicht mehrheitsfähig.

Dass die Aussage "Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran" natürlich vorgegeben war und die Interviewten selbst vermutlich wesentlich breitbandiger formuliert hätten, weiß jeder, der etwas von Studien versteht. Dass aber Journalisten sich exakt auf diese Aussage unter elf weiteren stürzen und sie anreichern ist schon interessant. Es zeigt, wie wenig wissenschaftsorientiert die Sichtung in den Redaktionen ausfällt. Man sucht nur das möglichst diametrale zur (eigenen) Mehrheitsposition heraus, um es als Beleg für reaktionäres Denken in die Manege zu führen. Dass die Zustimmungen zu den anderen Aussagen Zweifel an dieser harten Kernaussage aufkommen lassen, wäre Eder auch in den Sinn gekommen, wenn er sich die Mühe gemacht hätte, die Studie anzusehen.

Dass man sich daran aufhängt, ob ein Autor eine Freundin hat, anstatt die Amazon-Bewertungen der Leser und vor allem den Leserinnen unter den Sexratgebern anzusehen, zeugt von der gleichen Faulheit.

Leider reicht es mittlerweile sogar schon für einen Job bei der FAS, weder zitierte Studien zu lesen noch die Literatur des Interviewpartners, über den man herzieht. Was für ein Gefälle zu Rainer Meyer aus dem gleichen Haus!

Mittwoch, August 30, 2017

Reaktionen auf Sebastian Eders Hit Piece in der Frankfurter Allgemeinen

Nach den Diskreditierungsversuchen in der Frankfurter Allgemeinen habe ich von vielen Lesern Solidarität und Unterstützung der unterschiedlichsten Form erhalten. Dafür danke ich euch allen zunächst einmal ganz herzlich!

Ich habe gestern einen Großteil des Tages verwendet, um eure Mails zu beantworten. Viele von euch haben begriffen, dass ich nur derjenige bin, an dem das Klischee des Männerrechtlers zwischen viel zu sachlichem Nerd und viel zu polterndem Radikalen aufgehängt wird und dass diese Darstellung uns alle treffen soll. Wenn diese Strategie nicht beabsichtigt wäre, könnte mein privater Lebensstil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung herzlich egal sein. Kein Mensch glaubt an ein Masseninteresse von FAZ-Lesern an der Frage "Wie sieht der Alltag von Arne Hoffmann aus?" Hier dient das Private politischen Zielen.

Nachdem der FAZ-Artikel von Lucas Schoppe zerpflückt wurde, gib es darauf mehrere weitere erwähnenswerte Reaktionen.

Zunächst einmal findet man einen neuen Blogbeitrag auf "Geschlechterallerlei", der die Selbstgerechtigkeit und Intoleranz dieser Form von Journalismus behandelt und ihr die Meinungsvielfalt des Internets entgegenstellt.

In der Kommentarspalten unter diesem Beitrag und auch bei Lucas Schoppe wird inzwischen eine Passage zitiert, worin mein ebenfalls für den FAZ-Artikel interviewter Pub-Quiz-Kumpel Patrick seine eigenen Erfahrungen mit Sebastian Eders Praktiken schildert: kurz und lesenswert.

Drei der Briefe, die mich gestern erreicht haben, möchte ich stellvertrtetend für die anderen zitieren.

So schreibt mir ein Leser:

Sehr geehrter Herr Hoffmann, ach was: lieber Arne,

man könnte es sich leicht machen und diesen Artikel Eders kopfschüttelnd als weiteren Beleg dafür abtun, dass Leute aus dieser ideologischen Ecke den zahlreichen wohlbegründeten Anliegen von Männern argumentativ rein gar nichts entgegenzusetzen haben. Es wird ein Glas Jauche in das Fass mit Rotwein gekippt und siehe da: alles eklig, alles ungenießbar, weg damit. Eder legt auf diese sattsam bekannte Masche nur noch eine Schippe drauf.

Jemanden in scheinbar lockerem Plauderton permanent zwischen den Zeilen zu beleidigen und als bemitleidenswerten Freak zu zeichnen, ist jedoch von einer Perfidie, die nur noch schwer zu ertragen ist. Immerhin ist die Irritation - und teils schiere Angst - über das Bröckeln der selbstverständlich gewordenen Deutungs- und Diskurshoheit immer deutlicher zu spüren. Dennoch bleibt hier ein Gefühl der Abscheu. Mit solchen Leuten möchte ich nicht diskutieren. Ich möchte ihnen nicht zuhören, nichts von ihnen lesen und sie nicht ansehen müssen. Natürlich führt das auch nicht weiter und schon bald bohren wir eben weiter an den dicken Brettern.




Ein anderer Leser schreibt mir:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

als treuer Leser Ihres Blogs darf ich mich wohl zu jenen 400.000 Abtrünnigen zählen, die mit der herrschenden politischen Schwerpunktsetzung nicht einverstanden sind und sich eine stärkere und aufrichtige Beachtung männlicher Anliegen wünschen. Zudem stelle ich fest, dass die Lektüre Ihrer Kommentare zu einer gewissen Identifikation mit Ihnen als Mensch führt. Daher empfinde ich die persönlichen Abgriffe auf Sie als groben Fehltritt der FAZ, der wegen der niederträchtigen und rufmörderischen Qualitäten dieser Entgleisungen geradezu empört.

Wie viele feministische Autoren, Blogger und Schreihälse (bzw. jeweils *innen) führen keine feste Partnerschaft oder geben Tipps zum (auch amourösen) Umgang mit dem anderen Geschlecht? Wie viele haben finanzielle Probleme oder eine enge Bindung zu ihrer Primärfamilie? Welche Rolle spielt all das im Hinblick auf deren Möglichkeiten, sich an dieser Debatte beteiligen zu dürfen? Offenbar dürfen die das alles bzw. bleiben privatsphärisch geschützt.

So gesehen ist dieser Artikel ein wirklich abstoßender Fall eines primitiven, wenn auch seriös verkleideten Sexismus! Wenn es noch eines starken Grundes bedurft hätte, warum Sie Ihr Tun fortsetzen müssen, dann hat ihn dieser Beitrag eindrucksvoll zu liefern verstanden.

In diesem Sinne: nicht unterkriegen lassen.




Übrigens ist das einer der Gründe, warum ich meine Lebenssituation überhaupt so offen schildere: Genau dieses Offen-dazu-Stehen gehört dazu, wenn man Rollenfreiheit für Männer erkämpfen möchte. Wenn heute Typen wie Sebastian Eder über Männer herziehen, die im Alter von 48 Jahren als Single im Elternhaus leben, weil das der klassischen Männerrolle nicht entspricht, dann sind sie damit die exakten reaktionären Spiegelbilder derjenigen, die vor 100 Jahren über bestimmte Frauen als "Blaustrümpfe" gespottet haben, weil diese Frauen studiert und sich damit der klassischen Frauenrolle verweigert haben. Sich dagegen durchzusetzen gehört für Männer genauso zum Aufbrechen von Geschlechterzwängen wie ein Hausmann zu sein oder sich als Opfer sexueller oder häuslicher Gewalt zu outen.

Insofern (und auch weil ich mir diese Einstellung in meinem Engagement für sexuelle Minderheiten angeeignet habe), erscheint es mir richtig, auf entsprechende Fragen gerade nicht zu mauern, auch wenn ich mit meinen Antworten vorgeführt werden soll. Wie viele von euch erkannt haben, tue ich nichts, was unanständig wäre und deshalb verborgen bleiben muss.

Schon von daher war die starke Solidarität der Männerszene nach Sebastian Eders Schmähartikel nicht nur für mich persönlich wichtig. Denn diese Solidarität zeigt, dass unsere Szene bei weitem nicht so reaktionär und geschlechterrollenfixiert ist, wie ihr viele Außenstehende unterstellen – die damit nur ihre eigene Haltung auf uns projizieren.

Und wenn ein FAZ-Autor tatsächlich glaubt, im Jahr 2017 noch jemanden damit vorführen zu können, weil er neben vielen anderen Büchern zur Sexualität auch eines zum Thema Selbstbefriedigung geschrieben hat, dann ist das ebenfalls bemerkenswert. Selbst ein Buch mit dem ulkigen Titel "Onanieren für Profis" habe ich nicht ausschließlich zum Spaß geschrieben, sondern um genau solche Einstellungen herauszukitzeln und zu enttarnen. Wer in einer männerpolitischen Debatte als erstes mit einem spöttischen Hinweis auf dieses Buch ankommt, entlarvt die argumentutive Schwäche seiner Position sofort. Hier weiß man dann wirklich, dass sich der Versuch einer ernsthaften Auseinandersetzung nicht lohnt, weil er vom Gesprächspartner nicht gewollt ist.



Einen weiteren Leser beschäftigt es vor allem, wie verzerrend der Artikel mein Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" zitiert (was Lucas Schoppe ja gestern aufgeschlüsselt hatte):

Leider kann die Möglichkeit, dass so etwas passiert, nie ausgeschlossen werden, wenn man an die Öffentlichkeit geht und Kontakt zu Vertretern der Medien sucht. Aber der Verzicht darauf, dies zu versuchen, würde verringerte Erfolgschancen für die Sache bedeuten, denn manchmal funktioniert es ja auch. Man weiß es nur leider nicht vorher.

Es war auf jeden Fall richtig, dass du es versucht hast, und es ist richtig, es weiter zu versuchen.

"Plädoyer für eine linke Männerpolitik" ist hinsichtlich seiner wissenschaftlichen, politischen und ethischen Ausrichtung nicht angreifbar.

Mit dieser Formulierung ist nicht gemeint, dass jeder Leser zwangsläufig mit allem übereinstimmen müsste, sondern dass kein Leser, egal wie hoch seine Übereinstimmungsrate ist, rational begründet bestreiten kann, dass es ein Buch ist, dass sich darum bemüht, gemachte Behauptungen wissenschaftlich zu belegen, dass das Buch auf einem humanistischem moralischen Fundament beruht sowie aus einer linken politischen Perspektive verfasst ist.

Die Gegenseite hat also diskurspragmatisch betrachtet nur drei Möglichkeiten:

1.) das Buch ignorieren und zu versuchen, es totzuschweigen

2.) auf die persönliche Ebene zu gehen und zu versuchen, den Autor anzugreifen und zu diskreditieren

3.) einzelne Formulierungen zu entkontextualisieren und öffentlich falsch darzustellen (und zu hoffen, dass niemand nachliest, was da wirklich steht).

Die beiden letztgenannten Diskursstrategien werden in dem Artikel nun auf dich angewendet. Das geschieht aber natürlich, weil die Qualität des Buches (sowie deiner anderen männerrechtlichen Bücher) sehr hoch ist. Jede halbwegs offene und sachliche Auseinandersetzung damit könnte nur zu dem Ergebnis führen, dir in vielem Recht geben zu müssen oder die Inhalte zumindest als interessant, lesenswert und diskussionswürdig zu empfehlen. Was sollen unsere Gegner also tun? Sie haben ja in dieser Hinsicht gar keine andere Möglichkeit, als fiese Strategien anzuwenden, wie du sie gerade leider erlebt hast.

Das ist sehr ärgerlich – trotzdem aber natürlich immer noch besser als das, was Andersdenkende und Oppositionelle in prämodernen, autoritären und totalitären Gesellschaften nicht selten als Reaktionen auf ihre Arbeit erleben müssen.

Leider sind solche Abwehrreaktionen, wie du sie gerade erlebst, schwer vermeidbar, wenn man es mit einem politischer Gegner mit entsprechender politischer Macht und Diskursmacht zu tun hat, wie sie der heute in westlichen Gesellschaften vorherrschende Feminismus zur Zeit besitzt. Eine Abwehrreaktion dieser Art kommt oft, wenn der Gegner sich bereits durch eine Zunahme und Ausbreitung von fundierter Kritik in seiner hegemonialen Stellung bedroht sieht. In strategischer Perspektive ist dies also wahrscheinlich ein Symptom dafür, dass es mit der Sache vorangeht – so ärgerlich ein solches Erlebnis auch für denjenigen von uns ist, der es dann abkriegt.

Jedenfalls bist du in historischer Perspektive in bester Gesellschaft: Alle "Anführer" emanzipatorischer sozialer Bewegungen in der Geschichte haben krasse Verleumdungen durch ihre Gegner erlebt. Was aus subjektiver, persönlicher Perspektive eine sehr unangenehme Erfahrung ist, das gehört in historischer und soziologischer Perspektive zu den leider unvermeidbaren Abläufen jeder emanzipatorischen sozialen Bewegung, die irgendwann Erfolg hatte.

Dienstag, August 29, 2017

Frankfurter Allgemeine fährt Attacke auf Genderama – News vom 29. August 2017

1. Als ich mich für mein Examen unter anderem mit Heinrich Bölls "Katharina Blum" beschäftigte, ahnte ich noch nicht, dass ich Jahrzehnte später selbst Zielscheibe ähnlich übler medialer Attacken werden würde, wie sie Böll in den siebziger Jahren erfahren hat. Aktuell ist in der Frankfurter Allgemeinen ein Artikel Sebastian Eders erschienen, der keine halben Sachen macht, sondern mich als irren Fanatiker, kauzigen Sonderling, Lebensversager und Frauenhasser in einem porträtiert. Im Eglischen gibt es für diese Strategie die Bezeichnung "character assassination" und für entsprechende Artikel den Begriff "hit piece". Eine ganze Reihe von Menschen, die sich für Jungen und Männer einsetzen, haben so etwas in den vergangenen Jahren erlebt – auch Frauen wie Monika Ebeling und Cassie Jaye.

Da ich von der Frankfurter Allgemeinen bislang sachliche und faire Beiträge über unsere Bewegung gewohnt war, ist diese aktuelle Entwicklung dort besonders enttäuschend.

Bei dem Versuch, mich so stark wie möglich zu diskreditieren, verhaspelt sich Eder allerdings nicht nur mit Dingen, die für unkundige Leser schwer durchschaubar sind, weil sie weder meine Veröffentlichungen im Original gelesen haben, noch wissen, wie mein Interview und die Begleitumstände verlaufen sind. Der Artikel verstrickt sich auch in offensichtliche Widersprüche: Erst heißt es darin, mir würde kaum einer zuhören, dann heißt es, die Zahl der überzeugten Maskulisten sei in den vergangenen Jahren von wenigen Dutzend auf 400.000 Menschen gewachsen. Erst heißt es in dem Artikel, ich würde mich nur hinter dem Computer stark fühlen, dann, ich dringe auf eine häufigere Teilnahme an politischen Diskussionsveranstaltungen. Und vor allem: Für die Kernthese, dass ich überhaupt keiner Rede wert sei, wird ein ganzseitiger Zeitungsartkel verwendet. Wer den Artikel mehr als nur flüchtig liest, sollte merken, dass diese Versatzstücke nicht zusammen passen.

Aber warum werden die Attacken, bei denen es nur noch ums Persönlich-Fertig-Machen geht, gerade jetzt derart maßlos? Warum attackiert eine der führenden deutschen Zeitungen dermaßen heftig einen Menschen, der über nichts anderes verfügt als ein Ein-Mann-Blog und ein im Eigenverlag herausgegebenes Buch: der FAZ-Darstellung nach nur ein komischer Zausel, dem sowieso kaum jemand zuhört?

Weil es dabei womöglich um mehr geht als um die Kontroverse zwischen der bisherigen einseitigen Geschlechterpolitik und einer Politik für beide Geschlechter. Der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe hat Sebastian Eders Vorgehen genauer analysiert – in seinem Beitrag "Die Gewalt der vierten Gewalt", einem der stärksten Beiträge Lucas Schoppes überhaupt. Er ist im Volltext lesenswert.

Und schließlich zur Erinnnerung: Genderama-Leser können die von Schoppe geschilderten beruflichen Schäden, die solche Attacken auf mich verursachen, zumindest teilweise auffangen, indem sie Genderama unterstützen.



2. Einer der Gründe für Eders Diskreditierungswut dürfte darin liegen, dass immer mehr Medien Dinge ansprechen, von denen ich vor fast 20 Jahren nur als einer von sehr wenigen gesprochen habe. Aktuell etwa antwortet Stephan Schleim auf Telepolis dem zuvor dort veröffentlichten Artikel Birgit Gärtners über die Entlassung des Google-Mitarbeiters James Damore. Dabei kommt Schleim auch auf die Anliegen der Männerrechtsbewegung zu sprechen:

An der Realität vorbei geht nach meiner Auffassung auch Gärtners Behauptung: "Frauen sind auf allen Ebenen benachteiligt." Zahlen über Schulabbrüche, Obdachlosigkeit, Gefängnisse, Selbstmorde, beruflich bedingte Todesfälle oder schlicht allgemein das durchschnittliche Lebensalter von Frauen und Männern (...) erzählen eine andere Geschichte. Für viele Männer ist es selbstverständlich, beispielsweise bei der Feuerwehr, Polizei oder Bundeswehr, ihr Leben aufs Spiel zu setzen - und zwar sowohl für Frauen als auch für Männer. Das sollten meiner Meinung nach auch Feministinnen anerkennen.

(...) Vielleicht wäre Männlichkeit etwas weniger "toxisch", dürften Männer offen über ihre Erfahrungen sprechen. Wenn sie es dennoch versuchen, wird ihnen schnell von Feministinnen über den Mund gefahren, wie es vor kurzem der Dokumentarfilm "The Red Pill" der Amerikanerin Cassie Jaye zeigte.




3. Der Sexismusbeauftragte fordert statt den ständigen Fake News der SPD endlich auch mal eine sozialdemokratische Kampagne zu Gunsten von Männern:

Also Aufruf zur Etablierung eines neuen Twitter-Hashtag #VaterAlsBundeskanzler und dann der ganzen Kreativität freien Lauf lassen.

Übertragt eure Erfahrungen von Diskriminierungen von Männern und, wenn ihr wollt, auch Frauen und macht einen Schulz-Tweet daraus. Falls ihr mehr Text braucht, macht eine Grafik daraus. und teilt sie unter dem Hashtag #VaterAlsBundeskanzler und zeigt unseren Politikern, welche Themen ihr im Interesse unserer Kinder gerne wirklich mal angegangen haben wollt.

Ich habe mal den Jean Pütz gemacht und ein paar Beispiele vorbereitet. Wer eine Vorlage ohne Text haben möchte, kann mich gerne anschreiben. Ich werde dann nur das SPD-Logo gegen das Logo von "S.P.E.R.M. – Society for the Preservation for Equal Rights for Men" austauschen, damit unbedarfte Leser nicht glauben, die SPD hätte ja plötzlich richtig gute Wahlkampfkonzepte entwickelt.




4. Die Partei "Die Linke" fordert mehr Gelder für die Genderstudien und beklagt Anfeindungen gegen Geschlechterforscher. (Ja, die erlebe ich auch gerade.) Forderungen, Fördermittel zu streichen und Professuren nicht nachzubesetzen, sieht die Linke in historischem Zusammenhang mit der Verfolgung der Sexualwissenschaft im Nationalsozialismus.



5. Einer meiner Leser weist mich auf eine kommende Neuerscheinung hin:

Tami Weissenberger hat viele Jahre häusliche Gewalt durch seine damalige Partnerin erfahren. Neben der Unfassbarkeit der Gewaltwiderfahrnisse seines Lebens und einem – gemessen an dieser Vergangenheit – bemerkenswert bodenständigen und lebensfrohen Wesen vermag Tami nicht zuletzt auch mit einem reichhaltigen, fesselnden Sprachbild zu beeindrucken. Er wird bei "Edition Outbird" im ersten Quartal 2018 sein romanhaftes Tagebuch über seine Erfahrungen veröffentlichen.




6. Mehrere Medien von der Daily Mail zu den ABC News berichten von den Angriffen gewaltgeiler Linksextremisten im kalifornischen Berkeley. Auch das Satiremagazin "The Onion" veröffentlichte einen Beitrag dazu.



7. Something must be done about all this toxic masculinity! fordert Amanda Prestigiacomo nach dem Hurrikan "Harvey" ironisch auf Twitter.



Mit besonderem Dank an Christian M., Christian B., Claudia und Patrick.

Sonntag, August 27, 2017

SPIEGEL: Politikerinnen wollen Wahlrecht ändern, um mehr Frauen ins Parlament zu spülen – News vom 27. August 2017

1. Wie der aktuelle SPIEGEL in seinem Artikel "Damenwahl" (nur im Anriss online) berichtet, fordern immer mehr Politikerinnen eine Änderung des Wahlrechts, um mehr Frauen in die Parlamente zu bekommen. Der dreiseitige Artikel von Melanie Amann, Ann-Katrin Müller und fünf weiteren JournalistInnen vertritt die These, dass "altgediente Männernetzwerke" und Seilschaften Frauen noch immer am politischen Erfolg hinderten. Vor allem in Union und der "Männerpartei" FDP sähen sich viele Frauen benachteiligt. Selbst wenn CDU-Verbände jeden dritten Listenplatz mit einer Frau besetzten, wie es in ihrem Parteistatut stehe, hülfe das wenig. Aus der SPD werden Manuela Schwesig und Eva Högl mit Klagen über Benachteiligungen zitiert. In Bayern sei gar eine Verfassungsklage anhängig, die klären soll, ob die geringe Beteiligung von Frauen an der Macht einen Verfassungsbruch darstellt.

Der Artikel erwähnt immerhin, dass sich deutlich weniger Frauen als Männer für Politik interessieren und alle Parteien bis hin zu den Grünen deutlich mehr männliche als weibliche Mitglieder haben. Dennoch erzeugt der Artikel Absatz für Absatz den Eindruck, Frauen würden vor allem durch die finsteren Machenschaften von Männern ausgegrenzt.

Mittlerweile wolle sich das Frauenministerium näher anschauen, ob Gesetze geändert werden können, um mehr Frauen in die Parlamente zu spülen. "Wenn man es einfach nur laufen lässt, passiert offenbar nichts; von allein wird sich die Frauenquote in den Parlamenten nicht erhöhen", erklärte hierzu Frauenministerin Katarina Barley. Dabei erhält sie Unterstützung von SPD-Vizefraktionschefin Eva Högl: "Wir müssen in den nächsten vier Jahren eine neue Regelung im Wahlrecht schaffen, die das ändert. Wir brauchen Sanktionen, sonst tut sich nichts."

Ob ein solches Gesetz überhaupt mit der Verfassung vereinbar ist, gelte als fragwürdig. In Frankreich allerdings sei im Jahr 2000 ein Parité-Gesetz eingeführt worden, das Wahllisten, in denen sich Männer und Frauen nicht abwechseln, für die Parteien teuer mache: Sie verlieren staatliche Wahlkampfgelder in Millionenhöhe.

Der Artikel endet mit folgendem Absatz:

Unterstützt von 150 Mitstreitern hat die Kasseler Verfassungsrechtlerin Silke Laskowski vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof eine Klage angestrengt. Sie hält ein Paritätsgesetz für verfassungsrechtlich geboten, da der Staat laut Grundgesetz verpflichtet ist, regulierend einzugreifen, wenn Frauen diskriminiert werden. Laskowski und ihre Mitkläger diskutieren derzeit sogar die Möglichkeit, nachträglich die Bundestagswahl vor dem Bundesverfassungsgericht anzufechten.




2. Ein Mitarbeiter einer US-amerikanischen Regierungsbehörde hat eine Klage angestrengt, weil er dort als Mann diskriminiert werde:

A U.S. Forest Service biologist was illegally blocked from participating in networking activities such as events dubbed "Fabric Fridays" and "Running Revolution" because the activities were limited to only women, according to a discrimination suit he filed in Pennsylvania federal court Monday.

The suit by Nathan Welker, which named as a defendant U.S. Department of Agriculture Secretary Secretary Sonny Perdue, alleged that Welker was illegally discriminated against because of his gender in violation of Title VII and because of his age in violation of the Age Discrimination in Employment Act.

Welker claimed in part that the chain of command to which he directly reports is composed almost entirely of women and that he "has been treated differently because he is a male" over the course of his employment.

For example, Welker said, he and other men are excluded "from work-related activities where women build relationships and networking opportunities," such as yearly retreats, "Fabric Fridays" and "Running Revolution" events.

"Because of this, plaintiff has missed out on necessary relationship building and networking," Welker said. "Furthermore, females get the first chance at opportunities that arise in the office and are treated more favorably than men."




3. In der nächsten Staffel der TV-Serie "American Horror Story" wird die feministische Faschistin Valerie Solanas eine Nebenfigur sein. Solanas wurde bekannt durch ein Manifest, in dem sie den Männern schon aus genetischen Gründen ein geringeres Lebensrecht als Frauen zugestand und sie alle vergast sehen wollte. Gespielt wird Solanas von der US-amerikanischen Feministin Lena Dunham.



4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dieser Meldung:

Dies wird zwar nichts für Deinen Blog sein, da der Mann nicht wirklich konstruktiv gehandelt hat in seinen Sorgerechtsproblemen (sich betrinken und über den Notruf eine Beratung verlangen), aber mein Gedanke ist, dass es ein wirklich symbolisches und plakatives Beispiel für die Ratlosigkeit und Ohnmacht vieler Männer in unserer Gesellschaft darstellt, die nicht wissen, wohin sie sich mit ihren Problemen wenden können. Denn auch in Lübeck gibt es zwar Frauenberatungsstellen, aber keine Männerberatungsstelle. Letztlich zeigt der Artikel auch, wie empathielos die Gesellschaft auf Männerprobleme schaut (der Mann wird bestraft, erhält aber vermutlich weiterhin keine Hilfe).

Falls der Artikel keine Verwendung findet, möchte ich mich auf diesem Wege ansonsten einfach mal bedanken für Deine Arbeit mit dem Blog. Ich schaue immer wieder gerne hinein, wenn ich von den Defizitdarstellungen von Männern im Mainstream mal wieder zu genervt bin.

Samstag, August 26, 2017

Grüne Jugend erklärt sich solidarisch mit Indymedia – News vom 26. August 2017

1. Gestern berichtete Genderama über das Verbot der Indymedia, einer Website, auf der sich Linksextremisten stolz ihrer Straftaten rühmten und zu weiteren Gewaltaktionen aufriefen. Heute ist die Empörung über dieses Verbot im linken Lager derart groß und breit gestreut, dass ich sie im Rahmen dieses Blogs nicht umfassend darstellen kann. Urplötzlich sind viele Linke, die eben noch nicht-feministische geschlechterpolitische Veranstaltungen "unmöglich machen" wollten, eifernde Verteidiger der "Meinungsfreiheit" geworden.

Neben vielen anderen Stimmen solidarisiert sich die Grüne Jugend mit der Indymedia und verurteilt ihr Verbot aufs Schärfste. Einen Sprecher der Partei Die Linke, Hakan Tas, zitiert die Berliner Zeitung mit dem Statement, auch Gewalttäter dürften "eine Meinung haben und öffentlich zum Ausdruck bringen". Die Reaktionen aus dem Lager der Feministin Julia Schramm liest man am besten im Original.



2. In Österreich fordert der ÖVP-Vorsitzende Sebastian Kurz, speziell "für Gewalt an Frauen und Kindern" solle es härtere Strafe geben. Österreichs Männerpartei kommentiert und hält Kurz eigene Forderungen entgegen.



3. Eine Britin, die 15 Männer mit falschen Vergewaltigungsvorwürfen überzog, wurde jetzt zu zehn Jahren Haft verurteilt. Eines ihrer Opfer landete selbst zwei Jahre im Gefängnis. Die Täterin fügte sich selbst Schnittverletzungen und blaue Flecke zu.

Freitag, August 25, 2017

Innenministerium verbietet Plattform, auf der auch feministische Straftäter tobten

Wie mehrere Medien berichten, wurde die linksextreme Plattform "Indymedia" (genauer: die Internetseite "linksunten.indymedia.org") heute morgen vom Innenministerium verboten. Die Seite laufe "nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider" und richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Auf Spiegel-Online erfährt man Näheres:

Ihre Autoren nicht zu kennen, gehört demnach wohl zum Geschäftsprinzip von "Indymedia": Im Zusammenhang mit technischen Vorkehrungen gegen Ddos-Attacken und der Frage, ob sie IP-Adressen ihrer Nutzer feststellen sollten, notieren die Betreiber einmal süffisant: "Wir wollen gar nicht wissen, wer all die schönen Anschlagserklärungen veröffentlicht hat."

Und Bekennerschreiben finden sich zuhauf auf "linksunten.indymedia", es geht darin um angezündete Autos von Polizisten, Diplomaten, Sicherheitsfirmen und Pegida-Anhängern. Um Anschläge mit Farbbeuteln, Brandsätzen, um Reizgas-Attacken auf Burschenschaftler und Prügeleien mit Rechtsextremisten: "Nazis sollst du jagen, Nazis sollst du boxen. Und die Bullen auch", heißt in einem im Dezember 2016 veröffentlichten Beitrag.

Hinzu kommen neben politischen Statements immer wieder auch Anleitungen zum Bau von Molotow-Cocktails, Schmähungen, Beleidigungen und Aufrufe zu Gewalt - wie im März, als ein Nutzer über den "Kampf gegen den Faschismus" in Göttingen schrieb: "Das werden wir nie wieder zulassen - egal, wie viele Scheiben dafür zu Bruch gehen müssen, wie viele Barrikaden entzündet werden müssen, wie viele der Faschos schützenden Bullen dafür Steine fressen müssen."


Ein weiterer Spiegel-Online-Beitrag berichtet über Waffenfunde bei den Indymedia-Betreibern.

Auf Facebook ist die linke Szene im Aufruhr. "Rechtsextreme werden sich über das Verbot freuen" und "Dann kann man ja auch die Wikipedia verbieten" lauten gängige Reaktionen.

Aber auch aus der hohen Politk erhielt Indymedia Unterstützung. So wurde der Website ein Medienpreis für die "beste Online-Initiative im Bereich Wissenschaft, Bildung und Kultur" verliehen. Wie unter anderem "Die Welt" berichtete, saßen in der achtköpfigen Jury auch die ehemalige Ministerin Brigitte Zypries (SPD) sowie Thomas Krüger (SPD), Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, der auch die Laudatio auf die Website hielt. Schon damals wurde "Indymedia" im Verfassungsschutzbericht erwähnt.

Indymedia war immer auch eine Plattform für feministische Straftäter*_Innen. So hieß es etwa in dem recht aktuellen Beitrag "Radikaler queerfeministischer Widerstand" (nach dem Verbot der Indymedia laufen dieser und die kommenden Indymedia-Links ins Leere):

Wir haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag dem eintönigen, tristen und langweiligen Alltag des Einhorns, einen bunten und strahlenden queerfeministischen Anstrich verpasst. Unser Banner zur Ankündigung des radikalen queerfeministischen Widerstands in Darmstadt wurde zeitnah von der Polizei wieder entfernt. Wir lassen uns von dieser Schikane nicht einschüchtern – getreu dem Motto aus Hamburg schreien wir voller Wut: Ganz Darmstadt hasst die Polizei!


Nachdem in der Nacht auf Gründonnerstag 2016 Unbekannte Farbbeutel auf die Schaufenster eines Leipziger Küchenstudios geworfen hatten, bekannte sich eine Gruppe von Feministinnen unter dem Namen "Rosa-Lila Zerstörung" auf Indymedia stolz zu dem Angriff: "Wir hinterließen Farbe und kaputte Scheiben." Zum Ende des Artikels wird der "Schreiberling" der Leipziger Volkszeitung, die über die Straftat berichtete, abgekanzelt, weil er die Täterinnen nicht ausführlich genug zitiert habe.

Auch gegen den Zweiten Deutschen Genderkongress, der vergangenen Mai in Nürnberg stattfand, gab es einen Angriff, der in einer Rangelei der Feministinnen mit dem Sicherheitspersonal endete. (Ich war anwesend und wurde von den Feministinnen verbal angegriffen, auf Genderama hatte ich ausführlich darüber berichtet.) Auf Indymedia erschien die Begleitpropaganda der Täterinnen:

Entgegen des Versprechens keine antifeministischen Veranstaltungen in städtischen Räumlichkeiten zuzulassen, entzieht sich die Stadt Nürnberg jeglicher Verantwortung und erlaubt dieses Jahr erneut das Stattfinden des Deutschen Genderkongresses in der Meistersingerhalle (genderkongress.org). Dies soll und darf nicht ungesehen bleiben!

Denn auch wenn dieser Kongress behauptet einen Dialog der Geschlechter auf Augenhöhe zu ermöglichen ist es eine Tatsache, dass er vielmehr eine Plattform bietet für antifeministische und rassistische Inhalte. Der Vortrag der ehemaligen Goslaer Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling (...) und die Ausschweifungen von Bernhard Lassahn (...) der dieses Jahr einen Vortrag zum Thema geschlechtergerechte Sprache halten wird, verdeutlichen die antifeministische und reaktionäre Ausrichtung dieser Veranstaltung und der sexistischen, homophoben und rassistischen Sichtweisen die dort propagiert werden. Antifeministische und (Rechts-)Populistische Bewegungen sind nicht nur eng miteinander vernetzt, vielmehr bedient sich die neue Rechte der Gemeinsamkeit antifeministischer Perspektiven um eine Brücke zur Männerrechtsbewegung zu schlagen und dort ihr faschistisches Gedankengut reinzutragen.


Als Beleg für diesen fanatischen Irrsinn diente eine Kampfschrift gegen Männerrechtler, die von der den Grünen nahe stehenden Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht worden war. Allerdings wird selbst in dieser Kampfschrift Ebeling und Lassahn keineswegs Rassismus etcetera unterstellt. Solche Dinge phantasierten die Straftäterinnen einfach dazu - ebenso wie "rassistische Inhalte" eines Kongresses, bei dem es tatsächlich um Scheidungsregelungen und Umgangsrecht ging und bei dem Vertreter der etablierten Parteien zu Gast waren.

Ein Beitrag, der mit dem Autorennamen "Andreas Kemper" gezeichnet wurde, fand sich auf de.indymedia.org und ist derzeit nicht aufrufbar. Auf der Seite "linksunten.indymedia.org" wurden ein Vortrag sowie eine Info-Veranstaltung des Publizisten Andreas Kemper beworben. (Natürlich lässt die Anonymität der Indymedia keine Sicherheit darüber zu, von wem die fraglichen Beiträge tatsächlich stammten.) Kemper erlangte vor ein paar Wochen größere Bekanntheit, nachdem er für die Heinrich-Böll-Stiftung Schwarze Listen über Feminismuskritiker angelegt hatte. Skandalisiert wurden in diesen Schwarzen Listen Veröffentlichungen in Medien des politischen Gegners – dass die angeprangerten Menschen, Veröffentlichungen oder Medien auch nur irgendetwas mit Gewaltaufrufen oder der Rechtfertigung von Straftaten zu tun hatten, war nicht nötig, um in den Schwarzen Listen aufgeführt zu werden.

Wie willfährig sich Heinrich-Böll-Stiftung und Co. der linksextremen Hetze gegen Männerrechtler anschlossen, sagt einiges aus über die politische Kultur in Deutschland. Ob sich hier mit dem Ausheben der Indymedia etwas ändert? So mancher Beobachter ist skeptisch und vermutet reines Wahlkampfgetöse. Wenig halte ideologisierte Menschen davon ab, im Ausland eine neue Website als Plattform für ihr Treiben zu erstellen. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Seite erscheint" zitieren die Dresdner Neuen Nachrichten den Politikwissenschaftler Tom Mannewitz. Zudem sei ein Vergeltungsschlag der linken Szene nicht auszuschließen.

Wünschenswert wäre insofern dreierlei: Dass sich der angeblich "gemäßigte" und "tolerante" Feminismus von den radikalfeministischen Straftäterinnen in seinen Reihen endlich klar distanziert. Dass bloße Veröffentlichungen in legalen Medien des politischen Gegners nicht länger skandalisiert werden, während man über Bekenntnisse zu Straftaten im eigenen Lager unbekümmert hinwegsieht. Und dass die Mitglieder etablierter politischer Parteien ganz generell nicht länger mit Extremist*_Innen paktieren – aus welcher Ecke des politischen Spektrums auch immer.

Grüne setzen auf Sexismus bei Wahlplakaten – News vom 25. August 2017

1. Die Verehrung der Faschistin Valerie Solanas, die Männern schon aus genetischen Gründen ein geringeres Lebensrecht als Frauen zugestand und uns alle vergast sehen wollte, ist im Feminismus vielfach ungebrochen. Am 1. September wird der Dramaturg Jens Peters das Osnabrücker Theaterfestival mit dem Stück "Valerie Solanas, Präsidentin von Amerika!" der schwedischen Journalistin Autorin Sara Stridsberg eröffnen. Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet:

Valerie Solanas steht für einen Feminismus der 60er Jahre, meint Peters, in denen es sich für amerikanische Mädchen unter anderem nicht schickte, wütend zu sein. Solanas war aber wütend und lebte ihre Wut aus, was sie in Konflikt mit den damaligen Geschlechtsrollenbildern brachte. Sie blieb aber nicht einfach Opfer, sondern analysierte gesellschaftliche Strukturen und das Gefängnis der weiblichen Geschlechtsrolle scharfsichtig. "Mich interessiert, inwiefern Solanas eine Künstlerin war, die ihre Sprache als Mittel benutzte, um zu provozieren", sagt [die Regisseurin] Marlene Anna Schäfer. "Sie war leidenschaftliche Kämpferin, aber eben auch Künstlerin, die sich von der Kunstwelt angezogen fühlte und so mit ihrem Theaterstück 'Up your Ass' in Andy Warhols Factory fand".

(...) Neugierig ist Schäfer, wie der radikale, ultraharte Feminismus auf die Festivalzuschauer von heute wirkt. Sie und Jens Peters finden jedenfalls, dass "Valerie Solanas" genügend provokative Power enthält, um die Zuschauer auf die verschiedenen Aspekte des Themas "Macht*Spiel*Geschlecht" einzustimmen.




2. Nicht nur Deutschlands Grüne finden es zur Zeit schwer, einen überzeugenden Grund zu finden, warum man sie noch wählen sollte. Auch Österreichs Grüne tun sich schwer damit. Eine ihrer Kandidatinnen wird auf Plakaten nun mit einem Slogan beworben, der schlicht dafür plädiert, dass sich männliche Wähler für sie entscheiden sollten, um ihrer Geschlechterrolle gerecht zu werden. "SEI EIN MANN: WÄHL EINE FRAU. DAS IST GRÜN" lautet die Botschaft, die die Bürger überzeugen soll. Wer die betreffende Dame nicht wählt, ist diesem Slogan zufolge kein richtiger Kerl.

Immerhin rechnet wohl niemand damit, dass ein Kandidat einer Konkurrenzpartei mit dem Slogan "SEI EINE FRAU: WÄHL EINEN MANN" für sich wirbt. Derartig überzeugende Argumente überlässt man gerne den Grünen.



3. Warum gibt es eigentlich weniger Frauen als Männer in hohen politischen Positionen? Patriarchale Diskriminierung natürlich! Oder liegt es schlicht daran, dass das Interesse von Frauen an politischen Fragen deutlich hinter dem männlichen Interesse liegt? Darauf nämlich weist eine aktuelle Untersuchung hin:

63 Prozent der Männer wussten, dass die Arbeitslosenquote bei sechs Prozent liegt, aber nur 39 Prozent der Frauen. 67 Prozent der Männer wählten unter drei vorgegebenen Ländern Russland als das Land, das nicht der Nato angehört. Bei den Frauen waren es 32 Prozent. (...) Eine Mehrheit der Frauen hatte auch keine Ahnung, was der Bundesrat eigentlich tut. Sie waren der Meinung, dass der Bundesrat den Bundespräsidenten oder den Bundeskanzler wählt.


Man könnte hinzufügen: Selbst WENN sich Frauen für Politik interessieren, dann vorwiegend für Gender und Feminismus. Das Interesse bezieht sich dann also eher narzisstisch auf sich selbst. Viele Männer können zahlreiche feministischen Thesen mit Leichtigkeit zerpflücken – und werden, wenn sie das tun, als Sexisten und Frauenfeinde angeprangert. Der eine oder andere Mann, der noch einen Stich zu machen hofft, unterstützt die Damen dabei gern.

Ist es bei der durch die zitierte Studie gezeigten Kenntnislosigkeit vielleicht ganz gut, dass es etwas weniger Frauen als Männer in der hohen Politik gibt? Oder brauchen wir eine Quote, damit auch jene Leute in hohe Ämter kommen, die Russland für ein Mitglied der Nato halten?



4. "Wir sollten den Vatertag durch einen Besondere-Person-Tag ersetzen" fordert die Aktivistin Red Ruby Scarlet.



5. Die Schauspielerin Shailene Woodly positioniert sich in einem Interview mit der New York Times:

I would today consider myself a feminist. If females start working through the false narrative of jealousy and insecurity fed through a patriarchal society, then not only will we have more women feeling confident in themselves and supportive of one another, but we will start introducing a type of matriarchy, which is what this world needs.




6. Sie haben keine Lust auf ein Matriarchat? Müssen Sie aber! Die Schauspielerin Gal Gadot ("Wonder Woman") äußert sich noch fundamentalistischer als ihre Kollegin: "Wer kein Feminist ist, ist ein Sexist". Der Gedanke hinter solchen bizarren Äußerungen: Wenn man Menschen für seine Ideologie gewinnen will, muss man alle, bei denen man das nicht schafft, nur tüchtig genug beschimpfen.



7. Madeleine Kearns berichtet über ihren Gastaufenthalt an einer US-amerikanischen Universität:

As a child in Glasgow, I learned that sticks and stones might break my bones but words didn’t really hurt. I’m now at New York University studying journalism, where a different mantra seems to apply. Words, it turns out, might cause life-ruining emotional trauma.

During my ‘Welcome Week’, for example, I was presented with a choice of badges indicating my preferred gender pronouns: ‘he’, ‘she’, ‘they’ or ‘ze’?

The student in front of me, an Australian, found this hilarious: ‘Last time I checked, I was a girl.’ Her joke was met with stony silence. Later I realised why: expressing bewilderment at the obsession with pronouns might count as a ‘micro-aggression’. Next stop, ‘transphobia’.


Hier geht es weiter mit dem lesenswerten Artikel. Unter anderem schildert Kearns, wie sie mit ihren Mitstreitern einen geheimen non-konformistischen Buchclub gründete. Die "falschen" Bücher zu lesen scheint unter der Herrschaft der Social Justice Warriors genauso tabu zu sein wie in Teheran.



8. Zwei US-amerikanische Organisationen von Mathematikern fordern, Social Justice zur Priorität im Mathematikunterricht zu machen:

The National Council of Supervisors of Mathematics (NCSM) and TODOS: Mathematics for All "ratify social justice as a key priority in the access to, engagement with, and advancement in mathematics education for our country’s youth," the groups declared last year in a joint statement, elaborating that "a social justice stance interrogates and challenges the roles power, privilege, and oppression play in the current unjust system of mathematics education — and in society as a whole."

(...) While the organizations hope that math can be used as a tool for social justice in the future, they also believe that math has historically perpetuated "segregation and separation," asserting in their joint statement that "mathematics achievement, often measured by standardized tests, has been used as a gatekeeping tool to sort and rank students by race, class, and gender starting in elementary school."

Citing the practice of "tracking," in which pupils are sorted by academic ability into groups for certain classes, NCSM and TODOS argue that "historically, mathematics and the perceived ability to learn mathematics have been used to educate children into different societal roles such as leadership/ruling class and labor/working class leading to segregation and separation."

(...) Social justice could be the key to solving these issues, they say, calling on math teachers to assume a "social justice stance" that "challenges the roles power, privilege, and oppression play in the current unjust system of mathematics."

NCSM and TODOS even provided detailed strategies that math teachers can use to promote social justice, such as advocating for increased "recruitment and retention of math teachers from historically marginalized groups" and challenging "individual and societal beliefs underlying the deficit views about mathematics learning and children, with specific attention to race/ethnicity, class, gender, culture, and language."




9. Auf Google scheint eine Reihe von Prozessen wegen Diskriminierung zuzukommen.



10. Die israelische Oppositionszeitung "Haaretz" titelt: It’s 2017. Time to Talk About Circumcision. In dem Artikel heißt es:

The practice of Brit Milah (ritual circumcision) is no longer considered an observance about which secular and atheist Jews would rather die than transgress. They talk about it, deliberate and occasionally forgo it. If I had asked 20 years ago how much time it would take before secular people would wake up, the answer would surely have been, "At least another generation, if not two." But the information revolution cannot be stopped – and when the information becomes accessible, the myths start to crumble at a dizzying pace.

(...) The imposition of "Jewish identity" on the penis greatly minimizes the richness and depth of Judaism, which is blessed with ancient and extensive literature; a long, documented history; a rich language; creativity; a tradition of mutual assistance; and many other qualities that go far beyond the shape of the male organ.

More importantly, the fact that half the Jewish people – namely, women – do not share in the custom does not allow us to relate to the custom today as a cornerstone of the Jewish people. Of course, being circumcised does not make us particularly unique when you consider that only 1 percent of the world’s circumcised men are Jews (around seven million out of 700 million), while the rest are mainly Muslims, as well as Americans (mostly older ones), South Koreans and Filipinos.

(...) In European countries in recent years, there have been efforts to apply the abhorrence of female circumcision to male circumcision – but the Jewish and Muslim lobbies have managed to prevent a ban on circumcising those under the age of 18. It isn’t certain they will continue to succeed in the future.

The repression by Jewish men of the injury they suffered at the age of eight days is clear and logical. But logic, anatomy and recently also science agree that removing the foreskin from the penis changes the sexual experience and reduces the pleasure of the circumcised man and his partner. But this information is also being repressed.

Although there is no law requiring Jewish parents to circumcise their sons, there’s no doubt that the establishment in Israel is a partner to the serious problems that exist in this area. The judicial system ignores laws that are meant to protect a minor from physical harm. The Health Ministry declares that circumcision is not a medical procedure but a religious one, and thus takes no responsibility for overseeing the procedure – even though it carries risks, like any operation.

There are no binding regulations regarding anesthesia; the operation can take place at any location; the person performing the procedure (whether a mohel or a surgeon) isn’t subject to any scrutiny like other surgeons are; and bad outcomes are underreported because parents are reluctant to report their son’s penis has suffered even a minor injury. Therefore, only those who bother to seek the information will learn about the risks of Brit Milah and that there is no real supervision of the professionals in this field.

(...) As the information spreads on online forums and in the media, secular Jews understand that if they in any case don’t observe the commandments, this is the first mitzvah they should abandon. The excuse that "my son will be different from his friends" no longer holds water now that tens of thousands of children live happily in Israel with their foreskins.

Donnerstag, August 24, 2017

Süddeutsche Zeitung: So täuscht Martin Schulz die Wähler – News vom 24. August 2017

1. Selbst bei der Süddeutschen Zeitung hat man begriffen, dass die vom SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz behaupteten 21 Prozent Lohndiskriminierung der Frauen populistischer Unsinn ist. Ein Auszug aus Julian Freitags Artikel dazu:

Männer und Frauen üben nicht zu gleichen Teilen die gleichen Tätigkeiten aus. Auch unterscheiden sich Berufserfahrung, Bildungsgrad und der Anteil von Teilzeitjobs je nach Geschlecht. Diese sogenannten "strukturellen Unterschiede" haben jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf die Statistik.

So gehören zu den Berufen mit den niedrigsten Gehältern laut Statistischem Bundesamt das Friseurhandwerk und die Fußpflege - über 90 Prozent der Beschäftigten dort sind Frauen. Im Verhältnis zu den Männern sinkt damit ihr Durchschnittsgehalt über alle Branchen hinweg überproportional stark. Umgekehrt verhält es sich bei hochbezahlten Führungspositionen: Hier sind deutlich mehr Männer tätig, was deren Durchschnittseinkommen erhöht.

Eine Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verdeutlicht die Unterschiede: Demnach verdienten im Jahr 2014 Angestellte in den zehn häufigsten Berufen mit über 70 Prozent Frauenanteil durchschnittlich 39 Prozent weniger als Angestellte in den zehn beliebtesten Männerberufen. Ein Grund ist dem DIW zufolge die höhere Akademisierungsrate innerhalb der Tätigkeiten, die hauptsächlich Männer ausüben.

(...) Zieht man die strukturellen Unterschiede ab, fallen auch rund zwei Drittel der Gehaltsdifferenz weg. Der Gender Pay Gap beträgt dann "nur" noch etwa sechs Prozent. Auch dieser Wert sei eine Annäherung, betonen die Statistiker. Es sei nie möglich, alle strukturellen Einflüsse gänzlich zu bestimmen und einzurechnen.


Feminismuskritiker und Männerrechtler erklären genau das seit Jahren. Als Folge davon werden wir als "frauenfeindlich" und "anti-emanzipatorisch" beschimpft. Wir haben den populistischen Zahlenzauber von Martin Schulz und Co. trotzdem hartnäckig aufgedeckt – und damit inzwischen sogar die "Süddeutsche Zeitung" erreicht. Was dem Artikel noch fehlt, ist, dass der Gender Pay Gap dem Institut der deutschen Wirtschaft zufolge gerade einmal zwei Prozent beträgt – und damit im statistischen Rauschen untergeht.



2. Unparteiisch war gestern: Die Tagesschau macht mitten im Wahlkampf Reklame für die SPD-Politikerinnen Schwesig und Nahles.

Siehe zur Verfilzung von Staatsrundfunk und den großen Parteien auch Alan Poseners Artikel in der "Welt": Bei ARD und ZDF gilt: Ein Gehirn wäscht das andere.



3. Während alle noch von dem gefeuerten Google-Mitarbeiter James Damore sprechen, gibt es in der IT-Branche bereits einen vergleichbaren neuen Fall. Wie die IT-Nachrichtenseite Golem berichtet, wird bei der Software-Entwicklungsgruppe Node,js der Ausschluss des Projektleiters Rod Vagg gefordert, weil er bestimmte "Verhaltensregeln" nicht befolgt habe. Der "Golem"-Artikel selbst verrät nicht, um welche Regeln es sich dabei handelt:

Die konkreten Vorwürfe finden sich zwar nicht mehr öffentlich in der Diskussion auf Github, sind aber von einigen Community-Mitgliedern auf Twitter wieder publiziert worden.


Ein Online-Posting immerhin verrät Näheres:

Rod Vagg wird vorgeworfen gegen den [Code of Conduct] verstoßen zu haben, im Detail:

1) thoughtless use of pronouns

2) assumptions of gender

Er hat mehrfach Dinge nicht geschlechtsneutral beschrieben.

(...) Der Wunsch des Ausschlusses kommt von

Anna Henningsen (aka addaleax) ("sie" ist ein Mann und hat sich einen Frauennamen gegeben)

Myles Borins (aka thealphanerd) (ein Mann, der nach eigenen Angaben eine Frau ist, aber einen Bart tragen will)

Bryan Hughes (aka nebrius) (ein Mann, der sich aber in seinem Körper gefangen fühlt)


Auf Twitter wird Rod Vagg darüber hinaus vorgeworfen, einem Artikel zugestimmt zu haben, der von jemandem stamme, der als Männerrechtler bekannt sei.

In den kommenden Tagen will der Vorstand der Node.js-Foundation öffentlich zu der Kontroverse Stellung nehmen.

Bei der Online-Debatte um diesen Fall hat man indes den Eindruck, dass nicht jeder den schwerwiegenden Verstoß ernst nimmt, der mit der gedankenlosen Verwendung von geschlechtsbezogenen Pronomina verbunden ist. So fragt ein Teilnehmer der Debatte:

Hilfe, Entwickler*innen ist leider keine gültige JS Variable. Wie kann ich dennoch gender gerechten Code schreiben?


Darauf erhält er folgende Antwort:

Na mit Unterstrich! "Entwickler_innen", was jedoch eine hochgradig transphobe Schreibweise ist, weil es doch viel mehr als nur Entwickler und Entwicklerinnen gibt. Du solltest also "Entwicklix" schreiben.

Mensch ... das weiss doch JEDER :P




4. Auf der Nachrichtenseite Bloomberg benutzt Megan McArdle den Fall James Damores, um zu erörtern, wie Online Mobs zu einer ebenso repressiven Konformität führen, wie man sie aus kommunistischen Staaten kennt:

Try to imagine the Damore story happening 20 years ago. (...) Maybe the engineer would have been fired, maybe not, but he’d have gotten another job, having probably learned to be a little more careful about what he said to co-workers. Compare to what has happened in this internet era: The memo became public, and the internet erupted against the author, quite publicly executing his economic and social prospects. I doubt Damore will ever again be employable at anything resembling his old salary and status.

(...) [The internet] is like the world’s biggest small town, replete with all the things that mid-century writers hated about small-town life: the constant gossip, the prying into your neighbor’s business, the small quarrels that blow up into lifelong feuds. We’ve replicated all of the worst features of those communities without any of the saving graces, like the mercy that one human being naturally offers another when you’re face to face and can see their suffering. And, of course, you can't move away. There’s only one internet, and we’re all stuck here for the rest of our lives.

(...) I find myself in more and more conversations that sound as if we’re living in one of the later-stage Communist regimes. Not the ones that shot people, but the ones that discovered you didn’t need to shoot dissidents, as long as you could make them pariahs -- no job, no apartment, no one willing to be seen talking to them in public.


Derzeit investieren Online-Mobs viel Energie in den Versuch, Menschen zu Pariahs zu erklären, die sich für die Rechte von Jungen und Männern einsetzen. Andreas Kempers Dissidentenliste für die Grünen mag gescheitert sein, aber ähnliche Versuche wird es mit Sicherheit immer wieder geben.

Megan McArdle berichtet weiter:

The people I have these conversations with are terrified that something they say will inadvertently offend the self-appointed powers-that-be. They’re afraid that their email will be hacked, and stray snippets will make them the next one in the internet stocks. They’re worried that some opinion they hold now will unexpectedly be declared anathema, forcing them to issue a humiliating public recantation, or risk losing their friends and their livelihood.

Social media mobs are not, of course, as pervasive and terrifying as the Communist Party spies. But the Soviet Union is no more, and the mobs are very much with us, so it’s their power we need to think about.

That power keeps growing, as does the number of subjects they want to declare off-limits to discussion. And unless it is checked, where does it lead? To something depressingly like the old Communist states: a place where your true opinions about anything more important than tea cozies are only ever aired to a tiny circle of highly trusted friends; where all statements made to or by the people outside that circle are assumed by everyone to be lies; where almost every conversation is a guessing game that both sides lose. It is one element of Margaret Atwood's "A Handmaid's Tale" that does resonate today: Any two acquaintances must remain so mutually suspicious that every day, they can discuss only the pleasant weather and their common fealty to the regime.




5. O mein Gott, wer hätte das kommen sehen: Ein weiterer Publizist, der vom "frauenfeindlichen" GamerGate schwadronierte, bekommt Probleme, weil er eine Frau sexuell belästigt haben soll:

Campbell joins other journalists and media personalities who have either aligned with the male feminist movement or the Anti-#GamerGate crowd, only to fall victim to the same things they’ve criticized #GamerGate for.

Recently, a Polygon content creator was fired for flirting on Twitter. Previous to that, an anti-#GamerGate journalist was arrested for stalking and harassing his girlfriend. Another anti-#GamerGate journalist was arrested and charged for multiple counts of rape. Another anti-#GamerGate critic and former moderator at NeoGaf was arrested for his collection of child pornography. And more recently, Hollywood director Joss Whedon was outed by his ex-wife for being a hyportitical male feminist, as he spent 16 years cheating on his wife with friends, co-workers and actresses, while recently proclaiming #GamerGate to be evil.


Siehe zum selben Thema auch das männerpolitische Blog Toy Soldiers: Yes, Joss Whedon is still a feminist.



6. Wie der Daily Caller mit Bezug auf eine Studie des American Enterprises Institutes berichtet, herrscht in vielen Studienfächern eine Ungleichheit der Geschlechter, die Feministinnen im umgekehrten Fall als sexistische Diskriminierung anprangern würden:

Family and consumer science is America’s most sexist grouplet of undergraduate majors. Males constitute just 12.3 percent of all students majoring in the field, which largely trains home economics teachers, according to aggregated 2015 data.

Health professions programs (for, e.g., future physician assistants and speech-language pathologists), public administration programs and education programs on America’s college campuses are also rife with sexism. These female-dominated departments manage to attract just 15.6 percent men, 17.9 percent men and 20.2 percent men respectively.

Other female-dominated undergraduate degree programs which embarrassingly fail to graduate males include psychology (just 22.8 percent male) and all the various departments which end in studies such as African-American studies, women’s studies, queer studies and Latino studies (just 29.5 percent male).

America’s biology departments are also dominated by females at the undergraduate level. They produce a shortage of men with just 41 percent of undergraduate degree going to males.




7. "Wenn Sie ein Mann wären, würde ich Sie in den Knast schicken" teilt ein britischer Richter einer Einbrecherin mit. Auch für Kriminelle war es schon immer eine kluge Entscheidung, mit dem richtigen Geschlecht zur Welt zu kommen.

Mittwoch, August 23, 2017

Jusos fordern gesetzlichen Feiertag nur für Frauen – News vom 23. August 2017

1. Die Schweizer Jusos fordern einen gesetzlichen Feiertag nur für Frauen, also einen Tag, an dem die Männer arbeiten müssen und die Frauen nicht.



2. Am Mittwoch, dem 13. September, findet die Veranstaltung Zukunft von Trennungsfamilien: Vorfahrt für gemeinsam getrennterziehen in Nürnberg statt. Thema ist die sogenannte "Doppelresidenz", also das gemeinsame Sorge- und Umgangsrecht der Eltern für ihre Kinder auch nach einer Trennung. Gäste sind Daniel Föst, Spitzenkandidat der FDP Bayern, Professor Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets, Professorin für Familien- und Jugendhilferecht an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, sowie Tim Walter von der FDP Hamburg, Gründungsmitglied des internationalen Rates für die paritätische Doppelresidenz.



3. Die Neue Zürcher Zeitung hat gestern einen Artikel des Soziologen Professor Gerhard Amendt veröffentlicht, in dem es um die Entlassung James Damores bei Google geht sowie um das sogenannte "Gender Equality Paradox". Zu deutsch: Wenn Frauen gleiche berufliche Chancen wie Männer haben, dann werden die Unterschiede nicht verschwinden – sondern sich verstärken. Der Artikel ist in Gänze lesenswert.



4. Bei Arte findet man eine 53minütige Doku über das Leiden von Kindersoldaten.

Dienstag, August 22, 2017

"Salafismus und Gender: Komplizen" – News vom 22. August 2017

1. Die beiden Religionen Wahhabismus/Salafismus und Gender müssten eigentlich konträr zueinander stehen, sind aber tatsächlich Komplizen, argumentiert der Schweizer Journalist Frank A. Meyer.



2. Georg Niedermühlbichler, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, wird für seine Kritik an einer Truppe von Quotenfrauen des politischen Gegners so hart von seiner eigenen Partei angegriffen, dass er sich dafür schließlich entschuldigt. Österreichs Männerpartei berichtet und kommentiert.



3. Nach den Statements von Joss Whedons Ex-Partnerin über den beliebten Regisseur reißen ihn viele seiner ehemaligen Anhängerinnen auseinander wie die Geier. Ein typischer Artikel "Joss Whedon was never a feminist."



4. Mark Sherman beschäftigt sich in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" damit, wie das akademische Establishment der Frage "Wie können wir Jungen genauso helfen wie Mädchen?" aus dem Weg geht:

I was saddened but not surprised to read of my esteemed colleague Glenn Geher’s recent experience at our college (where I am an emeritus). At a meeting of administrators to discuss a panel of "highly successful female alumni," where faculty were urged to encourage their female students to attend, Glenn said the panel was a great idea, but could the college have a "similar event for males"?

He was met with the same response I have received on numerous occasions in the past nearly 25 years when I have brought up issues faced by boys and men, and how it is time for the academy to address them: His remarks were met with a stunned silence.

Glenn was realizing firsthand the sad fact that, even though on virtually every measure of success in college – from admissions to retention and grades – women were doing better than men, the academy was not interested in encouraging the underachieving men nearly as much as they were in encouraging the already high achieving women.


Hier geht es weiter.

Montag, August 21, 2017

Gender: "Die Glaubensgemeinschaft schlägt zurück" – News vom 21. August 2017

1. In dem Beitrag "Die Glaubensgemeinschaft schlägt zurück" des politischen Magazins CICERO beschäftigt sich Alexander Grau mit dem Backlash der Gender-Fraktion gegen diejenigen, die ihre Lehre in Frage stellen. Dabei kommt Grau vor allem auf die Rolle zu sprechen, die die politischen Stiftungen der Grünen sowie der SPD dabei spielen. Zu der Pro-Gender-Broschüre der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung etwa merkt er an:

Wer jedoch mit den Begriffen "Wissenschaft" und "Ideologie" Schindluder betreibt, der verheddert sich schnell in seiner eigenen Terminologie. So kann man auf der schon zitierten Seite weiter lesen: "Geschlechterforschung betreibt Wissenschaftskritik, weil der Blick der Wissenschaften von einer männlichen und weißen Perspektive ausgeht und damit zumeist blind bleibt für Geschlecht und andere Perspektiven."

Doch schon auf der nächsten Seite wird der verblüffte Leser mit Blick auf den hohen Frauenanteil in der Geschlechterforschung informiert: "Objektivität hängt nicht vom Geschlecht der Forschenden ab, sondern von deren Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion." Wir lernen: Von Frauen betriebene Gender-Studies sind objektiv, von Männern betriebene Wissenschaft hingegen nicht, da diese von der männlichen Perspektive eingetrübt wird. Aha. Diese Nonsense-Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Broschüre.




2. Auf den Seiten eines Wissenschaftsblogs setzt sich jetzt auch Stephan Schleim mit den kruden Thesen Birgit Gärtners über das Google-Memo James Damores auseinander. Dabei kommt er auch auf Cassie Jayes Männerrechtler-Doku "The Red Pill" zu sprechen.



3. Auf Telepolis kommentiert Markus Kompa die aktuell noch einmal von SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz gestreute Behauptung, 21 Prozent weniger Gehalt für Frauen seien empörend. Zuvor hatte schon die Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" die SPD für ihre ihre irreführende Wahlkampfreklame zur Rede gestellt. Auch ein Faktencheck des Bayrischen Rundfunks stellte der SPD kein gutes Zeugnis für dieses Manöver aus.



4. Der grüne Pranger ist tot, die Debatte darüber will noch immer nicht sterben. Für die "taz" äußert sich jetzt auch noch mal Friedrich Küppersbusch dazu:

"Agent*in" ist offline, "weil die gewählte Form die gesellschaftspolitische Debatte über Antifeminismus überlagert". Oder sagen wir mal Schnaps- bis Klosterfrauidee, unter dem Namen Heinrich Bölls eine Stiftung zu betreiben, die Prangerpublizistik finanziert, deren prominentestes Opfer in Deutschland Heinrich Böll war. Wir hatten hier in Dortmund verschiedentlich "Spaziergänge" von Nazis zu den privaten Wohnungen prominenter Grüner und Sozis; da kommt man schon auf schlimme Ideen, außer: nachmachen.




5. Mit TV-Serien wie "Buffy, the Vampire Slayer" gilt Joss Whedon als einer der feministischsten Autoren in Film und Fernsehen. Jetzt packt seine ehemalige Partnerin aus, wie Whedon den Feminismus für sich instrumentalisierte:

There were times in our relationship that I was uncomfortable with the attention Joss paid other women. He always had a lot of female friends, but he told me it was because his mother raised him as a feminist, so he just liked women better. (...) Fifteen years later, when he was done with our marriage and finally ready to tell the truth, he wrote me, "When I was running ‘Buffy,’ I was surrounded by beautiful, needy, aggressive young women." (...) Joss admitted that for the next decade and a half, he hid multiple affairs and a number of inappropriate emotional ones that he had with his actresses, co-workers, fans and friends, while he stayed married to me.

(...) Despite understanding, on some level, that what he was doing was wrong, he never conceded the hypocrisy of being out in the world preaching feminist ideals, while at the same time, taking away my right to make choices for my life and my body based on the truth. He deceived me for 15 years, so he could have everything he wanted. I believed, everyone believed, that he was one of the good guys, committed to fighting for women’s rights, committed to our marriage, and to the women he worked with. But I now see how he used his relationship with me as a shield, both during and after our marriage, so no one would question his relationships with other women or scrutinize his writing as anything other than feminist.


Ich habe auf Genderama immer wieder über Männer berichtet, die nach außen hin als 150-prozentige Feministen aufgetreten sind, deren Verhältnis zu Frauen in Wahrheit aber hochproblematisch war – in der Regel weit schlimmere Fälle als diesen. Meiner Einschätzung nach gibt es hier ein häufig wiederkehrendes psychologisches Muster.

Der Artikel von Whedons Ex wird aktuell in zig Medien zitiert, beispielsweise der britischen Daily Mail und dem NME sowie popkulturellen Plattformen wie dem AV Club und Vulture. Ein PC-Game-Blog kommentiert:

Articles like the one on the Daily Dot back in November of 2014 outlined how Whedon reproached #GamerGate as a misogynist campaign; and even more ironically, Birth.Movies.Death also did an article praising Whedon for attacking #GamerGate back in April of 2015. What’s so ironic about it? Because the article was written by former editor-in-chief at Birth.Movies.Death, Devin Faraci, another male feminist who had to resign after allegations of sexual assault surfaced.

This has become a lurid trend among anti-#GamerGate critics and male feminists, including a NeoGaf moderator who was arrested for his child porn addiction, and a former Forbes contributor named Matt Hickey, who claimed to be a male feminist and anti-#GamerGate critic, but was arrested and charged for raping multiple women.

There was also another journalist who facilitated the language of a feminist ally and was an anti-#GamerGate critic, however he who was arrested for cyberstalking his ex-girlfriend and for harassing and threatening her with violence.




6. In dem Daily-Mail-Artikel Women NEED diamond rings - it makes hitting men easier erklärt die Kolumnistin Liz Jones, warum Männer Frauen auch im Zeitalter der Gleichberechtigung noch teure Eheringe kaufen sollten:

What is it about modern mankind that makes them think they can have us for nothing? Men might think it charming and romantic to offer something out of a cracker, or a piece of string. It is, as long as you’re 19 and can back it up with something real later. If you are a grown man on a salary, you should be ashamed of yourself.

And don’t cite Engagement Ring Terror as a life raft while you sink beneath our disappointment, saying: 'Oh, well, you’re so damn fussy, anything I choose for you would be wrong.' How about just going into Tiffany and asking for help? Keep the receipt, as long as it has enough zeros, and we can always change it later. It’s the bought that counts. (...) If a man cannot be bothered to spend at least a month’s salary on a ring, he is not really serious about the whole shebang. (...) There must be one advantage to being female. We do everything else.




7. Ein Beitrag auf "In Public Safety", einer Experten-Website der American Military University, beschäftigt sich mit der fehlenden Forschung, was männliche Überlebende sexueller Gewalt angeht:

One in six boys are sexually abused before the age of 16 — yet the issue remains underreported, undertreated, and highly stigmatized.


Wie die wenige existierende Forschung zeigt, schadet dieses Desinteresse der Gesellschaft insgesamt:

In fact, male adolescents who were sexually abused are three to five times more likely to engage in delinquency. Behavioral problems include, but are not limited to, physical aggression, non-compliance, and oppositional defiance. This is what we refer to as "victim turned perpetrator" in which past abuse can contribute to future delinquent and criminal acts. This is not to suggest that past victims of sexual abuse will lead a future life of crime, but it does place victims at an increased risk; therefore, early intervention is critical.

A 2009 research study concluded that male prisoners have higher rates of past child sexual abuse victimization when compared to those who have never been incarcerated. Once again, this validates the notion that past childhood sexual victimization could lead to significant behavioral problems in which victimization is a pathway into criminality.




8. In der US-amerikanischen Tageszeitung "Politico" zeigen sich Greg Lukianoff und Nico Perrino alarmiert über die aktuelle Bedrohung der Redefreiheit:

If your social media newsfeed doesn’t provide ample anecdotal evidence that free speech is suffering a public relations crisis, look to the polling: A recent Knight Foundation study found that fewer than 50 percent of high school students think that people should be free to say things that are offensive to others.

The New York Times opinion page, for its part, has run three columns since April questioning the value of free speech for all, the most recent imploring the ACLU to "rethink free speech" — the same ACLU that at the height of Nazism, Communism and Jim Crow in 1940 released a leaflet entitled, "Why we defend civil liberty even for Nazis, Fascists and Communists." The ACLU of Virginia carried on this honorable tradition of viewpoint-neutral free speech defense in the days before the Charlottesville protests. However, the Wall Street Journal reported this week that the ACLU "will no longer defend hate groups seeking to march with firearms."

And how is the birthplace of the 1960s free speech movement faring? In the wake of the riots that shut down alt-right provocateur Milo Yiannopoulos’ speech at the University of California, Berkeley on February 1, multiple students and alumni wrote that the violence and destruction of the Antifa protests were a form of "self-defense" against the "violence" of Yiannopoulos’ speech. Watching videos of the protest, it is fortunate nobody was killed.

What’s to account for this shift? One of our theories is that this generation of students comprises the children of students who went to college during the first great age of campus speech codes that spanned from the late 1980s through the early 90s. This is when colleges and universities first began writing over-broad and vague policies to regulate allegedly racist and sexist speech. Although that movement failed in the court of law, these codes have stubbornly persisted, and the view that freedom of speech is the last refuge of the "three Bs" — the bully, the bigot and the robber baron — found a home in classrooms.

When we speak on college campuses, our explanations of the critical role the First Amendment played in ensuring the success of the civil rights movement, the women’s rights movement and the gay rights movement are often met with blank stares. At a speech at Brown University, in fact, a student laughed when Greg pointed out that Supreme Court Justice Thurgood Marshall was a steadfast defender of freedom of speech –– as if it were impossible for a black icon of the civil rights movement to be a free-speech champion.


Es ist das bekannte Muster: Werte, die früher zentrales Element der Linken waren, gelten heute vielen im Flügel der autoritären Linken als "rechts". Die Redefreiheit gerade für Minderheiten gehört inzwischen dazu.

Samstag, August 19, 2017

Finale Fassung: Kurzprogramm der Liberalen Männer in der FDP veröffentlicht

Wie heute auch Christian Schmidt berichtet, steht inzwischen das endgültige Kurzprogramm der Liberalen Männer in der FDP auf ihrer Facebookseite online. Genderama hatte bislang nur ein provisorisches Kurzprogramm veröffentlicht.

In dem Programm heißt es:

Die Freie Demokratische Partei (FDP) ist eine Partei, die sich für Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung einsetzt. Letzteres bedeutet, dass die Interessen von Frauen und Männern gleichermaßen berücksichtigt werden. Derzeit existiert ein Verein, die Liberalen Frauen, der politische Interessen für Frauen vertritt. Jedoch gibt es bedauerlicherweise weder bei der FDP noch bei einer der im Bundestag vertretenen Parteien eine vergleichbare Gruppe, welche die Interessen von Männern vertritt.

Die Bundesvereinigung Liberaler Männer steht für eine ganzheitliche, moderne Geschlechterpolitik, wonach es tatsächliche Gleichberechtigung nur geben kann, wenn die berechtigten Anliegen beider Geschlechter berücksichtigt sowie Benachteiligungen thematisiert und beseitigt werden.

Um auf eine tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Müttern und Vätern, Mädchen und Jungen hinzuarbeiten, wollen die Mitglieder der Bundesvereinigung Liberaler Männer die im Folgenden genannten Ziele erreichen:

A) Konsequente Umsetzung des Artikels 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und des Artikels 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

B) Benachteiligungen von Jungen, Männern und Vätern sind geschlechterpolitisch zu thematisieren und zu beseitigen.

C) Jungen-, Männer- und Väterfeindlichkeit sind ebenso zu verurteilen und zu beseitigen wie Frauenfeindlichkeit.



DIE 12 FORDERUNGEN

1. Gleichberechtigung statt nur Frauenrechte

Art. 3 Abs. 3 GG muss konsequent angewandt werden. Menschenrechte müssen sowohl für Frauen wie für Männer gelten.

2. Gleichberechtigung statt Gleichmacherei

Unterschiede dürfen nicht einer ideologischen Gleichmacherei geopfert werden. Männer und Frauen haben das Recht, entsprechend ihrer individuellen Anlagen und Bedürfnisse zu leben.

3. Gleichberechtigung statt Frauenbeauftragte

Gleichstellungsbeauftragte dürfen nicht nur Frauen sein. Das führt nicht zur Gleichberechtigung. Wo es Frauenbeauftragte gibt, muss es auch Männerbeauftragte geben.

4. Gleichberechtigung im Familienrecht

Die Diskriminierung "Mama erzieht - Papa zahlt" nach einer Trennung muss abgeschafft werden. Kinder brauchen beide Eltern. Wir fordern das Wechselmodell als gesetzlichen Standard.

5. Gleichberechtigung bei der Elternschaft

Frauen können bestimmen, ob sie Mutter werden wollen. Männer werden oft Vater gegen ihren Willen oder ohne es zu erfahren. Wir fordern Gleichberechtigung der Väter und das Recht auf Kenntnis der Vaterschaft.

6. Gleichberechtigung bei Bildungschancen

Jungen erleben im Bildungssystem Nachteile. Mädchen und Jungen müssen gleichwertig gefördert werden.

7. Gleichberechtigung in der Arbeitswelt

Männer dürfen bei Einstellung und Beförderung nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.

8. Gleichberechtigung in der Wissenschaft

Wissenschaft und Forschung müssen frei von geschlechterspezifischen Bevorzugungen und Benachteiligungen sein.

9. Gleichberechtigung vor der Justiz

Gleiche Straftaten müssen unabhängig vom Geschlecht mit dem gleichen Strafmaß geahndet werden. Gegen weibliche Verdächtige muss genauso ermittelt werden wie gegen männliche.

10. Gleichberechtigung beim Gewaltschutz

Auch Jungen und Männer werden Opfer häuslicher und sexueller Gewalt. Wir fordern gleichen Schutz für Jungen und Männer sowie Schutz vor falschen Gewaltbeschuldigungen.

11. Gleichberechtigung im Gesundheitswesen

Die Erforschung, Pravention und Bekämpfung typisch männlicher Erkrankungen müssen gleichermaßen gefördert werden wie die typisch weiblicher Erkrankungen.

12. Gleichberechtigung in der öffentlichen Wertschätzung

Männer erbringen genauso wie Frauen ihre Leistung für Familie und Gesellschaft. Das muss genauso gewürdigt werden.


Abschließend weisen die Liberalen Männer darauf hin, dass jede der großen Parteien über eine Frauenorganisation verfügt und keine dieser Organisationen aufgelöst wurde, obwohl Frauen mit Männern inzwischen nicht nur gleichgezeogen, sondern sie überholt haben, was gleiche Rechte angeht, und heute Männer, Väter und Jungen diskriminiert werden. Ähnliches gelte für die 4.100 Frauenbeauftragten. Eine Selbstregulierung funktioniere in diesem Bereich offenbar nicht: "Zu lukrativ sind die Selbstbedienungsposten bei der Öffentlichen Hand. Es geht um Macht und Geld."

Die Liberalen sehen Männer in einer ähnlichen Position wie die Frauen in den siebziger Jahren. Sie müssen selbst für ihre Rechte eintreten. Keine andere gesellschaftliche Instanz werde diese Aufgabe übernehmen.

Das Kurzprogramm kann bei Christian Schmidt diskutiert werden.

Feminismus heute: Burka statt Bikini – News vom 19. August 2017

1. Die AfD wirbt mit dem Wahlplakat "Burkas? Wir steh'n auf Bikinis!", das zwei junge Frauen im Bikini von hinten zeigt. Gleichstellungsbeauftragte sind empört über diesen "Sexismus".

Nur um das noch mal klar festzuhalten: Den Gleichstellungsbeauftragten zufolge ist Kritik an der Burka gegen das Gesetz. Frauen im Bikini hingegen sind unzumutbar. So ungefähr lautet auch die Weltsicht des Islamischen Staats.

Feminismus im Jahr 2017. Darf man nicht kritisieren, weil das "anti-emanzipatorisch" und "frauenfeindlich" wäre.



2. Dorothee Beck und Barbara Stiegler geben in der Friedrich-Ebert-Stiftung die Broschüre "Das Märchen von der Gender-Verschwörung" heraus. Mark Smith zerpflückt sie.



3. In der "Frankfurter Rundschau" – deren Chefredaktion die Radikalfeministin Bascha Mika inne hat – fordert Regine Silvester, man solle "gerecht über Männer reden". Da sie aber schon ahnt, dass dieser Vorschlag in ihrem Umfeld ziemlich dreist daherkommt, baut sie schon mal im ersten Absatz vor:

In einem DDR-Schulzeugnis stand einmal: "Regine besitzt ein übertriebenes Gerechtigkeitsbedürfnis." Ich möchte diese Kritik als Entschuldigung für eine Veranlagung heranziehen, wenn ich gerechter über Männer reden will.


Immerhin sind der Autorin die Parallelen zwischen gegenwärtigem Feminismus und dem System der DDR klar.



4. Das Neueste aus der feministischen Fat-Acceptance-Bewegung:

Bradley University is telling fat people not to lose weight because it could be "dangerous," according to a project developed by the school’s Women’s Studies Program.

The "Body Project," created to fight against "fatism" and "weight discrimination," essentially tells students just that — don’t lose weight because it could be "dangerous" and cause an "increased risk of death."

In their section on "The Truth about Fat and Health," feminist professors argue that weight loss methods such as dieting and exercise "pose serious health risks" and that "the cure for obesity [is] worse than the condition itself."

Without citing any studies on the potentially FATAL consequences of obesity, the feminist profs argue that "the data linking fat with death and the data showing losing weight to be healthy are limited, fragmentary, and often ambiguous" and that weight loss can result in an "increased risk of death from cardiovascular disease."


Wie Toni Arikson in ihrem Artikel ausführt, ist Fettleibigkeit mit massiven Gesundheitsproblemen verbunden, die bis zum Tod führen können. Hierzulande geht die Psychotherapeutin und Ernährungsberaterin Dr. Nadja Hermann in ihrem Bestseller Fettlogik überwinden auf die oben skizzierten Mythen im Vergleich mit den wissenschaftlichen Tatsachen ein. Dass eine Universität sich in ihrem Fachbereich "Frauenstudien" lieber den Mythen anschließt, um gegen "Diskriminierung" vorzugehen, zeigt einmal mehr, wie gefährlich es werden kann, wenn man Ideologie den Vorzug vor Wissenschaft gibt.



5. Noam Chomsky, einer der international bekanntesten linken Intellektuellen, befindet: "Die Antifa ist ein Riesen-Geschenk für die Rechte."

Kritik an der Antifa? Wie lange es wohl dauert, bis man Chomsky als "rechts" bezeichnet?

Siehe zum selben Thema auch Jonah Goldberg: Fighting Nazis doesn't make "antifa" the good guys.

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