Sonntag, Dezember 09, 2012

Wie Gleichstellungsbeauftragte reden, wenn sie unter sich sind

Monika Ebeling kommt wieder zum Bloggen. In einem ihrer aktuellen Beiträge, einem Plädoyer für diskriminierungsfreie Gleichstellungsarbeit, blickt sie zurück auf ihre Zeit als Gleichstellungsbeauftragte und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen:

Wieder eine fühlt sich ohnmächtig. 'Unsere Sache wird einfach nicht umgesetzt', beklagt sie sich, 'wir rennen gegen eine Wand. 60 Mio. schmeißen die raus, um arbeitslose Männer in den Vorschulbereich rein zu bekommen. Das macht mich sprachlos', setzt sie nach. Von einer Rednerin hören wir dann: 'Wir arbeiten gegen das Establishment. Es ist so unpopulär zu sagen, die Gleichberechtigung geht immer noch zu Lasten der Mädchen, weil die Medien Erfüllungsgehilfin einer bestimmten Politik sind. Wir müssen dagegen halten'. Sie nennt den Spiegel, die FAZ, den Stern, Geo und Focus Hetzblätter, die die armen Jungs nun auch noch medial vermarkten. Diese Zeitschriften und gewisse Redakteure würden sich pädophiler Ideen bedienen und Jungs halbnackt zeigen. Sich um Jungen, Männer und Väter zu kümmern sei politisch en vogue, meint die Rednerin noch.


Im Kontakt mit diesem narzisstischen Feminismus haben Männer nach wie vor einen schlechten Stand:

Der Mann auf dem Podium fängt mutig an und sagt mehreren Hundert kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ins Gesicht: 'Wer sich um seine Kinder kümmern möchte, wird schon als konservativ, reaktionär, gar faschistisch hingestellt'. Am Ende holt er sich dann seine wohlverdiente frauenpolitische Schelte ab, als eine meiner Ex- Kolleginnen behauptet, 'wir haben nicht viel Neues von Ihnen gehört' und sich auf Familienarbeit und Hartz-Bezug reduziert fühlt. (...) Ich habe etliche Situationen erlebt oder sie sind mir geschildert worden, in denen Männer oder Männergruppen versuchten, mit diesen Frauen ins Gespräch zu kommen. Viel zu oft führte das zu traurigen Resümees dieser Männer, die sich weder verstanden noch in ihren Bedürfnissen erkannt fühlten. Aber wie soll das auch gehen? Nach jahrzehntelang eingeübter einseitig parteilicher Arbeit für Frauen wird es schwer fallen, die selbst angelegten Scheuklappen wieder zu entfernen und ein für Männer hart gewordenes Herz wieder zu erweichen.


Hier findet man den vollständigen Essay.

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